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Autor: Dieter Hurcks Copyright 1/2010

Radeln entlang der Niedersächsischen Spargelstraße (4): Blütenpracht und Nikolaus

Eine Tour entlang der Spargelstraße ist nicht nur für Gourmets ein Genuss, auch Radler kommen voll auf ihre Kosten - nicht nur während der Spargelzeit. Diese Etappe führt ostwärts nach Wildeshausen, das viele nur von der Autobahnabfahrt her kennen. Ein Besuch lohnt! 
Teil 5
- Übersicht mit Tagestouren
GPS-Track 04 Cloppenburg-Wildeshausen

Einträge für
Zimmervermieter

Quartiere an
Fernradwegen in
Deutschland

Von Cloppenburg
nach Wildeshausen

Von Cloppenburg geht die Tour entlang der Niedersächsischen Spargelstraße bis zu deren westlichstem Zipfel, den Orten Molbergen und Lindern, danach über Garrel und ostwärts durch die Ahlhorner Heide über Großenkneten nach Wildeshausen. Eine der landschaftlich schönsten und abwechslungsreichsten Etappen des Spargelradwegs.

  • Auf einen Blick
  • Strecke: meist flach, 74 km
  • landschaftlich reizvolle Strecke meist abseits der Straßen
  • kaum Steigungen
  • schmucke Dörfer und stille Flüsse und Seen
  • Museumsdorf Cloppenburg

Wer Cloppenburg besucht und sich für Historisches interessiert, kommt um einen Abstecher zum Museumsdorf nicht herum. Da es gut ausgeschildert ist, lässt es sich auch leicht finden. Über eine Brücke gelangen wir zum Museumsgelände. Das Museumsdorf ist eines der größten und ältesten Freilichtmuseen Europas. In  alten Gebäuden aus dem nordwestdeutschen Raum wird das Alltagsleben ländlicher Bevölkerungsschichten von der frühen Neuzeit bis heute anschaulich präsentiert. Nach der Besichtigung geht's weiter: Zurück über die Brücke, westwärts auf der Osterstraße bis zur Kurve, wo ein Schild "Geestweg" nach links in die Fußgängerzone zeigt. Linker Hand liegt die Stadthalle, ein paar Meter weiter geht es nach rechts in eine schmale Gasse. Am Parkplatz vorbei erreichen wir die Ampel, biegen rechts ab und bei der Brücke gleich wieder links. Das Schild "Ambühren 4 km" weist uns den Weg.

Entlang des Flüsschens Soeste radeln wir aus der Stadt. Hinter einer Holzbrücke geht`s scharf links weiter - und hallo, da ist ja auch das Geestweg-Schild wieder! Bald unterqueren wir eine laute Straße, biegen danach links ab und finden uns in der Stille der Natur wieder. Aus moorigem Wald läuft hier und da Wasser über den asphaltierten Radweg, Vögel zwitschern ihr fröhliches Lied. Die laute Stadt ist schon nach kurzer Wegstrecke ganz weit weg. Die Soeste mäandert stark, und der Radweg folgt ihr unbeirrt. Links Kühe, rechts Schafe, ein fröhliches Moin von Spaziergängern - der Tag lässt sich gut an, zumal auch die Sonne scheint. Bald sehen wir links den Ambührener See liegen, radeln aber geradeaus an ihm vorbei zur Straße und folgen der Beschilderung nach Ambühren. Zwischen Feldern mit frisch-grüner, schon Ähren treibender Wintergerste, gerade gekeimtem Mais und Kartoffeln geht`s Richtung Schmertheim (Schild: 1 km). Wir erreichen die Straße mit dem Soestenkrug (schöner Biergarten) und radeln auf dem straßenbegleitenden Radweg nach Molbergen. Unterwegs lädt am Waldrand ein Pausenplatz zum zweiten Frühstück. In Molbergen gibt`s gleich gegenüber dem Rathaus einen Fahrradladen.

Abstecher nach Lindern
Von Natur geprägt ist die kleine, aber rege Gemeinde Lindern, die wir von Molbergen aus ansteuern können. In und um den Ort locken 5000 Jahre alte Hünengräber. Schmucke Bauernhäuser und große Gehöfte prägen das Bild. Lindern liegt mit Molbergen im westlichsten Zipfel der Spargelstraße. Strecke: Molbergen, Ermke, Großenging, Lindern, Peheim, Dwergte, Molbergen (Länge: ca. 26 km).

Ausflug zur Talsperre 
Nun heißt es sich entscheiden, welchen Weg wir nach Garrel wählen. Wir nehmen schließlich den kleinen Umweg in Kauf, über Stalförden und Resthausen zum Naturschutzgebiet Thülsfelder Stausee zu radeln. Es lohnt sich! Ein herrlich gelegener See. Wir nehmen zunächst den Weg Richtung Varrelbusch. Hinter dem Gut Stedingsmühlen (Café-Restaurant, Biergarten) biegen wir links ab in die Straße Göskenort und rollen geradeaus weiter auf dem Pflasterweg bis zu einem Bauernhof, dort rechts und nach den Stallgebäuden links leicht bergauf weiter. Weiter geht`s hinter dem Dorf Resthausen mit seinen herrlichen Rhododendronalleen und alten Eichen  auf dem Petersfelder Weg gen Norden. An der Wegegabelung nehmen wir den mittleren der drei Wege und erblicken bald das Schild "Thülsfeld 6 km".

Kurz darauf erreichen wir eine Straße, die links zum Hotel Dreibrücken (mit Biergarten) führt. Alternativ kann der Urlauber auch die moderne Jugendherberge zum Übernachten wählen. Wir radeln jedoch geradeaus weiter und biegen am Ende der Straße nach links zum See ein - schöner Platz für eine ausgedehnte Pause am weißen Strand. Anschließend folgen wir dem beim Haus Waldesruh angebrachten Schild "Thülsfeld 2 km". Auf rotem Backstein rollen wir am Strandhotel Dittrich vorbei, natürlich mit Biergarten und Spargelkarte, bis zur Staumauer. Dort rechts über ein Flüsschen zur Straße und dem Schild "Garrel 8 km" folgen. In Garrel begrüßen uns gleich das Schaufenster von Fahrrad-Potthast in der Schulstraße und das Hotel zur Post in der Ortsmitte. Ein Schäfer mit Schaf und ein bisschen Heide drum herum wird zum Blickfang auf dem Platz. Nächstes Ziel ist Nikolausdorf, wo eine hölzerne Tafel den Bischof Nikolaus mit Kindern darstellt.

Durch Geest und Moor 
Beim Auehof biegen wir nach rechts und  kurz darauf nach links in den "Radweg durch Geest und Moor", folgen ein Stück der Beschilderung Richtung Wardenburg, biegen aber nach der Gaststätte Meyer rechts ab. "Halenhorst 2,4 km" informiert uns der Wegweiser. An der Ecke Beverbrucher/Halenhorster Straße (Abzweigung nach Littel, Schild: 6 km) rechts halten und gleich links in den Haschenbroker Weg, der uns geradewegs nach Döhlen führt. Hinter der Autobahnbrücke lädt eine Bank zum Verweilen. Bald überqueren wir eine Landstraße. "Döhlen 3 km" informiert ein Schild. Der gelb blühende Ginster vor dem Windpark und weiß getupftem Himmelsblau gibt ein gutes Fotomotiv her. In Döhlen radeln wir auf dem Radweg R 3 bergab, sehen rechts die Schlote der Erdgasaufbereitungsanlage und folgen im Dorf dem Schild "Großenkneten 2,8 km". Dort angelangt, erblicken wir Rita Ottens Fahrradladen, radeln durch den Ort, fotografieren das schön restaurierte Gr. Karkenhus neben der Kirche  und erfahren von einem freundlichen Lehrer, dass Großenkneten eine hervorragende Eisenbahnanbindung nach Bremen und Osnabrück besitzt.  

"Großenkneten gehört zu den frühesten Kirchengründungen im Landkreis Oldenburg, und ein Vorgänger der Marienkirche wurde vermutlich im 9. Jahrhundert an der Stelle der heutigen Kirche errichtet. ... Nach 1450 wurde der Südflügel angebaut, auf dessen Ostseite Wandmalereien aus der 2. Hälfte des 15. Jahrh. gefunden wurden. 1789 entstand ein neuer Raum für die Altarkanzel. 1819-21 wurde die Kirche innen komplett umgebaut und erneuert. Der Kirchturm stammt von 1873. Als 1959 die Kirche erneut vollständig umgebaut und renoviert wurde, erfolgten auch archäologischen Ausgrabungen, die die o.g. Geschichte des Kirchenbaus aufklärten. ...
Gegenüber der Kirche steht das sog. Karkenhus (Kirchenhaus) von 1838, das unter Denkmalschutz steht." Quelle: http://www.ahlhorn-umzu.de/ah_gk.htm 

Alte Kultstätten 
Die geschichtliche Entwicklung der Gemeinde Großenkneten lässt sich weit zurück verfolgen. Zahlreiche vorgeschichtliche Funde erlauben den Rückschluss, dass der Großenkneter Raum schon früh besiedelt war. In der Ahlhorner Heide zeugen noch gut erhaltene Großsteingräber, welche in der jüngeren Steinzeit (8.000-2.000 v. Chr.) errichtet worden sind, von der sagenumwobenen Megalithkultur. Diese steinernen Anlagen gehören somit zu den ältesten Kultstätten Europas. In Zusammenhang mit der Besiedlung steht die Bildung der Esche (Ackerfluren, die Verbindung zum Wasser hatten). Ortschaften wie Großenkneten, Huntlosen, Döhlen und Sage, die aus solchen Eschsiedlungen hervorgegangen sind, werden bereits zu Beginn des 9. Jahrhunderts urkundlich erwähnt. In den heutigen Grenzen besteht die Gemeinde seit der Gebietsreform 1933. Sie wurde durch die Eingliederung der ursprünglichen Gemeinde Huntlosen in die Gemeinde Großenkneten gebildet.

Nach Dötlingen 
Nach diesem Exkurs folgen wir zunächst dem Schild nach Wildeshausen (15,5 km) bzw. Dötlingen (10,4 km). Bald biegt nach rechts der Radweg R 2 Richtung Steinloge ab, von wo der Weg, der das Gräberfeld Hespenbusch passiert, nach Moorbek abzweigt (Abzweig Pallast, dort geradeaus, beschildert mit Moorbek 1 km, Dötlingen 5,7 km). Dort schlagen wir hinter einem  Campingplatz die Richtung Wildeshausen (rechts) ein und können der Verlockung des idyllisch an einem See gelegenen Restaurants Gut Moorbek/Hotel zur Wassermühle (Biergarten / Spargelkarte) nicht widerstehen. Die Pause tat gut. Auf der Straße nach Wildeshausen bleiben wir nur kurz, folgen nämlich wenig später dem Wegweiser links hinauf nach Dötlingen, einem Vorzeigeort der Region. Die Mühe des Aufstiegs lohnt. Wunderschöne Häuser, die herausgeputzte St. Firminuskirche und reetgedeckte Fachwerkhäuser wie das winzige Püttenhus, ein ehemaliger Speicher (Spieker), sind dankbare Fotomotive.

Vor dem ersten Weltkrieg wurde Dötlingen Malerkolonie. Namhafte Künstler, wie Georg Müller vom Siel, August Kaufhold oder auch der eigenwillige Otto Pankok ließen sich von der besonderen Atmosphäre dieser Gegend inspirieren, die auch heute noch spürbar ist.
Nun heißt es, das Ziel Wildeshausen in Angriff zu nehmen. Leider ist die Beschilderung des Hunteweges in Dötlingen nicht lückenlos. Wir radeln durch den Ort, fragen nach dem Weg und biegen hinter dem Schullandheim zwei Mal rechts ab auf den Hunte-Padd. Auf schmalem Pfad radeln wir über die hölzerne Huntebrücke in das Naturschutzgebiet zurück zur Straße und wenden uns links. So erreichen wir, endlich mal wieder zwischen Spargelfeldern radelnd, bald Wildeshausen mit seinem von der Nordwestbahn regelmäßig und komfortabel bedienten Bahnhof.

Firminius-Kirche Dötlingen

Porträt Dötlingen: Ein Ort namens Thutelingen
Dieser Name findet in den Geschichtsbüchern erstmals im Jahre 1203 Erwähnung. Damit gehört das heutige Dötlingen mit 13 Bauernschaften zu den ältesten Orten im Oldenburger Land. Die Gemeinde ist in ihrer wechselvollen Geschichte den verschiedensten Einflussnahmen von Staat und Kirche ausgesetzt gewesen. In jetziger Form existiert sie seit 1933. Großsteingräber der Jungsteinzeit (etwa 4.000-1.800 v. Chr.) sind Zeugen einer frühen Besiedlung dieses Gebietes. Sie wurden erbaut, als aus nomadisierenden Jägern und Sammlern der Altsteinzeit sesshafte Bauern geworden waren. Funde aus dieser Zeit, wie etwa Feuersteinbeile, Äxte und Klingen sind im Museum für Naturkunde und Vorgeschichte in Oldenburg zu besichtigen. Das Dorf Dötlingen selbst nimmt durch seine Hanglage zur Hunte und die zusammenhängenden Wälder eine besondere Stellung in der gesamten Region ein. Es ist ein beliebtes Ausflugsziel für Kurzurlauber. Die über 1.000-jährige Dorfeiche, die St.-Firminus-Kirche und den landschaftstypischen Tabkenhof sollte man nicht versäumen.
Info: www.doetlingen.de

Dötlingen

Schau an: Wildeshausen 
Wollen Sie mal einen Meisterbrief machen? Dann sind Sie in Wildeshausen genau richtig: Das ist eine spaßige kleine Prüfung in verschiedenen Disziplinen. Besonders gut geeignet für Gruppen. Schon Kinder können hier mitmachen und den Gesellenbrief erwerben. Sie kennen das Museum mit dem längsten Namen in Deutschland noch nicht? Dann besichtigen Sie es am besten gleich: das Dampfkornbranntweinbrennereimuseum! Wildeshausen ist eine geschichtsträchtige Stadt, anerkannter Luftkurort und Zentrum des "Naturparks Wildeshauser Geest". Die unmittelbare Umgebung mit ihren Heideflächen, ausgedehnten Wiesen und Weiden, abwechslungsreichen Mischwäldern und reizvollen Flussauen ist ein Paradies für Radfahrer und Wanderer. Die Geschichte der Stadt beginnt bei dem Sachsenherzog Widukind, der in Wildeshausen viele Ländereien gehabt hat. Bereits im Jahre 1270 wurden Wildeshausen die Stadtrechte verliehen. Heute ist Wildeshausen mit ca. 18.000 Einwohnern Sitz der Kreisverwaltung des Landkreises Oldenburg.

Sehenswertes in Wildeshausen 
Alexanderkirche: älteste Kirche und einzige Basilika im Oldenburger Land. Im Innern befinden sich sehenswerte Fresken aus dem 13. Jh., das Triumphkreuz (um 1300), verschiedene filigrane Sandsteinarbeiten wie Sakramentenhaus und Levitensitz aus dem 14. und 15. Jh. und vieles mehr. Remter: neben der Alexanderkirche, ältestes bewohntes Gebäude im Oldenburge Land. Das "Kapitelhaus" diente als Speise- und Schlafsaal der damaligen Chorherren des Stiftes Alexandri. Stadtwall: umschließt die Innenstadt, diente im Mittelalter als Wehranlage, heute stadtnaher Spazierweg. Glockenspiel: Am Nordgiebel des neuen Stadthauses befindet sich seit 1990 das Glockenspiel mit Figurenumlauf. Es besteht aus 23 Bronzeglocken, die elektromagnetisch angeschlagen werden. Zu den Melodien erscheinen sechs aus Lindenholz geschnitzte Figuren aus der Geschichte der Stadt.
Info: Verkehrsverein Wildeshausen, Am Markt 1a, 27793 Wildeshausen, Tel.: 04431-6564, info@verkehrsverein-wildeshausen.de
Info: www.wildeshausen.de  

Teil 5: Von Wildeshausen nach Verden

Teil 3: Von Sulingen nach Cloppenburg 
Übersicht aller Etappen inkl. Rundkurse


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Die 4. Etappe führt von Cloppenburg im Westen nach Wildeshausen, zwischen Großenkneten und Syke.

Das idyllische Flüsschen Soeste mäandert stark.

Riesenfindlinge: Rast bei Molbergen.

Ortseingang Molbergen.

Thülsfelder Talsperre - ein Naturreservat.



Hier macht das Radeln richtig Spaß.

Schäferstatue in Garrel

Nikolausdorf



Windenergieanlagen: An der Straße nach Döhlen.



Gr. Karkenhus in Großenkneten.



Rhododendronblüte im Oldenburger Münsterland.



Idyll und Einkehrmöglichkeit am Gut Moorbek.



Die Hunte bei Dötlingen


Links
Niedersächsische Spargelstraße e.V.  

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