Radtouren A bis Z - Fahrradbücher - Fahrrad-DVDs - FahrradwitzeLinks - Bahn + Rad - E-Bike - Home

Autor: Dieter Hurcks Copyright 10/2008

Der letzte Teil des Weserradwegs führte uns von Achim über Bremen und Brake nach Bremerhaven
Von Achim nach Bremerhaven 
An der Unterweser führt der Weserradweg des öfteren weitab vom Fluss, er hat aber dennoch seine besonderen Reize. 
DVD "Weserradweg" hier     - Teil 1

Einträge für
Zimmervermieter

Quartiere an
Fernradwegen in
Deutschland

Weserradweg (2): 
Die Unterweser  

Auch im Herbst gibt es immer noch ein paar schöne Tage, die ideal zum Radeln sind. So auch im Oktober 2008. Grund genug, endlich den letzten Teil des Weserradwegs in Angriff zu nehmen und von Achim über Bremen nach Bremerhaven zu fahren. Mit "Verfahren" wegen nicht vorhandener oder verborgener Beschilderung kamen so immerhin 275 km zusammen.

Morgenkonzert in Achim  
Vom Achimer Bahnhof geht es hinunter ans Weserufer, nicht ohne noch einen kleinen Abstecher zur Windmühle zu unternehmen - einer von mehreren in dieser Region. An der Weserbrücke angekommen, erfreuem wir uns am Konzert des Bremer Shanty-Chores, der sich für einen Auftritt warmspielt. Noch einmal genießen wir einen weiten Blick über den Strom, ehe wir uns auf den Weg nach Bremen machen. Der "zieht sich", und den Fluss bekommen wir kaum zu Gesicht. Der Südwestwind weht kräftig und zehrt an den Kräften.

In Bremen nach langer Fahrt entlang einer lauten Hauptstraße angekommen, besichtigen wir das Pflichtprogramm mit Rathaus, Roland, Böttcherstraße und Schnoorviertel. Die Bremer Stadtmusikanten sind gerade auf polnische Art eingekleidet, da nebenan die "Polnischen Tage" abgehalten werden.

Das Schnoorviertel hat eine eigene Internet-Homepage. Dort heißt es u.a.: "Schmale Gassen, kleine Häuser und eine große Kirche: Der Schnoor ist das älteste und das interessanteste Stadtviertel der Freien Hansestadt Bremen."

Auch die Böttcherstraße hat eine eigene Homepage: "Seit dem Kauf des Hauses Böttcherstraße Nr. 6 im Jahre 1902 sanierte Ludwig Roselius nicht nur das 600 Jahre alte Speicherhaus (später in Roselius-Haus umbenannt) sondern nach und nach die ganze Böttcherstraße.
Die Böttcherstraße lässt sich bis ins Mittelalter zurückverfolgen und war einst eine wichtige Verbindung zwischen Weser und Markt, in der Böttcher und Kimker, also Fass- und Zubermacher, ansässig waren. Der Verlegung des Hafens und dem allgemeinen Niedergang dieses Handwerks in der zweiten Hälfte des 19.Jhs. folgte der beginnende Verfall der Böttcherstraße. 1902 überredeten die beiden Besitzerinnen des Hauses Nr.6 - des schönsten und ältesten der Straße - Ludwig Roselius, den Bremer Kaffeekaufmann und Erfinder des koffeinfreien Kaffees, zum Kauf. ... Mit der Vollendung des Paula-Becker-Modersohn-Hauses und des Hauses Atlantis waren seinerzeit Gebäude entstanden, die wegen ihrer höchst ungewöhnlichen Formensprache nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen Welt Aufsehen erregten." 
Quelle: http://www.boettcherstrasse.de 

Über den Bremer Roland heißt es bei Wikipedia: Bremen hatte Schriften zufolge mit dem Bremer Roland bereits früh einen hölzernen Roland, er verbrannte jedoch 1366. 1404 wurde der Bremer Roland als Symbol für Recht und Freiheit im fränkischen Reich aus hellem Elmkalkstein neu errichtet, der aus dem Elm stammt. Er wurde auf dem Rathausplatz gegenüber dem Bremer Dom aufgestellt. Quelle: Wikipedia 

Das Märchen Die Bremer Stadtmusikanten erzählt von vier Tieren (Hahn, Katze, Hund und Esel), die ihren Besitzern infolge ihres Alters nicht mehr nützlich sind, und daher getötet werden sollen. Es gelingt den Tieren zu entkommen, worauf sie sich zufällig treffen. Alle folgen dem Vorschlag des Esels, in Bremen Stadtmusikanten zu werden und brechen nach Bremen auf.
Quelle: Wikipedia

Beschilderung lückenhaft
Nach einer Stärkung zu überhöhten Preisen (Bremen ist ein teures Pflaster!) suchen wir den Weserradweg, der uns linksseitig des Flusses aus dem Lärm der Großstadt herausführen soll. Leider ist die Beschilderung dürftig, manchmal so angebracht, dass man sie übersieht, manchmal gar nicht vorhanden: Nur der Tipps eines netten Passanten bewahrt uns am Ende von Woltmershausen davor, geradeaus in eine nicht als solche erkennbar Sackgasse zu fahren. Hafenstädte haben ihre Tücken ....

Erst nach Umfahren eines riesigen Gewerbegebietes gelangen wir wieder an den Fluss. Gegenüber ragen mächtige Schlote und Fabriken in den Himmel. In Hasenbützen finden wir wiederum keine Beschilderung, haben inzwischen aber auch die Nase ziemlich voll vom Radeln und beschließen, diesen Tag etwas eher ausklingen zu lassen. Ein Radler gibt uns einen Tipp, wo wir gut übernachten und lokale Fischspezialitäten genießen können: bei Spille an der Ochtumbrücke, dem letzten Haus in Bremen-Strom. Der Tipp erwies sich als ausgesprochen gut. Ein Spaziergang durch die Wiesen lockerte die Muskulatur und vergrößerte den Appetit. Abends gewinnt Deutschland in der WM-Qualifikation gegen Russland mit 2:1.

Nach Bremerhaven 
Am nächsten Morgen will es nicht hell werden. Nebel wabert über die Ochtum. Gegen 9.30 Uhr reißt es dann endlich auf. Wir radeln zurück zum Werserradweg und steuern Lemwerder an. Meistens ist von der Weser nichts zu sehen, oft radeln wir gleich hinterm Deich oder neben der Flutschutzmauer. Die Beschilderung ist teilweise verblichen und kaum oder gar nicht mehr zu entziffern.

Kurz vor Elsfleth führt der Radweg neben den Eisenbahngleisen über eine stählerne Brücke. Alternativ wäre der Weg über den Elsflether Sand gewesen. Das mächtige Ochtumsperrwerk öffnet allerding nur zu jeder vollen Stunde. So sparen wir Zeit und sehen die steil aufragende Fahrbahn nach einem kurzen Abstecher kurz darauf von der anderen Seite. Elsfleth erweist sich als ganz nettes Städtchen mit schmuckem Rathaus und gemütlicher Fußgängerzone.


Auf der Homepage von Elsfleth heißt es: "Elsfleth gehört zu den ältesten Orten an der Unterweser. Der Name läßt sich nach Urkunden und Chroniken bis in das Jahr 1220 zurückverfolgen. ...
Die günstige Lage Elsfleths am Zusammenfluß der Weser und der Hunte sowie die Nähe zur Nordsee begründeten bald die Verbundenheit Elsfleths zur Schifffahrt und zum Schiffbau und waren ausschlaggebend für die weitere wirtschaftliche Entwicklung des Ortes. Um die Mitte und in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war Elsfleth mit Brake der wichtigste Hafen des Landes Oldenburg."
Quelle: http://www.elsfleth.de 

Bei Wikipedia ist zu lesen: Am Hafen steht das Denkmal des „Schwarzen Herzogs“, Friedrich Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg-Oels, der auch in unserer Heimatstadt Burgdorf nicht unbekannt ist. Es wurde 1859 zum Andenken an ihn und seine Schwarze Schar errichtet, die gegen Napoléon Bonaparte kämpften und sich nach dem Gefecht bei Ölper hier und in Brake am 6./7. August 1809 nach England einschifften. Quelle



Das nächste Ziel ist Brake mit seinem doch ganz erstaunlich großen Übersee-Binnenhafen, der sogar gerade noch erweitert, was uns eine Umleitung abverlangt. Nach knapp drei Kilometern erreichen wir die Fähre nach Sandstedt. Auch reichtsseitig der Weser wird gebaut - und zwar am Deich, wodurch der dahinter liegende Radweg nicht benutzbar und wiederum eine (großräumige) Umleitung erforderlich ist.

Von 1848 bis 1852 war Brake der Heimathafen der deutschen Reichsflotte. ... Das „Schifffahrtsmuseum der oldenburgischen Häfen“ in Brake wurde 1960 eingeweiht. ... Brakes Wahrzeichen ist der 1846 unter dem oldenburgischen Großherzog Paul Friedrich August errichtete Telegraph. ... Mit dem gegenüberliegenden Weserufer ist Brake über die Fähre von Golzwarden nach Sandstedt verbunden. Zur Weserinsel Harriersand besteht eine Fährverbindung nur für Fußgänger und Radfahrer. Quelle: Wikipedia

Das Kernkraftwerk bei Nordenham und die sonstigen Industrieanlagen sehen wir so nur aus der Ferne. Ganz nah dagegen kommen wir an den östlichen Tunnelausgang des Wesertunnels bei Dedesdorf heran, einem privat finanzierten Verkehrsprojekt.

Schließlich erreichen wir den Fischereihafen von Bremerhaven, an dem man ein langes Stück entlang radeln und sich die Schiffe aus nächster Nähe anschauen kann - darunter einige völlig verrostete Pötte, die hoffentlich nie wieder in See stechen werden. Vorbei am Fischmarkt geht es in die Stadt. Doch zum Anschauen der vielen Sehenswürdigkeiten bleibt nicht mehr genügend Zeit. Für U-Boot, Auswanderermuseum und sonstiges sollte man schon einen ganzen Tag einplanen. So beschließen wir, irgendwann im Winter mal mit dem Wochenendticket nach Bremerhaven zu fahren und das alles nachzuholen.

Fazit: Die Unterweser hat auch ihre speziellen Reize; Naturfreunde, die die Ruhe einer Flusslandschaft suchen, sind allerdings am oberen und mittleren Weserlauf besser aufgehoben.

 

Tourenbericht Weserradweg (1): 
Von Hannoversch Münden nach Achim



Zum "Weserradweg" gibt es eine mit
gemafreier Musik unterlegte DVD. 
Trailer bei YouTube
-
Info und bestellen hier

 

Linktipps  
www.weser-radweg.de  

www.weserradweg.de/ 

Bremen und Bremerhaven 

Radweg Vom Teufelsmoor zum Wattenmeer
von Bremen nach Cuxhaven und zurück (Rundkurs)



Verwendeter Radreiseführer



Weitere Bücher und Karten zu Radtouren gibt es hier

zurück zur Hauptseite



Weserbrücke in Achim.

Der Bremer Shanty-Chor bringt uns ein Ständchen.

Holländer-Mühle in Achim.

Bremen: Blick auf den Dom.

Der berühmte Bremer Roland.

Eingang zur Böttcherstraße.

Glockenspiel in der Böttcherstraße.

Enge Gassen: Bremens Schnoorviertel.

Blick über die Weser auf den Bremer Anleger.



Nach Umfahren eines Gewerbegebietes erreichen wir wieder den Strom.

Elsfleth mit Gedenksäule für Friedrich Wilhelm von Braunschweig ("Schwarzer Herzog").

Die Weser bei Brake.



Leuchtturm in Bremerhaven.

Info + bestellen