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Autor: Dieter Hurcks Copyright 7/2008

Von Ulm an der Donau entlang der Iller und durchs Allgäu zum Bodensee, dann entlang des Alpenrheins, vorbei an Liechtenstein, in die Schweiz bis nach Chur. Und von dort mit der Rhätischen Bahn hinauf nach St. Moritz.

Radeln bis zu den Schneebergen

Vom Bodensee nach Chur 
Innradweg 1: Von St. Moritz nach Landeck

Teil 2: Von Landeck nach Kufstein 
Teil 3: Von Kufstein nach Passau

Einträge für
Zimmervermieter

Quartiere an
Fernradwegen in
Deutschland

Von Ulm nach Chur  

Iller-Allgäu-Bodensee

Vier Radler aus Burgdorf bei Hannover hatten sich für den Sommer 2008 eine Menge vorgenommen. Eine Riesentour "Rund um Ulm" sollte es werden, 1.300 km in 15 Tagen. Und so startete das Quartett an einem kühlen Morgen im Juni in Öllingen bei Langenau, 21 km von Ulm entfernt, zu diesem radtouristischen Abenteuer. In Öllingen konnte beim Gasthof "Sonne", wo wir zwei Mal übernachteten, das Auto mitsamt Fahrradanhänger für die nächsten 14 Tage sicher abgestellt werden. Denn weil die Bahn den Fahrradtransport so sehr erschwert hat, haben wir erstmals den PKW als Transportmittel gewählt.

Besichtigung von Ulm  
Klar, dass wir natürlich den Abend vor dem eigentlichen Start noch zu einem Besuch Ulms nutzten, wo wir bereits im Jahre 2002 auf unserer Radtour von Burgdorf zum Bodensee übernachtet hatten. Aber zwei Teilnehmer waren damals nicht dabei und wollten natürlich auch einmal den höchsten Kirchturm der Welt leibhaftig vor sich sehen.

Seit Jahrhunderten prägt es die Stadt und die Region, ist im In- und Ausland geradezu ein Synonym für Ulm: das Ulmer Münster. Diese Prominenz verdankt es vor allem seinem Turm, der mit 161,53 Metern der höchste Kirchturm der Welt ist.
Der Gang durch Ulm eröffnet ganz verschiedene Perspektiven. Neben dem alles überragenden Münster sind es aber auch die historischen Stadtviertel (Fischer- und Gerberviertel, Auf dem Kreuz), die mit ihren engen Gassen, verwinkelten Durchgängen und romantischen Brücken einen Eindruck des Lebens in früherer Zeit vermitteln. Das reich bemalte Rathaus, das Schwörhaus, das Schuh-, Korn- und Zeughaus zeugen vom ganzen Stolz der ehemals freien Reichsstadt.

Im "reissenden Wasser der Donau" wurde die Stadtmauer 1482 als Bollwerk gegen feindliche Armeen errichtet.

Heute wird die Stadtmauer als beliebter Promenadenweg genutzt, welcher entlang der Donau von der Bastion Lauseck am Fischer-
viertel
, vorbei am Metzgerturm bis zur Friedrichsau führt.
Quelle 

Während Ulm zu Baden-Württemberg gehört, ist man in Neu-Ulm - am anderen Donauufer gelegen - bereits in Bayern.

Nach Aichstetten 
Von Öllingen, das m
alerisch und geschützt am Südabhang der Flächenalb zum Langenauer Becken gelegen ist und von Ulrichskirche und Wasserturm überragt wird, radeln wir über Langenau hinunter zur Donau. Öllingen gehört übrigens mit seinen 480 Einwohnern zur Gruppe der 30 kleinsten selbstständigen Gemeinden in Baden-Württemberg. Die Beschilderung der Radwege ist noch ziemlich neu und lückenlos, so dass wir zügig an den großen Strom gelangen. Vor Neu-Ulm wechseln wir das Ufer und Radeln mit Blick auf die Donau bis zur Illermündung. Nun wechselt der Radwegebelag von Asphalt zu durchweg gut befahrenen Feld- und Waldwegen. 

Wir kommen zügig voran und nehmen ab Höhe des Schlosses Brandenburg die Landstraße (mit Radweg), weil wir in Dietenheim beim Bäcker Kaffee trinken wollen. Doch da Sonntag ist, hat der Bäcker geschlossen. Dafür sind im Ort diverse Stände aufgebaut. Es ist Festtag in Dietenheim: Trachtenfest mit zahlreichen Kapellen und Spielmannszügen. - Überragt wird der Ort von der Kirche St. Martin mit dem markanten Kirchturm als Wahrzeichen.

Weiter geht es entlang der Iller, einem rechten Nebenfluss der Donau. Sie ist 147 Kilometer lang und entspringt in den Allgäuer Alpen. Die Iller bildet von Lautrach bis Neu-Ulm die Grenze zwischen den Bundesländern Baden-Württemberg im Westen und Bayern im Osten.

In der Ferne erblicken wir das Obere Schloss und die Dreifaltigkeitskirche, die älteste evangelische Kirche in Oberschwaben. Beide bilden in Oberbalzheim zusammen ein eindrucksvolles Ensemble. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts ließen die Ulmer Patritzier Walter Ehinger das Oberschloss bauen, zwischen 1570 und 1580 kam das Unterschloss als Verwaltungsgebäude hinzu. 1608 stiftete Servatius Ehinger die Kirche. Quelle: saveourworld.de - mehr: www.balzheim.de 

Der Fluss wird stark zur Energiegewinnung genutzt, was man natürlich während der Radtour kaum übersehen kann, da mehrfach Kraftwerksgelände umfahren werden müssen. Verschiedene kleinere und größere Versorger betreiben zahlreiche Laufwasserkraftwerke an Staustufen und Seitenkanälen der Iller. Dazu gehören fünf Staustufen der Lechwerke zwischen Altusried und Lautrach, die fünf Illerkraftwerke der EnBW zwischen Aitrach und Dettingen sowie mehrere Kraftwerke der Unteren Iller AG. Quelle

Abstecher nach Memmingen
Nachdem wir zwei Mal die Autobahn 7 unterquert haben, die uns "ohne Umsteigen" direkt von Hannover nach Langenau gebracht hatte, und es noch ziemlich früh am Tage ist, nehmen wir uns vor, die Altstadt von Memmingen zu besuchen. Vorher rasten wir kurz beim Weiherhaus in Buxheim, nahe einem idyllischen Weiher, und nehmen dann den Weg nach Memmingen unter die Räder.

Auf der Homepage der Stadt erfährt man: "Memmingen, die Stadt der Tore und Türme, Giebel und Fassaden, liegt am Rande des Allgäus am Schnittpunkt der Autobahnen A 96 und A 7 und hat heute ca. 42.000 Einwohner. Durch die Jahrhunderte konnte sie ihr schönes mittelalterliches Stadtbild erhalten. Die historische Altstadt bietet viele Sehenswürdigkeiten.

Ehrwürdige Kirchen wie die von St. Martin mit einem der großartigsten gotischen Chorgestühle Deutschlands oder die Frauenkirche mit Malereien der Familie Strigel aus dem 15. Jahrhundert erfreuen jeden Kulturliebhaber. Die neu restaurierte Kreuzherrnkirche stellt ein Juwel an der Oberschwäbischen Barockstraße dar. Wertvoller Wessobrunner Stuck von Matthias Stiller mit Girlanden, Muscheln und Akanthusblättern und Fresken von Johann Friedrich Sichelbein machen einen Besuch in dem ehemaligen Kirchenschiff zu einem beeindruckenden Erlebnis." Quelle 

Stimmt. Vor allem die Malereien an den Häusern und das reich verzierte Rathaus gefallen uns. Über Volkratshofen gelangen wir nach einem ziemlich langen Anstieg wieder an die Iller. Die letzte Begegnung mit diesem recht kurzen Fluss, da wir ihn in Aitrach verlassen, um zu unserem Tagesziel Aichstetten zu gelangen. Einige kleinere Steigungen sind noch zu überwinden, dann taucht über dem flachen Land die Kirche von Aichstetten auf. 

Und die ist ziemlich groß, wie auf der Homepage der Gemeinde zu lesen ist: Der einstige Marktflecken Aichstetten kündigt sich schon früh durch seinen mächtigen Kirchturm an. An der L 260 zwischen Memmingen und Leutkirch gelegen, kann sich die Gemeinde noch zum Allgäu zählen. Die verkehrsgünstige Lage ließ Aichstetten schon sehr früh an der Geschichte teilnehmen. In einer Urkunde des Klosters St. Gallen wird „Eihsteti“ bereits im Jahr 797 erwähnt. Stumme Zeugen weisen auf eine viel frühere Besiedlung hin. Die gut erhaltene „Keltische Ziehburg“ auf dem Buchkapf oder die 1790 entdeckten alemannischen Reihengräber an der Straße nach Memmingen lassen auf eine Besiedlung schon vor unserer Zeitrechnung schliessen.
Quelle 


Unser Quartier liegt gleich neben dem Bahnhof an der Strecke Ravensburg-Ulm, wo jedoch wegen Bauarbeiten an den Gleisen gerade kaum Züge verkehren.


Durchs Allgäu zum Bodensee 
Am nächsten Morgen lässt der erste Blick aus dem Fenster für diesen Tag nichts Gutes ahnen: es ist Grau in Grau und regnet leicht. So bleibt es - mit einigen längeren Pausen - bis zu unserer Ankunft am Bodensee. Die Beschilderung im Allgäu ist ausgezeichnet. Zunächst folgen wir den Wegweisern nach Wangen, anschließend denen nach Lindau.



Leutkirch durchqueren wir zügig, weil bei Regen eine Pause keinen rechten Spaß bringt. Aber dieses Städtchen habe ich ja bereits in meinem Buch "Rad - Land - Fluss: Per Fahrrad von Hannover zum Bodensee" ausführlich beschrieben und auf der zugehörigen DVD bebildert: Per Fahrrad 1200 km von Burgdorf bei Hannover zum Bodensee. Entlang von Leine, Werra, Main, Main-Donau-Kanal, Altmühl, Donau, Iller und dann durchs Allgäus zum Schwäbischen Meer.

In Wangen kehren wir beim Fidelisbäck ein und müssen, anders als bei den beiden Touren zuvor, diesmal drinnen sitzen. Obwohl es nicht einmal 12 Uhr mittags ist, finden wir gerade noch vier Plätze. Der Fleischkäs´hier soll angeblich der beste in Bayern sein, was allerdings eher zu den Legenden zu zählen ist.

"Wangen, die Stadt der schönen Brunnen": etwa 25 Steinbrunnen, gusseiserne Brunnen und lustige Figurenbrunnen laden zu einer Brunnenwanderung durch die Stadt ein.
Die St.-Martins-Kirche gehört zu den ältesten Baudenkmälern der Stadt. Ihr Turm reicht bis in die Hohenstaufenzeit zurück.
Am Scheitelpunkt der Bind- und Spitalstraße befindet sich eine kleine Barockkirche (Spitalkirche).
Den krönenden Abschluss der Herrenstraße bildet das Frauentor, heute auch Ravensburger Tor genannt. Quelle 

Durch dieses Tor verlassen wir die gemütliche Stadt wieder und folgen der Wegweisung nach Lindau. Im folgenden erleben wir die Charakteristik des Allgäus hautnah und spüren sie bald auch in den Beinen. Mit einer guten Fahrtechnik und viel Schwung kommt man den nächsten Hügel meistens zu zwei Dritteln wieder rauf - der Rest wird halt im kleinsten Gang bewältigt oder geschoben. Bei Stieg - es macht seinem Namen alle Ehre - und Meggen erweisen sich die Anstiege als besonders steil. Aber die Ausblicke sind trotz des diesigen Wetters beeindruckend und entschädigen für die Strapazen. Die ersten Rindviecher mit Glocken am Hals begleiten uns musikalisch.

In Hergensweiler zieht eine bunt bemalte Kuh den Blick auf sich. Bald erreichen wir westlich von Lindau den Bodensee und radeln in die einzige bayerische Stadt am "Schwabenmeer". Bei der Konditorei am Mangturm gönnen wir uns eine Obsttorte und müssen uns dabei einer Schar frecher Spatzen erwehren. Bis zu unserem Quartier in Wasserburg sind es nun nur noch wenige Kilometer.

Teil 2: Vom Bodensee nach Chur

Bücher und Karten hier 

Trailer: Von Ulm entlang der Iller



Trailer: Durchs Allgäu zum Bodensee


P.S. Der Autor ist Autor mehrerer Radreisebücher und Herausgeber des eMagazins funkempfang.de - Berichte über Funk, Radio und Audio.

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Rathaus in Ulm: leicht an seiner opulenten Außenbemalung aus der Frührenaissance zu erkennen.
Der älteste Teil des heutigen Gebäudes, der südöstliche Hauptbau, entstand 1370 als "neues Kaufhaus". 1419 wird es erstmals als Rathaus bezeichnet. Quelle

Schiefes Haus: Im Ulmer Fischerviertel.

Ulmer Münster: Größter Kirchturm der Welt.

Am Illerradweg geht es bis nach Aitrach.

Steigungsfreies Radeln entlang der Iller.

Trachtenfest: Markanter Kirchturm von St. Martin - das Wahrzeichen Dietenheims.

Schöne Ausblicke: Schloss Oberbalzheim, links
die Dreifaltigkeitskirche.


Rathaus in Memmingen.

Sehenswert: Wangen im Allgäu.



Kapelle im Allgäu bei Herlazhofen.

Malerisch: Wasserburg am Bodensee.

Die DVD zur Tour

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