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Autor: Dieter Hurcks Copyright 10/2007

Fünf-Flüsse-Radtour Teil 3 - Teil 4

Einträge für
Zimmervermieter

Quartiere an
Fernradwegen in
Deutschland

Der Ahr-Radweg - von der 
Mündung bis zur Quelle 
 

Von unserem Quartier in Erpel am Rhein sind es nur wenige Kilometer bis Linz, wo wir mit der Fähre (nur 1 Euro inkl. Fahrrad) nach Kripp hinübersetzen. Bis zur Mündung der Ahr in den Rhein sind es nur wenige hundert Meter. Der Rhein-Radweg überquert die Ahrmündung auf einer Holzbrücke. Diese Tour verläuft also aufwärts des Flusses, so dass uns gegen Ende ein Anstieg nach Blankenheim und zur Quelle erwartet.

Ahraufwärts nach Bad Neuenahr  
Vorbei an Sinzig radeln wir auf dem durchweg asphaltierten Ahrradweg gen Bad Neuenahr. Die Ausschilderung ist bis zum Schluss vorbildlich. Nur dort, wo Schilder gestohlen wurden, brauchten wir überhaupt eine Karte.

Ganze 89 Kilometer schlängelt sich die Ahr durch das Tal. Der besondere Reiz liegt in der landschaftlichen Vielfalt: An der Mittelahr ist das Tal schluchtartig, die Felsen sind tief eingeschnitten. Besonders nördlich der Ahr mit ihren jahrhundertealten, steilen Weinbergterrassen, schroffen Felsgraten und hoch aufsteigenden Wäldern wird bevorzugt Weinbau betrieben. Zwischen Rech und Marienthal wird das Tal sehr weit, um sich dann bis zur Bunten Kuh – einem Felsvorsprung – wieder zu verengen. Ab Bad Neuenahr-Ahrweiler weitet sich das Tal urplötzlich und geht am Mündungsdelta bei Remagen in eine fruchtbare Auenlandschaft über.

Das berühmte Heilbad Bad Neuenahr lebt ganz vom Charme seines Kurviertels, dem wunderschönen Badehaus, der Spielbank, den herrlichen Parkanlagen wie dem Kurpark mit seinem wunderbarem alten Baumbestand und der sich mitten durch den Ort schlängelnden Ahr. Bad Neuenahr mit den wunderschönen weißen Patrizier-Häusern ist der jüngere Ortsteil des ungleichen Stadtduos. Bekannt wurde er vor allem durch seine Quellen – allen voran der weltberühmten Apollinaris-Quelle.
Der Marktplatz wird durch die erste frühgotische Hallenkirche des Rheinlands, St. Laurentius (ab 1269), und das alte Rathaus (Spätrokoko, 1778) geprägt. mehr

Mit dem Fahrrad ist die Stadtrundfahrt eine kurzweilige Sache. In der quirligen Fußgängerzone legen wir eine Kafferast ein.

Zahlreiche Villen und Kurhotels zeugen noch von der Blütezeit des Bades zu Ende des 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Einzelne Bauobjekte, wie Kapellen, die Rentmeisterei oder Fachwerkhäuser geben von deren Geschichte noch Zeugnis. Südlich Neuenahrs finden sich Reste der namengebenden Burg der Grafen von Neuenahr (zerstört 1372), an ihrer Stelle wurde vor etwa 40 Jahren ein Aussichtsturm errichtet.

Die auf der rechten Ahrseite oberhalb der Rentei stehende Willibrorduskirche war die Wadenheimer-Pfarrkirche. Sie stammt in Teilen aus der Spätromantik. 1899–1901 wurde in Wadenheim die Rosenkranz-Basilika des Architekten August Menken errichtet, ihr 60 m hoher Turm beeinflusst das Stadtbild. Die Kapelle in Hemmessen (St. Sebastian) wurde 1869 an Stelle einer früheren errichtet.

Anschließend geht es weiter nach Ahrweiler. 1969 erfolgte der Zusammenschluss der Städte Ahrweiler und Bad Neuenahr - und neun weiterer Orte - zur neuen Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Für Eisenbahnfans: 1915 begann man mit dem Bau einer nie vollendeten Bahnlinie zwischen Liblar und Mayschoß; erhalten haben sich hiervon einige Tunnelanlagen unter den Weinbergen sowie die Brückenpfeiler im Adenbachtal. Später stießen wir bei Bruttig an der Mosel auf eine weitere nicht fertiggestellte Linie.

Der Ort selbst ist gemütlich und übersichtlich. Ahrweiler entwickelte sich zur Hauptstadt des Rotweinanbaus. Die romantische Altstadt ist von einer Stadtmauer mit Toren, Wehrtürmen und Wallgraben umgeben.
Die Tore sind sehr unterschiedlich gebaut, zwei sind Doppelturmtore (Ahrtor, Niedertor), zwei Dreimauertore (an der Stadtseite offene, portallose Tore). Das Obertor wurde 1500 auf der offenen Stadtseite mit einer vierten Mauer versehen, hat seitdem zwei Portale. Das Adenbachtor wurde erst 1974 nach 285 Jahren wiederhergestellt.

Die Römer haben in Ahrweiler deutlichere Spuren hinterlassen als anderswo. Unter dem Dach des faszinierenden Museums „Roemervilla“ wurde eine der am besten erhaltenen römischen Gutsanlagen nördlich der Alpen freigelegt. Das Herrenhaus ist, nebst großem Badetrakt, sehr gut erhalten, wodurch potenzielle Besucher einen sehr plastischen Einblick in die gehobene römische Wohnlebensweise erhalten können. mehr

Ab Ahrweiler passieren wir zunächst das Kloster Kalvarienberg. Das erste Kloster auf dem "Kopp" wurde im Jahre 1630 durch die Franziskaner errichtet. Hier stand ursprünglich der Galgen des Ahrweiler Hochgerichts. Heute ist der Calvarienberg Mutterhaus und Alterssitz der Ursulinen mit Realschule, Gymnasium und Internat sowie geistiges Zentrum für Exerzitien, Besinnungstage und Wochenendseminare. Sehenswert sind die Kreuzlegungsgrotte und die Kirche.

Anschließend grüßen viele kleine Weinorte und der schmucke Bahnhof in Mayschoß. Ab der Winzerschänke in Walporzheim heißt es zunächst auf der Straße radeln, da der Radweg hier zu ende ist.

Weiter nach Altenahr 
Nächstes Ziel ist Altenahr. Der Ort mit seinen Ortsteilen Reimerzhoven und Altenburg sowie dem im Zuge der Kommunalen Gebietsreform 1969 hinzugekommenen Ortsteil Kreuzberg zählt rund 1.800 Einwohner. Der Ort Altenahr entstand zu Füßen der Burg Are nach 1100. Er hatte früher eine Ummauerung mit drei Toren, von denen das letzte vom Ahr-Hochwasser 1804 zerstört wurde. Altenahr hatte zeitweise Stadtrechte und war kurkölnischer, seit 1816 preußischer Verwaltungssitz im mittleren Ahrtal.

Im Ortskern befindet sich die romanische Pfarrkirche aus dem 13. Jahrhundert. Die Burg Are, deren Ruine heute noch Altenahr überragt, wurde 1100 vom Grafen Theoderich von Are erbaut. Die Grafenfamilie nennt sich nach dem Flußlauf der Ahr, weil sie im Besitz des gesamten Landes rechts und links der Ahr war.
Die Pfarrkirche in der Ortsmitte wurde um 1150 von dem Grafen von Are erbaut. Seit über 800 Jahren steht der einfache romanische Bau aus heimischem Grauwacke-Bruchstein mit einem quadratischen Vierungsturm im Ort Altenahr. Um 1326 wurde ein gotischer Turm angebaut, 1892/93 wurde das Schiff nach Westen verlängert. Quelle: www.altenahr.de

Über uns grüßt die Kreuzburg; bald erreichen wir Ahrbrück, wo die Ahrtalbahn endet. Am 10. Juli 2001 wurden die letzten Gleise zwischen Ahrbrück und Hönningen abgebaut, berichtet eine Gedenktafel. In Hönningen liegen die witzige "Wetterstation" mit dem aufgehängten Stein und die Hubertuskapelle am Wege; bald erreichen wir Liers.

In Dümpelfeld biegen wir nach Westen ab nach Insul, da wir ja nicht südlich nach Adenau, sondern zur Ahrquelle in Blankenheim wollen. Nun wird der Weg bergiger, bei Insul und Schuld heißt es Klettern. Schöne Ausblicke auf Schuld und das Ahrtal belohnen uns.

Unser Tagesziel ist Ahrhütte, wo wir übernachten. Unterwegs kommen wir an vielen Unterführungen und Stützmauern der früheren Ahrtalbahn vorbei, die ja nun in Ahrbrück endet.

Leider kommt in der Nacht zum Ahrrauschen noch ein anderes Rauschen hinzu: Regen. Am kommenden Tag sollte unsere Tour von gelegentlichen Schauern begleitet werden ...



Nach Blankenheim
Es ist ein regnerischer Dienstag. Zwischen Ahrhütte und Blankenheim muss es wohl einen Radweg geben, dessen Beginn wir anscheinend verpasst haben. Das entsprechende Schild (nach Ahrhütte) jedenfalls entdeckten wir erst in Blankenheim, nachdem wir uns die Straße hinauf gequält hatten, die fast ständig bergauf führte. 

Blankenheim gehört mit seinen 17 Orten zu einer der reizvollsten Erholungsregionen in Deutschland. Reizvoll durch seine romantische Lage an der Wiege der Ahr, von dichten Wäldern umgeben, reizvoll aber auch aufgrund seiner historischen Geschichte, deren Spuren auch heute noch zahlreich, nicht nur zu sehen, sondern auch zu erleben sind. 

Inmitten des Ortes selbst entspringt unter einem alten Fachwerkhaus die Ahr. Die Ahrquelle ist Mittelpunkt eines historischen Ortskerns, der durch die alten Stadttoranlagen, Georgstor mit Karnevalsmuseum und Hirtentor mit naturkundlicher Ausstellung, romantische Winkel und Gassen, zahlreiche Fachwerkgebäude, einer spätgotischen Pfarrkirche und nicht zuletzt die alte Grafenburg geprägt ist.

Inmitten dieses historischen Ortskerns befindet sich das Eifelmuseum Blankenheim - ein Regionalmuseum des Kreises Euskirchen für Naturkunde und Kulturgeschichte der Nord/West-Eifel.

Der wuchtige Bau der Burg beherrscht das Bild von Blankenheim. Nach Funden zu urteilen stand an gleicher Stelle ein römisches Kastell. Unter den Ausgrabungen waren u.a. Ziegel mit dem Stempelder der sechsten Legion. Anfang des 12. Jahrhunderts erbaute Gerhard I., der 1112 erstmals urkundlich erwähnt wird, die Burg oberhalb der Ahrquelle.

In der Burg ist eine Jugendherberge mit annähernd 160 Betten eingerichtet. Mehr: www.blankenheim.de

Auch hinter Blankenheim geht es ab dem Kreisel gleich wieder aufwärts bis zum "Dach der Eifel", wo viele Windenergieanlagen stehen und der Blick weit ins Land zu den Bergen an Rhein und Mosel schweift.

Um auf das "Dach" zu kommen, mussten wir etwa 300 bis 400 Meter auf der beängstigend stark befahrenen Bundesstraße 51 fahren. Hier hat man wohl beim Neubau die Radfahrer völlig vergessen. Zum Glück schafften wir es alle Drei ohne Schaden an Leib und Leben zu nehmen. Unverantwortlich!

Lobenswert ist die Wegweisung, die uns vorbei an Schmidtheim und Dahlem problemlos dorthin führte, wohin wir wollten: an die Kyll. Das hügelige Land erforderte allerdings manche Anstrengung, so dass wir an unserem Ziel St. Thomas ziemlich geschafft waren. Aber bis dahin sind es noch einige Kilometer auf und ab.

Man kann auch einen kleinen Abstecher nach Schmidtheim unternehmen: Das dortige Schloss Schmidtheim, ursprünglich eine Wasserburg, stammt aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. 1890 wurden die ehemaligen Wassergräben zugeschüttet. Das Schloss hat die Wirren der Jahrhunderte überstanden und ist heute eines der am besten erhaltenen in der Eifel.

Die Kyll erreichen wir bei der Hammerhütte nahe des Städtchens Kronenberg und radeln auf einem aufgeweichten Feldweg nach Stadtkyll.

"Die Kyll – ein Eifelfluß, schön wie ein Edelstein und mit guten Beständen prächtiger Forellen, Äschen und auch so manchem Hecht. Dieser Fluß ist ein Muss für jeden entdeckungsfreudigen Fliegenfischer." So steht es auf der Homepage www.eifelfischer.de - in der Tat haben wir selten so viele Angler gesehen - selbst aus Belgien und Holland reisen sie an die Erfolg versprechende Kyll. weiter

Teil 1: Von Siegen entlang der Sieg zum Rhein 

Teil 2: Der Rhein zwischen Sieg und Ahr

Teil 4: Die Kyll - Paradies für Radler und Angler

Teil 5: Die Mosel von Trier nach Koblenz

Etappen



Auch diese Radtour führte uns
entlang des Rheins von Brühl bis Bingen.
Die DVD dazu gibt es hier.

Von mir empfohlen: Radatlas Eifel




Weitere Fahrradbücher und Karten hier

Rhein, Ahr, Erft

Link: www.ahr-radtouren.de

Radtour Eifel-Mosel-Rhein

 

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Spickzettel
Route:
Ahr-Radweg
Start/Ziel:
Sinzig/Blankenheim 
Bahnanreise:
Bf. Blankenheim Wald
Länge:
89 km; Entfernungen: Bf.-Ahrquelle 5,5 km, Blankenheim 0, Ahrdorf 20, Altenahr 52, Ahrweiler 65
Schwierigkeit: im oberen Teil mittel, im unteren Teil leicht (siehe Bericht) 
Übernachten: Quartiere siehe Bericht(e)
Internet: offizielle Homepage
Radwanderführer: siehe unten



Ahrmündung bei Kripp/Sinzig - Blick auf Linz.

Das spätklassizistische Badehaus in Bad Neuenahr.

Romantisches Ahrweiler.

Das Ahrtal, wo der Wein wächst.

Schroffe Felsen verengen das Tal der Ahr.



Die Ahr ist ein Anbaugebiet für Rotwein.



Frings Mühle in Ahrdorf.





Ehemalige Eisenbahntunnel erleichtern im oberen Ahrtal das Fortkommen.





Blick auf die Burg in Blankenheim.





An der Ahrquelle in Blankenheim.



Blankenheim besitzt ansehnliche Fachwerkhäuser.

 





Die DVD zur Fünf-Flüsse-Radtour entlang von Sieg, Rhein, Ahr, Kyll und Mosel. Weitere Infos und
Bestellmöglichkeit hier.

Diese Radtour führte uns von Bad Laasphe entlang der Lahn zum Rhein und entlang der Mosel von Koblenz nach Trier. Die DVD dazu gibt es hier.