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Autor: Dieter Hurcks Copyright 8/2016

Von Bremen nach Cuxhaven und zurück. 
Wind, Wasser und weites Land - das erwartet den Radler auf einer 450 km langen Radtour zwischen Bremen und Cuxhaven. Zusätzlich zum Rundkurs gibt es einige Alternativrouten und Abkürzungen. YouTube-Video

Einträge für
Zimmervermieter

Quartiere an
Fernradwegen in
Deutschland

Vom Teufelsmoor
zum Wattenmeer

Eine Radtour fast ohne Steigungen
 
Ein rund 450 km langer Rundkurs zwischen Bremen und der Nordseestadt Cuxhaven führt den Radler in die Weite der norddeutschen Moor- und Geestlandschaft und bis ans Wattenmeer. Wer den freien Blick ins Land liebt, für den ist diese Tour das Richtige - allerdings nicht gerade zu der Zeit, wenn der Mais schon hoch aufgeschossen ist. Denn dann geht die Fahrt bisweilen durch einen grünen Tunnel. Lobenswert: Der gesamte, durchweg gut befahrbare Weg ist nahezu lückenlos sehr gut ausgeschildert. Ein Vorbild für Wegebauer und Schilderaufsteller.

Auf der offiziellen Homepage heißt es: "Das Naturerlebnis steht im Mittelpunkt dieser einzigartigen Tour. So lernen Sie das Teufelsmoor kennen - ein über 600 Quadratkilometer großes Moorgebiet - das dem Radwanderweg seinen Namen gab. Das Wattenmeer bietet dem Betrachter das außergewöhnliche Schauspiel von Ebbe und Flut." Quelle und mehr

 

Start am Bremer Hauptbahnhof

Wir beginnen die Tour am Hauptbahnhof der Freien Hansestadt Bremen und rollen aus dem nördlichen Ausgang hinaus Richtung Bürgerpark. Da wir die Route entgegen des Uhrzeigersinns fahren wollen, müssen wir den Weg rechts des Parks suchen und das mondäne Parkhotel links liegen lassen. Er führt uns parallel zur Parkallee bis zur Kuhsielschleuse an der Wümme. Der Radweg Hamburg-Bremen und der Wümme-Radweg laufen hier auf der gleichen Trasse - aber nur bis zur großen Wümmebrücke. Dort steht ein eisernes Denkmal, das an die Kleinbahn Jahn Reiners erinnert, die Bremen ab dem Jahr 1900 bis 1954 mit Tarmstedt verband.

Vor Lilienthal wählen wir auf Empfehlung eines Radlers den ausgeschilderten Weg direkt nach Worpswede, der weitgehend auf einer gut befahrbaren Radwegtrasse verläuft. In diesem Künstlerdorf ist an diesem Sonntag eine Menge los. Wir statten dem Barkenhoff einen Besuch ab und kehren in einem Café ein, um uns für die weitere Strecke zu stärken. Noch ist es trocken, aber der Wind weht schon ganz schön heftig - zum Glück meistens von der Seite.

Den Barkenhoff erreicht man, wenn man nicht links in den Heinrich-Vogeler-Weg hineinfährt, sondern noch ein Stück auf der Straße bleibt. Worpswede - „Weltdorf der Kunst“


Moorhof Augustenburg

Durch eine weite Landschaft geht es zunächst auf einem durchweg gut befahrbaren Schotterweg durch das Naturschutzgebiet Breites Wasser. Der grün-weiße Radwegweiser trägt hier die Aufschrift Elbe-Weser-Dreieck. Bei Findorf, wo Torfkahn-Fahrten angeboten werden, radeln wir ein Stück entlang dem Oste-Hamme-Kanal. In Gnarrenburg wird gerade der „Tüten-Sonntag“ gefeiert. Es ist schwierig, sich mit dem Rad über die Hauptstraße durchzuschlagen angesichts der vielen Menschen. Hinter Gnarrenburg (Landkreis Rotenburg-Wümme) biegen wir rechts ab und erreichen auf unserer Route den sehenswerten Historischen Moorhof Augustendorf, eine originale Ansiedlerstelle aus dem Beginn der Kolonisierung des Teufelsmoores. Man bekommt einen tiefen Einblick in die Lebensbedingungen jener Zeit. mehr

Das Wort Teufelsmoor kommt übrigens nicht vom Teufel, sondern von dem niederdeutschen Wort "dovel", was soviel heißt wie „taub“ oder „unfruchtbar“. Deshalb sieht man im August in dieser Gegend auch weitestgehend abgemähtes Weideland. Das gewonnene Heu bekommen die in seitlich offenen Ställen stehenden Rindviecher. So können sie nicht ihr eigenes Futter auf der Weide zertrampeln. Tiergerecht ist das wohl nicht. Das Teufelsmoor soll in Teilen wiedervernässt und in ein Landschaftsschutzgebiet umgewandelt werden, wogegen sich in der Landwirtschaft heftiger Widerstand regt. 
mehr
- Noch mehr zum Teufelmoor

Weiter nach Stade

Vom Moorhof führt der Weg zunächst südostwärts. Am Ortsende von Augustendorf ist ein Abstecher zum Moorerlebnispfad Huvenhoopsmoor (mit Beobachtungsturm) möglich. Die Hauptroute biegt links ab. Nach etwa 3 km erreichen wir das ehemalige Kriegsgefangenenlager Sandbostel.

Auf der Homepage der Stiftung lesen wir: "Ende September 1939 brachte die Wehrmacht die ersten 3000 polnischen Kriegsgefangenen in das kurz zuvor, nahe des niedersächsischen Dorfes Sandbostel eingerichtete Kriegsgefangenen-Mannschafts-Stammlager (Stalag) Sandbostel.
Bis zur Befreiung am 29. April 1945 durchliefen mehrere Hunderttausend Gefangene aus der ganzen Welt das Lager. Ihre Behandlung war in völkerrechtlichen Verträgen geregelt, doch waren Verstöße bei allen Gefangenengruppen an der Tagesordnung.
Den sowjetischen Soldaten, die ab Oktober 1941 nach Sandbostel kamen, verweigerte die Wehrmacht aus ideologischen Gründen jeglichen Schutz durch das Völkerrecht. Tausende von ihnen starben an Hunger und Krankheiten."

Die Dokumentations- und Gedenkstätte lässt erahnen, unten welchen erbärmlichen Verhältnissen Menschen dort ihr Leben verbringen mussten. 62 km seit Bremen sind geschafft. Quelle und mehr zu Sandbostel bei Wikipedia

Lager Sandbostel

In die Windmühle Sandbostel mit dem hübschen Namen Sabine ist eine Naturheilpraxis eingezogen. Auf dem Weg nach Bremervörde treffen wir auf den Osteradweg und radeln parallel zu dem Flüsschen, vorbei am Tempelberg, nach Querung der Bever durch ein kleines Waldgebiet in die Kleinstadt. Bremervörde ist ein staatlich anerkannter Erholungsort im Norden des Landkreises Rotenburg (Wümme) in Niedersachsen mit rund 20.000 Einwohnern.
Eine Besonderheit ist das Dänenviertel, ein Wohngebiet im Ostteil der Stadt. Alle Straßen haben dort dänische Namen; dies geht auf die dänische Herrschaftszeit zurück.  Quelle und mehr: Wikipedia

Wir verlassen Bremervörde und die Oste gen Osten und radeln zwischen Horner Holz und Horner Heide nach Mulsum. So viel Wald hätten wir in dieser Gegend gar nicht erwartet. Immerhin mal eine schöne Abwechslung fürs Auge. Über Wedel geht es weiter nach Deinste, wo das Deutsche Feld- und Kleinbahnmuseum besichtigt werden kann. Die letzten Kilometer vor Stade sind z.T. sehr schlecht befahrbar, da der Asphalt über Kopfsteinpflaster stark reparaturbedürftig ist. Gegen 18 Uhr erreichen wir nach 115 Tageskilometern die zentral gelegene Jugendherberge in Stade. Eine Herberge auf hohem Niveau. Trotz neuer Fenster dringt leider doch Verkehrslärm von der Durchgangsstraße ins Zimmer. 

Prima: Von der DJH ist es nur ein Katzensprung zur Altstadtinsel, wo man an diesem (vorerst letzten) milden Sommerabend in einem der vielen Lokale noch lange draußen sitzen kann. mehr zu Stade

 

Prahmfähre Gräpel

Nach Wischhafen

Stade verlassen wir gen Westen - immer dem Wind entgegen. Hinter Haddorf, bei der Windmühle Amanda, schwenkt der Radweg „Vom Teufelsmoor zum Wattenmeer“ mal kurz nach Süden, um bald darauf wieder dem Wind entgegen zu streben. In Heinbockel halten wir kurz bei den Überresten eines 4000 Jahre alten Großsteingrabes, passieren den See bei Sunde („Naturerlebnispfad Waldgut Sunde“) und erreichen Oldendorf.

Nun geht's bis Gräpel wieder durch Moorgebiet, das Hohe Moor, zurück an die Oste. Gräpel bietet eine besondere Attraktion: eine nach Angaben des wortkargen Fährmanns „100 Jahre alte“ Prahmfähre. Mehr lässt sich dem älteren Herrn, der diesen Job schon „ein paar Jahre“ macht, trotz eines üppigen Trinkgeldes nicht entlocken. Eigentlich kostet die Überfahrt nur einen Euro pro Person samt Fahrrad, aber angesichts der harten Arbeit mit dem Umlegen von und dem Ziehen an Ketten sowie dem Staken im Wasser der Oste hatten wir ein paar Euro draufgelegt.

Im Internet schreibt die Betreiberfamilie des nahegelegenen Gasthauses: "Seit mindestens 100 Jahren wird von unserer Familie eine Fährverbindung zum Überqueren der Oste mit einer der letzten von Hand betriebenen Prahm-Fähre  betrieben. Der Fährmann Stefan Elfers-Plate, oder einer seiner Kollegen, bringt - oder holt - Sie nach dem Ruf "Fährmann, hol över" per Muskelkraft sicher über den 25 Meter breiten Fluss. Dieses Erlebnis können Sie im Zeitraum vom 01. Mai bis zum 15. Oktober gegen ein kleines Entgelt genießen.

Die Fähre gehört zur Deutschen Fährstraße, die zwischen Kiel und Bremervörde entlang des Nord-Ostsee-Kanals und der Oste verläuft. Dort ist mit den modernen Hochbrücken in Kiel und Brunsbüttel und der stählernen Schwebefähre in Osten bis hin zu den historischen Prahmfähren in Gräpel und Brobergen die Vielfältigkeit der norddeutschen Brücken- und Fährkultur zu besichtigen." Quelle und mehr (inkl. Fahrplan)

Interessante Informationen finden sich auch über den Fluss Oste, dem wir auf dieser Radtour des öfteren begegnen, bei Wikipedia: "Die Oste ist mit 149,4 km Fließstrecke der längste linke Nebenfluss der Unterelbe in Niedersachsen. Sie durchfließt die Landkreise Harburg, Rotenburg, Stade und Cuxhaven und hat ein Einzugsgebiet von nahezu 1000 Quadratkilometern bei Bremervörde, das bis zur Mündung auf 1714,69 km² zunimmt. Der Abschnitt von Bremervörde bis zur Mündung ist etwa 75 km lang.
Die Oste war bis zum 30. Juni 2010 eine Bundeswasserstraße der Zone 2[4] vom Mühlenwehr in Bremervörde bis zur Mündung in die Elbe. Seit dem 1. Juli 2010 ist nur noch die Teilstrecke von 210 Meter oberhalb der Achse der Straßenbrücke über das Ostesperrwerk (km 69,360) bis zur Ostemündung eine Bundeswasserstraße ... Seit 1996 ist die Oste neu kilometriert.
Etwa 2,7 km nordnordwestlich des Ostesperrwerks mündet die Oste mit einer Breite von rund 800 m zwischen dem Weiler Belumer Deich von Belum im Naturschutzgebiet Hadelner und Belumer Außendeich im Westen und dem Ortsteil Hörne von Balje mit dem Ostebrammer Hullen im Osten in den großen Elbe-Ästuar. Die Mündung mit der im Elbeästuar vorgelagerten Ostebank (Osteriff) liegt im Vogelschutzgebiet Hullen."

Vernässung an der Oste

Ein paar Kilometer hinter Gräpel, bei Brodbergen, fährt übrigens eine motorisierte Fähre über die Oste. Kurz darauf sehen wir rechts der verkehrsarmen Straße - über solche meist hervorragenden Pisten verläuft der „TeuWa“, wie wir den Radweg nun kurzerhand nennen, häufig - abgestorbene Bäume. Ich frage einen Angler nach dem Grund. Umweltschäden? Nein! Es handelt sich um ein von Menschenhand angelegtes Vernässungsgebiet, das einen früheren Zustand an der Oste wiederherstellen soll. Es heißt offiziell „Naturschutzgebiet Wiesen und Weidenflächen an der Oste“. Von einem Beobachtungsturm in einer der vielen Osteschleifen hat man einen schönen Blick über das Land. mehr

Weiter geht's nach Hechthausen. Den zackigen Schlenker nach links durchs Feld und um den Wald „Auf dem Sande“ kann man sich sparen und auf der Lamstedter Landstraße bleiben - zumindest zur „Mais-Zeit“: Es gibt fast nichts zu sehen. Kurz vor Hechthausen können Mühlenfreunde einen weiteren kurzen Abstecher zu einem der Exponate entlang der Niedersächsischen Mühlenstraße unternehmen, die hier ebenfalls verläuft. Direkt an der Route liegen Obsthöfe, die die Ernten aus der Region in weitem Umkreis z.B. auf Wochenmärkten vermarkten.

Bald ist Hemmoor erreicht. Der Ort hat knapp 9000 Einwohner und ist das Mekka von Gartenbaubetrieben, die von weit her anreisen, um die hier gezogenen Pflanzen zu erwerben. Dazu gibt es etwas Ungewöhnliches:

Das Deutsche Zement-Museum in einer 73 Jahre alten Zementschute aus der ehemaligen Hemmoorer Zementfabrik präsentiert Exponate zur Geschichte der Zementfabrik und zur traditionellen Osteschifffahrt.

Das Haus für Hemmoorer Geschichte zeigt unter anderem Versteinerungen des norddeutschen Meeres vor 65 Millionen Jahren, die von der Warstader Kreidegrube freigegeben worden sind.

Ein Freilichtmuseum mit technischen Geräten aus der ehemaligen Zementfabrik (1866 bis 1983), des einstmals größten Industrieunternehmens der Region, ist ganzjährig zugänglich. Quelle und mehr: Wikipedia

Schon vor Hemmoor sehen wir in der Ferne ein seltsames Stahlgerüst, dem wir uns nun immer weiter nähern: die Schwebefähre in Osten. Sie gehört zu den weltweit nur noch ganz wenigen technischen Meisterleistungen dieser Art.

Die Schwebefähre Osten–Hemmoor wurde 1909 in Betrieb genommen und überquert die Oste zwischen Osten und Hemmoor. Seit 1974 steht die Fähre als technisches Kulturdenkmal unter Schutz. Sie ist heute Bestandteil der Touristik-Route Deutsche Fährstraße. Quelle und mehr: Wikipedia

Hinter Osten verlassen wir das eingedeichte Flüsschen und radeln ein Stück ostwärts (endlich Rückenwind!) entlang der Großen Rönne und passieren bei Niederhüll einen Heimathof. Bei Sierwende macht der Weg namensgerecht eine 90-Grad-Wende nach Norden und führt uns direkt zu unserem Quartier im Neulandermoor, 2 km entfernt von Wischhafen. Dort kann man sich das Kehdinger Küstenschiffahrtsmuseum ansehen und das Süderelbe-Sperrwerk. Natürlich befasst das Museum sich mit der Küstenschiffahrt. Was ist daher anschaulicher, als das Leben und Arbeiten an Bord eines Küstenmotorschiffes im Maßstab 1:1 zu zeigen? Im ersten Obergeschoss des Museums findet der Betrachter einen solchen Nachbau. Der Besucher erfährt viel über die Bedingungen, die an Bord geherrscht haben. Selbstverständlich darf sich jeder Besucher in das Ruderhaus stellen und sich ein wenig als Kapitän fühlen. Info: www.kuestenschiffahrtsmuseum.de 

Von Wischhafen aus lässt sich per Autofähre die Elbe gen Glücksstadt queren. Es gibt dort also allerhand zu erleben. mehr zu Wischhafen

  

Nach Cuxhaven

Von Neulandermoor brechen wir am nächsten Tag wegen starken Regens erst um zehn Uhr gen Cuxhaven auf. Über Hamelwörden geht es nach Freiburg mit seinem historischen Ortskern. Elberadweg und Deutsche Fährstraße führen ebenfalls durch Freiburg und begleiten uns bis nach Hörne und, nach Passieren des Ostesperrwerks, weiter über Belum bis nach Otterndorf. Der Regen hat die Feldwege, die wir nun passieren, ziemlich stark aufgeweicht, so dass wir vorsichtig fahren müssen. Die Spuren an unseren Rädern werden uns bis zum Ziel begleiten.

Hinter Belum rollen wir vor herrlicher Kulisse entlang des Hadelner Kanals, den einige reetgedeckte Häuser mit bunten Fenstern säumen. Doch bald biegt unser TeuWa über eine Brücke links nach Otterndorf. Dort stärken wir uns bei einem Bäcker für die weitere Fahrt nach Altenbruch.

In dem 4000-Seelen-Dorf befindet sich ein sehenswertes U-Boot-Archiv, das 1950 als persönliche Sammlung des ehemaligen U-Boot-Wachoffiziers Horst Bredow gegründet wurde. Seither entwickelte es sich zur zentralen Informationsstelle für Fachbesucher aus der westlichen Welt in allen U-Boot-Fragen. Info: www.dubm.de 

Nun nähern sich schnell die Cuxhavener Hafenanlagen und das Steubenhöft, von früher die Auswanderer nach Amerika abreisten und das heute besichtigt werden kann. Und wenn am Steubenhöft und an den Hapag-Hallen die großen Kreuzfahrtschiffe abgefertigt werden, dann wird die Faszination der historischen und weltweit einzigen noch in Betrieb befindlichen Auswanderungsanlage wieder lebendig. Die Ausstellung „Abschied nach Amerika“ versetzt den Besucher zurück in längst vergangene Zeiten, als am „Kai der Sehnsucht“ Tausende von Auswanderern nach Amerika aufbrachen.

Vor Cuxhaven befindet sich eine der größten zusammenhängenden Wattenflächen. Sie stellt einen einzigartigen Lebensraum dar, der neben dem Hochgebirge zu den letzten Naturlandschaften Europas zählt. Quelle: www.cuxhaven.de

Cuxhaven, die nördlichste Stadt Niedersachsen, liegt direkt an der Nordsee und hat rund 53.000 Einwohner. Die Kugelbake, ein altes Seezeichen und gleichzeitig auch das Wahrzeichen der Stadt, bezeichnet den Punkt, an dem die Binnenschifffahrt aufhört und die „Große Fahrt“ beginnt. Für den TeuWa und uns ist hier der Wendepunkt. Mehr zum Elberadweg nach Cuxhaven

 

Am Wendepunkt: die Kugelbake

Vor Duhnen schwenkt der Radweg „Vom Teufelsmoor zum Wattenmeer“ wieder landeinwärts nach Südosten bis Nordleda und Süderleda. In dem flachen Land sieht man stärkere Regenschauer schon weit auf sich zukommen und kann die Regenkleidung anziehen oder ein Buswartehäuschen zum Unterstellen suchen. Ein Regenschirm sollte trotzdem unbedingt zur Ausrüstung gehören. 

Moorbahn-Bahnhof

Hinter Wanna schlägt die Route beim Moorinformationszentrum Ahlenmoor einen großen Bogen durchs Land Ahlen-Falkenberg, den man sich gut sparen kann. Es gibt nichts Besonderes zu sehen, dazu sind die Wege nur mäßig befahrbar. Also: Einfach auf der Asphaltstraße weiter gen Bad Bederkesa fahren. Unterhalb der Burg, vorbei am Bederkasaer See, erreichen wir das Stadtzentrum.

Abenteuerlich wird die Quartiersuche. Erschwingliche Hotels und Pensionen sind allesamt ausgebucht. So fragen wir bei der Jugendherberge Schönewohlde an, die uns aufnimmt. Nach intensiver Suche mit Karte und Fahrradnavi finden wir schließlich das tief im Wald gelegene Haus (hinter Hainmühlen links ab, DJH ab hier ausgeschildert). Was wir nicht wussten: Wir sind an diesem Tag die einzigen Gäste. Erst für den nächsten Tag war wieder eine Gruppe angekündigt. So verbrachten wir eine ruhige Nacht mitten im Wald. Diese endete, als plötzlich zwei Dachdecker geräuschvoll das Gerüst vor unseren Fenstern erklommen.

Geeste vor Bremerhaven

Nach Bremerhaven

Ein regnerischer Morgen. Immer wieder Schauer sorgen nicht gerade für gute Laune. Über Kühstedt und Marschkamp schlagen wir uns, mehrmals die Regensachen anziehend, von Schönewohlde aus durch sehr dünn besiedeltes Land nach Bremerhaven durch. Die letzten Kilometer radeln wir entlang der Geeste, ehe uns nach Unterquerung der Autobahn 27 an der Bundesstraße 212 wieder der Lärm der Stadt empfängt.

Am dortigen Bahnhof angekommen, macht mir ein Starkregenschauer die Entscheidung leicht: Jetzt reicht es. Ich fahre nach Hause. Zumal ich die Tour entlang der Weser von Sandstedt nach Bremerhaven und auch an der Wümme schon einmal absolviert habe. Die Kleine Wümme führt den Radler wieder zurück zum Bremer Bürgerpark und zum Hauptbahnhof.

Wer Bremerhaven noch nicht kennt, sollte dort unbedingt mindestens einen Tag anhängen und sich die vielen Attraktionen wie das Auswanderermuseum nicht engehen lassen. mehr zu Bremerhaven

Die weitere Tour führt dann durch das Hafengebiet über die nach dem Flüsschen Lune benannte Luneplate über Desdesdorf (Wesertunnel) und Rechtenfleth (Denkmal für Karl den Großen) nach Sandstedt, wo mit der Fähre nach Brake (Unterweser) übergesetzt werden kann. Mitten im Strom befindet sich übrigens die Insel Harriersand, ein bei Campern beliebter Ort. Sie gehört mit elf Kilometern Länge zu den längsten Flussinseln Europas.

Weiter geht die Tour zwischen Weserdeich und Alter Weser nach Farge. Mit Deichbauarbeiten ist übrigens nicht nur an diesem Fluss immer zu rechnen, ebenso natürlich an der Küste. Bei Vegesack, gegenüber von Lemwerder, zweigt der Radweg "Vom Teufelsmoor zum Wattenmeer" von der Weser ab auf den Wümmeradweg, der hier endet. Das erste Stück Fluss heißt auf den paar Kilometern bis zum Zusammenfluss von Hamme und Wümme ja Lesum. Bei Ritterhude schwenkt der TeuWa dann nach Süden und erreicht, nun der Kleinen Wümme folgend, unseren Ausgangspunkt: den Bürgerpark in Bremen und den Hauptbahnhof. Nehmen Sie sich wenigstens einen Tag Zeit für die rund 560.000 Einwohnwer zählende Stadt Bremen. Es lohnt sich! 
mehr über Bremen

Weiter auf dem Bahnradweg
Weser-Lippe nach Paderborn

- Link zum Weserradweg (Unterweser)
- Wümme-Radweg 
- Elbe-Radweg (Magdeburg-Cuxhaven)

DVDs Elbe und Weser

Etappen/Entfernungen

Bremen-Worpswede 30 km, Stade + 85 km, Wischhafen + 85 km,
Cuxhaven-Flögeln +90 km, Bad Bederkesa-DJH Schönewohlde + 60 km, Bremerhaven + 30 km, Bremen + 85 km (ca.-Angaben) = ges. 465 km

Radwanderführer

Der verwendete BVA-Radwanderführer „Vom Teufelsmoor zum Wattenmeer - Naturerlebnis im Land zwischen Elbe, Weser und Nordsee“ führt noch einige Alternativrouten und Abkürzungen auf. So kann man ab Cuxhaven auch hinterm Deich direkt nach Bremerhaven radeln oder von  Bremerhaven nach Bremervörde. Die Beschreibung bezieht sich weitestgehend auf die Hauptroute. mehr

Logo (2. v. l.)

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Spickzettel
Route:
Vom Teufelsmoor zum Wattenmeer
Start/Ziel:
Bremen-Stade-Cuxhaven-Bremen 
Bahnanreise:
Bremen o.a. Stationen am Weg
Länge:
450 km
Schwierigkeit: leicht, außer bei Gegenwind (siehe Bericht) 
Übernachten: Quartiere siehe Links zu den Orten
Internet: offizielle Homepage
Radwanderführer: BVA (siehe unten) 
YouTube-Video


Start für die beiden älteren Herren mit E-Bike 
ist am Bremer Hauptbahnhof.

Wir folgen der Beschilderung in Richtung Lilienthal. Das Radwege-Logo ist eingehängt.

Barkenhoff in Worpswede

Querung der Hamme hinter Worpswede

Protest gegen eine Ausweisung des 
Teufelsmoores als Landschaftsschutzgebiet

Torfkähne stehen zum Mitfahren bereit.

Mühle Sandbostel: Wir treffen häufig auf die Niedersächsische Mühlenstraße.

An der Bever bei Bremervörde

Schöner Platz für den Ausklang eines Radeltages: die Altstadtinsel in Stade mit dem Kran.

Am Weg nach Hemmoor: reetgedecktes Haus.

Technische Attraktion: Schwebefähre Osten

Idyllisch: Bauernhaus an der Großen Rönne

Museum Kehdingen in Wischhafen

Ostesperrwerk bei Neuhaus (Oste)

Am Hadelner Kanal bei Otterndorf

Schöner Ort: Otterndorf

Leuchtturm bei Altenbruch

Hapag-Hallen in Cuxhaven

Tor nach Amerika: Steubenhöft in Cuxhaven

Für Sonnenanbeter: Strand in Cuxhaven

Wendepunkt der Radtour: die Kugelbaxe in Cux

Regenhimmel am TeuWa bei Nordleda

Süderleda: typisches Bauernaus in der sehr 
dünn besidelte Region

Skyline von Bremerhaven

Der Hafen an der Weser in Bremerhaven

Auf dem Weg nach Bremen: bei Desdorf

Ziel erreicht: der Bremer Roland

Viel zu sehen in Bremen

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