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Autor: Dieter Hurcks Copyright 10/2016

Von Hildesheim über Peine nach Celle 
Im Jahre 2015 wurde eine Radroute eröffnet, die durch und um die Wirtschaftsregion Hannover führt: die durchgängig durch Einhänger mit einem fetten, gut sichtbaren K markierte Kulturroute. Sie besteht aus einem Rundkurs sowie Abstechern und Abkürzungen. Dank guter Bahnanbindung lassen sich leicht auch Tagestouren planen wie etwa die Routen 9a und 9b zwischen Hildesheim und Celle.
Teil 1: Hannover-Stadthagen - Teil 2 Routen 6 bis 9 

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Kulturroute Hannover (3)

Auf den Routen 9a, 9 b und 9 c
 
Hildesheim Hauptbahnhof. Ich bin samt meinem Pedelec mit der S-Bahn angereist, um die östlichste Strecke der Kulturroute abzuradeln, die von Hildesheim über Peine nach Celle führt. Aber wo geht die Route 9b los? Vor dem Bahnhof finde ich lediglich ein Hinweisschild zum Rathaus, jedoch keinen einzigen Radwegweiser. Auch kein Schild, das jene, die die 100.000-Einwohner-Stadt besichtigen möchten, zum Dom oder zur Michaeliskirche weist. Mehr über Hildesheim: Wikipedia

Hildesheimer Marktplatz

Zum Glück habe ich mein Navi dabei, das mich über die Bahnhofsallee zielsicher zum Tourenbeginn an der Kaiserstraße führt. Über diese verläuft vierspurig die Bundesstraße 1, so dass die Ausfahrt aus der Stadt zu einem Höllentrip mit zahlreichen, teils sehr langen Ampelstopps bei lautem Verkehrslärm wird. Von der Kaiserstraße geht es an der ersten großen Kreuzung links ab und entlang der nicht minder lauten B 494 weiter. Am Ende von Drispenstedt biegt der Radweg, kurz vor einem Bahnsignal neben der Bundesstraße, nach rechts ab und es wird ruhiger. Voraus ist allerdings schon die Autobahn7 zu hören, nach deren Unterquerung ich endlich in der freien Landschaft bin. Hier taucht, nachdem ich bislang nur Pfeilen ohne Zielangabe gefolgt bin, nun nach fünf zurückgelegten Kilometern der erste richtige Radwegweiser mit Orts- und Entfernungsangaben sowie dem eingehängten grünen K der Kulturrouten-Variante 9 auf.

Die beiden ziemlich weit von dem Radweg 9 b entfernten Windmühlen in Asel - eine auf Rollen gelagte Paltrockmühle - und Harsum, die im Radwanderführer empfohlen werden (ich konnte sie nicht einmal sehen), spare ich mir und radle Richtung Borsumer Holz. Der geschotterte, etwa 3,5 km lange Feldweg, der hinter der Autobahn beginnt, geht nun in einen schmalen Wiesenweg über. Bisweilen holpert es gewaltig. Der Borsumer Kirchturm wird immer größer und bietet, im Hintergrund eines schönen Bauerngehöftes, ein schönes Fotomotiv.

Ab Borsum erfolgt nun eine flotte, 3 km lange Abfahrt auf einem asphaltierten Weg. Rechts ist schon die Zuckerfabrik von Clauen zu erkennen, in der Ferne das Kohlekraftwerk Mehrum. Der Weg endet auf einer Wiese mit Rastplatz, führt dann über eine nagelneue Brücke mit vorschriftsmäßig hohem Geländer. Vor mir liegt das Dorf Bründeln. Nach 13 km treffe ich wieder auf die B 494, die ich nun auf einem separaten Radweg bis Mehrum begleiten muss. Nächster Ort ist Clauen. Dort gibt es eine anscheinend verfallende Windmühle, die sich hinter einer Hecke versteckt. Das Grundstück darf nicht betreten werden. Da die B 494 auf der Höhe verläuft, hat man einen weiten Blick ins Land. Nach 17 km lege ich beim preisgünstigen Bäcker in Hohenhameln eine Kaffeepause ein, direkt neben der mitten durch den Ort führenden, viel befahrenen Bundesstraße.

Mittellandkanal  

Zum Kraftwerk Mehrum

Am Ortsende biegt die Kulturroute 9b ab Richtung Ohlum. Nun kommt das Kraftwerk Mehrum immer näher - eine riesige Anlage. Ich fahre direkt darauf zu und vor der Kanalbrücke hinter Mehrum ans Ufer des Mittellandkanals - genau gegenüber von Schlot und Kühlturm. Nun heißt es, sich auf holprigem Untergrund (Wiesenweg) am Kanal entlang bis Schwicheldt durchzukämpfen. Kurz hinter der Kohleentlageanlage versperrt plötzlich ein Metallgatter das Ufer. Man kann es aber öffnen. Rechts führt ein Weg hinauf zu einem Feld, entlang dem man alternativ bis Schwicheldt radeln kann. Anfangs auf Schotter, dann aber auf akzeptablem Untergrund. In Schwicheldt mündet der Weg in die Dorfstraße, und links ist bereits die Kanalbrücke zu sehen, die nun zu überqueren ist. Wer will, kann noch einen Abstecher zum Rittergut Schwicheldt unternehmen.

Rittergut Schwicheldt

An der Brücke zeigt linker Hand ein grüner Pfeil zum Kanalufer. Der Weg ist aber durch eine Leitplanke versperrt. Da ich vom Kanal genug habe, biege ich hinter der Brücke rechts ab und fahre auf schottrigem, aber passabel zu befahrendem Untergrund weiter parallel zum Kanal bis zur Straße nach Vöhrum. Dort geht es nach links weiter bis zum Bahnübergang. Kurz danach weist die Karte nach rechts. An der Einmündung haben Scherzkekse die Schilder verdreht, danach finde ich kein weiteres Schild mehr und folge dem Navi zurück zur Straße. Tipp: Nach dem Bahnübergang einfach auf der Straße bleiben, an deren Ende man sich entscheiden muss, ob man dem nahen Peine einen Besuch abstatten oder gleich Richtung Eixe weiterfahren will.

Wer Peine noch nicht kennt, sollte die vier Kilometer unter die Räder nehmen und sich diese hübsche Stadt mit dem lebendigen Marktplatz und der Fußgängerzone, der Windmühle und vielen schönen Fachwerkhäusern sowie einem gepflegten Stadtpark anschauen.

Am Abzweig der Routen 9a und 9c Peine-Hannover

Ich fahre Richtung Eixe und biege gleich hinter der an der Fuhse gelegenen Wassermühle scharf rechts ab. Dort, wo es nach rechts Richtung Eixer See geht, halte ich mich links und radle bis zur Straße Am Wendesser Moor. Dort, wo es auf der Route 9 a nach rechts zur Autobahn geht - den Lärm der Straße hört man dann schon auf sich zukommen -, zweigt nach links die Route 9 c nach Lehrte und Hannover ab. Leider war der Radwegweiser abgebrochen und wohl gestohlen, soll aber ersetzt werden. Übrigens: Ein Jahr nach der Meldung dieses Problems fehlte der Wegweiser immer noch (19.7.2017).

Ab hier heißt meine Route gen Celle nun 9a, überquert die Autobahn 2 und biegt hinter einer riesigen Biogasanlage - leider ohne jegliche Ausschilderung (auch am 19.7.2017 stand hier noch kein Hinweisschild) - links ab gen Abbensen. Dort geht es hinterm Sportplatz wieder nach links zum malerischen Rittergut Abbensen, das auf einer großen Tafel stolz die vielen dort erfolgreich brütenden Storchenpaare vermeldet. Hinter Abbensen führt der Weg ostwärts in die freie Landschaft und durch Oelheim nach Edemissen. Ein Ölturmnachbau kündet unterwegs von der Industriegeschichte der Gegend.

Malerhof-Kapelle (2004)

Weiter nach Uetze

In Edemissen muss man aufpassen, um den Weg nicht zu verfehlen. Als ich ein fast zugewachsenes Schild, das nach rechts weist, übersehe, warnt mich mein Navi per Piepton. Von nun an ist der Radler lange Zeit allein mit sich und der Natur. Ab und zu muss ich stoppen, um überbreite Traktorgespanne mit der Maisernte vorbeizulassen. Hinter Mödesse schwenkt der Weg wieder nach Norden über Ahlemissen nach Voigtholz. Dort lohnt sich der Besuch des Malerhofes, in dessen Kapelle eine „Abendmahl“-Kopie des Malers Hans Nowak zur Attraktion geworden ist. Obwohl ich dort schon mehrmals gewesen bin, aber immer aus der anderen Richtung kam, habe ich den Malerhof mangels eines entsprechenden Hinweisschildes diesmal nicht gleich gefunden.

Weiter geht die Tour durch Feld und Wald auf oft holprigen Wegen über Alvesse mit seiner auffälligen Kirche durch eine schöne Allee nach Eickenrode. Unterwegs fülle ich bei einem großen Gestüt meine Wasserflasche auf. Die netten Leute spendieren mir sogar Mineralwasser. Über Plockhorst, das früher mal ein Eisenbahnknoten war, radle ich nach Eltze. Die dortige Eltzer Wassermühle kann leider nicht mehr besichtigt werden. An der Straße wurde das Hinweisschild entfernt, nur der Name der Bushaltestelle weist auf die ehemalige Touristenattraktion mit dem großen Mühlrad hin. Ein bisschen weiter biegt der Radweg 9a nach links ab Richtung Uetze und überquert ein Stück Gleis der früheren Strecke Celle-Braunschweig, das Nostalgiker übrig gelassen haben.

Nun ist es nicht mehr weit bis nach Uetze, ein kleines Städtchen mit viel Autoverkehr. Eine ruhig gelegene Einkehrmöglichkeit besteht übrigens bei der Mühle Amme, die vom Radweg aus gleich hinter den ersten Häusern rechter Hand liegt. Sehr idyllisch. Leider sind an diesem Tag in Uetze mehrere Radwegweiser total verdreht, so dass der Fremde hier Probleme bekommt, den richtigen Weg zu finden. Er führt zunächst Richtung Schulzentrum und in der leichten Rechtskurve der Straße (mit Radweg) halblinks in die Feldmark und über die Bundesstraße 188 in Richtung Hänigsen.

Mühle Amme mit Café

Von Uetze nach Celle

Hier stimmt die Beschilderung wieder. Zunächst radle ich auf Asphalt, ehe ich mich vor dem Eintritt in den Wald entscheiden muss: Wer sich den steinigen und entsprechend holprigen, aber gerade bei heißem Wetter angenehm temperierten Weg sparen will, nimmt die erheblich kürzere Asphaltpiste zum Irenensee. Beide Wege treffen sich kurz vor dem Weg bei einer Schutzhütte wieder. Auf der Karte ist das gut zu erkennen. Der Waldweg zackt auf dem Weg nach Hänigsen mehrfach, geht am Irenensee in Asphalt über und steuert dann auf mehrfach geflicktem, sehr holprigen Untergrund auf Hänigsen zu.

Kurz vor dem Ort macht der Weg eine 90-Grad-Wende und führt nun, Richtung Wathlingen, aber auf hervorragender Piste schnurgerade wieder nordwärts. Es geht immer durch die Feldmark mit Blick auf Wald - eine schöne Landschaft und ein guter Weg bis Eicklingen. Dort befindet sich, ausgeschildert und rechts des Weges, der Amtshof. Er war früher Sitz des Amtes Vogtei Flotwedel. Quelle und mehr: Wikipedia

Wienhausen  

Nun ist es nicht mehr weit bis Wienhausen mit seinem in Backsteingotik errichteten Kloster.

Bei Wikipedia lesen wir: „Das Kloster Wienhausen ist ein ehemals zisterziensisches, heute evangelisches Frauenkloster aus dem 13. Jahrhundert. Es liegt im niedersächsischen Wienhausen und wird von der Klosterkammer Hannover verwaltet.

Das historische Klosterensemble ist weitgehend erhalten. Östlich der Kirche liegen Wassermühle und Wirtschaftsgebäude. Nach Norden im rechten Winkel an die Kirche angebaut sind die Konventsgebäude: das mittelalterliche im Westen, dessen Giebel mit dem Westgiebel der Kirche dem Besucher zuerst ins Auge fällt, und der nachreformatorische Fachwerkbau im Osten; dazwischen der doppelgeschossige Kreuzgang im Stil der Backsteingotik.“ Quelle und mehr: Wikipedia  

Aller und Pfennigsbrücke

Weiter geht die Fahrt Richtung Bockelskamp, von dort vor einem kleinen Sportplatz links ab und auf einem schmalen, aber gut befahrbaren Pfad bis zum Allerwehr Osterloh - ein schönes Plätzchen, ideal für eine Pause. Anschließend radeln wir weiter durch das landwirtschaftlich geprägte Osterloh. Links liegt am anderen Allerufer Altencelle, während wir wenige hundert Meter rechts den Straßenübergang nach Celle nehmen. Immer schön in Ufernähe rollen wir der Residentstadt entgegen, queren das Flüsschen Lachte und Thaers Garten mit dem Herrenhaus und erreichen bald die Pfennigsbrücke, über die wir in die Altstadt Celles rollen. Ein Höhepunkt zum Abschluss dieser Radtour zwischen Innerste und Aller.

Übernachten in Celle

Thaers Garten

Albrecht Thaers Leben und Wirken in Celle wird verknüpft mit der Schilderung der Lebensbedingungen von ländlicher und städtischer Bevölkerung und dem daraus resultierenden Engagement des jungen Arztes, der sich bald ganz der Reform der Landwirtschaft zuwenden sollte. Albrecht Thaer berichtete 1798 in einem ersten von drei Bänden über den beeindruckenden Stand der englischen Landwirtschaft: „Einleitung zur Kenntniß der englischen Landwirthschaft und ihrer neueren praktischen und theoretischen Fortschritte, in Rücksicht auf Vervollkommnung deutscher Landwirthschaft für denkende Landwirthe und Cameralisten“.

Natürlich hat Celle auch ein Thaer-Denkmal: Die auf einem roten Sandsteinsockel stehende Marmorfigur von Albrecht Thaer wurde vom Landwirtschaftlichen Filial-Verein Celle gestiftet und 1873 zum 45. Todestag Thaers in den Triftanlagen aufgestellt. Quelle und mehr bei Wikipedia

Kulturroute 9 c Peine-Hannover

Von Peine aus führt die Route 9 c zunächst entlang der Autobahn A2 nach Eixe. In Eixe treffen, wie oben schon beschrieben, die Routen 9 a, 9 b und 9 c an der Abzweigung Winkelkamp/Zum Wensesser Moor aufeinander. Wer nun über Lehrte nach Hannover radeln will, biegt hier auf die Straße Am Wendesser Moor nach Westen ab - es ist die Verlängerung der Straße, die von der Autobahnbrücke aus Richtung Abbensen und Biogasanlage kommt (Route 9a). Nach rund 200 Metern queren wir die Eixer Hauptstraße und fahren auf dem Weg namens Landwehr in Richtung Landhandel und Fuhse. Entlang des Flüsschens geht es nun auf schönem Weg nach Vöhrum und im Ort nach rechts auf der Burgdorfer Straße Richtung der flügellosen Windmühle. Dort biegen wir links ab auf die Straße Zum Hämeler Wald. Die Mühle, ein Erdholländer, ist als Denkmal ausgeschildert, liegt an der Niedersächsischen Mühlenstraße und kann sogar besichtigt werden.

Von hier an fahren wir auf einem asphaltierten Weg, links in der Ferne vor uns das Kraftwerk Mehrum, auf den Hämeler Wald zu, der auf einem ziemlich holprigen Weg zu umrunden ist. Am Waldende stehen an der Asphaltstraße ein paar vergammelte Schilder, aber keines, das für Befahrer der Kulturroute relevant wäre. Es geht jedenfalls nach links. Kurz vor dem Hämelerwalder Waldsee passieren wir die Bahnstrecke Braunschweig-Hannover. Kurz nach Einfahrt in den Wald kann man rechts über eine Holzbrücke zum See abbiegen, wo eine Einkehrmöglichkeit im Kaffeegarten Forsthaus Hainwald besteht. Falls dieses geschlossen hat, kann man aber auch im Ortskern von Hämelerwald eine Rast einlegen.

Antikriegshaus

Von Hämelerwald lässt sich übrigens leicht ein etwa 3,5 km langer Abstecher zum Antikriegshaus in Sievershausen unternehmen. Die Dokumentationsstätte zu Kriegsgeschehen und über Friedensarbeit e.V. wurde 1978 als Trägerverein für das Friedenszentrum Antikriegshaus auf historischem Boden gegründet: Hier fand am 9. Juli 1553 die Schlacht von Sievershausen statt, deren Ausgang bedeutsam für den Fortgang der Reformation war. Mit dem Bau des Antikriegshauses wurde die hier bereits seit Mitte der 1960er Jahre von Klaus Rauterberg in der Antikriegswerkstatt betriebene Friedensarbeit intensiviert.
Tour Lehrte-Peine, also in entgegengesetzter Richtung: Die Ausschilderung ab Hämelerwald-Bahnhof verwies uns fälschlicherweise unter der Bahnlinie hindurch und über die Autobahn hinweg. Rechts geht es dann nach Sievershausen-Mitte. Allerdings führte uns der K-Wegweiser von der Kulturroute weg, die aus Richtung Lehrte kommend durchs Wäldchen zur Windmühle Vöhrum führt und dann, entlang der Fuhse, nach Eixe verläuft (wo wie o.a. das Richtungsschild nach Lehrte-Hannover immer noch fehlt!).

In die Eisenbahnerstadt Lehrte

Vorbei am Bahnhof führt der bislang durchweg gut ausgeschilderte Radweg nun in den Hämeler Wald hinein. Da gerade Herbst ist, beginnen die Blätter sich schon zu verfärben, was für eine besondere Stimmung sort. Der Weg durch den Wald ist anfangs klasse, wird aber später immer holpriger (Schottersteine), so dass ich froh bin, am Waldende in der Ferne das übrig gebliebenen Zuckersilo der einst so bedeutsamen Zuckerfabrik von Lehrte und die Sonne zu sehen.

Ramhorst: Der Wegweiser zeigt nach Lehrte, aber 
die Schilder Durchfahrt verboten und Sackgasse
verbieten die Durchfahrt

Bis Lehrte ist es nun nicht mehr allzu weit. Auf jetzt wieder guten Wegen radle ich über Ramhorst in Richtung Lehrte Süd. Allerdings bin ich etwas irritiert, da der Weg Auf der Ramhorst, in den der Radwegweiser der Kulturroute zeigt, als Sackgasse ausgewiesen ist und hier zudem die Durchfahrt für Fahrzeuge aller Art verboten ist. Was tun? Sich strafbar machen oder einen riesigen Umweg in Kauf nehmen? Ich schreibe eine Mail an den ADFC Lehrte (10/2016). Ein Jahr später steht in der Tageszeitung ein Artikel mit folgendem Titel: "Stadt soll gesperrte Feldwege für Radler öffnen - ADFC beklagt unzulässige Sperrung auf der Ramhorst - und erhält Zustimmung von der Verwaltung / Realverband als Eigentümer sagt schnelle Korrektur zu".
Wer sagt's denn? Dauert halt nur ein bisschen ...

Zurück zum Oktober 2016: Ich fahre trotz Verbots weiter, da auch andere Radler den Weg nehmen und das Schild wohl schon mindestens 20 Jahre alt ist. Auch am anderen Ende des Weges, an der Straße nach Evern, steht eine solche Schilderkombination. Zudem ist hier, in Lehrte Süd, der Radwegweiser der Kulturroute 9 c mit Gewalt um 90 Grad nach rechts umgebogen worden. Das hoch hängende Schild dürfte nur mit einer Leiter erreichbar gewesen sein. Wer das wohl verbrochen hat? Mein Navi weist jedenfalls den richtigen Weg Richtung Ortskern, wo ich rechts ab auf die frühere Bahntrasse geleitet werde und, den Radwegweisern folgend, vorbei am Rathaus zum Lehrter Bahnhof gelange. Dort steht eine alte Dampflok, die an die glorreichen Zeiten der Eisenbahnerstadt Lehrte erinnern soll. Einmal im Monat hat ganz in der Nähe auch das Museumsstellwerk geöffnet. Dort kann man u.a. eine große Modelleisenbahnanlage bewundern, die dem Bahnhof Lehrte nachempfunden ist.

Bei Wikipedia lesen wir: Mit dem Bau der Bahnstrecke Hannover–Braunschweig ab 1843 erlangte Lehrte erstmals Bedeutung, die in den folgenden Jahren mit der Verlängerung der Bahnstrecken nach Celle, Hildesheim und Berlin (Lehrter Bahn mit Lehrter Bahnhof) noch zunahm. Zu Beginn des Eisenbahnbaus hatte der Ort 755 Einwohner, 60 Jahre später etwa zehnmal so viele. 1898 wurden Lehrte die Stadtrechte verliehen. Mit der Eisenbahn siedelte sich Industrie an, so gab es eine Tonwaren-, Mineraldünger-, Zement-, Konserven- und eine Zuckerfabrik.

Nach Ahlten und Hannover

Gleich gegenüber dem Lehrter Bahnhof führt der Weg nun weiter nach Ahlten. Rechter Hand hat man einen schönen Blick über die vielen Durchfahrt- und Abstellgleise des Bahnhofs, von wo es nach Wolfsburg, Celle, Braunschweig und Hildesheim geht. Entsprechend viele Züge rauschen durch den Bahnhof. Der Radweg verläuft zunächst durch die Kleingartenkolonie Edelweiss und entfernt sich nach Unterquerung einer Straßenbrücke von der Bahnstrecke gen Ahlten

Ein Besuch der Schleuse Anderten ist nicht nur für Technikinteressierte lohnenswert.

Dort finde ich kein K-Zeichen der Kulturroute mehr, verfranze mich im Ort und lande schließlich beim Ahltener S-Bahnhof.
Richtig wäre, auf der Straße Zum Großen Freien nach Süden zu radeln und dort rechts ab dem Schild Richtung Hindenburgschleuse in Anderten zu folgen. Der Weg namens Schlahdekamp führt zunächst über die Autobahn A 7, zackt dann, nachdem der Asphalt einem Feldweg weicht, kurz nach rechts und links und führt an einer Ampel über die Straße Höver-Anderten direkt zur sehenswerten Hindenburgschleuse.
Jährlich werden bis zu 22.000 Schiffe durch die 225 Meter langen Schleusenkammern geführt.

Bei Wikipedia erfahren wir: "Die Schleuse Anderten, früher als Hindenburgschleuse bezeichnet, überwindet einen Höhenunterschied von 14,70 m zwischen der Westhaltung und der Scheitelhaltung des Mittellandkanals. Sie war zum Zeitpunkt ihrer Einweihung im Jahr 1928 die größte Binnenschleuse Europas.
Nach Aufnahme des Schifffahrtsbetrieb im Jahr 1916 auf dem Mittellandkanal begann 1919 östlich von Hannover im damals noch selbständigen Dorf Anderten der Bau der größten Binnenschleuse Europas. Nach den Ausbaggerungsarbeiten folgte 1924 der Baubeginn der eigentlichen Schleuse, die am 20. Juni 1928 durch Reichspräsident von Hindenburg eröffnet wurde. 
2003 wurde eine weitgehende Automatisierung der Schleuse beschlossen, durch die der Schleusengang auf zehn Minuten verkürzt werden soll." Quelle und mehr: Wikipedia

Von der Hindenburgschleuse führt die Kulturroute 9 c zwischen Bahnlinie und Tiergarten, vorbei am Hermann-Löns-Park mit der restaurierten Bockwindmühle, durch die Eilenriede zum Maschsee, wo sie beim Sprengel Museum zuende geht - oder beginnt, je nach Sichtweise. Genau wie die Kulturrouten 1 und 9. Vom Maschsee-Nordufer aus lässt sich auf der Erweiterung 9 d ein Abstecher durch den hannoverschen Stadtteil Limmer zur Gedenkstätte Ahlem unternehmen. Die Gedenkstätte Ahlem war einst eine jüdische Gartenbauschule, später wurde diese von Nationalsozialisten als Sammelstelle für Deportationen, Gefängnis und Hinrichtungsstätte missbraucht. mehr

Herrenhausen

Auch ein Ausflug zum Schloss Herrenhausen und zu den weltbekannten Herrenhäuser Gärten ist empfehlenswert. Pflanzenfreunden werden beim Besuch des gegenüberliegenden Bergartens ihre Freude haben. Der Weg dorthin lässt sich gut mit einem Besuch der Altstadt und der berühmten Nanas am Leineufer verbinden. Es lohnt sich!

Kulturrroute Seite 1

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750 km durch Niedersachsen

Von der Elbe zur Weser

Ab Celle: Auf Route 9 von Celle nach Hannover

zum Teil 1 und Teil 2

Radeln in der Region Hannover

 

Video-Links

Hannover persönlich 

Region Hannover: Symphonie in Gelb 

Zur Scillablüte nach Hannover-Linden

Der Leine-Heide-Radweg 

Der Allerradweg - Aller-Radweg Ost

Die schönsten Radtouren in Deutschland und den Nachbarländern (1)

Etappen/Entfernungen ca.

Rundkurs ca. 435 km
1. Hannover-Hildesheim 45 km
2. Hildesheim-Bad Salzdetfurth-Bad Gandersheim 45 km 
3. Bad Gandesheim-Alfeld (Leine)-Hameln 90 km 
4. Hameln-Stadthagen 62 km 
5. Stadthagen-Neustadt a. Rbg. 63 km 
6. Neustadt-Schwarmstedt-Celle 75 km 
7. Celle-Hannover 55 km

Hinzu kommen diverse Ergänzungstouren wie
Stadthagen-Rehburg-Loccum-Stolzenau-Nienburg (Weser) 70 km
Nienburg-Rodewald-Schwarmstedt 42 km
Schwarmstedt-Walsrode und zurück 71 km 
Weitere Ergänzungstouren finden Sie im Radwanderführer.

Radwanderführer

Spickzettel
Route:
siehe Teil 1 
Entfernungen ab Hildesheim:
Hohenhameln 18 km, Ende Fahrt am Mittellandkanal 31 km, Vöhrum Kirche 35 km, Abbensen 41 km, Alvesse 53 km, Eickenrode 60 km, Uetze 75 km, Abzweig von Hänigsen nach Wathlingen 84 km, Eicklingen 93 km, Wienhausen 96 km, Celle 105 km
Abstecher Vöhrum-Peine und zurück + 15 km

Los geht die Fahrt am Hildesheimer Bahnhof

Welterbe: die Michaeliskirche in Hildesheim

Am Borsumer Holz: Blick auf Borsum

Viel Verkehr in Hohenhameln

Schlecht befahrbar: Wiesenweg am Mittellandkanal

Windmühle in Peine

Zurück aus Peine auf dem Weg nach Eixe

Rittergut Abbensen

Allee nach Eickenrode

Idyllisch gelegen: Wassermühle Eltze

Junkernhof Uetze

Irenensee bei Uetze

Sprüche in Klön-Hütte bei Eicklingen

Amtshof Eicklingen

Kloster Wienhausen

Allerquerung am Wehr bei Osterloh

Celle ist ein riesiges Fachwerkensemble

Das Celler Schloss

Bomann-Museum in Celle

Sehenswert: die vielen Fachwerkgiebel in Celle

Radtouren-DVDs - ideal für Beamerschauen
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Schönes Fachwerk in Peine

Routenkreuz 9a, 9b, 9c in Eixe

Flügellos: die Mühle in Vöhrum

Für Eisenbahnfreunde: die Lehrter Lok

Lehrte ist auch heute noch ein bedeutender Eisenbahnknoten, an dem allerdings die ICEs und ICs vorbeirauschen.

 

Hinter Ahlten queren wir die Autobahn 7. Im Hintergrund die Zementfabrik Holcim.

Am Ende der Eilenriede quert man auf dem Weg zum Maschsee beim Döhrener Turm die Hildesheimer Straße.

Das Neue Rathaus in Hannover liegt am Maschteich unweit des Maschsees.

Einst umstritten, heute geliebt: Niki de Saint 
Phalles Nanas am Ufer der Leine.

Hannover: Hier ist der Eingang zum Berggarten.

Über den Maschsee hat man einen schönen Blick
auf Hannovers Skyline.

Gut verbunden: Hannovers Hauptbahnhof.

YouTube-Video: Hannover persönlich