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Autor: Dieter Hurcks Copyright 1/2010

Radeln entlang der Niedersächsischen Spargelstraße (2): Ein Stück Weserradweg

Radelland Niedersachsen: Eine Tour entlang der rund 750 km langen Niedersächsischen Spargelstraße ist nicht nur für Gourmets ein Genuss, auch Radler kommen voll auf ihre Kosten - und zwar auch außerhalb der Spargelzeit. 
Teil 3
- Übersicht mit Tagestouren
GPS-Track 02 Nienburg-Sulingen

Einträge für
Zimmervermieter

Quartiere an
Fernradwegen in
Deutschland

Von Nienburg nach Sulingen

Von Nienburg aus geht die Tour zunächst entlang der Weser, um in Stolzenau wieder nach Norden mit dem Ziel Sulingen zu schwenken. Dabei durchradeln wir ein Stück des Großen Moors, das im Mai in weißer Blüte steht. Auch die Spargelfeste in den Ortschaften lohnen einen Besuch.

2. Ein Stück Weserradweg: Von Nienburg 
über Stolzenau nach Sulingen

  • Auf einen Blick
    Strecke:  90 km, flach
    Spargelstadt Nienburg mit Spargelmuseum und sehenswerter Altstadt
    Großes Moor
    Weser
    Scheunenviertel Schlüsselburg
    beschauliche Städtchen

 

Von Nienburg aus verläuft die Niedersächsische Spargelstraße in einem großen Bogen südwärts bis Landesbergen und Uchte und schwenkt dann wieder nordwärts nach Sulingen ein. Nahezu parallel zur B 215 verläuft der gut ausgeschilderte Weserradweg, einer der beliebtesten Radfernwege Deutschlands. Ab Nienburg wählen wir eine der neuen Alternativrouten auf der westlichen Seite des Flusses. Dazu überqueren wir zunächst den Strom auf der blauen Wesertorbrücke.

Wir folgen auf erstklassigen Wegen der Beschilderung nach Liebenau. Auf den jungen Kornfeldern haben sich durchziehende Gänse zu einer Rast niedergelassen. Der heftige Wind von gestern ist zu einem zarten Lüftchen abgeflaut. 20 Grad und Sonnenschein - optimales Radlerwetter. Links blicken wir auf das Wiesengrün des Weserdeiches. Der Fluss ist in diesem Abschnitt vom Radweg nur sehr selten zu sehen - im Gegensatz zum Oberlauf. Kurz vor dem Dorf Bühren wählen wir die mit weißem Pfeil in blauem Kreis auf rotem Grund optisch deutlich abweichend ausgeschilderte Alternativroute.

Idyllische Alternativstrecke

Im Dorf Bühren überqueren wir die Bahngleise, biegen sogleich nach links und fahren auf der anfänglich gepflasterten schattigen Piste entlang der Bahn in ein reizendes, mucksmäuschenstilles Tal. Statt uns zum Aussichtspunkt oder zur Binner Kirche den Berg hinauf zu quälen, überqueren wir am Ende des Tales die Gleise, nehmen rechts den nächsten Feldweg und radeln neben dem kanalisierten Flüsschen Große Aue zu einem schönen Grillplatz.
In der Ferne grüßt bereits das Kraftwerk Landesbergen mit seinen zwei Schloten und dem riesigen Kühlturm.

Weiter geht die Fahrt, vorbei an Altarmen der Großen Aue, durch die Binner Schlucht bis zu einem Bauerngehöft mit Spargelangebot. Unter der Eisenbahnbrücke radeln wir geradeaus direkt nach Liebenau. Von dort folgen wir der Beschilderung des Alternativ-Weserradweges, die uns durch die Weserauen und über die Brücke nach Landesbergen (9.000 Einwohner) führt. Im Ort gibt es nicht nur Spargelhöfe, Bäcker und Supermarkt, sondern auch die sehenswerte Hochzeitsmühle mit Mühlenhof und alter Weserfähre. Jeden ersten Sonntagnachmittag im Monat kann die Hochzeitsmühle mit Trauzimmer und Heimatmuseum besichtigt werden, dazu gibt es Vorführungen traditioneller Handwerkstechniken wie Spinnen und Weben, gelegentlich auch Backtage.

Zurück über die Brücke - an der Straße wirbt jemand mit "Bed & Breakfast" um Gäste -, führt uns der Weserradweg ufernah durch ein Kies- und Sandabbaugebiet. Kurz vor Stolzenau, dessen verdrehter Kirchturm schon von Weitem grüßt, genießen wir am Weserufer die wärmende Maisonne. Kleine Stadtrundfahrt in Stolzenau. Foto eines beachtlichen Backsteingiebels. Abstecher zum Fluss. Die im Dornröschenschlaf liegende Gaststätte Weserlust am Schiffsanleger wird gerade frisch renoviert.

Schlüsselburg

Nun folgen wir dem Weserradweg in den Flecken Schlüsselburg mit seinem Scheunenviertel, der gedrungenen Sandsteinkirche und der Burg, die von einer mittelalterlichen Festung zu einem Wohngebäude avanciert ist. Über den Schleusenkanal erreichen wir Müsleringen. Hier lädt eine gemütliche Radlerstube mit Biergarten zum Verweilen und zum Klönschnack mit anderen Radlern ein. Woher? wohin? Gute Quartiere gehabt? Die Themen unter Radlern gleichen sich, doch jeder hat andere, ganz individuelle Erfahrungen einzubringen.

Kurz vor Diethe verlassen wir den Weserradweg dort, wo dieser links abknickt, und radeln den Hügel hinauf zur Straße, biegen rechts ab nach Frestorf und rollen links auf der B 215 die 300 m zum Abzweig nach Haustedt. Auf einem breiten Weg passieren wir einige Häuser, fahren am Wegedreieck geradeaus gen Westen und folgen dem Radwegweiser links nach Raddestorf-Huddestorf. Hinter dem Gasthaus Büsching (mit Biergarten) und einem großen Spargelfeld rechts des Weges folgen wir dem Radwegweiser. Beim Wegedreieck verlassen wir den Rundweg Raddestorf nach rechts, folgen der leichten Linkskurve bis zur Bushaltestelle und rollen nun geradeaus in den Ort Höfen. Dort biegen wir rechts ab und radeln, links den neu angelegten Landschaftssee mit Hügel im Auge, die leicht ansteigende Straße in den Flecken Uchte hinein. Dort biegen wir links in die Hannoversche Straße und fahren auf der B 441 in den Ort. Auch die B 61 tangiert Uchte.

In dieser Gegend gibt es jede Menge Spargelfelder, auf denen von zahlreichen Spargelstechern meistens am frühen Vormittag und ab dem Nachmittag das Edelgemüse geerntet wird. Die Arbeiter werden zum Teil mit großen Bussen zu ihren Arbeitsplätzen transportiert. Uchte verlassen wir nach einer kleinen Stadtrundfahrt auf der Mindener Straße und folgen am Ortsausgang dem Schild nach Lohhof. Bald biegen wir von der Straße nach rechts und radeln auf schnurgerader Asphaltpiste durch den Ort.

Großes Moor

Der ausgeschilderte Moorweg biegt links ab, wir fahren auf sandiger werdender Piste so gut es geht weiter und tauchen immer tiefer in die Fauna des Großen Moores ein. Am Ende des Weges öffnet sich der Blick über die ganze Weite des Torfabbaugebietes. Eine Touristengruppe in drei Kleinbussen stoppt dort gerade und hört sich die Erläuterungen sachkundiger Führer an. Wir biegen rechts ab und radeln auf die in der Ferne sichtbaren Häuser zu.  Ein Torfwerk lassen wir links liegen und fahren auf guter Asphaltpiste durchs Moor geradeaus nach Darlaten. An der Kreuzung  links ab, vorbei an einem kleinen Moormuseum bis zur Bushaltestelle "Abzweig  Grüner Jäger", dort rechts ab auf die Böhrde-Höhe und an der Gabelung links nach Holzhausen. In Göthen rechts halten und weiter bis Bahrenborstel, wo es eine Sparkasse, das Gasthaus Krone und sogar noch ein Lebensmittelgeschäft gibt.

Weiter geht's bis zur Kirchdorfer Straße und dort geradeaus hinüber in den Hauskamp und auf dem Weser-Lippe-Radweg bis kurz vor Scharringhausen, vor dem Ortsschild rechts bis zur Bundesstraße 61. Dort weist ein Schild bereits nach Barenburg und Sulingen. Wir aber fahren zunächst in den Ort. Auf dem Radweg neben der Straße erreichen wir Kirchdorf. Ortsrundfahrt, Versorgungsmöglichkeiten, Pause! Auf dem Weg nach Siedenburg verlassen wir Kirchdorf wieder, folgen dem Schild nach Loge, um kurz hinter der Großen Aue links nach Barenburg abzubiegen, dessen Freibad im Sommer sicherlich eine willkommene Abkühlung bietet.

Nach Sulingen

Wir folgen der heimeligen Allee nach links bis zur Hauptstraße. Dort fahren wir nach rechts, ein paar Meter entlang der Bundesstraße, biegen dann links Richtung Varrel ab und machen uns, gleich wieder rechts abfahrend, auf den Weg über Schlahe direkt nach Sulingen. Entfernung laut Schild: 9,1 km. Entlang des wasserreichen Naherholungsgebietes radeln wir, nicht ohne einen Halt bei der historischen Wassermühle, durch ein Wäldchen in den Ort hinein. Beim Rathaus hängt ein Zimmernachweis mit Adressen von Privatvermietern, zwei davon ruhig gelegen einige Kilometer außerhalb angesiedelt. Dazu kommen einige Hotels und Gasthäuser im Zentrum.
Wer sichergehen will, der hat sowieso schon vorgebucht, vielleicht sogar für einen Extra-Tag. Bei der Stadt Sulingen gibt es übrigens einen Tourenplan für Radler und Inline-Skater mit Routen, auf denen sich die Umgebung erkunden lässt. Auch die Stadt mit einigen schönen Fachwerkhäusern, dem Mühlenhofpark und der Langen Straße lohnt einen Besuch. Unsere nächste Station ist die Stadt Diepholz.

Porträt Sulingen

50 km südlich von Bremen, im Zentrum des Landkreises Diepholz, liegt die fast 13.000 Einwohner zählende Stadt Sulingen, eingebettet in einer von Mooren, Wäldern und Landwirtschaft geprägten Landschaft. Urkundliche Erwähnung findet die ehemalige Siedlung Sulegon erstmals im Jahre 1029, die genau 900 Jahre später die Stadtrechte erhält. Durch die Zusammenlegung mit dem damaligen Kreis Grafschaft Diepholz muss Sulingen 1932 den 1885 verliehenen Kreissitz für den Kreis Sulingen an Diepholz abgeben. Eine interessante Vielfalt an Bäumen wird dem Besucher im Mühlenhofpark geboten. Das Mühlenrad an der Kornbrennerei Lüning zeigt den Weg ins Suletal. Ein beliebter Anziehungspunkt ist hier der Mühlenteich mit Wasserrad.

Hier befindet sich das älteste Fachwerkhaus Sulingens, in dem an mehreren Wochenenden im Jahr Kunstausstellungen zu sehen sind. Im Fachwerkhaus werden die städtischen Leihfahrräder zu günstigen Konditionen ausgegeben. Das erst kürzlich eingeweihte Radwegewandernetz bietet auf vorbildlich ausgeschilderten Wegen die Möglichkeit, den Kreis Diepholz mit seinen vielen Sehenswürdigkeiten kennenzulernen. Sulingen hat sich in den letzten Jahren einen Namen als Solarstadt gemacht. Elf Windkraftanlagen und über 200 Solaranlagen auf den Dächern Sulinger Bürger und eine große Reihe von zukunftsweisenden Projekten haben dazu beigetragen, dass die größte europäische Sonnenenergievereinigung Eurosolar die Stadt Sulingen im Jahre 1997 mit dem Deutschen Solarpreis ausgezeichnet hat. Ein großer Arbeitgeber im Ort ist übrigens die international bekannte Firma Lloyd-Shoes. Bekannt ist Sulingen auch für den berühmten "Bullenschluck", der in der Rats-Apotheke hergestellt und verkauft wird.
Info: www.sulingen.de

Porträt Uchte

Die Samtgemeinde Uchte liegt im Südwesten des Landkreises Nienburg (Weser). Sie grenzt im Süden und Westen an den nordrhein-westfälischen "Mühlenkreis" Minden-Lübbecke. Zahlreiche Funde von Urnen, Grabhügeln, Steinwerkzeugen und Knüppeldämmen belegen, dass die Gegend im Wesertal bereits rund 8.000 v. Chr., also in der mittleren Steinzeit, besiedelt war.
Uchte war fast 300 Jahre hessisches Lehen. Erst 1816 kamen die beiden Gemeinden zum Königreich Hannover und nach dessen Auflösung im Jahre 1866 zu Preußen. Nach der Gebietsreform 1974 wurde aus den vormals 20 selbständigen Gemeinden die Samtgemeinde Uchte, Niedersachsens viertgrößte Flächengemeinde, in der rund 15.000 Menschen leben.
Wegen der schwierigen Durchgänge durch die Moore sowie der nur an wenigen Stellen passierbaren nassen Bachniederungen erlangten die Orte zwischen Diepenau und Uchte recht früh verkehrstechnische und strategische Bedeutung. So führte zum Beispiel die Hauptverbindung von Hannover nach Osnabrück, im 19. Jahrhundert auch wichtiger Postweg, über das Territorium der heutigen Samtgemeinde. Mehrere Gaststätten oder Herbergen boten Einkehrmöglichkeiten. Im Schloss zu Diepenau haben "hochgestellte Persönlichkeiten" des hannoverschen Königshauses auf dem Weg nach England häufig übernachtet.

Der Weg von Kreuzkrug über Bohnhorst nach Diepenau trägt heute noch den Namen "Königsweg". Am Anfang des 20. Jahrhunderts war Uchte durch den Bau dreier Eisenbahnverbindungen zusätzlich zu den Straßen ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Die beiden Schmalspurstrecken nach Minden und Wunstorf sind abgerissen worden. Von der Trasse Rahden-Nienburg bestehen nur noch die Gleise nach Rahden, die von einer Museumseisenbahn genutzt werden. Mehrmals im Jahr verkehren planmäßige Züge, die zusätzlich eine kostenlose Fahrradbeförderung ermöglichen.
Info: www.uchte.de 

Teil 3: Von Sulingen nach Cloppenburg


Teil 1: Von Burgdorf nach Nienburg


Übersicht aller Etappen inkl. Rundkurse

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Von Nienburg geht es südwärts entlang der Weser und dann gen Norden nach Sulingen.

Hochzeitsmühle in Landesbergen.

Schönes Giebelhaus in Stolzenau.

Große Schilder führen direkt zum Spargelerzeuger.

Das sehenswerte Scheunenviertel in Schlüsselburg. 



Lichtspiele: Schleusenkanal bei Schlüsselburg.



Das Große Moor bei Uchte.



Spargelstecher bei der Arbeit nahe Sulingen.



Wassermühle in Sulingen. 



Links
Niedersächsische Spargelstraße e.V.

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