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Autor: Dieter Hurcks Copyright 1/2010

Radeln entlang der Niedersächsischen Spargelstraße (11) - von Hankensbüttel nach Gifhorn

Eine Tour entlang der rund 750 km langen Niedersächsischen Spargelstraße ist nicht nur für Gourmets ein Genuss, auch Radler kommen voll auf ihre Kosten - und zwar auch außerhalb der Spargelzeit. Diese Etappe führt von Hankensbüttel nach Gifhorn und ist, wie die anderen, auch außerhalb der Spargelzeit durchaus attraktiv - und vor allem familienfreundlich.
Teil 10 - Teil 12 - Übersicht mit Tagestouren
GPS-Track 11 Hankensbüttel-Edemissen

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Zimmervermieter

Quartiere an
Fernradwegen in
Deutschland

Sagenhaftes Heide-Idyll

Von Hankensbüttel nach Gifhorn

Strecke: durchweg flach, ca. 45 km

  • Auf einen Blick
    Jagdmuseum in Oerrel
    Heidelandschaft Heiliger Hain
    Mühlenmuseum in Gifhorn mit 100.000 qm großem Freigelände



Von Hankensbüttel geht es meistens auf ruhigen Wegen und verkehrsarmen Straßen durchs 'Löns-Land' südwärts nach Gifhorn, wo Schloss, Mühlenmuseum und die Altstadt eine Besichtigung wert sind.
Diese Etappe ist Teil eines Rundkurses entlang der Niedersächsischen Spargelstraße, kann natürlich auch als Einzeletappe gefahren werden.



Umgeben von gepflegten Dörfern liegt Hankensbüttel, der staatlich anerkannte Luftkurort, in einer abwechslungsreichen, sanft hügeligen Landschaft mit tiefen Wäldern, Bächen, Heide- und Moorflächen, die angenehm zu durchradeln sind. Der Ort selbst wurde im 6. bis 8. Jahrhundert besiedelt und 1051 erstmals erwähnt. Hankensbüttel besitzt eindrucksvolle Zeugen der Vergangenheit. In der Mitte des Ortes liegt die über 1.000-jährige St. Pankratiuskirche.

Sehenswert sind auch die St.-Georgs-Kirche und das Erich-Weniger-Haus in Steckhorst.
Von Hankensbüttel aus folgen wir der Beschilderung nach Oerrel. Der Weg führt zunächst nach Emmen und biegt dort kurz hinter dem Gasthaus Pasemann rechts ab: "Oerrel 6,5 km". Wir folgen dem leicht ansteigenden Weg und atmen die Stille der Landschaft: Mischwald mit Kiefern und Birken, dazwischen Felder. Vor einer Ölstation der RWE geht`s rechts weiter. Auffällig viele Autos kommen uns auf dieser schmalen, entlegenen Straße entgegen.

Jagdmuseum in Oerrel

Bald erreichen wir das Dorf Oerrel, wo das schmucke Jagdmuseum Wulff eine Besichtigung lohnt. Es befindet sich etwa 600 m östlich des Ortskerns, ist aber an diesem Morgen noch geschlossen. So schauen wir uns den wohl ziemlich einzigartigen Fallenlehrpfad an.

Das Jagdmuseum in Oerrel (Landkreis Gifhorn / Niedersachsen) zeigt eine der größten Trophäensammlungen Europas und Großwildtrophäen aus Afrika, Nordamerika und Alaska sowie eine Abteilung „Jagd früher und heute" mit Jagdwaffen-Ausstellung.

Besonders sehenswert sind die Wildschwein-, Dam- und Rotwild-Freigehege sowie verschiedene Lehrpfade.
Öffnungszeiten: Mi.-Sa. 14-18 Uhr, So. 13-17 Uhr, Aug. u. Sept. zusätzlich Mo. u. Di. 14-17 Uhr. Vom 1. Dez. bis 28. Februar ist nur an den Wochenenden sonnabends und sonntags von 14-17 Uhr geöffnet. Gruppen jederzeit auf Anmeldung. Anfragen: Tel. +49 (5832) 2233.
Quelle und mehr: www.jagdmuseum-wulff.de/home.htm 

In Oerrel biegt von der Straße, die Richtung Wesendorf führt, nach rechts der beschilderte Weg nach Langwedel ab. Fährt man jedoch ein Stückchen weiter in den Ort hinein, erblickt man rechts das Gasthaus "Heidequelle" - mit Pension und einem besonderen lukullischen Angebot: Heidschnucken-Essen. Wer da widerstehen kann, radelt die Straße hinunter bis zum Ortsende. Weil die in der Karte verzeichnete "Lenschemühle" nach Auskunft einer älteren Dame seit ihrer Jugendzeit nicht mehr existiert, nehmen wir die Landstraße nach Langwedel unter die Räder. Als die ersten Häuser auftauchen, stoßen wir auf eine Wegekreuzung. Von rechts kommt die Straße aus Richtung Repke, links biegen wir in die Hauptstraße. Bald erreichen wir eine Wegegabelung. Beide Wege - der linke, unbeschilderte, den wir schließlich auswählen, ist 2 km kürzer - führen zu einem romantischen Pausenplatz und anschließend weiter zur Landstraße. 

Lönsstein und Heiliger Hain

Diese Hankensbüttel mit Wesendorf verbindende Straße, Teil der Niedersächsischen Spargelstraße, überqueren wir. Nach den bislang hervorragenden Asphaltwegen müssen wir uns nun auf ein etwas unsanfteres Vorwärtskommen einstellen. Dafür wird es idyllisch: Heidekraut überwuchert den Waldboden, und nach einem Kilometer Holperstrecke gelangen wir zum Lönsstein. Auch hier ehrt man den Heidedichter, der in der ganzen Gegend seine Spuren hinterlassen hat. Schon wieder Pause machen?

Bei Wikipedia lesen wir über Hermann Löns, der u.a. als Journalist in Hannover seinen Lebensunterhalt verdiente: Hermann Löns gilt als Heide-Dichter und Heimatschriftsteller. Er selbst war Stadtmensch und Intellektueller. Als Reaktion auf die aufkommende Verstädterung zu Beginn des industriellen Massenzeitalters hing sein Herz am kargen Sandboden der Heide und ihren Bauern. Er wohnte wochenlang in seiner Jagdhütte im Westenholzer Bruch. Von dort ging er auf die Pirsch in Wald, Heide und Moor und verfasste mehrere seiner Werke. Viele Werke beinhalten Tier- und Jagdgeschichten sowie Landschaftsschilderungen. Seine Prosa ist von Natureindrücken geprägt. Dass die Jäger zu Hegern wurden, wird auf die Aktivitäten des passionierten Jägers Hermann Löns zurückgeführt. Seinen Schriften kann man entnehmen, dass ihm lebende Wildtiere wichtiger waren als die tote Jagdbeute. Löns setzte sich für die Gründung des ersten deutschen Naturparks 1911 in der Lüneburger Heide ein." Quelle und mehr

Der Asphaltweg ist beschildert und führt Richtung Betzhorn. Eine Infotafel neben dem Lönsstein liefert Wissenswertes über das Naturschutzgebiet Rössenbergheide-Wülsenmoor und über das hier vorkommende Torfmoos. Was nun auf uns zukommt, ist das wunderschöne Naturschutzgebiet Heiliger Hain. Wer gut zu Rad und gegebenenfalls zu Fuß ist, kann bei der Schutzhütte rechts des Weges den (ziemlich versteckt) ausgeschilderten Wanderweg nehmen und hinauf ins Heideparadies fahren bzw. schieben. Ein kleines Schild links des Weges, angebracht an dem großen hölzernen Hinweis auf den Lönsstein, weist ebenfalls rechts hinauf. Leicht zu übersehen!

Wer die leichtere Lösung bei längerer Strecke bevorzugt, fährt, vorbei am Gasthaus Heidekrug, nach Betzhorn hinein und folgt dort rechts dem unübersehbaren Wegweiser zum Heiligen Hain. Auf jeden Fall sollte man sich aus beiden Richtungen bald beim Schafstall einfinden, der dem Heidegebiet sozusagen den Bilderbuch-Status verleiht.

Bei Wikipedia lesen wir u.a. über den Heiligen Hain: "Der Heilige Hain ist das größte Heidegebiet im Landkreis Gifhorn. Es befindet sich auf dem Hang des Könnschiersberges, einem Grundmoränenhang auf 80 m über NN, und zieht sich zur Niederung des Oerrelbaches hinunter. Das Gebiet ist von zahlreichen Wanderwegen durchzogen. Es weist eine typische Heidelandschaft auf, die sich in trockenere und feuchtere Zonen gliedert. Entsprechend ist der Bewuchs unterschiedlich, aber in den Pflanzengesellschaften typisch für einen Ausläufer der Lüneburger Heide. Auf der trockenen Sandheide finden sich neben den typischen Heidepflanzen wie Besenheide und Wacholder beispielsweise Glockenheide und verschiedene Ginster. Feuchte Moorheide ist ebenfalls vorhanden. Es gibt auch einen kleinen Wald aus Kiefern, Fichten, Eichen und Birken in urigen Wuchsformen.

Die Tierwelt ist mit Kreuzottern, Blindschleichen, Zaun- und Waldeidechse sowie zahlreichen Insekten wie Sandbienen und Schmetterlingen vertreten.

Im Norden des Gebietes liegt ein Gedenkstein, der an den Heidedichter Hermann Löns erinnert. Er wohnte 1912 zwei Monate im nahen Wahrenholz. Als einziges Gebäude im Naturschutzgebiet gibt es einen historischen Schafstall." Quelle und mehr

Nach Wahrenholz 

Nach diesem Ausflug in das Lönssche Naturidyll radeln wir in Betzhorn rechts in die Schmiedestraße hinein und bis zur Landstraße. Die 2 km "Abstecher" von Betzhorn nach Wahrenholz nehmen wir gerne auf uns. In der Ortsmitte, gleich gegenüber der spitztürmigen Kirche, bildet eine vom Gesangverein Massen (Ruhrgebiet) gestiftete Kohlenlore einen Blickfang. Zwei Hotels in Kirchnähe bieten den Radfahrern Quartiere und Mahlzeiten an.

Übernachten am Spargelradweg Wahrenholz

Gestärkt durch eine kräftige Mahlzeit in Meyers Gasthaus, radeln wir auf der wenig befahrenen Betonstraße nach Weißenberge (Schild: Teichgut) und ab der Bushaltestelle links auf dem Westerholzer Weg weiter über Westerholz nach Wesendorf, wo gerade der gesamte Dorfmittelpunkt ausgekoffert worden ist: Unser Dorf soll schließlich schöner werden. Nun verlassen wir die Zivilisation und begeben uns in die "Waldeinsamkeit". Wir durchradeln Wesendorf, bis wir an den Radwegweiser "Kästorf 9 km" gegenüber der Straße Fuhrenmoor gelangen. Dort biegen wir folgsam links ab und lassen bald die Bebauung hinter uns. Nach wenigen Kilometern stoßen wir auf den mit Blockwegweisern ausgeschilderten und an dem neben dem Sandweg angelegten "Radler-Pfad" erkennbaren Radfernweg Braunschweig-Lüneburg.

Gifhorner Mühlen, Schloss und Altstadt

Diesem folgen wir nun über Kästorf, wo wir (keine Wegweisung!) nach links in die Straße Zum Isetal einbiegen. Am Ende links ab, über die Isebrücke und hinter der Rechtskurve am verrosteten Wehr rechts in den Wald hinein. Neben dem Graben radelt es sich wegen der vielen Huftritte von Pferden etwas holprig. Sei`s drum: Bald gelangen wir an die vielbefahrene Bundesstraße 188, die wir überqueren und uns im Wald immer rechts halten. Nach kurzer Strecke geht der Weg rechts an einer Schranke vorbei hinunter ans Wasser. Wir folgen dem Flüsschen, erblicken rechts das Gifhorner Mühlenmuseum und vor uns das Welfenschloss. Gifhorn ist erreicht!

Unter http://www.muehlenmuseum.de finden Sie viele Informationen über die Geschichte des Museums und seine Entwicklung bis heute:

"Das Internationale Mühlenmuseum Gifhorn öffnete im Jahre 1980 seine Pforten für die Besucher. Zu dieser Zeit gab es neben der Ausstellungshalle drei Originalmühle zu besichtigen. ... Jahr für Jahr wurde das Museumsgelände erweitert und durch Original-Nachbauten ergänzt.
Das Kernstück der Museumsanlage ist die 800 qm große Ausstellungshalle. Hier stehen ca. 45 Wind- und Wassermühlenmodelle aus aller Herren Länder. Sie sind naturgetreu und maßstabsgerecht den Orginalen in allen Einzelheiten verkleinert nachgebaut."

Selbstverständlich statten wir der Innenstadt mit ihrer gemütlichen Fußgängerzone und vielen schönen Fachwerkhäusern einen Besuch ab. Gifhorn hat einen Stadtbahnhof, von wo aus man in 80 Minuten nach Uelzen fahren kann. Der eigentliche "Hauptbahnhof" liegt ein paar Kilometer außerhalb an der Braunschweiger Straße an der Schnellbahnstrecke Wolfsburg-Hannover.
Gifhorn bietet sich für eine Übernachtung und einen Abendbummel geradezu an. Eine lebendige Kleinstadt mit einem großen Angebot an Geschäften und Kulturaktivitäten.

Auf der Homepage der Stadt ist zu lesen: "
Gifhorns größte Sehenswürdigkeit ist das Mühlen-Freilichtmuseum mit seinen 16 Mühlen.

Die Spuren von 800 Jahren Geschichte spiegeln sich wider in historischen Gebäuden wie dem Welfenschloss, dem Kavalierhaus oder dem Alten Rathaus. Gifhorn ist im Mündungswinkel der Flüsse Aller und Ise gelegen und entwickelte sich am Wegekreuz der alten Salzstraße von Lüneburg nach Braunschweig und der Kornstraße von Celle nach Magdeburg. 1196 wurde die Stadt Gifhorn zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Heute leben hier rund 43.000 Menschen.
Die schöne von Fachwerkhäusern geprägt Altstadt bietet vielseitige Möglichkeiten zum Shopping. Gifhorns Gastronomie verwöhnt seine Gäste unter anderem mit regionaltypischen Gerichten, wie Spargel, Heidschnucke oder Ziegenspezialitäten.
Interessante Städte der Umgebung sind Wolfsburg, Braunschweig, Celle, Lüneburg und Hannover."

Quelle und mehr über Gifhorn und die Südheide HIER

Teil 12: Von Gifhorn nach Burgdorf

Teil 10: Von Uelzen nach Hankensbüttel
Übersicht aller Etappen inkl. Rundkurse

Zwischen Gifhorn und Hankensbüttel verläuft auch der Weser-Harz-Heide-Radweg.

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Die DVD zum Spargelradweg
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Kirche in Hankensbüttel


 
Morgennebel zaubert besondere Effekte.

Das Jagdmuseum Wulff in Oerrel.



Einer der zahlreichen Hermann-Löns-Steine steht bei Betzhorn nahe des Heiligen Hains.



Hier ist das Land fahrradfreundlich flach.



Touristenattraktion: Der Heilige Hain lohnt einen Abstecher - ein kleines, komplettes Heidegebiet.



Idyll am Heiligen Hain.



Wacholderheide im Gegenlicht.



Der Wahreholzer Kirchturm ist nur auf dem Foto schief.



Ausgediente Ölpumpe in Westenhjolz.



Am Graben lang zum Mühlenmuseum Gifhorn.



Eine der vielen Mühlen im Freilichtmuseum Gifhorn.



Ein Bummel durch Gifhorns Altstadt ist Pflicht.



Skulptur in der Fußgängerzone Gifhorn.

Links
Niedersächsische Spargelstraße e.V.