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Autor: Dieter Hurcks Copyright 1/2010

Radeln entlang der Niedersächsischen Spargelstraße (10) - von Uelzen nach Hankensbüttel

Eine Tour entlang der rund 750 km langen Niedersächsischen Spargelstraße ist nicht nur für Gourmets ein Genuss, auch Radler kommen voll auf ihre Kosten - und zwar auch außerhalb der Spargelzeit. Von Uelzen geht es auf dieser Etappe über die Schusterstadt Wittingen nach Hankensbüttel. 
Teil 9
- Teil 11 - Übersicht mit Tagestouren
GPS-Track 10 Uelzen-Hankensbüttel

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Deutschland

Schleuse, Löns und
Schusterjunge

Von Uelzen folgt die Route zunächst dem Elbeseitenkanal und erreicht über Bad Bodenteich mit der kleinen, sehenswerten Burg die Schuster- und Brauerstadt Wittingen. Auf meist guten, ruhigen Wegen erreichen wir Hankensbüttel. Auch dese Etappe ist Teil eines Rundkurses entlang der Niedersächsischen Spargelstraße und kann natürlich ebenso als Einzeletappe gefahren werden. als Einzeletappe gefahren werden.  

10. Von Uelzen über Wittingen nach Hankensbüttel

  • Auf einen Blick
    Strecke: ohne Schwierigkeiten, 48 km
    Hundertwasserbahnhof in Uelzen
    Elbeseitenkanal und Schleuse Uelzen
    Brauer- und Schusterstadt Wittingen
    Hankensbüttel mit Otternzentrum

Uelzen, die Stadt im Zentrum der Lüneburger Heide und das westliche Tor zum Wendland, offenbart viele Spuren des Mittelalters, wurde aber über die Region hinaus erst durch den im Stile von Friedensreich Hundertwasser umgestalteten Bahnhof so richtig bekannt.
Wer seine Spargeltour nach der Bahnankunft dort beginnt, sollte sich gleich vor Ort umschauen oder, falls er am Nachmittag Uelzen erreicht, sogar eine der angebotenen Führungen in Anspruch nehmen (siehe Bericht in Teil 9).

Vom Uelzener Bahnhof gelangt man in wenigen Minuten in die Innenstadt, wo sich eine kleine Besichtigungsrundfahrt rund um das Alte Rathaus und die St.-Marien-Kirche lohnt.
Das Touristenbüro befindet sich übrigens im Neuen Rathaus an der Veerßer Straße.
Nach der Rundfahrt ist unser nächstes Ziel der Elbeseitenkanal. Am einfachsten gelangen wir aus der City dorthin über die Hochgraefestraße, biegen rechts in die Esterholzer Straße ein und radeln gleich wieder schräg links leicht hinauf in ein neues Wohngebiet. Am Ende des Wilhelm-Burmeister-Weges sehen wir vor uns schon die Brücke über die Schnellstraße. Hinter der Brücke links und gleich wieder rechts hinunter an den Kanal.

Entlang des Elbeseitenkanals fahren wir der schon von weitem sichtbaren Schleuse entgegen. Die Uelzener Schleuse (siehe Extra-Beitrag in Teil 9) hat eine Besucherplattform, von der aus man den Blick in einen der längsten Schleusentröge Europas werfen kann. Nebenan schaut man in die drei Speicherbecken. Es ist schon imposant, wenn das Wasser bei der Schleusung mit Hochdruck in die Speicher gepumpt wird.

Nach Bad Bodenteich

Nach diesem Ausflug in die Kanalschiffahrt radeln wir weiter südwärts. Kurz vor der Eisenbahnunterführung biegen wir halbrechts in einen durch ein Gatter gesicherten Wiesenweg ein, der bis zur Straße neben der Bahnlinie hinunterführt. Falls das Gatter verschlossen ist, kann man notfalls auch bei der Unterführung den Deich hinunter schieben.

Nach der Kanalunterquerung erreichen wir das Dorf Bollensen. Ein leicht zu übersehendes Radwegezeichen weist den Weg nach rechts in die Poststraße. Immer geradeaus, unbeirrt von einem "Sackgasse"-Verkehrszeichen, radeln wir auf schmaler werdendem Weg gen Wieren. Über einem Flüsschen namens Aue unterqueren wir die Eisenbahn und erreichen Wieren.
Uns an der Hauptstraße rechts haltend, biegen wir hinter Kirche, Villa und Fabrikschornstein beim Radwegweiser nach Bodenteich rechts ab. Ein Ensemble restaurierter landwirtschaftlicher Gebäude linker Hand, die "Ponderosa", fesselt den Blick. Rechts deutet ein prachtvolles Bauernhaus auf den hohen Stellenwert der Landwirtschaft in dieser Region an der Spargelstraße hin. Nun begleiten wir die Aue bis Bad Bodenteich. In Bad Bodenteich sollte man sich die Zeit für einen Ausflug in den Seepark nehmen oder zumindest der alten Burg einen Besuch abstatten.

Herbstfarben

Anschließend geht es in flotter Fahrt auf einem straßenbegleitenden Radweg vorbei an riesigen Spargelfeldern über Neu Lüder nach Langenbrügge. Auch wenn der Autoverkehr nicht so stark war, genießen wir nun die Ruhe auf dem Weg nach Lüben, einem der schönsten Dörfer im Landkreis Gifhorn. Die Lübener Tenne und das "Museum im Dorf" sind die Hauptanziehungspunkte für Ausflügler in diesem Rundlingsdorf. Kinder dürften am Naturerlebnispfad ihre Freude haben. "Erpensen 2 km" steht auf dem Wegweiser, dem wir nun folgen. Dort lädt das Gasthaus Piep zur Einkehr. Fast überall ist die Radwegebeschilderung im Landkreis Gifhorn vorbildlich. Nun sind es nur noch 3 km bis Wittingen, wie der Wegweiser uns mitteilt. Klar, dass in dieser schmucken Kleinstadt erst mal eine Rundfahrt angesagt ist.

Wittinger Braukunst
Das Wittinger Bier wird weit über den Ort hinaus ausgeschenkt. Auf dem Marktplatz hält ein Braumeister zwei Krüge hoch, während ein Schusterjunge auf der Kirchentreppe an die alte Tradition dieses Handwerks in Wittingen erinnert. Eine andere Figurengruppe mit Bauer und Kuh sowie Reiter und Pferd rundet das Kunstensemble auf dem Wittinger Marktplatz ab. Mit einem Besuch des Junkerhofs beschließen wir die kleine Stadtrundfahrt.

Dem Schild Stadthalle folgend, erreichen wir die Schützenstraße und rollen gen Darrigsdorf. An der Wegegabel rechts auf die Windräder zuhalten und vorsichtig die Bahngleise überqueren, denn hier fahren wieder Züge - leider nicht bis Hankensbüttel, wo nur noch eine Museumsbahn verkehrt. Hinter dem Bauerngehöft schlägt der landwirtschaftliche Weg einen Bogen bis ins Dorf. An der Kirche links abbiegen und bis zur Landstraße radeln, dort über Glüsingen auf der Straße nach Alt-Isenhagen, wo das berühmte Zisterzienserkloster gegründet worden ist, weiter zur jetzigen Klosteranlage Isenhagen und der 1.000-jährigen Linde.

Isenhagen

Kloster Isenhagen
Für einen Besuch des nahe gelegenen Otter-Zentrums sollte man allerdings schon ein paar Stunden Zeit mitbringen. Vom Kloster, das besichtigt werden kann, ist es, dem Schild Oerrel/Emmen folgend, nur noch ein Katzensprung nach Hankensbüttel, das stark unter dem Straßenverkehr auf der Bundesstraße 244 zu leiden hat. Für die Übernachtung bietet sich u.a. die am Ortsausgang nahe des Bahnhofs ruhig gelegene Jugendherberge an. Der Bahnhof wird derzeit nur noch für die Museumsbahn genutzt. Allerdings findet immer noch Güterverkehr statt.

Bad Bodenteich

Der fast 1.000-jährige Marktflecken mit seinem gesunden Reizklima hat sich insbesondere auf die Schrothkur spezialisiert, eine Stoffwechselkur zum Entgiften und Entschlacken des Körpers.
Markant beherrscht der 20 ha große Seepark das Erscheinungsbild des Ortszentrums. Von April bis September werden einmal wöchentlich Kurkonzerte im Musikpavillon angeboten. Am zweiten Wochenende im August findet das beliebte Seeparkfest statt, am dritten Wochenende im September sind auf der Burg die Kürbistage angesagt. Ende April/Anfang Mai ist der Burgplatz Ort eines mittelalterlichen Spektakels.

Bodenteich, das nur knapp über 4.000 Einwohner zählt, war ein bedeutender Amtsbezirk, in dessen Lagerbuch im Jahre 1614 immerhin 159 Dörfer und "Eigenständige Höfe" verzeichnet sind. In die Hohheitsgrenzen Bodenteichs waren im 18. Jahrhundert sogar die Stadt Uelzen und das Klosteramt Oldenstadt eingeschlossen.

Ein Zeugnis der Vergangenheit stellt die Burg im Ortskern dar, um 1250 als Wasserburg der Ritter von Bodendike errichtet. Der Rest eines Feldsteinturmes mit acht Metern Durchmesser im Burgkeller stammt aus dieser Zeit. Auf dem noch erhaltenen Rest des Bergfriedes aus dem 14./15. Jh. (Mauerstärke 3,5 Meter) befindet sich eine Aussichtsplattform. Auf dem Burggelände ist eine mittelalterliche Baustelle eingerichtet, die zu bestimmten Terminen in Betrieb genommen wird.

Burgmuseum: Im Mittelpunkt der Ausstellung steht ein Burgmodell. Ausgrabungsfunde aus dem Burgkeller und ein Richtstuhl, Alltagsgeräte, Aussteuer und Kleidung aus den letzten 200 Jahren sowie Steinzeitfunde ergänzen die Ausstellung.
Geöffnet: Mitte März bis Ende Oktober Sa. 14 bis 17 Uhr, Sonn- und Feiertag 14-17 Uhr
Eintritt: 1 Euro, Anmeldung unter: Tel. +49 (5824) 1350.
Bodenteich bietet für seine Größe viele Übernachtungsmöglichkeiten.
Quelle: www.bad-bodenteich.de

Wittingen 
Die Stadt gehört zum Landkreis Gifhorn und besteht aus 25 Ortschaften mit 12.500 Einwohnern, davon 5.000 in der Kernstadt. In ca. 165 Betten können Gäste die Nacht verbringen.
Die Ortschaften Lüben und Rade wurden beim Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Zur Geschichte: Im "Stättlein Witting", 781 erstmals erwähnt, findet der Besucher bis heute eine mittelalterliche Stadtanlage mit Marktplatz und engen Gassen, wie sie ca. 1650 auf einem Merianstich festgehalten wurde. Am Marktplatz steht die trutzige St. Stephanuskirche, gesäumt von schönen alten Fachwerkhäusern.

Seit dem Mittelalter war Wittingen als Schusterstadt bekannt, ein bronzener "Schusterjunge" auf den Kirchenstufen erinnert daran. Ein weiteres Denkmal zeigt den "Braumeister": Seit 1429 wird hier Bier gebraut. Der "Bauernbrunnen" steht für den guten Boden dieser Region, der es den Menschen von Siedlungsbeginn an ermöglichte, Ackerbau und Viehzucht zu treiben. Neben diesen drei Erwerbszweigen haben die Wittinger auch immer gern Handel getrieben. Etwas abseits, umgeben von hohen Bäumen, steht der Junkerhof, in dem ein Heimatmuseum eingerichtet wurde.

Direkter Nachbar Wittingens ist Diesdorf in der Altmark mit seinem Freilichtmuseum.
Noch heute ist die alte Siedlungsform Wittingens zu erkennen. Als Langoval spannten sich damals die Stadtgrenzen zwischen den beiden Stadttoren, dem Celler Tor im Westen und dem Klingentor im Osten. In der Grenzbeschreibung des Bistums Hildesheim aus dem Jahre 781 und in einer Urkunde aus dem Jahre 803, in der Karl der Große dem Bischof von Halberstadt die Grenzen seines Bistums aufzeichnet, ist der Name Wittingen zum ersten Mal genannt worden.

Quellen: www.wittingen.de
www.wittingen-info.com 
www.urlaubsregion-heidmark.de  und Prospekt Urlaubsregion Heidmark. 


Teil 11: Von Hankensbüttel nach Gifhorn

Teil 9: Von Hitzacker nach Uelzen
Übersicht aller Etappen inkl. Rundkurse

Zwischen Braunschweig, Gifhorn und Lüneburg verläuft auch der Weser-Harz-Heide-Radweg.

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Von Uelzen geht es an den beiden letzten Radeltagen über Gifhorn zurück nach Burgdorf.



Der markante Kirchturm von St. Marien in Uelzen.

Brunnen auf dem Uelzener Schnellenmarkt.



Schleuse Uelzen.



Blick von der Schleuse auf den Elbeseitenkanal.



Alte Burg in Bad Bodenteich.



Blick auf die Kirche von Bad Bodenteich.



Idyllischer Pausenplatz in Lüben (Kreis Gifhorn).



Unscheinbar, aber lohnenswert: Lokal in Lüben.



Brauerstadt Wittingen ...

.. und alte Schusterstadt.



Herbstliches Wittingen.


Links
Niedersächsische Spargelstraße e.V.