Radtouren A bis Z - Fahrradbücher - Fahrrad-DVDs - FahrradwitzeLinks - Bahn + Rad - Recht + Gesetz - E-Bike - Impressum

Autor: Dieter Hurcks Copyright 1/2010

Radeln entlang der Niedersächsischen Spargelstraße (5): Dampfrösser und Pferde

Eine Tour entlang der rund 750 km langen Niedersächsischen Spargelstraße ist nicht nur für Gourmets ein Genuss, auch Radler kommen voll auf ihre Kosten - nicht nur während der Spargelzeit. Diese Etappe führt von Wildeshausen über Bruchhausen-Vilsen in die Pferdestadt Verden/Aller. - Teil 6 - Übersicht
GPS-Track 05 Wildeshausen-Verden

Quartiere an
Fernradwegen in
Deutschland

Einträge für
Zimmervermieter

Von Wildeshausen
nach Verden/Aller

Von Wildeshausen geht die gemütliche Radtour noch ein Stück durch die Hunteniederung, ehe sich die Route wieder ostwärts orientiert, was bei dem ortsüblichen Westwind leichtes Vorwärtskommen gewährleistet. Nächstes Ziel ist das wegen seiner Museumseisenbahn bekannte Buchhausen-Vilsen.

  • Auf einen Blick
    Strecke; flach, ca. 67 km
    Radeln auf ruhigen Wegen in der Hunteniederung
    kleine, schmucke Städte und Dörfer
    Museumseisenbahnen
    stattliche Windmühlen

Wilshausen, so hieß die Stadt Wildeshausen früher, war mir bis zu meinem Besuch lediglich als Autobahnausfahrt auf der A 1 bekannt. Nun weiß ich, dass es an der Niedersächsischen Spargelstraße und am Hunteweg liegt, u.a. ein Brennereimuseum, ein Druckereimuseum und eine Prähistorische Meile mit mehreren sehenswerten Hügelgräbern besitzt. Reisen bildet eben! Dort, wo sich die Radwege Geest und Hunte kreuzen, starten wir also unsere Etappe nach Bruchhausen-Vilsen.

Mächtig erhebt sich die evangelische Alexanderkirche mit ihrem spitzen Turm über der Hunte. Gleich neben der Kirche treffen wir auf den Hunte-Radweg und radeln neben dem Flüsschen südwärts, überqueren beim Gebäude der Feuerwehr eine Ausfallstraße sowie die Hunte und gelangen in den malerischen Stadtpark. Über eine weiße Holzbrücke wechseln wir wieder das Ufer. Der Radweg ist gut ausgeschildert, und nachdem wir durch ein Wohngebiet abschwenken mussten, befinden wir uns bald in der Einsamkeit der Hunteniederung.

Vom Stadtpark in die Einsamkeit 
Der Weg führt uns ins Pestruper Moor, ein kleines Zusatzschild weist ihn als Hunteweg aus. Frösche quaken im Altwasser, eine Lerche jubiliert, zwei Fasane erschrecken sich und die Radfahrer. Der teilweise geschotterte Weg ist leidlich zu befahren. Ein Kaninchen hoppelt gemächlich ins Getreidefeld, das sich im leichten Winde wiegt. Die Rapsblüten leuchten immer noch in sattem Gelb und strömen ihren unverkennbaren, süßlichen Duft reichlich aus. Dann geht's über Pflaster zur Straße zurück. Ein Schild weist geradeaus zu den nicht weit entfernten Kleinenknetener Steinen.

Bald zeigt uns ein Schild "Bühren 2,3 km" den weiteren Tourverlauf exakt an. In Hölingen folgen wir dem Schild "Hunteweg", der hügelauf, hügelab durch eine malerische Landschaft nach Colnrade führt. Ein Gasthaus mit Café neben der erhöht liegenden Kirche lädt zum Verweilen, ein altes Ofenhaus zum Bestaunen.
Nun geht's auf der Dorfstraße an der Sparkasse vorbei zur Ausfallstraße nach Twistringen. Wir sagen dem Hunteweg adieu, der nach rechts abzweigt und weiter südwärts führt, und rollen ostwärts auf der Straße über Holtorf weiter. Verstreut liegende Bauernhöfe, die ersten Kornblumen am Wegesrand und die weiß wuchernde Schafgarbe beiderseits der Straße sind nun unsere Begleiter. Der Roggen ist schon mannshoch und hat kräftige Ähren ausgebildet. Schatten spendende Hecken mildern die Kraft der immer intensiver scheinenden Maisonne. Über Dörfer mit so schwer zu merkenden Namen wie Abbentheren und Altenmarhorst rollen wir nach Twistringen. Rechts Richtung Bahnhof, dann auf der B 51 nach links ins Zentrum von Twistringen.

Twistringen 
Während unserer kleinen Stadtrundfahrt stoßen wir bei der Grundschule auf den Weser-Lippe-Radweg, der uns fortan ein Stück des Weges begleitet. Auf dem Weg nordwärts nach Abbenhausen sehen wir links ein Hinweisschild auf das 1998 eröffnete "Museum der Strohverarbeitung" (siehe Extrabericht unten). Es hat leider gerade geschlossen. Sonnabends kann man es zwischen 14 und 18 Uhr besichtigen. Gruppenführungen sind jedoch auch an den übrigen Werktagen nach vorheriger Anmeldung unter Telefon +49 (4243) 4492 oder +49 (4243)793 möglich.

Seit 1700 wurde in Twistringen Stroh verarbeitet, und nirgendwo sonst, so berichtet uns eine Erläuterungstafel, habe es so viele unterschiedliche Strohprodukte gegeben wie eben in Twistringen. Bald erblicken wir auf der Höhe wieder einen Telekom-Turm - unser nächster Fixpunkt. Die erstklassige Beschilderung führt uns über den Berg und in rasanter Fahrt hinunter nach Bassum.

Von Bassum nach Syke  
Im Wald versteckt liegt das Seminar- und Tagungshaus des Kreises Diepholz, die Freudenburg, ein malerisches Ensemble aus Natur und Fachwerk. Wir radeln weiter: rechts Richtung Rathaus, vorbei an der Kirche des ehemaligen Damenstifts und am Fahrradladen "Fahrwerk". Beim Bäcker auf halber Höhe gibt es Erdbeerkuchen mit Schlagsahne und Kaffee. Da kann niemand widerstehen! Oben angekommen, rollen wir links in die Fußgängerzone und folgen dem Schild "Syke 12,9 km".

Auf dem Bramstedter Kirchweg rollen wir aus der Stadt, vorbei am Bahnhof. Links der parallel zur Bahnlinie verlaufenden Straße sehen wir das riesige Solardach der Grundschule. Es geht zunächst über Groß-Bramstedt, wo der größte Spargelhof der Gegend, Hof Wichmann, angesiedelt ist und einige Spargelfelder dies eindrucksvoll belegen. In Klein-Bramstedt erreichen wir die Landesstraße 333, der wir ein Stück nordostwärts folgen. Mitten im kühlen, ruhigen Wald biegen wir links ab und fahren etwa 800 Meter in den Wald hinein, ehe ein Schild nach rechts gen Syke weist. Tipp: Wer zur Jugendherberge Pestinghausen möchte, fährt an dieser Stelle einfach geradeaus weiter.

In Syke  
In Syke (sprich: Sieke) geht's zunächst durch ein Wohngebiet, dann rechts und links unter der Eisenbahnlinie hindurch und danach gleich wieder links auf der Bassumer Straße in die für eine Stadt dieser Größe unerwartet langgestreckte Fußgängerzone. Natürlich findet sich dort auch ein Fahrradladen: das Piaggio Center Heinrich. Am Ende, gegenüber dem Kreishaus, bietet die Fleischerei Stoffregen - mit Außenbewirtung und Selbstbedienung - zünftige Mahlzeiten recht preiswert an. Unter den Füßen rauscht das Wasser der Hache. "Bruchhausen-Vilsen 20,2 km" steht auf dem nahen Wegweiser, der unser nächstes Zwischenziel vorgibt.

Richtung Schnepke (Schild: 3,9 km) verlassen wir die Stadt. In jenem Dorf angekommen, stoßen wir auf die Wegweisung nach Heiligenfelde. Der Ort liegt am Fernradweg HB-OEY (Bremen-Bad Oeynhausen), dem wir bis kurz vor Bruchhausen-Vilsen folgen. In Wachendorf wirkt der Gasthof Zum Kirchberg mit einem schmucken Wintergarten sehr einladend. Aber wir radeln weiter und erreichen, uns an der Straße links haltend, einen Kreisel. Dort weist ein Schild des Radfernwegs Bremen-Bad Oeynhausen uns den richtigen Weg südostwärts nach Süstedt und Uenzen. Vorher jedoch schauen wir uns in Wachendorf noch den in Sichtweite des Kreisels gelegenen, schmucken reetgedeckten Speicher an. In Süstedt hat "Doros Süstedter Krug" (mit Biergarten) zu dieser Stunde noch geschlossen. Lediglich 7,1 km sind es nun bis zum Zwischenziel Bruchhausen. Bei Berxen zweigt der Weg HB-OEY rechts ab. Wir radeln neben der Bahn zum im Ortsteil Vilsen gelegenen Bahnhof der Museumsbahn. Mitten auf dem Kreisel steht eine alte Dampflok als Blickfang.

Bruchhausen-Vilsen  
Der Luftkurort Bruchhausen-Vilsen liegt inmitten sanftgrüner Hügel am Rande des hohen Geestrückens und hat einiges zu bieten. Der schön gestaltete und sanierte Ortskern lädt mit seinen verträumten Winkeln und Gassen sowie den alten Fachwerkhäusern zum Verweilen ein. Abseits der Hektik findet der Gast hier in vielen gemütlichen Restaurants und Cafés Ruhe und Entspannung. In der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen gab es früher einmal rund 20 Wind- und Wassermühlen. Sieben von ihnen sind seit Mitte der 80er Jahre restauriert worden. Die Samtgemeinde (18.000 Einwohner) hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese kulturhistorisch bedeutsamen Bauwerke in Zusammenarbeit mit den Besitzern zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Auch in Sachen Spargel ist Bruchhausen-Vilsen überaus aktiv. So kann man im Rahmen angemeldeter Gruppen auf Meyers Spargelhof von Mitte April bis Mitte Juni ein Spargeldiplom erwerben. Informationen zum Spargeldiplom unter www.meyers-spargelhof.de oder Tel. +49 (4253) 436. Als weitere, besonders bei Kindern beliebte Attraktion lockt der Wassererlebnispark ganz in der Nähe der Museums-Eisenbahn. Diese Anlage ist einmalig für Norddeutschland. Auf 5.000 qm Fläche befinden sich unterschiedliche Wasser-Themenbereiche mit hohen pädagogischen Spiel- und Erfahrungswerten.
Infos: www.bruchhausen-vilsen.de

Das Stroh-Museum in Twistringen 
Das Museum dokumentiert die Entwicklung und Geschichte der Strohverarbeitung von ihren Anfängen bis in die Gegenwart. Bei Gruppenführungen besteht die Möglichkeit, sich Arbeitsabläufe bei der Strohverarbeitung demonstrieren zu lassen. Anmeldung unter Tel. +49 (4243) 4492 oder +49 (4243) 793 (R. Kramer). Südlich von Twistringen, am östlichen Rande der Ortschaft Stöttinghausen, befindet sich eine historische Sehenswürdigkeit, die sogenannte Hünenburg. Zu sehen ist ein Ringwall mit einem Durchmesser von 80 Metern. Es handelt sich hierbei um die Reste einer frühgeschichtlichen Burganlage aus dem 5. bis 9. Jahrhundert.

Sicher ist, dass der frühgeschichtliche Schutzwall im weiten Moorgebiet, das ihn einst umgab, schon jahrhundertelang seine ursprüngliche Bedeutung verloren hatte und sich als stummer Zeuge aus grauer Vorzeit wie in einem Dornröschenschlaf bis in unsere Tage herüberretten konnte. Natürlich hat sich dabei sein ehemaliges Gesicht stark verändert, doch ist uns sein Rumpfgebilde im Wesentlichen erhalten geblieben. Für Besucher der Hünenburg wurden neben der Eingangszuwegung ein riesiger Findling mit gemeißelter Inschrift sowie eine Schautafel mit Skizze und Informationen aufgestellt. Ferner laden Ruhebänke zu beschaulichem Verweilen an der althistorischen Gedenkstätte ein.
Quelle: www.twistringen.de

Bassum und das Stift 
Im Osten des Naturparks "Wildeshauser Geest" liegt der uralte Stiftsort Bassum. Hier gründete im Jahre 858 der Heilige Ansgar, Erzbischof von Bremen und Hamburg, ein Kanonissenstift. Nach der Reformation wurde das Stift in ein adelig-freiweltliches Damenstift umgewandelt. Das Stift in Bassum ist das älteste Mitteleuropas. In dem jüngst restaurierten Kapitelsaal wurden Malereien aus der Rokokozeit freigelegt. Besichtigungen sind a.A. möglich. Das Wahrzeichen Bassums ist die Stiftskirche, die um 1200 im spätromanischen Stil erbaut und nach dem großen Brand im Jahre 1327 unter Schonung des alten Bestandes als gotische Hallenkirche wieder aufgebaut wurde. Ebenso sehenswert: das Seminar- und Tagungszentrum "Die Freudenburg" mit der Thingstätte und die 1.200 jährigen Stiftsgerichtseiche.
Infos: www.bassum.de

Syke 
Syke liegt an der Eisenbahnstrecke Bremen-Osnabrück und gehört zum Kreis Diepholz. Dort gab es sogar ein zweites Kreishaus, das jedoch aus Kostengründen geschlossen wird. Sehenswert: das Kreismuseum mit historischen Gebäuden, einem baumbestandenen Außengelände und einem modernen Ausstellungsbau. Aktions- und Backtage, Märkte, niederdeutsches Theater, Lesungen und Musikveranstaltungen finden dort statt. Von Mai bis September hat jeden Sonntag der Sommergarten mit Holzkegelbahn geöffnet, es gibt Vorführungen alter Handwerkstechniken sowie Musik, Kaffee und Kuchen, dazu Sonderausstellungen zur Kulturgeschichte und modernen Kunst.
Info: www.kreismuseumsyke.de

Automuseum Asendorf
In Asendorf, südlich von Bruchhausen-Vilsen, präsentieren sich in den Gebäuden eines Bauernhofes dem Besucher etwa 60 Fahrzeuge, vom Hochrad von 1880 bis zum Automobil der sechziger Jahre. Eine umfangreiche Sammlung von Emailleschildern, Automobilspielzeug und Modellautos sowie viele Requisiten und Accessoires rund um das Automobil ergänzen die Ausstellung. Jedes Jahr wird eine Sonderausstellung zu einem besonderen Thema gezeigt.
Geöffnet (1. Mai bis 3. Oktober): samstags 14 bis 18 Uhr, sonn- und feiertags 10 bis 18 Uhr. Gruppenbesuche bei Voranmeldung auch von montags bis freitags
Info: Automobil-Museum Asendorf, 27330 Asendorf, Tel. +49 (4253) 714 oder +49 (421) 894772, Fax +49 (421) 895255, www.bruchhausen-vilsen.de

Dampfzugfahrten
Die "Erste Museums-Eisenbahn Deutschlands" stellt mit ihrem Kleinbahn-Museum ein absolutes Muss für die Besucher des Luftkurortes dar. Sechs historische Dampfloks (die älteste mit dem aus dem Jahre 1894) verkehren auf einer 8 km langen Schmalspurstrecke von Bruchhausen-Vilsen über Heiligenberg nach Asendorf und zurück. Die Sammlung der Museums-Eisenbahn umfasst neben den Schmalspur-Dampfloks sechs Triebwagen (Schmalspur und Normalspur) sowie vier Dieselloks und mehr als 70 Personen- und Güterwagen. Der fahrplanmäßige Verkehr erfolgt samstags, sonn- und feiertags vom 1. Mai bis 3. Oktober. Sonderveranstaltungen sowie Sonderfahrten für Gruppen ("Spargelexpress" im Mai) finden fast ganzjährig statt. Auf einer zweiten Strecke von Bruchhausen-Vilsen über Hoya/Weser nach Eystrup bzw. von Bruchhausen-Vilsen nach Heiligenfelde verkehren einmal monatlich von Mai bis September historische Triebwagen.
Info: Museumseisenbahn

Auf nach Verden

  • Strecke: leicht, 38 km
    Wasserkraftwerk Dörverden
    Weserradweg, Museumseisenbahn
    Reiterstadt Verden mit Dom und Deutschem Pferdemuseum

Von Bruchhausen-Vilsen radeln wir nach Hoya und weiter entlang der Weser nach Verden/Aller. Ganz Mutige können die Weser über das Wasserkraftwerk Dörverden überqueren und den kürzeren Weg rechts des Flusses nehmen. Die Treppen sind z.T. ziemlich steil.

Ab dem Alten Bahnhof von Bruchhausen-Vilsen radeln wir an der Straße Richtung Martfeld am Grünen Jäger vorbei bis zum Ortsschild Kleinenborstel, dort rechts Richtung Mallen und Hoyerhagen. Ganz in der Nähe liegt der geografische Mittelpunkt Niedersachsens.
Vor dem Dorf biegen wir nach rechts in den Gräsenweg, rechts Rotenbrande, folgen dann dem Radwegeschild ohne Zielangabe vorbei an den Spargelfeldern, wo das Edelgemüse gerade gestochen wird, und biegen links in die Kanalstraße, die parallel des Entwässerungsgrabens zur Hauptstraße führt. Dort links bis zur malerischen Mühle, wo wir nach dem "Fotoshooting" rechts Richtung Tivoli einbiegen.

Nun weiter geradeaus zu den Häusern, links in den Tonnenweg bis Hoya, das schon in der Ferne an dem hohen Schornstein der Papierfabrik gut zu orten ist. Kleine Radwegweiser und der Telekom-Turm führen uns sicher ins Zentrum. Direkt am Weserradweg steht eine Infotafel mit einem Quartiernachweis für all jene, die hier übernachten möchten und kein Zimmer vorgebucht haben. In Hoya lohnt es, einen Extra-Tag zur Erkundung der Umgebung einzulegen.

Hoya und Mittelweser 
Die Samtgemeinde Grafschaft Hoya/Weser mit rund 11.000 Einwohnern besteht aus den sechs Mitgliedsgemeinden Stadt Hoya, Gemeinde Flecken Bücken, Gemeinde Hilgermissen, Gemeinde Hoyerhagen, Gemeinde Schweringen, wo noch eine Fähre in Betrieb ist, und der Gemeinde Warpe. Dort, wo die Weser die Porta Westfalica hinter sich lässt und in die Weite der norddeutschen Tiefebene gemächlich Richtung Norden fließt, beginnt die Mittelweser. Das Gebiet reicht von Minden bis kurz vor Bremen, wo der Fluss zur Seewasserstraße wird. Die flache Wesermarsch und die weiten Geestflächen mit den herrlichen Wäldern und bunten Feldern, ausgedehnten Moor- und Heideflächen, bestimmen die Landschaft. Zu jeder Jahreszeit bietet diese Region dem Gast eine Fülle von Eindrücken.

Ein Muss auf der Hoya-Erlebnistour ist die doppeltürmige Stiftskirche in Bücken, welche der Sage nach dort erbaut wurde, wo der Esel sich bückte. Die Kirche, welche 1050 errichtet wurde, ist mit großartigen Kunstschätzen ausgestattet und weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Ein Radwanderführer "Erlebnisland Grafschaft Hoya" hilft dem Besucher, diese schöne und interessante Gegend auf sechs Routen, darunter die Teufels-Route, die Grafen-Route und die Poltergeist-Route, näher kennenzulernen. Erhältlich ist das Büchlein bei der Samtgemeinde Grafschaft Hoya, am Schlossplatz 2, in Hoya. Die Spuren der Grafen von Hoya können die Besucher bei einem historischen Stadtrundgang durch Hoya verfolgen. Besichtigen Sie die ehemalige Grafenkirche, welche heute als Kulturzentrum genutzt wird oder das ehemalige Schloss, das heutige Amtsgericht.

Welche Geschichte sich hinter dem Zwergenbrunnen an der Grundschule in Hoya verbirgt und was dieser mit den Grafen von Hoya zu tun hat, erfahren Sie im Heimatmuseum Grafschaft Hoya. Daneben können Sie aber auch die unterschiedlichsten Betriebe, Mühlen, Heimathäuser/-stuben und vieles mehr besichtigen. Eine Museumseisenbahn fährt von Eystrup über Hoya nach Bruchhausen-Vilsen.
Quellen: www.hoya-weser.de und www.mittelweser-tourismus.de

Weser-Übergang oder nicht? 
Unser Tagesziel Verden nehmen wir nach der obligatorischen Stadtrundfahrt durch Hoya unter die Räder, zunächst auf der linken Weserseite. Am Ortsausgang von Hoya wirbt das "Gästehaus am Weserradweg" Meyer um Rad fahrende Kunden. Wir aber nehmen bei Wienbergen den Übergang nach Dörverden.

Wasserkraftwerk Dörverden und Ort
Beim Wasserkraftwerk Dörverden wird die Weser durch ein Wehr aufgestaut. Dieses Wehr dient als Übergang für Fußgänger und Radfahrer (geöffnet nur vom 15. März bis 15. Oktober). Achtung: Zum Übergang führen relativ steile Treppen! Belohnt wird man aber durch einen schönen Ausblick in die Landschaft mit herrlicher Sicht auf grüne Weserauen und auf Dörverden mit seinem Kirchturm und der Windmühle. Das benachbarte landschaftsbestimmende Bauwerk des 1913 in Betrieb genommenen Wasserkraftwerks sieht man von weit her. Aufgestautes Weserwasser treibt die Turbinen an und erzeugt so umweltfreundlich Strom.

Auf dem weiteren Weg kreuzt man den Weserkanal über eine Brücke. Biegt man nach Dörverden ab, kann man sich in Restaurants und Gasthöfen erfrischen und in der Saison leckere Spargelgerichte essen bzw. bei Direktvermarktern Spargel kaufen. Dörverden liegt an der alten "Heerstraße durch die große Marsch" im Weser-Aller-Dreieck und ist landschaftlich schön eingebunden. Vom Weserradweg kann man an mehreren Stellen auf kurzen Strecken zum Weserufer gelangen. Nach dem Abstecher in den Ort Dörverden radeln wir das letzte Stück nach Verden, in die historische Bischofs- und Reiterstadt, wo wir im Ortsteil Eitze ein Quartier im Gasthaus Eitzer Hof beziehen. In diesem Ortsteil gibt es auch viele Privatquartiere.

Alternativstrecke
Tipp: Wenn der Übergang über das Wehr geschlossen hat, erreicht man Verden auch über die links der Weser verlaufende Hauptroute des Weserradweges.

Infos: www.landkreis-verden.de und www.weser-radweg.de

Weitere Informationen: Reiter- und Domstadt Verden 
Die Stadt Verden hat rund 28.000 Einwohner und liegt ca. 35 km südöstlich von Bremen an der Mündung der Aller in die Weser. Sie ist Kreisstadt für den Landkreis Verden und zugleich selbstständige Stadt. Verden genießt einen Ruf als Reiterstadt mit Turnieren, Rennen und Reitpferdeauktionen, Zentrum der Rinder- und Pferdezucht.
In der Stadt ist auch das Deutsche Pferdemuseum angesiedelt, und zwar am Holzmarkt 9. Tel. +49 (4231) 807140 (Ausstellung) oder Tel. +49 (4231) 807145 (Büro). Geöffnet ist täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr. Die Sammlung wurde bereits 1930 begonnen.

Im Stadtnamen Verden steckt das alte Wort Furt - also der Flussübergang. Seit urgeschichtlichen Zeiten nutzten Händler diesen günstigen Übergang über die Aller als Kreuzungspunkt der Fernverbindungen von Ost nach West und von Süd nach Nord. Da Verden noch im 8. Jahrhundert n. Chr. für die Sachsen ein wichtiger Gerichtsplatz war, entschlossen sich die Frankenkönige - wahrscheinlich war es Karl der Große - genau hier einen Bischofssitz zu gründen. Bis zur Reformation im 16. Jahrhundert erfüllten die Verdener Bischöfe mit wechselndem Geschick ihren Missionsauftrag bis weit in die Altmark hinein. Überragt wird Verden vom mächtigen Turm des Doms (1290-1490), einer dreischiffigen gotischen Hallenkirche, die zu den gelungensten gotischen Kirchenbauten zählt. Der Hallenumgangschor des Verdener Domes ist Erstling eines klassischen Bautyps der deutschen Gotik. Öffnungszeiten: Täglich 9 bis 17 Uhr, außerhalb der Gottesdienste.

Die St. Johanniskirche in der ehemaligen Norderstadt ist im 12. Jahrhundert erbaut worden. Ursprünglich im romanischen Baustil, in gotischer Zeit zu einer dreischiffigen Hallenkirche umgebaut. Besonders zu erwähnen: das Stuckrelief des "Jüngsten Gerichts" sowie mittelalterliche Wand- und Deckenmalereien. Auch Rosenfreunde dürften an der Stadt ihre Freude haben. Der Verdener Rosengarten ist ein Idyll mitten in der Stadt und befindet sich neben der Pestalozzischule, zu erreichen über die Josephstraße bzw. Bgm.-Münchmeyer-Straße.
Quelle: www.verden.de

Teil 6: Von Verden nach Schneverdingen

Spargelmenü in Verden


Teil 4: Von Cloppenburg nach Wildeshausen 
 
Übersicht aller Etappen inkl. Rundkurse


zurück zur Hauptseite

Buch zur Tour
Die Texte aller Radtouren und Kartenskizzen zu jeder Etappe sowie viele weitere Informationen finden Sie in dem 184-seitigen Buch "Spargelradweg".

Mehr Infos

Buch bestellen 

Kartenheft (PDF)



Über Syke, Hoya Verden führt diese Tour nach Verden und am nächsten Tag in die Lüneburger Heide nach Schneverdingen.

Backstein-Architektur: Rathaus in Wildeshausen.

Die Alexanderkirche in Wildeshausen.

Die weiße Brücke über die Hunte in Wildeshausen.

Das Ofenhaus in Colnrade.



Die Freudenburg in Bassum.



Die Stiftskirche ist Bassums Wahrzeichen.



Syke hat eine sehr lange Fußgängerzone.



Das östliche Vorwerk zur Syker Burganlage: Das ehemalige Amtshaus ist heute ein Wohngebäude.



Alter Bahnhof am Kreisel in Bruchhausen Vilsen.



Der Spargel sprießt im Mai und Juni am besten.



Windmühle in Hoyerhagen.

Siftskirche Bücken



Weserpartie in Hoya.



Überquerung des Wehres nach Dörverden.



Weserfähre Hoya.



Pferde vor dem Verdener Dom.



Markanter Blickfang: der weiße Rathausturm.



Schiffsanleger in Verden.



Verdener Domplatz.



Der Verdener Dom.


Links
Niedersächsische Spargelstraße e.V.  

Die DVD zum Spargelradweg
Trailer bei YouTube - Info/bestellen