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Spargelradweg durch Niedersachsen seit 2004

Über 900 km entlang der Niedersächsischen Spargelstraße - Beschilderung brächte den Durchbruch

Allerorten in Deutschland boomt der überregionale Fahrradtourismus. Neu geschaffene Routen locken die Radtouristen zu einem mehrtägigen Urlaub auf zwei Rädern. Dabei lassen die Radler beim Herbergsgewerbe und der Gastronomie eine ganze Menge Geld im Lande - anders als Tagestouristen, die mit dem PKW unterwegs sind, oder Reisende mit Wohnmobil, die Küche und Bett an Bord haben.

Der seit 1983 Jahren in Burgdorf wohnhafte Autor hat 2003 parallel zu den Autopisten, die die Spargelstraße bilden, einen 750 km langen Rundkurs für Tourenradler entwickelt, Karten zeichnen lassen und Weg und Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke in einem im Frühjahr 2004 erschienenen Buch beschrieben. Zusätzliche Schleifen erweitern den Kurs und führen ins Braunschweiger Land und in die Lüneburger Heide.

Fahrradfahrer bleiben länger 
Was ist nun das Besondere an dem Spargelradweg, das ihn für Fahrradtouristen interessant macht? Der in Dortmund geborene Autor, selber seit 1996 auf inzwischen über 140.000 km in Deutschland per Fahrrad unterwegs: „Der Spargelradweg bindet zwei der meistfrequentierten deutschen Flussradwege, nämlich die entlang von Elbe und Weser, an das mittlere Niedersachsen an und ist aufgrund der steigungsarmen Topografie ideal auch für ältere Radler und Familien.“

Mit geringem Kostenaufwand könnten die jährlich etwa 150.000 Radreisenden über große Informationstafeln an den vier Anknüpfungspunkten zu Elbe- und Weserradweg über den attraktiven Rundkurs durch das mittlere Niedersachsen informiert werden. Selbst wenn eine komplette Ausschilderung der Route nicht finanzierbar ist, könnten GPS-Geräte mit dem gespeicherten Rundkurs, auch im Rahmen organisierter Touren mit vorgebuchten Quartieren, verliehen werden. Eine gedruckte Fahrradkarte dürfte ebenfalls nicht unerschwinglich sein, zumal das Land Niedersachsen ja 2013 hat verlauten lassen, den Fahrradtourismus verstärkt fördern zu wollen. Auf der Karte "urlaub im radland niedersachsen", die kostenlos unter www.radland-niedersachsen.de bestellt werden kann, tun sich gerade im Bereich des Spargelradwegs große Lücken in Sachen überregionaler Radwanderwege auf.

Der Spargelradweg ließe sich also mit geringem Aufwand unter Radlern noch bekannter machen und könnte erheblich zur Förderung des Tourismus in Niedersachsen beitragen. Fahrradfahrer sind  nicht nur länger unterwegs und übernachten häufiger als die meist nur als Tagestouristen reisenden Autofahrer, sondern kaufen auch tagsüber ein, gehen essen und trinken und besichtigen attraktive Ziele.  

 

Fahrradfahrer übernachten und speisen 
Auf der Internetseite der Mittelweser, einem der Hauptanbaugebiete des Spargels, ist von 55.000 Radlern auf dem Weserradweg die Rede, die im Schnitt pro Tag für 35 Euro übernachten und zusätzlich 40 Euro für Essen und Trinken ausgeben. Zitat: „Eine Vielzahl der Gäste übernachtet in Hotels, Pensionen oder Gasthöfen. Für die Unterkunft geben circa 50 Prozent der Gäste pro Person 30 bis 50 Euro aus, die Tagesausgaben betragen pro Person circa 30 bis 45 Euro.“ Würden nur 2000 Radler im Jahr den Spargelradweg-Rundkurs von 750 km fahren und bei zehn Übernachtungen pro Tag 70 Euro ausgeben, ergäbe das eine Wertschöpfung von 1,4 Millionen Euro, bei realistischen 5000 Radlern pro Tag blieben also tief gestapelt 3,5 Millionen Euro im Lande hängen.

Leer stehende oder darbende Hotels müssten folglich nicht sein, denn der durch zahlreiche Bahnhöfe am Kurs gut erreichbare Spargelradweg ist auch außerhalb der Spargelsaison reizvoll. Hurcks: „Die vielfältigen Landschaften zwischen Elbe, Weser, Leine und Aller, die Lüneburger Heide, das Oldenburger Münsterland, das Wendland und die Wildeshauser Geest, die großen Moore, das Burgdorfer Land und das Steinhuder Meer bieten unheimlich viel Abwechslung. Städte wie Lüneburg und Hitzacker, Verden, Diepholz, Nienburg, Celle und Uelzen, Lücho-Dannenberg, Gifhorn und Braunschweig laden zum Verweilen.“ Selbst eingeborene Niedersachsen gelangen auf dem Spargelradweg in Orte, die sie als Autofahrer vermutlich links liegen lassen würden.

Radler sind meist zu zweit unterwegs 
In einer Untersuchung zum Weserradweg heißt es: „Radtouristen sind vorwiegend zu zweit unterwegs (ca. 50 %), während der Anteil der Gruppen mit drei bis fünf Radlern bei 23 % und der Anteil der Alleinfahrer bei immerhin 20 % liegt. Bei den Altersgruppen dominieren die Gruppen von 51 bis 60 Jahren mit 33 % sowie die Gruppe der 61- bis 70jährigen Radtouristen mit 28 %. Mit Kindern sind nur 12 % der Radtouristen unterwegs.“ Und die älteren Radler sind, wie andere Untersuchungen konstatieren, in der Mehrzahl finanziell gut gestellt und wollen „auf Tour“ das Leben genießen.

Einhänger sind preiswert

Radeln mit Buch im Gepäck 
Das 180 Seiten starke Buch „Spargelradweg“ (ISBN 3-8334-0944-4) kann über die Internetseite www.spargelradweg.de sowie über den Buchhandel bezogen werden und kostet 14,90 Euro. Wer ein Fahrradnavigationsgerät besitzt, kann auf der Webseite http://navigator.geolife.de/ den GPS-Track herunter laden. Hurcks: „Ein Verleih solcher GPS-Geräte wäre eine gute Alternative zur Beschilderung. Aber auch die lässt sich heute kostengünstig realisieren, wenn man die zahlreichen bereits vorhandenen Schilder regionaler Radrouten durch preiswerte kleine Einhänger nutzt. Bei der 850 km langen Deutschen Fußballroute NRW zwischen Aachen und Bielefeld hat Nordrhein-Westfalen das exemplarisch vorgemacht.“

Eine Ausschilderung ist zudem für Radkartenverlage wie Esterbauer, Bruckmann, Bielefelder Verlag (BVA) und Kompass die Voraussetzung, einen Radwanderführer zu publizieren. Der wiederum schafft erst die Voraussetzung, dass ein Fernradweg in der Fahrradpresse bekannt gemacht wird.

Zwar sind zehn Jahre seit dem Erscheinenen seines Buches „Spargelradweg“ vergangen, aber, so Hurcks: „Es ist nie zu spät, das Projekt in Angriff zu nehmen!“ Vielleicht zählt ja eines Tages neben Nordseeküste und Lüneburger Heide auch die Niedersächsische Spargelstraße zu den beliebtesten Ferienregionen im Lande - dank des Spargelradwegs. Jakob Bärzel im März 2014

Download der Karte als PDF - Homepage Spargelradweg - 1. Etappe Burgdorf-Nienburg

 

 

Argumente und Fakten

Weser-Radweg

Radverkehrsanalyse. ... dass von Mai bis Dezember 2012 mehr als 55.000 Radler den Radfernweg gefahren sind. ... Tourismus e.V. wird nach der ersten Veröffentlichung im Jahr 2012 bereits häufig verwendet. ... Eine Vielzahl der Gäste übernachtet in Hotels, Pensionen oder Gasthöfen. Für die Unterkunft geben circa 50 Prozent der Gäste pro Person 30 bis 50 Euro aus, die Tagesausgaben betragen pro Person circa 30 bis 45 Euro. Quelle: Mittelweser-Tourismus

Für die Übernachtung nutzen die Radtouristen vorwiegend Pensionen/Privat-vermieter (35 %), gefolgt von Hotels mit 34 % aller Radtouristen. Dabei wurde für die Unterkunft durchschnittlich 40,- Euro pro Person und Nacht ausgegeben. Fast die Hälfte der Radtouristen buchten die Übernachtung für die jeweils kommende Nacht mit Hilfe des von der InfoZentrale herausgegeben „RADgeber“ kurzfristig im Laufe des Tages.

Die meisten Radtouristen entscheiden sich für einen 4-6tägigen Aufenthalt auf dem Radweg und fahren dabei Tagesetappen zwischen 45 und 60 km (46 %) oder über 60 km (41%). Die größte Anzahl von Radtouristen auf dem Weser-Radweg kam auch im Jahr 2012 mit jeweils einem Drittel aller Radler aus den Ländern Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.

Radtouristen sind vorwiegend zu zweit unterwegs (ca. 50 %), während der Anteil der Gruppen mit 3 bis 5 Radlern bei 23 % und der Anteil der Alleinfahrer bei immerhin 20 % liegt. Bei den Altersgruppen dominieren die Gruppen von 51-60 Jahren mit 33 % sowie die Gruppe der 61–70jährigen Radtouristen mit 28 %. Mit Kindern sind nur 12 % der Radtouristen unterwegs – ein Rückgang gegenüber 2011 um 5 Prozentpunkte. Quelle und mehr: Weser-Radweg

 

Elbe-Radweg

Der Elberadweg verläuft auf rund 300 Kilometern in Sachsen-Anhalt. Die Zahl der Fernradler hat sich zwischen 2003 und 2009 mehr als verdoppelt – von 70.000 auf 155.000 pro Jahr. Laut Befragung aus dem Jahr 2012 stammen die meisten Radtouristen am Elberadweg aus Niedersachsen (12,5%), Sachsen (11,2%) und Nordrhein-Westfalen (10,7%); etwa 6 Prozent kommen aus dem Ausland (v.a. Niederlande, Schweiz und Österreich). Sie geben pro Tag im Schnitt rund 73 Euro aus. Bei einem durchschnittlichen Radurlaub von acht Tagen und 155.000 Fernradlern bedeutet dies ein realistisches Umsatzvolumen von jährlich gut 90 Millionen Euro. Nicht mit eingerechnet sind dabei Gelder für Ausrüstung wie Fahrrad, Kleidung oder Kartenmaterial.

Das Land hat den Ausbau des Elberadwegs seit dem Jahr 2000 mit insgesamt rund 19,3 Millionen Euro gefördert (Stand: 31. März 2013).

Quelle und mehr: IHK Magdeburg

 

 

Radtourismus in Deutschland und Niedersachsen (2012)

Auf der Website von Tourismuspartner Niedersachsen lesen wir u. a.:

4.1 Tagesausgaben von Radurlaubern- und Radausflüglern  
Radurlauber geben bei einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von 8,39 Tagen im Durchschnitt 53,23 € pro Person und Tag aus. Rund 42% der Ausgaben entfällt dabei auf die Unterkunft, den zweitgrößten Posten (32%) machen Gastronomiebesuche aus. 
Bei den Radausflüglern schlägt der Besuch gastronomischer Einrichtungen mit 57% bzw. 10,64 € am stärksten zu buche. Das Tagesbudget pro Person beträgt 18,61 € (vgl. Abb. 8).

4.2 Ökonomische Bedeutung  
Der Radtourismus ist von wichtiger Bedeutung für die Tourismuswirtschaft. Trendscope ermittelt eine auf Deutsche Radtouristen zurückführbare Gesamtnettowertschöpfung des Radtourismus (Radausflügler + Radurlauber) von ca. 5,5 Mrd. Euro.

5. Source of Awareness und Mediennutzung von Radtouristen  
Berichte von Bekannten und Freunden sind die wichtigsten Quellen, durch die Radtouristen auf ihr Reiseziel aufmerksam werden. Daher ist die Qualität des Produktes/Radweges von großer Bedeutung. Ein unzufriedener Gast wird den besuchten Radfernweg bzw. die Radregion nicht an Freunde weiterempfehlen.
Weiterhin gewinnen Onlinemedien in den letzten Jahren verstärkt an Bedeutung.

TMN Marktforschung Mai 2012 Seite 14  
Bei der Reiseplanung werden Onlinemedien am häufigsten genutzt, aber auch Broschüren und Prospekte sind für die konkrete Planung der Reise wichtig. Online Radportale und Routenplaner verzeichnen gegenüber 2008 einen Anstieg. Wichtig bei der Planung sind Reiseführer und Radwanderkarten. Hier ist somit auf qualitativ hochwertige Inhalte zu achten.  

6. Qualität im Radtourismus  
Der Radtourismus ist inzwischen ein hart umkämpfter Markt der Destinationen. Darüber hinaus ist es eine Urlaubsart, bei der die Qualität der angebotenen Infrastruktur ausschlaggebend für die Zufriedenheit der Gäste und damit für die Bereitschaft der Weiterempfehlung ist.
Als wichtigste Faktoren in der radtouristischen Infrastruktur sind neben einer verkehrsarmen und abwechslungsreichen Routenführung die Qualität der Strecken und der Wegweisung zu nennen. Den beiden letzten Punkten ist daher im Rahmen der Qualitätssicherung eine besondere Bedeutung beizumessen. 
Quelle und mehr: Tourismuspartner Niedersachsen

 

Links
Anfang 2013 ist die zweite Auflage der landesweiten Radkarte jedermann-tour erschienen, die eine Übersicht über die Radfernwege und Mountainbikeregionen in Niedersachsen bietet. Die Radkarte kann unter info@tourismusniedersachsen.de kostenfrei bestellt werden. Der Spargelradweg ist leider (noch???) nicht enthalten.
Quelle und mehr: AGFK Niedersachsen

Niedersächsische Spargelstraße bei Wikipedia

 

 

 

 

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