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Autor: Dieter Hurcks Copyright 1/2010

Radeln entlang der Niedersächsischen Spargelstraße (7) - Von Schneverdingen nach Lüneburg

Eine Tour entlang der rund 750 km langen Niedersächsischen Spargelstraße ist nicht nur für Gourmets ein Genuss, auch Radler kommen voll auf ihre Kosten - und zwar auch außerhalb der Spargelzeit. Folge 7 führt durch die Lüneburger Heide nach Lüneburg. 
Teil 8
- Übersicht mit Tagestouren
GPS-Track 07 Schneverdingen-Lüneburg

Einträge für
Zimmervermieter

Quartiere an
Fernradwegen in
Deutschland

Torf und Salzgeschichten
am Spargelradweg

Eine abwechslungreiche Tour durch dünn besiedelte Gegenden mit kleinen Dörfern, entlang des Flüsschens Ilmenau in die Salzstadt Lüneburg.

Diese Etappe ist Teil eines Rundkurses entlang der Niedersächsischen Spargelstraße, kann natürlich auch als Einzeletappe gefahren werden.

7. Von Schneverdingen nach Lüneburg

  • Auf einen Blick
    Strecke: wenige leichte Steigungen, 65 km
    Schnuckelige Heidedörfer
    Interessante Flusslandschaft an der Ilmenau
    Bardowick - einer der ältesten Orte Niedersachsens mit einem der kleinsten Dome
    Sehenswerte Fachwerkstadt Lüneburg mit schönen Giebelhäusern und altem Kran

Wir verlassen den schönen Heideort Schneverdingen auf der Schulstraße, die direkt neben der Touristeninformation in die Straße Am Markt mündet, gen Norden und biegen rechts in die Straße Am Holzfeld, der wir bis zum Ende folgen. Ein Radweg führt geradeaus über die Harburger Straße zur Alten Landstraße. Dieser folgen wir über die Eisenbahnbrücke und biegen hinter dem Betonsteinwerk mit Kiesgrube rechts ab in die Heide.

Immer südwärts radelnd, durchqueren wir ein Stück Lönsscher Bilderbuchlandschaft. Nur das leise Mahlen der Reifen auf dem feinen Sand und munteres Vogelgezwitscher begleiten uns. Ab und zu überholen wir Spaziergänger, die ihre Hunde ausführen, oder begegnen frühen Joggern.

Ausflug durchs Pietzmoor 
Am Ende des Weges treffen wir an einem Parkplatz auf die Straße, die links nach Heber führt. Kutscher warten hier auf die bald eintreffenden Touristen. Hier sollte der Radler die Gelegenheit beim Schopfe ergreifen, ein umfassendes Moorgebiet kennen zu lernen: das Pietzmoor. Einfach die Autostraße überqueren und auf der anderen Seite ein Stück weiterradeln, bis kurz hinter dem Feriendorf des Deutschen Erholungswerkes der Holzsteg beginnt. Stellen Sie die Räder dort ab und wandern Sie ein paar hundert Meter ins Moor.

Das Pietzmoor bietet gerade Ende Mai, also zur besten Spargelzeit, ein blühendes Erlebnis!
Zurück an der Straße, biegen wir rechts ab und rollen auf dem gut ausgebauten Radweg nach Heber. Auch hier ist der Heidetourismus unübersehbar. In Heber biegen wir links ab Richtung B 3 und folgen dem Straßenschild nach Behringen, wo - wie in dieser Region vielfach zu sehen - Vermieter ihre "Zimmer-frei-Schilder" reihenweise heraus gehängt haben. Auch in Sachen Gastronomie herrscht hier kein Mangel. Behringen ist übrigens ein ausgezeichneter Ausgangspunkt für Ausflüge nach Bispingen (4 km), in die Heide nach Nieder- und Oberhaverbeck (5 km) oder zum Wilseder Berg. Der Zimmernachweis an der Hauptstraße hat bis 17 Uhr geöffnet.

Im nächsten Ort, Volkwardingen, radeln wir in das Bauerndorf hinein. Beim von alten Eichen überragten Volkwardinger Hof wird gerade der Biergarten hergerichtet. Kutscher bieten Fahrten zum Wilseder Berg an. Beim Reiterhof Cohrs möchte ein restaurierter Speicher fotografiert werden. "Gefördert von ..." sagt uns ein Schild, aber nichts über das Gebäude selbst. In den nächsten Ort, Hörpel, radeln wir über die Alte Landstraße, erblicken links eine Porzellanmanufaktur, erreichen über den Hörpeler Ring die Ortsmitte und sehen gerade noch, wie die Gläubigen das putzige Backsteinkirchlein verlassen. Links ab geht die Fahrt über die Autobahn hinweg nach Döhle, ebenfalls ein touristisch attraktiver Ort mit vielen Kutschern.

Auf früheren Panzerpisten 
Von hier können wir den ausgeschilderten Feldweg nach Egestorf nehmen oder den Radweg neben der panzerfesten Betonpiste. Beide führen in den schmucken Ort mit der Fachwerkkirche und dem abgesetzt stehenden Holzturm. Auch in Egestorf herrscht ein großes Zimmerangebot. Übrigens: Wer behauptet, dass die Heide ein ebenes Gelände ist, der hat sie bestimmt noch nicht mit dem Fahrrad durchquert. Von hier aus kann der, der abkürzen möchte, übrigens auf dem ausgeschilderten Radweg nach Kirchgellersen und dann direkt weiter nach Lüneburg radeln.
Wir aber wollen ja noch nach Winsen/Luhe und haben deshalb erneut einen kleinen Anstieg vor uns, der gen Garlstorf führt. Die Richtung gibt ein Telekom-Turm vor. Und auch dieser steht natürlich an der höchsten Stelle der ganzen Gegend.

Aus der Ferne hören wir das Rauschen der Autobahn, die winzig klein hinter dem riesigen Rapsfeld zu sehen ist. Ansonsten: Stille! Auf dem bewaldeten, 121 Meter hohen Farbersberg angekommen, wartet nun eine herrliche, kühlende Abfahrt hinunter nach "Garlstorf am Walde" (Steininschrift am Ortseingang) auf uns. Von rechts grüßt eine Windmühle. Mehrere Spargelhöfe warten auf Kunden. Nach Winsen/Luhe sind es noch 17 Straßenkilometer.
Wir schlagen die Richtung nach Toppenstedt (Schild: 3 km) ein. Auf neuem Radweg neben Straße und Eisenbahnlinie geht es Richtung Winsen (Autoschild) bis Garstedt und dort beim Gasthof zum Spieker links ab nach Wulfsen.
¤Wir folgen dem Radwegweiser nur ein Stück und fahren bei den links liegenden Teichen auf der Schulstraße geradeaus weiter. Beim Gasthof Zur Mühle links, gleich wieder rechts (An der Aue) und schließlich rechts in den Ort. Hinter dem schmucken Feuerwehrhaus biegen wir auf die Pattenser Straße ein, die uns bergauf in dieses Dorf führt. Am roten Kirchturm radeln wir vorbei und biegen rechts Richtung Scharmbek ab, dann aber gleich wieder rechts in den Osterberg ein. Ein grünes Schild schickt uns auf die 3,8 km lange Strecke nach Luhdorf. Von dort entlang der Straße bis nach Winsen. Bei der Autobahnunterführung "oben" auf dem Radweg bleiben, der auf separater Trasse in die Innenstadt führt.

Von Winsen nach Lüneburg 
Winsen/Luhe, wo gerade (Ende Mai/Anfang Juni) das Stadtfest stattfindet und dem Fotografen alle Motive verstellt sind, verlassen wir über die Nordertorstraße und den Tonnhäuser Weg und radeln über die Brücke des Ilmenaukanals. Dort gleich rechts abbiegen. Wir erreichen den recht gut ausgeschilderten Fernradweg Bremen-Schnackenburg, der parallel zum Ilmenau-Kanal, aber auf häufiger beschatteten Wegen als die Kanal-begleitende Betonpiste, nach Tonnhausen führt. Aufpassen: Der Weg macht einige Schlenker!

In Fahrenholz liegt das Gasthaus Twesten am Wegesrand. Wir folgen dem Schild "Horburg 6,7 km", durchradeln Oldershausen mit seinen Reetdachhöfen und riesigen Kastanien, erblicken linker Hand in der Ferne das Kernkraftwerk bei Geesthacht und rechts über Baumwipfeln einen Kirchturm. Nun zweigt ein Weg nach rechts ab. Den Wegweiser sieht man nur, wenn man aus der Gegenrichtung kommt, aber wir wissen ja: Hier müssen wir einbiegen, wenn wir nach Wittorf wollen. An der Ilmenaubrücke kann sich das Fischrestautant Zum Aalkrug über Besuchermangel nicht beklagen.

Älteste Stadt Niedersachsens 
Auch wir legen hier im Biergarten hinterm Deich der Ilmenau eine letzte Rast vor Lüneburg ein. Im nächsten Ort gibt es ebenfalls eine gute Einkehrmöglichkeit: Im Gasthaus Zum Hohensand schaut man vom Biergarten aus direkt auf den hier wieder mäandernden Fluss und die sonntäglichen Wassersportler.

Bald erreichen wir Bardowick, die uralte Handelsstadt. Der stattliche Dom mit den gedrungenen Türmen steht zur Besichtigung offen. Auch Bardowick besitzt eine Windmühle, die 1813 erbaut worden ist. Hinter Bardowick stoßen wir bald auf die verkehrsreiche Bundesstraße 6, die uns (am besten zunächst auf dem linksseitigen Radweg) ins Stadtzentrum Lüneburgs führt. Die alte Salzstadt bietet natürlich jede Menge Sehenswertes und braucht sich mit ihrer Gastronomie auch nicht zu verstecken. Zum Tagesausklang sollte man in einem der Freiluftlokale am alten Salzhafen diese Etappe noch einmal vor dem geistigen Auge Revue passieren lassen.

Weitere Informationen

Der Heide-Express 
In und um die Lüneburger Heide verkehrt zu bestimmten Zeiten der Heideexpress der OHE, der Osthannoverschen Eisenbahnen. Dieses "Bähnle" verbindet viele der Orte, die auch der Spargelradweg berührt, und ermöglicht so eine stimmungsvolle Anreise. Unterwegs werden kleine Speisen und diverse Getränke angeboten. Fahrräder kosten 50 Cent (keine Mitnahme in Triebwagen, auf Nikolaus- und Osterfahrten). An den jeweiligen Zielorten haben die Mitfahrer mehrere Stunden Zeit, die sie frei gestalten können. Gut ausgeschilderte Wanderwege und Waldlehrpfade machen das Wandern und Radfahren zu einem besonderen Erlebnis.
Info: www.heide-express.de

Winsen/Luhe 
Winsen hat knapp 33.000 Einwohner, liegt an der Eisenbahnhauptverbindung von Hannover nach Hamburg und ist eingebunden in eine Landschaft der Kontraste zwischen Marsch und Heide. Während gleich drei Flüsse, nämlich Luhe, Ilmenau und Elbe das Bild zum Norden hin bestimmen, sind es im Süden die Partien der hohen Geest, die Abwechslung in eine reizvolle Umgebung bringen. Ein Wahrzeichen Winsens ist das wuchtige Wasserschloß an der Luhe. Dazu gehört der alte, schöne Marstall, der zu einem kulturellen Zentrum mit Veranstaltungsraum und Museum umgebaut wurde.

Gegenüber setzt das Rathaus von 1896 seinen Akzent. Unübersehbar mit ihrem schlanken Turm gibt auch die Kirche St. Marien als gutes Beispiel norddeutscher Backsteingotik der Stadt ihr Gepräge. Eine bauhistorische Kostbarkeit ist nicht zuletzt das frühere Stift St. Georg. In der Altstadt wurde 1792 Winsens bekanntester Sohn Johann Peter Eckermann geboren. Er stieg in seinem bewegten Leben auf zum Helfer des Gefährten Goethes und ist durch seine Gespräche mit Goethe selbst in die Literatur eingegangen.
Quelle: www.stadt-winsen.de

Salzstadt Lüneburg 
Lüneburg ist ebenso die Pforte zur Heide wie zur Elbtalaue, einem der schönsten Naturschutzgebiete und Radlerparadiese Deutschlands. Was die über 1000 Jahre alte Hansestadt zu bieten hat, kann an dieser Stelle nur kurz angerissen werden. Ausführliche Informationen bietet die Homepage der Stadt: www.lueneburg.de .

Der Kalkberg: Lüneburgs Wahrzeichen war einst viel größer als heute. In seiner langen Geschichte war er Sitz der Herzöge, war Gipshalde und ist heute Naturschutzgebiet.

Salzbergbau: Zwar endet die mehr als 1.000-jährige Geschichte der Saline 1980, doch wird die Sole im 1973 gegründeten Kurzentrum, jetzt "SaLü", weiterhin nutz- und spaßbringend eingesetzt.

Rathaus: Das Lüneburger Rathaus liegt am Marktplatz und ist eines der schönsten und größten mittelalterlichen Rathäuser in ganz Deutschland. Es wurde über mehrere Jahrhunderte errichtet und bildet daher keinen einheitlichen Bau.

Am Sande: Der Platz Am Sande ist für sich eine kleine Sensation, ältester Platz der Stadt und zugleich deren Zentrum. Hier kann man die schönsten Backsteinhäuser mit ihren Giebeln bewundern. Aber auch aus der Ferne, übers Internet, ist ein Blick über Giebel aus sechs Jahrhunderten möglich.

St.-Johannis-Kirche: Vorbild vieler Hallenkirchen in Norddeutschland, so zum Beispiel in Stendal, Brandenburg, Hannover und Tangermünde. Besonders sehenswert im Innenraum: die prächtige Barockorgel und der geschnitzte, mit Bildtafeln des Malers Hinrik Funhoffs ausgestattete Hochaltar. Zu einem Wahrzeichen der Stadt ist der nach Südwesten geneigte Kirchturm (108 m) geworden.

St.-Michaelis-Kirche: Die Kirche ist aus einem 950 gegründeten Benedektinerkloster hervorgegangen. Es war ursprünglich auf dem nahegelegenen Kalkberg gelegen und wurde von 1376 bis 1418 an der heutigen Stelle wieder errrichtet. Erhalten geblieben ist nur die Klosterkirche, die übrigen Klosteranlagen wurden Anfang des 18. Jahrhunderts abgerissen. In der wuchtigen dreischiffigen Hallenkirche hat Johann Sebastian Bach von 1700 bis 1702 gesungen und musiziert.

Lüneburgs historisches Hafenviertel

Stintmarkt: Lüneburgs historisches Hafenviertel mit dem Alten Kran und seinen pittoresken Häusern ist heute eine romantische Kneipenmeile. Der Alte Kran, Lüneburgs heimliches Wahrzeichen, wurde 1346 erstmals urkundlich erwähnt und hat seit 1792 sein heutiges Aussehen. Er diente dem Heben schwerer Lasten und kann heute im Rahmen einer Stadtführung von innen besichtigt werden. Nur ein paar Schritte weiter befindet sich das ehemalige Kaufhaus, früher "Dat Heringshus" genannt - hier wurde der gewinnbringende Ostseehering verkauft. 1959 fiel das Kaufhaus dem berüchtigten Lüneburger Feuerteufel zum Opfer, nur die 1742 errichtete barocke Fassade blieb erhalten.

Rathsapotheke: Ein besonders schönes Gebäude ist die alte Rathsapotheke in der Bäckerstraße Nr. 9 aus dem Jahr 1598 mit prächtiger schmuckreicher Renaissance-Fassade.

Kloster Lüne: Nur wenige Gehminuten vom Stadtzentrum Lüneburgs entfernt  und direkt am Spargelradweg  liegt das 1172 gegründete Benediktinerinnenkloster Lüne inmitten einer Grünanlage mit altem Baumbestand und Streuobstwiesen. In dem 1995 eröffneten Textilmuseum werden die von den Lüner Benediktinernonnen und evang. Stiftsdamen gefertigten textilen Kunstwerken gezeigt, soweit sie über die Jahrhunderte im Kloster verblieben sind.
Infos und Gruppenanmeldungen unter Tel. +49 (4131) 52318.

Brauereimuseum: Jahrhundertelang war Lüneburg Braustätte, was sich im einzigen Brauereimuseum Norddeutschlands anschaulich nachvollziehen lässt.

Salzmuseum: Das deutsche Salzmuseum dokumentiert auf anschauliche Art und Weise das Thema Salz allgemein und die salzige Vergangenheit Lüneburgs mit deren bis heute andauernden Folgen.
Quelle: www.lueneburg.de

Teil 8: Von Lüneburg nach Hitzacker

Teil 6: Von Verden nach Schneverdingen
 
Übersicht aller Etappen inkl. Rundkurse

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Nach der Durchquerung der Lüneburger Heide (Tour 7) führt die Tour 8 bis zur Elbe nnach Hitzacker.

Der Theeshof in Schneverdingen.

Einzigartige Landschaft: die Lüneburger Heide.



Das Pietzmoor bei Schneverdingen.


Auf einem Holzsteg geht es kilometerweit durchs Moor. Mit Fahrrad nur an besuchsschwachen Tagen zu empfehlen.

Speicher beim Hof Cohrs in Volkwardingen.



Egestorf: Typische Dorfkirche mit hölzernem Turm.



Bei Garrel ist einer der wenigen Anstiege auf dem Spargelradweg. Blick Richtung A 7.



Fachwerkkirche in Pattensen.



Wassersportparadies: Paddler auf der ruhig dahin fließenden Ilmenau bei Oldershausen.



Schöne Bauernhöfe liegen am Wegesrand.



Der berühmte kleine Dom von Bardowick.



Lüneburg zeigt stolz seine Fachwerkhäuser.
 

Die DVD zum Spargelradweg
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