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Autor: Dieter Hurcks Copyright 8/2009, aktualisiert 6/2014

Vom Thüringer Wald bis zur Weser Geschichte erleben.  Werraradweg 2011

Einträge für
Zimmervermieter

Quartiere an
Fernradwegen in
Deutschland

Werra - der deutsch-
deutsche Grenzfluss
 
Von Hannoversch-Münden, heute kurz Hann. Münden,  über Witzenhausen nach Eisfeld führt der meist steigungsarme Werraradweg, der sich zu einem der beliebtesten Flusswanderwege in Deutschland entwickelt hat.

Die Werra wurde erst nach Grenzöffnung für Reisende auf Sattel und Speiche interessant. Seit 1997 ist von den beiden Werraquellen bis zur Mündung in die Weser in Hann. Münden ein durchgängig befahrbarer und beschilderter Fernradweg entstanden. Er führt zum größten Teil über landwirtschaftliche Wege, weicht ab und an auf wenig befahrene Straßen aus und meidet Fernverkehrsstraßen. Im Jahre 2002 war der Ausbau weitgehend abgeschlossen, bis 2014 kamen jedoch noch einige neue, z.T. flussnahe Abschnitte hinzu. Dafür haben einige Feld- und Waldwege inzwischen arg gelitten und sind sanierungsbedürftig.  

Übernachten an der Werra

Sehr beliebter Flussradweg 
Heute zählt der Werratalradweg nicht nur landschaftlich zu den schönsten in Deutschland, auch die Wegequalität ist durchweg hervorragend. Und er wird immer beliebter, genießt man doch bei dieser Radtour durchweg noch die Ruhe und Beschaulichkeit einer einzigartigen Landschaft. Eines ist sicher: Bald werden immer mehr Radfahrer kommen ...

Originell: Zwischen Witzenhausen und Altenburschla säumen zahlreiche Kunstwerke den Radweg,  der zwischen Treffurt und Hannoversch-Münden die Deutsche Fachwerkstraße begleitet.

Quellen: www.werra-meissner.de/radweg  (URL nicht mehr aktiv) und www.aufreisen.de

Unsere Radelgruppe war aus Burgdorf bei Hannover schon entlang der Leine geradelt, um dann kurz hinter Friedland über Eichenberg bei Witzenhausen an die Werra zu gelangen, wo wir auch übernachteten. Die Etappe von Witzenhausen nach Hannoversch-Münden ist übrigens in dem Bericht über den Weserradweg ausführlich beschrieben und illustriert.

Empfehlenswert und halt auch ganz normal ist natürlich ein Beginn in Hannoversch-Münden oder gar vorher schon eine mehrtägige Radtour entlang des attraktiven Weserradwegs.
Die angegebenen Etappen lassen sich selbstverständlich verkürzen: Es gibt viele schöne Städte unterwegs, wo sich trefflich übernachten lässt.

 

Nach Eisenach 
Tagesetappe: Witzenhausen - Bad Sooden-Allendorf - Eschwege - Treffurt - Eisenach (107 km)

Schon unsere dritter Radeltag (s.o.). Um 8.45 Uhr starten wir bei idealem Radlerwetter. 25 Grad, sanfter Wind, herrliche Landschaft. Nach einer kurzen Stadtbesichtigung erblicken wir erstmals das unübersehnbare Logo des Werraradweges. Burg Ludwigstein grüßt von der Höhe.

In Werleshausen, wo es ebenfalls ein Schloss gibt, kaufen wir ein und radeln durch schöne Dörfer des zu Thüringen gehörenden Eichsfelds - Lindewerra und Wahlhausen - Richtung Bad Sooden-Allendorf. Unterwegs lädt am ehemaligen Kolonnenweg bei Wahlhausen das Grenzlandmuseum „Schifflersgrund“ in Asbach/Sickenberg zum Besuch ein. Da es dorthin reichlich bergauf geht, lassen wir den Besuch angesichts der noch vor uns liegenden Strecke schweren Herzens aus.

Wer natürlich in Bad Sooden-Allendorf übernachtet, sollte sich diese interessante Geschichtsstunde nicht entgehen lassen.

Bad Sooden-Allendorf, das wir bald erreichen, nötigt uns angesichts der prachtvollen Innenstadt eine längere Pause ab. Hier muss man einfach verweilen und die Architektur genießen. Die Turmuhr schlägt 11 Uhr, Kaffee und Kuchen beim Bäcker munden angesichts dieser Kulisse besonders gut, aber irgendwann müssen wir dann doch weiter. Es wird heißer und schwül.

Wir radeln meist ufernah, oft im Schatten, entlang des Flusses über Kleinvach nach Eschwege. Dort wird bei einem Kiosk nahe des Schlosses der Wasservorrat aufgefüllt, was auch dringend nötig war.

Kurz vor dem Dörfchen Frieda entdecken wir kurz hinter der nagelneuen Werrabrücke einen steinernen Tisch - ein schattiges Plätzchen, ideal für eine Pause. Der Bilderbuch-Blick aufs Dorf schweift über ein mit Mohnblumen rot getupftes Kornfeld.

Thüringen oder Hessen? Der Werra-Radwanderführer der Bielefelder Verlagsanstalt gibt hier keine Antwort. Die Grenze wurde einfach ausgespart.

Aber unsere ADFC-Karte sagt uns, dass es hinter Wanfried mit seiner Dampfbrauerei und dem grazilen Radfahrer-Denkmal aus Edelstahl nur noch wenige Kilometer bis Thüringen sind.

 

Zwischen Thüringen und Hessen
Altenburschla mit seiner hübschen Kirche am Karl-Montag-Platz und Heldra mit seiner ehemaligen Strumpffabrik heißen die letzten Dörfer Hessens, ehe wir uns in Treffurt mit seiner alles überragenden Burg und dem malerischen, aber leider gerade eingerüsteten Rathaus eindeutig auf dem Gebiet der ehemaligen DDR befinden. Ein tolles Gefühl der Freiheit, einfach so dorthin radeln zu können. Auch noch so lange nach der Grenzöffnung.

Der Weg nach Eisenach führt auf herrlichen Pfaden oft direkt am Fluss entlang. Viele Brückenpfeiler legen Zeugnis von dem überhasteten Rückzug der Deutschen während des 2. Weltkrieges ab. Die beschauliche Landschaft bietet Gelegenheit zur Rückbesinnung auf sich selbst.

In Probsteizella legen wir im einsam gelegenen Gasthaus eine Pause ein. Die Bedienung hat viel Zeit und ein freundliches Lächeln für uns übrig. Hier herrscht Ferienstimmung pur.

Kinder paddeln auf dem Fluss, vor einem Wohnmobil aus Schleswig-Holstein genießt ein Ehepaar die Stille. Vor Frankenroda fordert uns ein kurzer, steiler Anstieg heraus, der mit einer genussvollen, langen Abfahrt bis Ebenshausen belohnt wird.

Ein paar Kilometer weiter radeln wir unterhalb einer eindrucksvollen Felswand vorbei. Kurz darauf führt eine alte, sehenswerte Brücke mit angegliederter Libori-Kapelle über die Werra nach Creuzburg, in eine der ältesten Städte Thüringens.  

Nun ist es nicht mehr weit bis Hörschel. Hier beginnt der Rennsteig ebenso wie der über Eisenach führende Radweg „Thüringer Städtekette“. Bald erblicken wir die Wartburg und erreichen nach mehreren Steigungen Eisenach.



Nach Breitungen/Werra 
Tagesetappe: Eisenach - Wartha - Gerstungen - Vacha - Bad Salzungen - Breitungen (99 km)

Was wir am Abend zuvor nicht geschafft haben, holen wir am Morgen nach: die Besichtigung der Eisenacher Innenstadt. Anschließend geht es zurück nach Hörschel, wo wir den Werratalradweg wieder erreichen. Auf der flussnahen Alternativstrecke, einem teilweise recht holprigen, aber schattigen Wiesenweg, radeln wir nach Neuenhof. Das seit 1999 wieder von einem (westdeutschen) Baron bewohnte Schloss bietet ein Fotomotiv wie für ein Märchenbuch. Die Informationen stammen von zwei freundlichen Gärtnerinnen, die im Park gerade ihre Frühstückspause eingelegt haben. Über Wartha wechseln wir ins hessische Herleshausen mit seinen hübschen Fachwerkhäusern, um die Vorräte aufzufrischen.

Am Bahnübergang Richtung Lauchröden müssen wir drei Züge abwarten, darunter sogar einen ICE, der gewöhnlich nur auf Strecken ohne höhengleiche Übergänge verkehrt.

Wieder in Thüringen, führt die Fahrt uns durch eine reizvolle Landschaft über Sallmannshausen auf schattigen Wegen entlang der Werra bis kurz vor Gerstungen. Dort verpassen wir den unter der Brücke versteckten Weg und fahren ein paar hundert Meter vergeblich den Berg Richtung Untermühle hinauf. Doch dank Kompass bemerken wir den Fehler schnell und kehren um. Nur die drei Ausreißer, die schon aus der Reichweite des Funkgerätes sind, fahren noch weiter. Sie werden per Handy informiert, so dass wir bald beim Picknickplatz neben der Werra alle wieder beisammen sind. Inzwischen ist die Beschilderung optimiert, so dass niemand diesen Fehler erneut machen wird.

Schnell erreichen wir trotz der inzwischen (Mai 2014) schlechten Wegequalität Gerstungen und kommen nach Untersuhl. Die Rundkirche ist, wie fast alle evangelischen Gotteshäuser, leider verschlossen. Die Beschilderung und die Wegequalität des Werratalradwegs sind durchweg als gut zu bezeichnen. Viele Wege, teils auf Bahntrassen, sind ganz neu angelegt und führen vielfach durch Schatten spendende Wälder oder an Busch- und Baumreihen entlang. Nur an wenigen Stellen fehlen Schilder Richtung flussaufwärts; ein Blick über die Schulter Richtung flussabwärts bestätigt aber meist, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Hinter Dankmarshausen fahren wir auf hölzernen Stegen durch ein Vogelschutzgebiet.

Kurz darauf sind wir bei Heringen mit seiner mächtigen Saline schon wieder auf hessischem Boden und kehren nach steilem Anstieg beim Thüringer Hof mitten im Ort erst einmal ein. Die Wirtin klagt über rückläufige Geschäfte und eine verfehlte Verkehrspolitik. Die fehlende Umgehungsstraße bekommen wir mit eigenen Ohren zu spüren: Ständig stören ratternde Lastwagen die angeregte Kommunikation im Biergarten.

Es wird immer heißer, so dass wir nach einem Badesee Ausschau halten. In Philippsthal (Hessen) erfrischen wir uns in der Badeanstalt, ehe der Werratalradweg wieder nach Thüringen wechselt. In Philippsthal ist der Werraradweg übrigens mit dem Bahnradweg Hessen verknüpft.

In der Gegend wurden leider zahlreiche Bahnhöfe stillgelegt. Seit dem Fahrplanwechsel zum 10. 6. 2001 wird Vacha nicht mehr bedient. Das Bahnhofsgebäude ist genutzt und in recht gutem Zustand, die Gleisanlagen wirken aber schon recht heruntergekommen. Quelle: www.vergessene-bahnen.de/Ex576_1.htm

Vorbei an Vacha passieren wir in Dorndorf den stillgelegten Bahnhof, blicken vom auf einer Bahntrasse angelegten Radweg hinunter auf Merkers mit seinem Erlebnisbergwerk, umgehen auf der B 62 den Kraynberg und biegen in Hämbach wegen des starken Verkehrs bald links ab nach Tiefenort, das wir bergab ruck zuck erreichen. Auf guten Straßen geht die Fahrt flott über Unterrohn nach Bad Salzungen, wo es beim Italiener am Markt noch eine kleine Stärkung gibt.

Über Kloster Allendorf und Barchfeld sowie durch ein Seengebiet führt der Radweg an eine Eisenbahnlinie, die uns ohne Steigungen bis Breitungen führt. Ziemlich geschlaucht von der Hitze, kämpfen wir uns durch eine Straßenbaustelle ans Ziel: den urigen Dorfgasthof, einfach, aber mit hervorragender Küche und schönem Biergarten. Nichts kann uns nun mehr auf die Füße bringen.
Im Mai 2014 übernachte ich dort wieder: Die Ortsdurchfahrt ist stark frequentiert, sogar nachts; und die Fahrbahn Richtung Meiningen ist auf etwa 70 Metern in Lärm erzeugendem Kopfsteinpflaster ausgelegt. Dafür führt der weitere Radweg nun entlang des Flusses und nicht mehr über den Berg. Man kann nicht alles haben!

 

 

Nach Hildburghausen 
Tagesetappe: Breitungen - Meiningen - Hildburghausen (77 km)

Breitungen kann auf eine 1100jährige Geschichte zurückblicken“ verrät uns der Radwanderführer. Deshalb müssen wir vor der Abreise natürlich noch die Sehenswürdigkeiten begutachten. Also radeln wir von der „Linde“ zunächst hinauf zur romanischen Basilika mit der halbrunden Turmspitze.

Daneben befindet sich das Renaissanceschloss, das den Restauratoren noch eine Menge Arbeit bescheren wird. Es beherbergt das Aktivmuseum Ländliches Brauchtum. Von der Schlossmauer in 360 Metern Höhe ü. NN genießen wir den herrlichen Rundblick.

Ab Breitungen treten wir ordentlich in die Pedalen. Der oft idyllische Weg mit Werrablick durch Schatten spendenden Wald führt auf und ab und lässt sich perfekt radeln.

Wir passieren Wernshausen und Wasungen, wo wir Bananen und Mineralwasser einkaufen, und staunen schon bald über die Kirchenburg in Walldorf (Foto oben).

Ein historischer Weinkeller, der leider verschlossen ist, sowie das Kapp-Putsch-Denkmal, das im Ort niemand zu kennen scheint, nennt der BVA-Führer als sehenswerte Ziele.

Vorbei am Schloss Landsberg und über Jerusalem und Welkershausen erreichen wir die Theaterstadt Meiningen. Zwei herrliche Parks im englischen Stil und das Schloss Elisabethenburg locken zur Besichtigung. Auch die Altstadt lohnt einen längeren Aufenthalt. Hier sind die Preise noch human. Der „Gefängnis-Biergarten“, den wir besuchen wollen, hat schon wieder geschlossen. Beim Chinesen „Asia Bistro“ auf dem Marktplatz gibt's Hühnerfleisch mit einem Berg Nudeln sehr preisgünstig. 2012 und 2014 haben wir übrigens bei der Gourmet-Fleischerei Unterstab" an der Georgstraße (Straße Richtung Marktplatz) gut und günstig gegessen.

Orginell: der Meininger „Biergarten im Gefängnishof“ - leider gerade geschlossen.

Der geplante Besuch des Dampflokwerks Meiningen endet nach einer kleinen Bergauftour mit einer Enttäuschung.

Nicht einmal mein Presseausweis erweicht den Pförtner, obwohl ich - als Eisenbahnfan und zur Bebilderung dieses Kapitels - nur kurz ein Foto machen wollte. „Auch Journalisten müssen sich hier anmelden“, knurrt er freundlich.

Über Einhausen mit seiner Spitzkirche von 1726 radeln wir unter einem Brückenneubau hindurch, am Hang die riesigen Phacelienfelder bewundernd, nach Vachdorf. Kinder baden kreischend an diesem herrlichen Tag in der Werra, haben sie doch gerade erst Ferien bekommen. Auch wir sind angesichts der faszinierenden Landschaft so richtig in Urlaubsstimmung. Durch den Auwald radelt es sich wie von selbst.  

Erfinder des Tretkurbelfahrrads 
Vorbei an Henfstädt mit einem schön anzusehenden Wehr erreichen wir Themar (3250 Einwohner) mit seinen anmutigen Häusern im hennebergisch-fränkischen Stil. Der Name Henneberg wird uns noch des öfteren begegnen. Und dann entdecken wir an einem Haus eine für uns Radfahrer ganz besondere Inschrift: In Themar hat der Heimatdichter und Tüftler Heinrich Mylius im Jahre 1848 die Tretkurbel erfunden.

Wie oft in den thüringischen Orten und auch in den ehemaligen Grenzorten der Bundesrepublik herrscht hier eine besonders hohe Arbeitslosigkeit. In persönlichen Gesprächen, beim Bäcker oder auf dem Marktplatz, erfahren wir einiges von der Befindlichkeit. Viele hat der Mut verlassen und sie planen, „nach Westdeutschland“ umzuziehen. „Wir haben schon viel zu lange gewartet“, klagt eine Frau, deren Mann seit 13 Jahren in Bamberg arbeit. Nun soll das eigene Haus verkauft werden. Nur: Einen Käufer zu einem angemessenen Preis zu finden, ist kaum möglich.

Bei jungen Leuten schlägt uns bisweilen sogar eine Art Feindschaft entgegen, die wohl eher aus Resignation resultiert denn aus aktiver Verachtung. So werden Grüße nicht erwidert, wird unseren Blicken ausgewichen.

Eine teilweise sehr bedrückende Szenerie. Ich hoffe, dieser Beitrag hilft mit, mehr Besucher in diese herrliche Landschaft zu bringen. Wer den Werratalradweg noch nicht gefahren ist, sollte dies JETZT tun und die freundlichen Menschen und idyllischen Städte und Dörfer kennen lernen, so lange der Massentourismus dort noch nicht eingezogen ist.

Von Themar fahren wir zum Kloster Veßra, das wir kurz nach 17 Uhr erreichen. Das angegliederte Freilichtmuseum wollten wir so gerne sehen. Durchs Hintertor gelangen wir aufs Gelände. Niemand stört sich daran, so dass wir noch ein paar hoffenlich werbewirksame Fotos schießen können.

Nun beginnt der Endspurt. Der Rest der Tour ist ziemlich bergig und fordert noch einmal erhebliche Kraftanstrengungen. Vor allem der Weg zum 825 Jahre alten Ort Grimmelshausen hat es in sich. Die Vorfahren des berühmten Prosadichters Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen (1622-76) nannten sich nach diesem Ort, wie eine Hinweistafel uns berichtet.

Darauf auch ein Zitat des Dichters, der durch den „abenteuerlichen Simplicissimus“ bekannt geworden ist: „Der Wahn betreugt, der Thor sucht Trost in der Eitelkeit, der Klug' in Gott die himmlische Freud“.  


In Hildburghausen sind wir im Ortsteil Häselried in einer Pension untergebracht, die natürlich wieder einmal erst nach einem kräftezehrenden Aufstieg zu erreichen ist. Auch das erfahren wir weder aus der Buchungsbestätigung noch aus der Anschrift des Vermieters. Aber aus Erfahrung klug geworden, rufen wir nun in Zweifelsfällen vorher per Handy an oder fragen die Leute, um nicht vergebliche Wege fahren zu müssen.

Auf diese Weise kommt man in Kontakt mit der Bevölkerung, woraus sich bisweilen sogar ein informatives Gespräch entwickelt.

Wir sind froh am Ziel zu sein und auch darüber, dass wir morgen früh nicht los müssen, sondern einen Tag Pause haben. Den werden wir nutzen, um die Stadt und die Umgebung zu erkunden. Ohne Fahrrad, versteht sich! Fürs leibliche Wohl sorgt der Wirt von der nahen Gaststätte „Werrablick“, der uns an diesen zwei Tagen gut versorgt.

Ausflug nach Eisfeld 
Ausflug zu Fuß nach Hildburghausen mit seinem Renaissance-Rathaus und dem idyllischen Marktplatz und per Eisenbahn nach Eisfeld.

Mit der Bahn fahren wir nach Eisfeld. Die Stadt gilt als Eingangspforte zum Thüringer Wald, liegt an einer alten Handelsstraße und ist heute der Verkehrsknotenpunkt der Region, denn hier laufen drei Bundesstraßen zusammen. Eisfeld bildet außerdem den südlichen Anfang der „Thüringer Porzellanstrasse“ und präsentiert im Museum eine umfangreiche Porzellansammlung.

Das Stadtbild wird von zwei dominanten Gebäuden geprägt, dem Schloss und der Dreifaltigkeitskirche. Das im 11./12. Jahrhundert an der Stelle einer älteren Befestigung erbaute Schloss beherbergt seit 1949 das Museum „Otto Ludwig“ - zu Ehren des 1813 in Eisfeld geborenen Dichters.

Die Stadt Eisfeld beging im Jahr 2002 das Jubiläum ihrer Ersterwähnung vor 1200 Jahren. 1949 wurde sie Grenzstadt im Süden der DDR. Von 1964 bis 1972 lag sie im Sperrgebiet. 1973 wurde ein Grenzübergang nach Rottenbach in Bayern eingerichtet. Nicht weit entfernt sprudeln die Quellen der Werra. Quelle: www.stadt-eisfeld.de

2014 sieht man in Eisfeld viele leerstehende, verfallende Häuser. "Hier will niemand wohnen, deshalb saniert auch niemand die Häuser", erzählt uns eine Frau. Dabei sind es per Auto nur rund 25 km bis Coburg. 2014 haben wir übrigens in Eisfeld übernachtet.

Am Schillhaus südlich der Kirche befindet sich eine steinerne, zwergartige Figur: die grossköpfige, untersetzte Gestalt eines bärtigen Mannes in einem faltigen Rock, an dessen Gürtel eine Tasche hängt, während der Mann eine grössere Tasche noch unter dem rechten Arm trägt und sich mit der Linken auf einen mächtigen Knotenstock stützt. Die eng anschliessende Fussbekleidung reicht bis zum Knie.

Um den Hals hängt ein Mantel, der über den linken Arm nach hinten herüber geworfen ist; eine Kapuze bedeckt den Kopf des Mannes. Zu seiner rechten Seite liegt ein Hund. Eine sichere Deutung dieser Steinfigur ist laut einem Experten ohne weitere Anhaltspunkte nicht möglich. Manche halten den Mann für einen Hirten. Quelle und mehr

Wieder zurück in unserer Pension in Hildburghausen, sehen wir schon, wie sich der Himmel verdüstert. Auf dem Weg zum Gasthof „Werrablick“ überrascht uns ein gewaltiger Gewitterschauer, der innerhalb weniger Minuten die Kanalisation überlaufen lässt. Beim Werrablick hat Schöpfen und Pumpen erst einmal Vorrang. Man kennt das Problem und ist vorbereitet ... Das Essen schmeckt auch an diesem Abend wieder hervorragend und ist preiswert.

Hinweis: Die Werratour war Teil unserer Radtour von Burgdorf bei Hannover bis zum Bodensee. Sämtliche Fotoeindrücke dieser Radresie sind auf einer DVD verewigt. Der Reisebericht ist als Buch erschienen.

Infos zum Buch

Die Tagesetappen der Gesamttour mit km-Angaben         

1. Burgdorf bei Celle-Freden/Leine 86   
2. Freden/Leine-Witzenhausen/Werra 106  

3. Witzenhausen/Werra-Eisenach 107

4. Eisenach-Breitungen/Werra 99   

5. Breitungen-Hildburghausen/Werra 77    
    Ausflug nach Eisfeld (Bahn)

6. Hildburghausen-Bamberg/Main 92  
7. Bamberg-Hilpoltstein 103  
8. Hilpoltstein-Eichstätt/Altmühltal 74  
9. Eichstätt-Donauwörth 62   
10. Donauwörth-Ulm 92   
11. Ulm-Iller-Radweg-Aichstetten 80 
12. Aichstetten-Allgäu-Eriskirch 115

Die Tour als Buch und auf DVD

 

DVD-Übersicht - Das Buch zur Tour bei Amazon:

   

Radreiseführer

    

 

Radtour Werra 2011: Von Hann. Münden nach Meiningen

Von Meiningen an den Main: Main-Werra-Tour

Fuldradweg - Weserradweg - Diemelradweg

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Spickzettel
Route:
Werratalradweg
Start/Ziel:
Hann. Münden/Meiningen/Eisfeld 
Bahnanreise:
Hannoversch Münden
Länge:
ca. 300 km; Entfernungen: Hann. Münden 0 km, Treffurt 84, Bad Salzungen 182, Meiningen 224, Hildburghausen 261, Eisfeld 290 km
Schwierigkeit: einige heftige Steigungen im Oberlauf. Im Mittelteil sollen die Steigungen ab 2012 durch Wegeausbau bei Breitungen und Merkers umgangen werden (siehe Bericht) 
Übernachten: Quartiere siehe Bericht(e)
Internet: offizielle Homepage
Radwanderführer: siehe unten



Blick über die Werra nach Witzenhausen.

Fluss-Idyll: das Werra-Logo.

Ein Fluss im Grünen: die Werra.

Malerisches Allendorf.

Historisches Rathaus in Allendorf.

Werrapartie im hessischen Eschwege.

Das malerische Dörfchen Frieda.



Franz-Montag.Platz in Altenburschla.



Kurz vor Treffurt.




Ein Abstecher nach Eisenach lohnt allemal.



Hier in Hörschel beginnt der Rennsteig.




Schloss Neuenhof.


 

Rundkirche in Untersuhl.



Vogelschutzgebiet bei Dankmarshausen.



Alter Dorfgasthof in Breitungen.



Saal des Dorfgasthofs in Breitungen.




Das berühmte Theater in Meiningen.



Das malerische Henfstädter Wehr.



Die Kirche von Themar.



Freilichtmuseum Kloster Veßra.



Erinnerungen an Grimmelshausen im gleichnamigen Ort.




Marktplatz von Hildburghausen.




Die Kirche in Eisfeld.

Die rätselhafte Figur in Eisfeld.



In Eisfeld ist die Werra ganz jung.




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