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Autor: Dieter Hurcks Copyright 10/2007

Fünf-Flüsse-Radtour Teil 1 - Teil 2

Einträge für
Zimmervermieter

Quartiere an
Fernradwegen in
Deutschland

Entlang der Sieg von
Siegen an den Rhein  

Eine Woche Radelurlaub - wohin, wenn schon fast alle Flüsse in Deutschland abgeradelt sind? Machen wir doch mal eine Rundreise von Siegen an den Rhein, dann bis zur Ahrmündung bei Remagen und Sinzig, die Ahr hinauf bis zur Quelle in Blankenheim, anschließend hinüber zur Kyll, die bei Trier in die Mosel mündet, und zum Relaxen und genussvollen "Ausrollen" die Moseltour von Trier nach Koblenz. Da können Sie was erleben! 

Siegtal-Radweg  
Die rund 140 km lange Sieg entspringt im Naturpark Rothaargebirge und weist von der Quelle bis zur Mündung in den Rhein bei Bonn einen Höhenunterschied von rund 560 Metern auf. Mit der Rothaarbahn lässt sich die Quelle vom Bahnhof der ehemaligen nassauischen Residenzstadt Siegen aus erreichen.  Wir jedoch beginnen unsere Tour am Bahnhof Siegen, den wir kurz vor 14 Uhr mit dem in Bochum bestiegenen Regionalexpress erreichten. Das erste Tagesziel war Windeck-Rosbach.



Nach ein paar "Findungsproblemen" stoßen wir drei Radler bald den noch kanalisierten Fluss, finden nach einigem Suchen den ersten Radwegweiser und rollen aus der Stadt heraus. Bald fordert die Topographie erste Anstrengungen. Bergauf, bergab geht die Fahrt über Eiserfeld (rechts durch die Siedlung), Rosterberg und Niederschelden nach Mudersbach, wo der Siegtalradweg den Fluss quert. Dort führt der Radweg etwa 300 Meter über eine verkehrsreiche Straße, ehe er gegenüber der Erzquell-Brauerei in ruhigere Gefilde abzweigt.



Der Schieferstollen Mudersbach ist für Besucher zugänglich gemacht worden. Auch im weiteren Verlauf sehen wir viele Zeugnisse der Industriegeschichte des Siegtals, wo Metall- und Holzindustrie zuhause sind. Unterwegs zu unserem nächsten Ziel grüßt vom Berge hinab die Freusburg, heute Jugendherberge. Es wird geschätzt, dass die eigentliche Burg um 1100 gebaut wurde. Der Weg führt über das Gelände der ehemaligen Freusburger Getreidemühle, vorbei an einigen schönen Villen aus der Blüte der Industrie im Siegtal.

Nächstes Ziel ist der Ort Kirchen, wo wir eine kurze Rast einlegen und den jahreszeit-typischen Zwetschenkuchen genießen. Die Kath. Kirche "St. Michael", erbaut zwischen 1887 und 1889 im gotischen Stil, überragt den Ort mit ihrem mächtigen Turm. Sehenswert ist der Innenraum der Kirche, hörenswert ist die restaurierte Eggert-Orgel mit romantischem Klangbild.

Bei Betzdorf ist der Fluss streckenweise noch einmal in Beton eingefasst. Nach Passieren eines Stollens der Grube Eupel weist in Hövels eine Tafel auf die "Erzstraße" hin. Die Bezeichnung „Erzstraße“ erinnert noch heute an die Bedeutung dieses früheren Transportweges für in der Gegend gefördertes Erz. Die Grube Eupel arbeitete bis ins Jahr 1964 und wurde dann im Zuge der Strukturkrise des Bergbaus stillgelegt.

Über Schönstein und die Heubrücke radeln wir nach Wissen mit seinem schönen Kirchplatz und den ringförmig um die Kirche herum angeordneten schieferbedeckten Häuser. Anschließend ist ein längerer Aufstieg in Roth zum hoch gelegenen Ortsteil Oettershagen zu bewältigen und bald darauf der nächste zu unserem Quartier in Rosbach-Obernau.

Tag 2 unserer Radtour durchs Siegtal ist ein Sonntag, so dass spätestens am Rhein an diesem herrlichen Spätsommertag im September 2007 mit starkem Rad- und Ausflugsverkehr zu rechnen ist. Aber erstmal hinkommen ...

Von Obernau geht's zunächst flott bergab nach Dreisel, wo wir wieder auf die Sieg treffen, und anschließend - gleich links hinter der Brücke Dattenfeld - direkt entlang des Flusses auf einem nach einem Bergrutsch gerade wieder freigegebenen Radweg gen Eitorf durch das Windecker Ländchen. Die Gegend erweist sich als reizvolles Ziel für Wanderer und Radler. Durch das Windecker Ländchen schlängelt sich die Sieg in vielen Windungen hindurch. Ein besonderes Naturschauspiel ist der Siegwasserfall bei Schladern.

In Windeck begegnen sich Westerwald, Bergisches Land, Siegerland und Rheinland in natürlicher Harmonie. Unberührte, intakte Natur prägen diesen seit Alters her industriearmen Natur- und Erholungsraum am Rande der Ballungsgebiete Köln/ Bonn. Die über 800 Jahre alte Burgruine stellt das Wahrzeichen des Windecker Ländchens dar. Sie liegt ca. 210 m üNN und bietet bei klarer Sicht einen wunderschönen Blick ins Siegtal.
Das frühere Schulgebäude in Altwindeck birgt seit 1974 viele kulturhistorisch bedeutsame Exponate. Fundstücke aus der Burg Windeck und Dinge aus dem Besitz politisch interessanter Persönlichkeiten berichten aus der wechselvollen Geschichte der Region.
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Über eine nagelneue blaue Brücke neben der Eisenbahnbrücke radeln wir von Hoppengarten und Röcklingen; in Herchen warten Tretboote auf die Wochenendausflügler; immer wieder heißt es die Flussseite wechseln. Über Stromberg erreichen wir schließlich Eitorf.
Ab Hombach wird der Radweg ein ganzes Stück auf dem Deich geführt. Bei Pützgewand geht es durch Wald wieder mal bergan (mit schöner Aussicht), ab Merten wieder flott bergab.



Am Stachelberg bei Bülgen, zwischen Merten und Oberauel, liegt die neuralgische Stelle des Siegradweges: dieser Anstieg (Foto). Es folgt noch eine etwa zehn Meter lange Passage mit spitzen Felsen, die für Radler mit Gepäck in der Regel "Abladen" bedeuten. Zu zweit hilft man sich gegenseitig, das Rad über die Hindernisse zu bugsieren. Der schmale Weg danach bietet als Entschädigung für die Mühen viele schöne Ausblicke.
Auf der anderen Seite sollte man besser das Rad auch den Berg hinab schieben ...

Gegenüber Bülgen liegt Burg Mauel: Erstmalig wurde die Wasserburg in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts erwähnt. Ursprünglich hatte die Burg einen quadratischen Grundriss, der später nach Westen erweitert wurde. Wie fast alle Häuser im Windecker Raum ist es aus dem zum Teil reichlich vorkommenden Grauwacke-Bruchstein errichtet worden. Heute ist das Burghaus Mauel liebevoll und stilgerecht restauriert und beherbergt ein Weinlokal und einen Biergarten.

Nach fast 40 km Tagesetappe pausieren wir in Weldergoven und hangeln uns durch eine Straßenbaustelle nach Hennef hinein, wo zudem gerade das Altstadtfest unser Weiterkommen hemmt. Doch bald finden wir den "Ausweg" entlang der Sieg und müssen vor Siegburg wegen des Deichneubaus eine Umleitung fahren. In Siegburg ist der schwierigste Teil der Strecke geschafft, nun ist es nicht mehr weit bis zum Rhein.

In Siegburg ist der Marktplatz eine besondere Sehenswürdigkeit - er ist die Visitenkarte und der pulsierende Mittelpunkt der attraktiven Stadt zwischen Köln und Bonn. Die Anlage des Platzes ist noch wie im Mittelalter, als Händler und Handwerker ihre Geschäfte in der Siedlung am Fuße des Michaelsberges tätigten.


Der obere Teil des Marktplatzes wird von einem Kriegerdenkmal beherrscht, das zum Gedenken an die in den Kriegen 1866 und 1870/71 gefallenen Siegburger Soldaten 1877 errichtet wurde.
Direkt in Sichtweite liegt die St. Servatiuskirche, die aus einheimischem Tuffgestein, dem so genannten "Wolsdorfer Brocken", erbaut wurde. Die Kirche - eine dreischiffige Emporenbasilika - stammt im Wesentlichen aus gotischer Zeit, Teile eines romanischen Vorgängerbaus haben sich am Westturm und am nördlichen Seitenschiff erhalten. St. Servatius beherbergt den ehemaligen Klosterschatz der hoch über der Stadt gelegenen Abtei St. Michael, einen der bedeutendsten romanischen Kirchenschätze. mehr

Tipp: Ab Siegburg links der Sieg halten. Die Fahrt durchs Naturschutzgebiet ist angenehmer als rechtsseitig auf oder neben der viel befahrenen Straßen durch Troisdorf zu radeln.
Wir hatten den richtigen Weg nicht sofort gefunden - also besser nochmal einen heimischen Radler fragen! Wenn man unter der A 59 hindurch ist, hat man den Weg zur Siegbrücke schon verpasst.

Links der Sieg erreicht man bald einen unübersichtlichen Wegeknoten; hinunter zum Fluss wartet die Treidelfähre auf all jene, die nach Köln radeln wollen. Wer nach Bonn möchte, sollte vor der breiten Autostraße links abbiegen und sich bei der nächsten Ampelkreuzung rechts ab gen Königswinter wenden. Kurz darauf ist schon die Rheinbrücke in Sicht.

Übrigens: Der Verlauf des Siegtalradwegs hat sich gegenüber der in unserem Radtourenheft von 1996 eingezeichneten Route an einigen Stellen geändert - meist zum Positiven hin.
Die Beschilderung war am Anfang und Ende lückenhaft, die Qualität der Wege mit wenigen Ausnahmen - siehe Text oben - gut. Zum Schluss hätten wir uns eine Beschilderung gewünscht, die den Siegtal- an den Rheinradweg anbindet.

Fazit: Eine anstrengende Radtour, die landschaftlich jedoch äußerst reizvoll ist; die Beschilderung sollte einmal überprüft und an manchen Stellen ergänzt werden.

Die Rheinbrücke der A 565 nahe der Siegmündung ist erreicht.



Literatur  
Radwandern und Wandern im Siegtal, 1:50.000, hgg. von den dortigen Tourismusverbänden; bestellbar über die Homepage www.siegen-wittgenstein.de
- die Schrift ist auf der Karte leider manchmal schwer zu lesen

Teil 2: Der Rhein zwischen Sieg und Ahr

Teil 3: Von der Ahrmündung bis zur Quelle

Teil 4: Die Kyll - Paradies für Radler und Angler

Teil 5: Die Mosel von Trier nach Koblenz

Etappen  
Bahnanreise per Wochenendticket nach Siegen
Tag 1: Von Siegen nach Windeck-Rosbach 63 km
Tag 2: Von Rosbach nach Erpel am Rhein 95 km
Tag 3: Von Erpel nach Ahrhütte an der Ahr 73 km
Tag 4: Von Ahrhütte nach St. Thomas an der Kyll 81 km
Tag 5: Von St. Thomas nach Trittenheim/Mosel 105 km
          inkl. Ausflug nach Trier (ca. 30 km) 
Tag 6: Von Trittenheim nach Zeltingen 48 km
Tag 7: Von Zeltingen nach Bruttig bei Cochem/Mosel 69 km
Tag 8: Von Cochem nach Koblenz-Bahnhof 60 km

gesamte Tour: 594 km

Enthält Tour Rosbach-Rhein

Radwanderführer Siegradweg

Weitere Radelbücher und Karten hier

 

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DVD zur Fünf-Flüsse-Radtour 

Spickzettel
Route:
Siegtal-Radweg
Start/Ziel:
Siegen/Bonn am Rhein 
Bahnanreise:
Siegen
Länge:
140 km; Entfernungen
Schwierigkeit: im oberen Teil mittel,einige schwere Steigung, im unteren Teil leicht (siehe Bericht) 
Übernachten: Quartiere siehe Bericht(e)
Internet: offizielle Homepage
Radwanderführer: siehe unten



Erster Kontakt: die Sieg in Siegen.

Der kanalisierte Fluss unterquert die A 45.

In Mudersbach quert der Siegtalradweg den Fluss.

Bei der Freusburger Mühle, einer alten Getreidemühle außer Betrieb, beginnt der idyllischere Teil des Siegtalradweges.

Malerisches Siegtal bei Schönstein.

Schieferverkleidete Häuser sind in dieser Gegend
typisch - hier am Kirchplatz in Wissen.

Im Windecker Ländchen ist das Radeln neben der
Sieg ein wahrer Genuss.


Allmählich wird das Tal weiter.

Immer wieder überraschen herrliche Ausblicke.



Für Wassersportler ist die Sieg ein Eldorado.

In Siegburg ist gerade Flohmarkt auf dem Marktplatz rund um das Kriegerdenkmal.

An der Treidelfähre kurz vor der Siegmündung heißt es von dem Fluss Abschied nehmen.



Die DVD zur Fünf-Flüsse-Radtour
entlang von Sieg, Rhein, Ahr,
Kyll und Mosel. Weitere Infos und
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