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Autor: Dieter Hurcks Copyright 7/2015 (Update)

Fünf-Flüsse-Radtour Teil 5 - Teil 1 - Teil 4

Einträge für
Zimmervermieter

Quartiere an
Fernradwegen in
Deutschland

Moselradweg

Von Trier nach Koblenz  

Die Mosel erreichen wir an der Kyll-Mündung bei Pfalzel. Von dort radeln wir aber zunächst die rund 10 km bis Trier, um uns die älteste Stadt Deutschlands anzuschauen. Auf der Rückfahrt hatten wir dann Zeit für Pfalzel. Übrigens: Von Konz an der Mündung der Saar in die Mosel, unweit von Trier, bis nach Koblenz sind es rund 200 km.

Übernachten am Moselradweg in Trier

Von der Kyll nach Trier  
Der Weg führt zunächst durch den Hafen, wo starker LKW-Verkehr herrscht. Zum Überqueren der Mosel in Trier wählen wir die Römerbrücke (2. Brücke), weil es dort erheblich einfacher geht als über die erste Brücke, die nach Kaiser Wilhelm benannt ist.

Kurz zuvor sind auf der rechten Moselseite, direkt am Moselufer, zwei technische Denkmäler zu besichtigen: zwei Hebekräne, Zeugen des ehemals regen Handelsverkehrs. Die Kräne verfügen über ein drehbares Dach, das auf mächtigen runden Unterbauten ruht. Im Inneren befinden sich übermannsgroße Laufräder, die durch Seilzüge und Muskelkraft bewegt wurden.

Die Trierer Römerbrücke über die Mosel stellt den ältesten römischen Brückenbau nördlich der Alpen dar. Auch heute noch ist sie von ihren Ausmaßen und ihrer Stabilität her dem modernen Verkehr problemlos gewachsen.

Von dort gelangt man der neuartigen, ausgezeichneten Beschilderung leicht zu den Kaiserthermen. Sie zählen zu den Hauptattraktionen der Stadt und sind die jüngste der drei römischen Badeanlagen Triers. Zu Anfang des 4. Jahrhunderts begonnen, gehörten sie zu den größten Badeanlagen des römischen Reiches. Noch heute kann man in den Thermen ober- und unterirdisch hautnah Geschichte fühlen und erleben!
Gleich "um die Ecke" befindet sich das Amphietheater.



Als nächstes steuern wir den Kurfürstlichen Rokokko-Palast mit seinen sehenswerten Gartenanlagen und gleich danaben die eindrucksvolle, 30 Meter hohe Halle an: die Konstantin-Basilika. Hier regierten im 4. Jahrhundert die römischen Kaiser. Unbedingt mal reingehen!

Vorbei am Dom erreichen wir bald den Hauptmarkt. Dieser wurde zum Zentrum des mittelalterlichen Triers mit der Steipe, dem Festhaus des Stadtrates mit unmittelbarem Zugang zur Stadtkirche St. Gangolf, dem offiziellen städtischen Ellenmaß (Rekonstruktion) an der Steipe, dem Pranger (in der südlichen Ecke des Marktes versetzt rekonstruiert) und dem Zugang zu Dom und Judenviertel.

Kurz vor dem Hauptmarkt führt rechts die Judengasse in das mittelalterliche Judenviertel. Die hier hergestellten antiken Gewichte mit hebräischen Kleininschriften bezeugen, daß es schon im ersten und zweiten Jahrhundert Juden im römischen Trier gab. Vom elften Jahrhundert an haben wir urkundliche Quellen über eine Trierer Judengemeinde.

1235 ließen vier Juden ihre Häuser auf der linken Seite der späteren Judengasse bauen. Die Keller sind spätromanisch; im heutigen Irish Pub ist noch der zugemauerte Eingang zu einem Fluchttunnel zu sehen, der zur ummauerten Domstadt führte. 
Mehr bei Wikipedia

In der Brückenstraße 10, am Rande der heutigen Fußgängerzone, findet der Besucher das Geburtshaus von Karl Marx. Der Begründer des modernen Sozialismus, wurde dort am 5. Mai 1818 geboren. Sein sozialökonomisches Gedankengut fußt wohl auf der seinerzeit kritischen wirtschaftlichen Lage Triers.

Am Ende der Fußgängerzone steht das schwarze Tor, die Porta Nigra. Sie ist das am besten erhaltene römische Stadttor nördlich der Alpen - eine unvergleichliche Verbindung zwischen der antiken Vergangenheit und der heutigen modernen Stadt. Die Porta Nigra gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO und ist das Wahrzeichen der Stadt Trier. Der Name Porta Nigra stammt aus dem Mittelalter. Ein anderer Name lautete Porta Martis (das Tor des Mars). Von den Trierer Einwohnern wird die Porta Nigra meist nur als "Porta" bezeichnet.

Beim Verlassen der Stadt erblicken wir hoch auf dem Berg eine Säule. Dabei handelt es sich um die Mariensäule, die auf der linken Seite der Mosel, auf dem höchsten Punkt der Stadt errichtet wurde: auf einem Sandsteinfelsen. Auf dem 40 Meter hohen Pfeiler befindet sich die gekrönte Marienstatue. Sie wurde mit Hilfe von Spendengeldern Trierer Bürger 1866 eingeweiht und steht als Erinnerung an die Verkündigung des Dogmas der Unbefleckten Empfängnis Mariens. Quelle: www.trierinfo.de


Über Pfalzel nach Trittenheim
Der kleine Ortsbezirk Pfalzel liegt nordöstlich der Trierer Innenstadt direkt am linken Ufer der Mosel. Eine kleine Radrundfahrt lohnt: Den Ortskern bildet ein historisches Kleinod, das neben den berühmten baugeschichtlichen Schätzen in Trier leider viel zu oft unbeachtet bleibt. Pfalzel bewahrt in seinem Ortsgrundriss und im Baubestand alle Elemente, die den Besucher die kontinuierliche Besiedlung seit der Spätantike und das Wachstum durch die Jahrhunderte erleben lassen. 

Das Haus Kirchplatz 3 gilt als das älteste bewohnte Steinhaus Deutschlands. Es soll aus dem 4. Jhdt. stammen.

Rund um die römische Palastanlage, die Stiftskirche und die bischöfliche Burg sind die Straßen und romantischen Gässchen gesäumt von Häusern, die die Vielfalt der Baustile von der Renaissancezeit bis heute veranschaulichen. Unverwechselbar ist die Wallmauer mit einst sechs mächtigen Bastionen, von denen heute vor allem die Moselbastion noch sehr gut erhalten ist.

Noch heute sind die römischen Überreste in bis zu zwei Stockwerken Höhe in mehreren Gebäuden erhalten; das Pfarrhaus z. B. besteht aus zwei gotischen und zwei römischen Mauern. 
Ähnlich wie der gegenüberliegende Ortsbezirk Ruwer liegt Pfalzel im Hochwassergebiet der Mosel. Seit einigen Jahren schützt ein mobiler Hochwasserschutz, der vom Spätherbst bis zum Frühjahr installiert wird, die Häuser an der Mosel bis zu einem Pegel von über elf Metern.

In Schweich wechseln wir kurz nach dem Alten Fährturm die Moselseite und erreichen Longuich-Kirsch. Ein Hinweisschild zeigt zur römischen Villa Urbana, dem Badetrakt einer aus dem Ende des 2. Jh. stammenden prachtvollen Landvilla. Ergraben und rekonstruiert ist der Ostflügel des insgesamt
110 x 28 Meter umfassenden Komplexes. Mehrräumige Anlage mit Caldarium (Heißbad), Tepidarium (Warmbad), Sudatorium (Schwitzbad), Frigidarium (Kaltbad) und Praefurnium (Feuerungsraum). Angedeutete Säulengänge um einen größeren Innenhof. Mauerreste im Innenhof z.T von einem Vorgängerbau aus der Mitte des 1. Jh (Villa Rustica).
Im Inneren originale Teile des Heiz- und Abflußsystems sowie Badewannen; Rekonstruierter Marmorboden. Der Steinsarg unterhalb der Villa gehörte vermutlich zu einem größeren Gräberfeld in unmittelbarer Nachbarschaft. Quelle: www.longuich.de 

Vorbei an der Alten Burg, 1360 erstmals als Sitz der Familie Plate von Longuich urkundlich erwähnt und heute ein nobles Restaurant, geht es weiter nach Mehring. Dort steht der Alte Moselbahnhof, der heute eine Gaststätte beherbergt.
Wer sich für die Geschichte der Moselbahn interessiert, sollte mal auf diese Seite bei Wikipedia schauen. Mehrere Strecken des Moselradwegs verlaufen nämlich auf früheren Eisenbahntrassen.

www.mosel-reisefuehrer.de/Moseltalbahn/Moseltalbahn01.html 
Die Moseltalbahn, liebevoll auch das "Saufbähnchen" genannt, verband von 1905 bis 1962 Trier mit Bullay und bildete so auf der rechten Moselseite einen Verkehrsstrang, der sämtliche Moselstädte und Dörfer anfuhr, die ja von der Hauptlinie der Eisenbahn nicht berührt wurden. Selbst in den Jahren vor der Einstellung hatte die Bahn noch Fahrgastzahlen, von denen manche Eisenbahnstrecke heute nur träumen kann. Sie war mit ihrem Personen- und Güterverkehr eine Lebensader des Moseltals und eine ganz besondere touristische Attraktion.

Leider hat man gerade die touristischen Aspekte in den 60er Jahren nicht erkannt, vielleicht waren auch Autolobby und "weg damit"- Vorstellungen zu stark. Jedenfalls wurde die ganze Strecke radikal abgebaut und es wurde nicht erwogen, wenigstens Teilstrecken zu erhalten und touristisch zu nutzen.

Aber am Bildschirm lässt sich der Weg von Trier nach Bullay noch nachvollziehen. Wir haben eine Reiseführer-Broschüre aus den 20er Jahren ins Netz gestellt: Reisen Sie mit!

Bei Abendsonne spiegelt sich der markante alte Fährturm von Mehring in der spiegelglatten Mosel. Ein Anblick, der haften bleibt.

Vorbei an der Staustufe Detzem erreichen wir bald Leiwen und radeln kurz darauf über die Brücke nach Trittenheim, wo wir ein Quartier gebucht haben. Ein ereignisreicher Tag endet nach 105 zum Teil recht anstrengenden Kilometern.
Aus einer fränkischen Siedlung gegründet, wurde Trittenheim erstmals 893 urkundlich erwähnt. Die landschaftlich und klimatisch reizvoll gelegene "Mosel-Halbinsel" ist das Urlaubs-, Wein- und Wanderziel vieler Kultur- und Naturliebhaber.

Weinwanderungen auf den Spuren der Römer, vorbei an der sehenswerten St. Clemenskirche (1790), den sieben Pestkreuzen (1654), hin zum Denkmal des Benediktiner-Abtes und Humanisten Johannes Trithemius (1462-1516) auf dem alten Brückenkopf mit Blick in den Steilhang der Trittenheimer Apotheke, gehören in Trittenheim zum Pflichtprogramm.

Zwei Fährtürme (18. Jhd.) sowie der Fährfelsen (Aussichtspunkt) grüßen aus längst vergangener Zeit, während man auf dem steilen Weg zum Geburtshaus des bekannten Dichters Stefan Andres (1906-1970) den Berg erklimmt und an dessen Gipfel mit einer faszinierenden Aussicht belohnt wird.
Die Fährtürme von Trittenheim sind das einzig erhalten gebliebene Fährturmpärchen an der Mosel zwischen Perl und Koblenz. Sie sind schon zu kurfürstlicher Zeit nachgewiesene Bauten an beiden Seiten des Moselufers.

Die Fährtürme dienten als Behausung und Wohnung des Fährmannes oder Fergers und als Verankerung für das Seil der Pontenfähre (lateinisch: pons = Brücke). Damit sind die Fährtürme Zeugnis eines Pontenfährbetriebes von ca. 1829 bis 1908/09, dem Jahr der Fertigstellung der ersten Moselbrücke von Trittenheim. Quelle: www.trittenheim.de 



Von Trittenheim nach Zeltingen
Die Sonne meint es gut ... Am anderen Moselufer grüßt, etwa 100 Meter moselabwärts von den beiden Fährtürmen am rechten Moselufer, der "Trittenheimer Fährfels" aus dem Berg heraus. Der Fährfels ist ein Felsmassiv aus Schiefer. Hier landeten ursprünglich die Fähren. Man konnte das Seil der Ponte im Fels verankern. Zeitweise wurde er auch als Schieferbruch benutzt.
Eine Sonnenuhr steht bei der kleinen Aussichtsplattform, von der man einen herrlichen Blick über das Moseltal hat.

Wir passieren den malerischen Weinort Neumagen-Dhron, wo eine Kopie des Römerschiffes wohl das meist fotografierte Objekt darstellt. Die Einwohner nennen ihn stolz „Der Älteste Weinort Deutschlands", weil man 1884 bei Bauarbeiten u. a. dieses weltbekannte „Römische Weinschiff", eines von vielen römischen Grabdenkmälern, gefunden hat. Nun wechselt der Radweg wieder auf die linke Moselseite. In Piesport besichtigen wir die rekonstruierte Römische Kelteranlage, die größte nördlich der Alpen. Umfangreiche Schutzbauten sichern die antiken Reste, deren Ausmaße und geschickte Anordnung beeindrucken.
Bereits die Römer siedelten in der Region um Piesport. "Wie die Ränge eines Amphitheaters" rahmten die Weinberge den Ort ein, schrieb der Dichter Ausonius. Zwischen den Ortsteilen Alt-Piesport und Ferres wurde die größte römische Kelteranlage nördlich der Alpen entdeckt und teilweise rekonstruiert. Sie ist Zentrum des jährlich Anfang Oktober stattfindenden Römischen Kelterfestes. Weitere römische Spuren lassen darauf schließen, dass der Ort einst ein wichtiger Hafen war. Er war dem Bigontius, einer lokalen Gottheit, geweiht, woraus sich der Name Porto Pigonto ableitete, aus dem allmählich Piesport wurde. Quelle:
Wikipedia 

Der mächtige Felsen Richtung Minheim wird als Moselloreley bezeichnet. Das steil aus der Mosel aufragende Felsmassiv lässt flussabwärts keine Verkehrsverbindungen zu; das Steilufer bietet nicht einmal Platz für einen Fußweg. Doch an ihren sehr steilen Hängen finden sich vereinzelt Weinberge. In den 1930er-Jahren wurde für ein Jahrzehnt lang Bergbau betrieben. Über der Moselloreley befindet sich ein Wanderweg.

Nach der Moselschleife führt der Radweg hinter Wintrich mitten durch die Weinberge. Eine Menschengruppe hat sich dort versammelt, wo ein Vollernter die Reben in erstaunlicher Geschwindigkeit sauber liest - die fleißigen Erntehelfer sahen es mit großer Skepsis. Allerdings dürfte die schwere Maschine nur in ebenen Lagen einzusetzen sein.

Über das quirlige und touristengeüllte Bernkastel-Kues mit seinen wunderschönen Fachwerkhäusern und Brunnen erreichen wir bald den ruhigen Weinort Graach, wo wir bei einem Winzer in einem wunderschönen, blumenreichen Innenhof einkehren. Kurz hinter Graach liegt der Josephshof, ein uraltes Weingut, das bis zum Ende des Feudalismus als Martinshof im Besitz der Trierer Abtei St. Martin war. Angeblich gehörte er den Trierer Mönchen schon seit dem 6. Jhdt., und das bedeutet, daß er wohl direkt aus einem römischen Weingut hervorgegangen ist. Das wären dann fast 2000 Jahre kontinuierlicher Weinbautradition in den gleichen Lagen.

Da es noch recht früh ist, um ins Quartier zu fahren, radeln wir noch auf der linken Moselseite nach Ürzig, dem TV-bekannten Weinort. Ein barocker Mönchhof an der Promenade diente als Kulisse der Fernsehproduktion Moselbrück. 30 Folgen aus dem Jahr 1987 beschreiben das Leben einer Winzerfamilie an der Mosel.

Wir übernachten in Zeltingen und haben noch viel Zeit für eine ausgedehnte Wanderung durch die Weinberge. Nach so vielen, teils doch recht anstrengenden Radelkilometern sind wir froh, auch mal laufen zu können. Der herrliche Ausblick vom Gipfelkreuz ist der Lohn für die gemütliche Kraxelei.

Video: Moselschiffstour von Trittenheim nach Bernkastel-Kues 

Nach Bruttig bei Cochem
Der nächste Tag beginnt mit einem herrlichen Radweg durch die Weinberge. Bald sehen wir am anderen Moselufer noch einmal Ürzig, ehe wir die kleinen Weinorte Erden, Lösnich und Kindel hinter uns lassen. Vom anderen Ufer grüßt Kröv, das durch seine Weinlage "Nacktarsch" weltberühmt geworden ist.

Um diesen Namen gibt es diverse Legenden. Bei Wikipedia ist zu lesen: "Eine Überlieferung berichtet auch von einem Kröver Kellermeister, welcher zwei Jungen den Hintern versohlt haben soll, nachdem er sie dabei erwischt hatte, wie sie aus einem seiner Fässer Wein tranken. Diverse Abbildungen dieser Version der Entstehungsgeschichte finden sich zwar heute auf Etiketten zahlreicher Kröver Nacktarschflaschen, ist aber wohl als Wortspiel zu werten. Andere Erklärungen führen den Namen der Weinbaulage auf den für derbe Worte bekannten Götz von Berlichingen oder auf eine angebliche Ähnlichkeit des Berges bei Kröv mit der namengebenden unbekleideten Anatomie.

Sei's drum. Nach der nächsten engen Moselschleife kommt schon Traben-Trarbach in Sicht; der Nebel beginnt sich aufzulösen. Die Stadt entstand 1904 aus dem Zusammenschluss der Gemeinde Traben und der Stadt Trarbach. Traben liegt links der Mosel am Fuße der ehemaligen Festung Mont Royal, und Trarbach rechts des Flusses auf der Hunsrück-Seite. Während Traben auf einer großen Breite am Moselufer liegt, erstreckt sich Trarbach länglich zwischen den recht steilen Bergen, vor allem ins Kautenbach-Tal.
Die erste Brücke wurde 1898 nach einem Entwurf des Architekten Bruno Möhring gebaut. Sie war gleichzeitig die erste Straßenbrücke zwischen Bernkastel und Koblenz. Die nächsten Brücken wurden erst 1924 und 1951–53 in Cochem und Zell gebaut.

Traben und Trarbach waren Ende des 19. Jahrhunderts neben Reichenhall die ersten Orte in Deutschland, die statt Gaslampen eine elektrische Straßenbeleuchtung von der Edison-Gesellschaft, der heutigen AEG, bauen ließen, nachdem zuvor in Berlin einzelne Straßenzüge damit ausgestattet worden waren. 

Durch Traben-Trarbach führte bis zum 31. Dezember 1962 die Moseltalbahn, genannt "Saufbähnchen". Das Bahnhofsgebäude auf der Trarbacher Seite wurde beim Ausbau der B 53 abgerissen.

Im Stadtteil Traben (linkes Flussufer) befindet sich der Endbahnhof der Moselwein-Bahn nach Bullay. Das 1904 nach dem Vorbild alter Trabener Fachwerkhäuser errichtete alte Bahnhofsgebäude von Traben ist noch heute erhalten und dient jetzt als Sitz des Bürgermeisters. Die neue Haltestelle wurde 150 m moselabwärts in den Bereich des ehemaligen Güterbahnhofs zurückverlegt. (Quelle: Wikipedia)

Über Kövenich und Reil, wo der Fluss wieder einmal zu überqueren ist, gelangen wir in den malerischen Ort Pünderich. Vom anderen Ufer grüßt, herab von der Höhe, die Marienburg. Hinter Zell werden wir sie später von der anderen Seite noch einmal sehen. Wer von Pünderich aus mit der Fähre ans andere Ufer übersetzt, kann sogar die ganze Schleife abkürzen, muss dafür jedoch einen Anstieg bewältigen.

Der historische Weinort Pünderich besticht durch seine idyllische Lage direkt an der Mosel und seine gepflasterten Gassen mit den vielen, liebvoll restaurierten Fachwerkensembles, wie das Fährhaus von 1621 mit Giebelmännchen, das gotische Rathaus von 1548 sowie die Kirche aus dem 18. Jahrhundert mit ihren Rundbogenfenstern, Seitenaltären, Taufstein und der Stummorgel. mehr

Nach einer Rast am Fähranleger geht's bald weiter nach Zell, der Heimat der Weinlage Zeller Schwarze Katz. Dort erklimmen wir den Berg und genießen vom Friedhof aus den herrlichen Ausblick über die Stadt Zell und die Mosel. Das bekannte Bild mit dem Rundturm ist in vielen Zeller Schaufenstern als Plakat wiederzufinden.

Eisenbahnfreunde kommen auch hier wieder auf ihre Kosten. Eine Wanderung auf dem neuen Kulturweg führt zu Tunnels, Viadukten und eindrucksvollen Brücken und zur Marienburg. „Die Kanonenbahn – der Eisenbahnhistorische Kulturweg Bullay-Reil“ wurde im September 2005 neu eröffnet und ist bereits eine beliebte Attraktion an der Mosel.
Beeindruckende Eisenbahnarchitektur, eingebettet in die einzigartige Weinkulturlandschaft Mosel, beleuchtet der neue Erlebniswanderweg rund um die Gemeinden Alf, Briedel, Bullay, Pünderich, Zell (Mosel) und Reil als Teil der Mosel-Erlebnis-Route. Unweit von Alf befindet sich übrigens die Burg Arras. Diese im frühen 12. Jahrhundert gegründete Höhenburg ist eine der ältesten Deutschlands. Darin befindet sich ein Teil des Nachlasses von Heinrich Lübke (1894–1972), dem einstigen Bundespräsidenten.

Entlang vielfältiger Zeugen preußischer Verkehrs- und Bautechnik führt die 8,5 km lange Hauptachse der Themenwanderroute vom Umweltbahnhof Bullay über die erste Doppelbrücke (1877) in Deutschland für Fahrzeuge und Bahn, hinüber zur Marienburg, vorbei am gewaltigen Eisenbahn-Hangviadukt (1880) von Pünderich, das mit seinen 92 Segmentbögen und 786 m das längste in Deutschland ist, bis zum Bahnhof Reil. Quelle: www.zellerland.de 

Unsere Tour führt über Bullay nach Bremm, wo Europas steilste Weinlage zu finden ist: der Calmont. Bis zu 75 % Steigung bewältigen hier die Winzer - unglaublich. Inmitten der Moselschleife liegt die Klosterruine Stuben.

Nun ist es nicht mehr weit bis zu unserem Ziel, einer sehr schön ruhig am Ende eines kleinen Tals gelegene Pension. Aber vorher kehren wir in Mesenich noch beim Winzer ein und erklimmen in Beilstein die Burg Metternich, von wo es man den Blick endlos über das anmutige Moseltal schweifen lassen kann. In der Kirche befinden sich eine Schwarze Madonna und eine seltene Skulptur: Josef mit dem Jesuskind. mehr: Wikipedia

Etwas weiter, in Bruttig, gibt es eine Eisenbahntrasse samt Brücke, die quer durch den Ort führt, wo aber nie eine Bahn gefahren ist.
Der mit rund vier Jahren Verspätung im Jahre 1923 fertiggestellte 2.565 Meter lange Tunnel zwischen den Moselorten Treis und Bruttig wurde nie dem Verkehr übergeben, da die rechtsseitige Moselstrecke nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg nicht realisiert wurde.
Zum Kriegsende wurden die beiden Tunnelportale von französichen Truppen gesprengt; Mitte der 80er wurde auch der rund 200 Meter tiefe Luftschacht auf dem Valwiger Berg mit einer schweren Betonplatte verschlossen.


Eine Galerie mit aktuellen Bildern aus der Gegenwart von der unvollendeten Strecke Treis-Karden - Bruttig - Bullay/Mosel finden Sie hier. Grafik-Link
Mehr dazu unter www.eisenbahn-tunnelportale.de (direkt)


Von Bruttig nach Koblenz

Am Nachmittag um 14.15 Uhr fährt unser Zug ab Koblenz. Deshalb treten wir am kühlen, nebligen Vormittag ab 9 Uhr kräftig in die Pedalen. Die Burg Cochem - der heutige Bau wurde erst 1877 als Prestigeobjekt eines reichen Mannes fertiggestellt -, liegt noch im Dunst. Burg Cochem, deren Vorgänger komplett zerstört worden ist, gilt als typisches Beispiel für ein Bauwerk, das im Stil der Neugotik während der Zeit des Historismus gestaltet wurde. Sie ist ein starker Touristenmagnet.

Der Radweg führt ab Cochem, dessen Altstadt von Touristen wimmelt, entlang von Straße und Bahn weiter und ist bestens zu befahren. Hinzu kommt ein hilfreicher Schiebewind. Nach 40 km flotter Fahrt und vielen schönen Ortschaften erreichen wir um 11.15 Uhr Kobern-Gondorf mit dem ansehnlichen Bahnhofsgebäude, dessen Turm schon von weitem sichtbar ist. Ein Hingucker ist auch die Burg. An der Niederburg des Schlosses Liebieg kommen wir direkt vorbei. Sie wurde von Gerlach von Isenburg-Kobern um etwa 1195 erbaut. Es handelte sich hierbei um ein Vorschieben von der ungünstigeren Gipfellage der Oberburg zur günstigeren Hanglage hin.

Aus der Vergangenheit dokumentieren die berühmte Matthiaskapelle, das Stammschloss der Fürsten von der Leyen, das Schloß Liebieg, der mittelalterliche Marktplatz mit Tatzelwurmbrunnen und das älteste Fachwerkhaus Deutschlands, der "Abteihof St. Marien" (erbaut 1320/21), eine bewegte Vergangenheit. mehr 

Nun sind es noch kanpp 20 km bis Koblenz. In Winningen, wo nach Angaben der Gemeinde "das älteste Winzerfest Deutschlands" stattfindet, endet das Weinanbaugebiet Mosel und der Straßenverkehr wird immer dichter. Nur ein kurzes Stück vor und hinter dem Weinort radelt es sich noch einmal richtig wein-mäßig. Sozusagen zum Abgewöhnen. Schon gegen 12.45 Uhr stehen wir am Deutschen Eck und haben wieder den Rhein erreicht.

Letzte Weinberge

535 Kilometer sind seit Siegen absolviert, und außer dem einen halben Regentag auf dem Dach der Eifel hatten wir immer schönes Herbstwetter und manchmal sogar richtig sommerliche Temperaturen.


Fazit: Wirklich familienfreundlich

Wer eine Moselradtour unternimmt, braucht sich vor langen Anstiegen nicht zu fürchten. Meistens führt der Radweg direkt am Fluß entlang oder auch schon mal ein wenig in die Weinberge hinauf. Ab Cochem Richtung Koblenz überwiegen die Abschnitte mit Radweg neben der Straße. Dieser bestens ausgeschilderte Moselradweg ist wirklich familienfreundlich. In der Hauptsaison (Weinfest!) sollte man die Übernachtungen an Wochenenden auf jeden Fall lange vorher buchen; in der Woche heißt es selbst zu dieser Zeit häufig "Zimmer frei". 
Und: Wer Holländisch spricht, ist fein raus ... 

Links

Video: Moselschiffstour von Trittenheim nach Bernkastel-Kues 
Geschichtliches von der Mosel 
Burgen an der Mosel


Teil 1: Von Siegen entlang der Sieg zum Rhein
 

Teil 2: Der Rhein zwischen Sieg und Ahr

Teil 3: Die Ahr - von der Mündung zur Quelle

Teil 4: Die Kyll - Paradies für Radler und Angler

Bericht über eine Moselradtour von Hatzenport nach Konz

Durch die Eifel an die Mosel

Mosel-Tour linksseitig nach Koblenz

Schönes Video über das Moseltal von Rolf-Erich Schwarz

Etappen



Von mir empfohlen: Bikeline Moselradweg

Weitere Fahrradbücher und Karten hier

 

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Hauptmarkt in Trier.

Der Kurfürstliche Palast in Trier.

Triers Wahrzeichen: die Porta Nigra - schwarze Pforte.

Die Bastion in Pfalzel bei Trier.

Blick auf Mehring bei Abendsonne.




Am Moselradweg bei Leiwen.



An der Staustufe Detzem mit Blick auf Detzem.



Moseldampfer Wappen von Bernkastel vor der Lautentiuskapelle von Trittenheim.



Kenner finden auch an der Mosel hervorragende Weine zu einem guten Preisleistungsverhältnis.



Die Brücke in Trittenheim mit einem der Fährtürme.



Rückblick nach Trittenheim bei der Abfahrt am Morgen.



Mit solchen Bahnen fahren die Winzer die steilen Weinberge hoch.



Römerschiff in Neumagen-Dhron.



Nachbau des Römerschiffs - Bericht im SWF PDF



Wein-Vollernter bei Wintrich.



Blick auf Ürzig und den Mosel-Pavillon.



Weingut Julius Kaiser in Traben-Trarbach.



Postkartenansicht von Zell an der Mosel.



Blick von der Burg Metternich hoch über Beilstein.



Moselschleife bei Bremm mit Europas steilsten Weinlagen im Calmont - bis zu 75 % Steigung.



Burg Cochem im Morgennebel.



Mitten durch Bruttig führt die Trasse einer nie vollendeten Eisenbahnstrecke.

Winningen




Ziel erreicht: Am Deutschen Eck in Koblenz vereinen sich Rhein und Mosel.



Die DVD zur Fünf-Flüsse-Radtour
entlang von Sieg, Rhein, Ahr,
Kyll und Mosel. Weitere Infos und
Bestellmöglichkeit hier



Auch diese Radtour führte uns
entlang meherer Flüsse - Lippe,
Ruhr, Rhein und Erft.
Die DVD dazu gibt es hier.

Diese Radtour führte uns
von Bad Laasphe entlang der Lahn
zum Rhein und entlang der Mosel
von Koblenz nach Trier.
Die DVD dazu gibt es hier.