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Autor: Dieter Hurcks Copyright 1/2010

Radeln entlang der Niedersächsischen Spargelstraße (14) - Tagestour von 
Burgdorf nach Celle und zurück

Eine Tour entlang der rund 750 km langen Niedersächsischen Spargelstraße ist nicht nur für Gourmets ein Genuss, auch Radler kommen voll auf ihre Kosten - und zwar auch außerhalb der Spargelzeit. Eine Tagestour ab Burgdorf führt in die Residenzstadt Celle. 
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GPS-Track 14 Burgdorf-Wienhausen-Celle

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Kräutergarten und Fachwerk in Celle

Zwischen Braunschweig und Celle, der Elbe und Lüneburg, zwischen Bremen, Cloppenburg und Vechta  im Oldenburger Münsterland, weiter von Nienburg über Hoya nach Soltau erstreckt sich ein ideales, familienfreundliches Radelgebiet ohne größere Steigungen, in dem das delikate Stangengemüse angebaut wird. Eines der kulturellen Highlights ist die alte Residenz und Fachwerkstadt Celle.

 

14. Von Burgdorf über Wienhausen nach Celle und zurück

  • Auf einen Blick
    Strecke: flach, 64 km
    Ruhiges Radeln im Burgdorfer Land und entlang der Aller
    Besuch des Klosters Wienhausen - ein Monument der Backsteinarchitektur
    die alte Residenzstadt Celle mit Kräutergarten, Französischem Garten, Schloss und malerischer Altstadt

Von Burgdorf aus radeln wir auf guten Wegen zunächst zum Kloster Wienhausen und dann weiter nach Celle, einer gut erhaltenen, sehenswerten Fachwerkstatt mit imposantem Wasserschloss. Die Rückkehr kann wahlweise per Bahn oder per Rad erfolgen. Der Rückweg verläuft ohne Steigungen etwa parallel zur Bahnlinie Celle-Burgdorf auf gut ausgeschilderten Wegen. Zusteigemöglichkeiten in Ehlershausen und Otze.

Übernachten in Celle und am Allerradweg

Von Burgdorf, der Spargelstadt mit Fachwerk-Ambiente, geht es diesmal nach Celle, der „schönsten Stadt Deutschlands“. Die Stadt, die im 2. Weltkrieg von den Bombern der Allierten verschont wurde, präsentiert sich als eine Art Rothenburg des Nordens mit vielen komplett erhaltenen Fachwerk-Straßen. In der Spargelzeit gibt es Spargelführungen, ansonsten regelmäßige Stadtführungen. Info: www.burgdorf.de 

Die Tour führt uns weitestgehend über autofreie Wege von Burgdorf über Dachtmissen und Hänigsen nach Nienhagen, dann über die B 214 nach Flackenhorst und weiter nach Bockelskamp. 

Der Findelhof in Bockelskamp, ein alter Bauernhof, der zu einem rustikalen Veranstaltungszentrum mit Flair umgestaltet worden ist, liegt an diesem Tag in seltsamer Ruhe. Kein Antikflohmarkt! Kein Weinfest! Kein Oldtimertreffen. Und Weihnachtsmarkt natürlich schon gar nicht. Einfach STILLE. Nur der Hund kläfft uns an. mehr

Von Bockelskamp machen wir einen Abstecher zum Kloster Wienhausen.

Wienhausen und das Kloster

Was wäre Wienhausen ohne sein Kloster! Schon das Wappen des Ortes weist dieses aus. Eine erste Urkunde aus dem Jahre 1022 nennt den Ort noch Huginhusen. Das soll auf den fränkischen Vornamen Hugo zurückgehen. In alten Quellen werden die Franken Hugones genannt. Sollte hier noch ein Anklang an die Zeit von Widukind und Karl dem Großen vorliegen?
1054 bekommt der Ort Markt-, Zoll- und Schiffahrtsrecht. Später jedoch begünstigte der Landesherr die Stadt Celle. Aus Wienhausen wäre also nie mehr geworden als aus anderen Dörfern, wenn nicht Agnes v. Meißen, die Schwiegertochter Heinrichs des Löwen, ein 1229 in Nienhagen gegründetes Zisterzienser-Nonnenkloster schon wenige Jahre später nach Wienhausen geholt hätte. Das war 1231. Agnes verstarb 1248 und wurde in Wienhausen beigesetzt.

Das Kloster ist ein Juwel niederdeutscher Backsteingotik und Fachwerkbaukunst. Es ist heute wohl das bekannteste der sechs Lüneburger-Heide-Klöster. Ein Besuch des Klosters ist lohnend. Es ist eine Schatzkammer und zeigt gotische Kunst im ursprünglichen Zusammenhang, kostbarste Malereien in der Allerheiligenkapelle, gotische Kreuzgänge, Kapitelsaal, Bildwerke, Gemälde und Kulturgeräte - ein Genuss unvergleichlicher mittelalterlicher Klosterkultur.

Besonders sehenswert ist der Nonnenchor mit seiner einzigartigen vollständigen Bemalung von 1335 und einem Schnitzaltar von 1519. Bekannt ist das Kloster auch für seine wertvollen gotischen Bildteppiche aus dem 14. und 15. Jahrhundert.

Geöffnet: Teppichausstellung mit Audioführungen vom 1.7. bis 28.9.: sonntags und an kirchlichen Feiertagen 12-18 Uhr, werktags u. an nicht kirchl. Feiertagen 10-18 Uhr, montags geschlossen. Für Gruppen ist eine Anmeldung unbedingt erforderlich! Tel. 05149 / 186224.

Rathaus Wienhausen: Als Wassermühle 1591 von Herzog Wilhelm dem Jüngeren von Braunschweig und Lüneburg durch einen unbekannten begnadeten Baumeister mit sehr viel Schönheitssinn erbaut. Ein Fachwerkgebäude mit wuchtigem eichenem Holzwerk, wie es in seiner schlichten erhabenen Schönheit in Niedersachsen nur sehr selten anzusehen ist.

Quelle: www.region-celle.de und www.wienhausen.de

Auf gen Celle

Nach dem Wienhausen-Abstecher radeln wir zurück nach Bockelskamp und folgen dort der Beschilderung nach Osterloh. Der Weg dorthin wurde ausgebaut und ist gut befahrbar.  Bald erreichen wir die Alller, wo wir am Ufer im Schatten eines Busches unser mitgebrachtes Mittagsmahl verzehren. Das Wehr überquerend, führt der Weg uns über Osterloh zur Hauptstraße nach Lachtehausen.
Dort biegen wir rechts ein und gelangen nach etwa 200 m wieder links durch den Wald bergab an die Aller zurück. Weiter geht’s hart am Fluss entlang, auf einer Brücke über die rostig braunes Wasser transportierende Lachte, die sich ein paar Meter weiter in die Aller ergießt, zu einem sehenswerten Heilkräutergarten mit angeschlossenem Café. Die Aussicht und Ruhe dort sollte man mindestens einen Cappuccino lang genießen.

Übernachten am Spargelradweg Celle

Denn nun kommt schon Celle deutlich in Sicht. Der Wassersportverein trainiert, die Pfennigbrücke führt uns hinüber in die Altstadt. Wer Celle nicht kennt, sollte unbedingt die Straßen erkunden und sich vom Flair des modernen Mittelalters gefangen nehmen lassen. Celle ist eine Perle der Fachwerkarchitektur, wie man sie in solch geschlossener Formation nur noch selten findet. Insbesondere das Celler Schloss und das Bomann-Museum lohnen einen Besuch.

Wir fahren an der Feuerwache vorbei in die Wehlstraße hinein und gleich rechts direkt zum herrlich gelegenen Bieneninstitut und von dort durch die schattige Allee im Französischen Garten, staunen über den scheinbar im Blumentopf wachsenden Baum und freuen uns am Springbrunnen des Teiches.

Altstadtperle Celle

Die Stadt Celle liegt am Südrand der Lüneburger Heide, ca. 35 km nordöstlich von Hannover, und hat rund 72.000 Einwohner, die in der Kernstadt sowie 17 umliegenden Ortschaften leben.
Erstmals im Jahre 993 als Kellu (Siedlung am Fluß) urkundlich erwähnt, wurde die Stadt 1292 an der Aller einige Kilometer weiter westlich neu gegründet.

Heute verfügt Celle über einen historischen Altstadtkern mit ca. 480 restaurierten Fachwerkhäusern aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. Mittelpunkt sind das seit 1292 erbaute Herzogschloss mit der 1485 eingeweihten Schlosskapelle, die 1308 eingeweihte Stadtkirche mit barocker Ausstattung und der Gruft der Welfenherzöge sowie das Rathaus, das über einen Weser-Renaissance-Giebel und einen der ältesten Gasthöfe Niedersachsens, den Ratskeller von 1378, verfügt.

1786 gründete Albrecht Thaer, Celles größter Sohn, die erste deutsche landwirtschaftliche Versuchsanstalt in den Dammasch-Wiesen (heute Thaers Garten). Celle hat das Prädikat „Schönste Stadt in Deutschland“ im Jahre 2002 nicht zuletzt wegen seiner gepflegten Gärten und Grünanlagen bekommen, in denen zu bummeln ein wahres Vergnügen ist. Highlights sind z.B. der Französische Garten und der neu angelegte Celler Heilpflanzengarten. Er bietet einen Reichtum an unterschiedlichsten Heilpflanzen.

Das weitläufige Gelände - der Garten ist einer der größten seiner Art in Europa - lädt ein zum Schlendern zwischen duftenden Heilkräutern und zum Verweilen am sprudelnden Quelltopf.
Durch Informationstafeln und Einzelbeschilderung erfährt der Besucher gleichzeitig etwas über die einzelnen Pflanzen und wie sich z.B. Pfarrer Kneipp oder Hildegard von Bingen der Heilpflanze bedienten.

Schlossführungen: Das Herzogschloss ist sicher das bedeutendste Bauwerk der Stadt. Es geht auf eine Anlage aus dem 13. Jahrhundert zurück. Im 14. Jahrhundert wurde die ehemalige Burg zum Fürstensitz umgestaltet. Nach Einführung der Reformation unter Herzog Ernst dem Bekenner erfolgte ab 1530 der Umbau zu einem Renaissanceschloss. Während der Regierungszeit Herzog Georg Wilhelms (1665-1705) und seiner Gemahlin Eléonore d’Olbreuse fanden umfangreiche Um- und Ausbaumaßnahmen statt, die dem Schloss sein bis heute vorherrschendes barockes Erscheinungsbild gaben.

Nach dem Tod Georg Wilhelms wurde das Celler Schloss nicht mehr regelmäßig bewohnt. Von 1772 bis 1775 lebte die dänische Königin Caroline Mathilde nach ihrer Scheidung von Christian VII. im Ostflügel des Schlosses, 1839/40 wurde es unter Leitung des hannoverschen Architekten G.L.F. Laves zur Sommerresidenz des hannoverschen Hofes ausgebaut. Das Schlosstheater, das um 1674/75 eröffnet wurde, ist das älteste mit einem eigenen Ensemble ständig bespielte Theater Deutschlands.

Die Besichtigung der historischen Schlossräume und der Schlosskapelle ist nur im Rahmen einer dreiviertelstündigen Führung möglich. Führungen sind täglich außer montags: Januar bis März sowie November bis Dezember 11 und 15 Uhr, April bis Oktober stündlich von 11 bis 15 Uhr.
Info: Tel. +59 (5141) 1212, E-Mail info@tourismus-region-celle.de  
Quellen: www.celle.de  und www.region-celle.de  

Celler Straßenkunst: An der Ecke Stechbahn/Poststraße: eine Bronzeplastik des 1920 geborenen französischen Bildhauers Jean Ipousteguy mit dem Titel „Homme passant la porte“ (Ein Mann durchstößt die Pforte). Das 1966 entstandene Werk befindet sich im Besitz der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und steht seit 1992 an dieser Stelle. Mit Hilfe mythischer Zitate versinnbildlicht es das Sterben als bewussten Akt und setzt es in Gegensatz zu einer modernen Erscheinung, dem besinnungslosen Vorwärtshasten, in dem der Mensch vom Tod überrascht wird.

Der Kopf eines Hundes weist auf den Höllenhund Cerberos und die Münze in der Hand des Mannes auf den Obolos, das Geldstück, das man dem Fährmann für den Transport über den Styx in das Reich des Totengottes Hades zu übergeben hatte. Wülste am Hinterkopf deuten auf Reste frisch abgeschnittenen Haares; die Gattin des Hades, Persephone, schnitt in der Sage einigen in das Totenreich Eingekehrten die Haare ab. Geistige Zusammenhänge gewinnen plastische Gestalt: Ipousteguy gilt als einer der bedeutendsten Vertreter des Neuen Realismus in der Plastik.

In der Nähe des Schwimmbades erreichen wir die Sägemühlenstraße, überqueren die B 3, folgen der Jägerstraße, dann der Fuhsestraße nach links und unterqueren auf der Wiesenstraße die Bahn. Nach den Schienen gleich links auf der Riemannstraße/Denickestraße Richtung Süden.

Entlang der Hasenbahn fahren wir auf die Straße Krähenberg, bis wir auf die Fuhrberger Landstraße stoßen. Dort links ab. Bald sehen wir das Schild, das uns zur Waldwirtschaft „Alter Kanal“ leitet. Im idyllischen Biergarten gönnen wir uns die verdiente Pause. Das Juwel Cellescher Gastronomie bietet zu fairen Preisen eine Speisekarte mit großer Auswahl. Auch der Spargelfreund findet in der passenden Jahreszeit sicher das ihm mundende Gericht.
Irgendwann müssen wir dann doch weiter, schieben übers Biergartengelände bis zu Kanalbrücke, fahren anschließend gleich links und am Feldrand auf der Straße Schwarzerden bis zur Fuhrberger Landstraße, dort rechts, hinter der Apotheke links in das Wohngebiet.
Wir folgen dem fast zugewachsenen Schild „Naturfreundehaus“, schließlich dem hölzernen Wegweiser über Dasselsbruch, fahren am Adamsgraben auf dem neu angelegten Radweg entlang, biegen in die Theaterstraße ein und erreichen Großmoor. Dort nehmen wir gleich in der Verlängerung den Kurfürstendamm.

Am Knick bleiben wir auf Südkurs, auch wenn der Weg etwas schlechter wird, und sehen schon die Segelflieger über dem Flugplatz Ehlershausen kreisen, wo eine weitere Verschnaufpause, bei etwas Glück sogar mit Flugbetrieb, angesagt ist.
Südlich am Flugplatz vorbei radeln wir, bald wieder auf Asphalt, leicht bergan Richtung Ramlingen, passieren das Wasserwerk und den Golfplatz und erreichen die Ortsmitte. Von Ramlingen führt der Weg über die ausgeschilderte Hauptstraße (Messenberg), auf der Brücke über die B 3 hinweg, nach Otze und zurück nach Burgdorf.

Fazit: Eine abwechslungsreiche Tour, auf der es viel zu sehen gibt. Jede Menge Natur, aber auch viele kulturelle Highlights - besonders natürlich das „Denkmal“ Celle.
 

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Stadtführung in Burgdorf zum Thema Spargel.



Per Fahrrad zu den Burgdorfer Spargelfeldern.


Schöner Pausenplatz: Am Allerwehr.



Sehenswert: Celler Kräutergarten an der Aller.



Französischer Garten in Celle.



Löwenstark: Celles Fachwerk-Altstadt.



Celles Rathaus, natürlich mit Ratskeller.



Das herzögliche Residenzschloss von Celle.

Rathaus, Kirche, Fachwerk: Celles Postkartenansicht.

Blütenpracht im Celler Stadtpark.



Im Celler Stadtpark lässt sich´s gut pausieren.



Burgdorfs Innenstadt ist seit Oktober 2009 durch eine Umgehungsstraße vom Durchgangsverkehr entlastet.


Links
Niedersächsische Spargelstraße e.V.  

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