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Autor: Dieter Hurcks Copyright 8/2018

Vom Bahnhof Vöhrum um die Stadt
Peine, zwischen Hannover und Braunschweig gelegen, ist vor allem bekannt durch die Stahlwerke Peine-Salzgitter. Das recht dünn besiedelte Land eignet sich gut für Radler, die die Ruhe in der Natur suchen - fernab der Hektik einer Großstadt. Die Stadt Peine bietet auf ihrer Homepage diverse Touren an, zu denen auch der Bielefelder Verlag eine Radwanderkarte herausgegeben hat mit dem Titel "Radwandern im Peiner Land".

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Rund um Peine

Ein Rundkurs für Naturfreunde
 
Die Radtour "Rund um Peine" ist 52 km lang und eignet sich gut für einen Sonntagsausflug auf zwei Rädern. Wir beginnen unsere Tour am Bahnhof Vöhrum, wo sie direkt vorbeiführt. Diese Station ist von Braunschweig wie von Hannover und Lehrte aus gut zu erreichen.

Das Logo zeigt eine lustige Kartoon-Familie mit Spitzohren und Sonnenbrillen: Mama, Papa und Kind auf dem Fahrrad. Auf Einhängern an Radwegweisern sollen sie dem Tourenradler die Route „Rund um Peine“ weisen. Diese Radtour ist 52 km lang und führt durch Feld, Wald und Wiesen durch mehr als ein Dutzend Ortschaften des Peiner Landes. Da es nur wenige noch in Betrieb befindliche Gaststätten gibt, sollte man ausreichend Verpflegung mitnehmen. 

Start am Bahnhof Vöhrum

Wer per Bahn direkt an die Route fahren will, dem sei Vöhrum als Start- und Zielort empfohlen, wo gleich neben dem Bahnhof der Einstieg möglich ist. Von Vöhrum führt die Route, falls man sie im Uhrzeigersinn befährt, zunächst in das idyllische Röhrse, das vom Krach der nahen Autobahn 2 samt Rastplatz durch hohe Lärmschutzwände recht gut abgeschirmt ist. 1839 wurde im Zentrum des Ortes die heutige Kapelle in Fachwerkbauweise errichtet.

Auf nach Eixe

Der nach dem nächsten Ziel Wendesse zweitkleinste Peiner Ortsteil mit nur 240 Einwohnern liegt an der Fuhse, die auf einem schmalen Steg überquert wird. Das Flüsschen ist rund 100 km lang und mündet in die Aller.

Nach zweimaligem Überqueren der Autobahn 2 erreiche ich Eixe, wo auch die Kulturroute verläuft (leider in diesem Bereich immer noch lückenhaft ausgeschildert – siehe Radreisebericht zur Kulturroute). Auf dem fünf Kilometer langen Weg nach Wendesse kann der Radler sich auf rund zwei Kilometern schon mal auf den Belag mit grobem Schotter einstimmen. Kurze Pause bei der Pferdekopf-Ölpumpe, die tatsächlich noch unermüdlich mit dem Kopf nickt – einer der letzten Zeugen der einst in diesem Landstrich blühenden Ölindustrie, an die Ortsnamen wie das nahe gelegene Oelheim und Oedesse erinnern. 

Vorbei an der von Bäumen fast verdeckten Wolterschen Mühle, einer Bockwindmühle von 1884, führt der Weg gen Duttenstedt. Wer Lust hat, kann in Stederdorf einen Abstecher zum Rausch Schokoladenland unternehmen. Im Museum der „JR Die Schokoladenfabrik GmbH“ samt Fabrikverkauf erfährt der Besucher Wissenswertes zur Geschichte und Herstellung von Schokolade.

Nach der Wolterschen Mühle habe ich mich zunächst verfranzt, wie man so schön sagt, da die Einhänger der Route Rund um Peine anscheinend an diesen Radwegweisern Liebhaber gefunden haben und nicht erstzt wurden. Mit Hilfe des Navis fand ich allerdings nach einer Rundfahrt durch Stederdorf zurück auf die Route. Leicht bergan geht es nun zur Metzingschen Mühle hinauf, die auf einem wiederum geschotterten Weg umfahren wird. Die Mühle selbst ist verfallen und bietet keine Augenweise. Immerhin lädt eine Bank zum Verweilen bei schöner Aussicht ins Peiner Land ein.

Essinghausen 

In Duttenstedt fehlt bei einem auf einer Insel stehenden Baum ein Abbiegehinweis von der Straße Am Berge in den Ostpreußenweg. Unten an der Hauptstraße findet sich dagegen wieder ein nagelneuer Radwegweiser nach Essinghausen. Besser zwei: Ein Weg führt auf einem Schotterweg zur Autobahnbrücke, der andere, kürzere, auf Asphalt neben der Straße. Nach etwa einem Kilometer biegt man hier links ab und gelangt zurück zur Route.

Natur pur: Nach Woltorf

Nach Essinghausen und weiter bis Woltorf folgt nun eine ungemütliche Radelunterlage der nächsten. Erst ein endloser Schotterweg, dann ein besser befahrbarer Wiesenweg. Als der Schotterweg in einen holprigen Feldweg übergeht, biege rechts ab auf den schönen Asphaltweg, der mich ebenfalls über den Mittellandkanal und nach Woltorf hinein führt. Der "Erfinder" dieser Tour liebt wohl holprige Wald- und Feldwege ganz besonders.

Als Ausgleich geht es nach dieser Ortschaft auf einer schönen, wenig befahrenen Straße gut voran und hinter dem nobel ausschauenden Altersheim (pardon: Seniorenresidenz!) und nach dem Bahnübergang durch Wald nach Schmedenstedt. Parallel zum Pisserbach führt die Route nun nach Dungelbeck. Hier verpasse ich das Linksabbiegen (kein Schild gesehen!) und lande an der B 65 beim Gewerbegebiet. Mit Navihilfe finde ich („Bitte wenden!“) wieder zur Route, die nun auf holpriger Piste durch einen Wald verläuft.

Am Mittellandkanal  

Wald und Seen  
Das Navi brauche ich auch hinter Klein Ilsede, wo es nach Überqueren eines Bahnübergangs westwärts durch Handorf und das Handorfer und Bültener Holz weitergeht.

Im Westen und Nordwesten des Ortes befindet sich die Handorfer Seenplatte. Ein Teil des Landschaftsschutzgebietes Fuhseniederung zieht sich von der Fuhse über vier Waldstücke: Angrenzend zur Seenplatte befindet sich im Südwesten des Ortes das Handorfer Holz, übergehend in das Bültener Holz.

Ortseingang Handorf

Die Radroute erlaubt einige schöne Ausblicke auf Gewässer der Handorfer Seenplatte. Im Ort Handorf beschert mir ein falscher Linksabbiegerpfeil eine unfreiwillige Ortsrundfahrt. Hätte ich bloß gleich dem Navi geglaubt!  

Nordwärts geht es weiter über Rosenthal mit einer schöner Allee zu einem Hofgut und nach Schwicheldt. Das Rittergut im Zentrum des Dorfes war der namensgebende Stammsitz der Familie von Schwicheldt. Später ging der Besitz an die Grafen Hardenberg, die dort bis heute ansässig sind.

Der Schwicheldter Wasserturm mit etwa 20 m Höhe steht heute unter Denkmalschutz. Er wurde von der Reichswasserstraßenverwaltung als Wasserversorgungsanlage für die Gemeinde errichtet, weil der Bau des Mittellandkanals das Grundwasser absenkte.

Bei der Ortsdurchfahrt duftet es beim Sportplatz plötzlich so verführerisch nach Bratwurst. Da mein Proviant fast aufgezehrt ist, schiebe ich mein Rad vor die Sportgaststätte und kaufe mir beim freundlichen Personal eine Wurst. Die letzte Pause vor den wenigen Kilometern zurück nach Vöhrum genieße ich im Schatten bei einem Fußballspiel. In der mit 7168 Einwohnern größten Ortschaft im Landkreis Peine  stehen samt dem Plus durch Irrwege 54 km auf dem Tacho.

Mal wieder Stau auf der A 2

Fazit: Eine Tour für Radler, die Natur und Ruhe suchen und auch vor Schotterwegen keine Angst haben. Denn inzwischen sind auch in diesem Landstrich fast alle Feldwege für die immer schwereren Landmaschinen mit meist grauem Schotter befestigt, wobei den Peinern zugute zu halten ist, dass sie nicht das ganz grobe Material gewählt haben. Dennoch ist es streckenweise anstrengend, das Fahrrad auf Kurs zu halten. Da die Beschilderung streckenweise erhebliche Lücken aufweist, ist es hilfreich, ein Fahrradnavi mit dem GPS-Track dabei zu haben. So erhält diese Radtour immerhin einen kleinen Hauch von Abenteuerurlaub.
Dieter Hurcks, Stand: August 2018

 

Links  

Route Rund um Peine 

Radtouren im Peiner Land 

Die schönsten Touren im Peiner Land

Karte und GPS-Track von Geolife

Den GPS-Track bekommt man übrigens auch als Käufer der BVA-Radkarte Peiner Land kostenlos zum Download.

Radeln in der Region Hannover und umzu

Radwanderkarte

 

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Spickzettel
Route:
Rund um Peine
Start/Ziel/Bahnanreise:
Bahnhof Vöhrum - direkt an der Route; oder von Peine aus 
Länge:
52 km
Schwierigkeit: leicht; nur geringe Steigungen (siehe Bericht); gelegentlich Schotterwege 
Internet: offizielle Homepage mit GPS-Track
Radwanderkarte von BVA Peiner Land (s.u.)

Rundum Peine: Karte von Tahuna mehr
Test des Fahrrad-Navis Teasi One

Witziges Logo zur Tour Rund um Peine

Die Kapelle im zweitkleinsten Peiner Ortsteil
Röhrse

Idyll am Fuhse-Steg bei Röhrse

Im Frühling: Fliederbestandenes Pättken
wie im Münsterland bei Röhrse

Schotterweg Richtung Wendesse

Zeugen einer Industrieepoche: 
Pferdekopfpumpe bei Wendesse

Einer der wenigen leichten Anstiege führt 
zur Metzingschen Mühle

Hier ist die Beschilderung Spitze - aber leider
gibt es auch einige Lücken

Freundlicher Empfang auch für Radler

Blick über den See auf Bülten

Schöne Allee in Rosenthal

See vor Vöhrum



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