Radtouren A bis Z - Fahrradbücher - Fahrrad-DVDs - FahrradwitzeLinks - Bahn + Rad - Recht + Gesetz - E-Bike - Home

Autor: Dieter Hurcks Copyright 8/2017

Natur und Industriegeschichte erleben
Der Deisterkreisel bietet eine Vielfalt an Eindrücken und führt durch Dörfer und kleine Städte. Am Wegesrand liegen Rittergüter ebenso wie Schlösser und Zeugnisse der Industriegeschichte wie der Klosterstollen in Barsinghausen. Eine Tour, für die man sich viel Zeit nehmen sollte. Radeln in der Region Hannover

Einträge für
Zimmervermieter

Quartiere an
Fernradwegen in
Deutschland

Deisterkreisel

100-km-Rundkurs um Hannovers Hausberge
 
Der Deisterkreisel gehört zu den ersten ausgeschilderten Radwegen in der Region Hannover und wurde um die Jahrtausendwende in Betrieb genommen. Er führt um das gesamte stadtnahe Mittelgebirge und verbindet auf gut 80 Kilometern Kultur mit Natur. Heute ist er Bestandteil der inzwischen eingerichteten FAHRRADREGION Hannover. Dieses Wort findet man auch auf Radwegweisern, die zu zugehörigen Routen führen.

Mit der S-Bahn lassen sich ab Hannover zahlreiche Bahnhöfe an der Radelstrecke zum Großraumtarif günstig erreichen: mit der S 1 geht es nach Wennigsen, Egestorf, Kirchdorf, Bad Nenndorf und Barsinghausen. Auch von Springe oder Bennigsen aus ist man direkt auf der Route. Ab Haste, an der Hauptstrecke Ruhrgebiet-Hannover gelegen, ist es mit dem Fahrrad auch nicht allzu weit bis zum Track. Optimal als Ziel ist der Bahnhof Weetzen, da dort alle Deisterlinien entlangführen und man daher nur kurz auf die nächste Bahn nach Hannover warten muss.

Die GPS-Daten des Deisterkreisels kann man u.a. von der Seite www.reiseland-niedersachsen.de/tour-der-deisterkreisel herunterladen. Ein Navigationsgerät kann durchaus hilfreich sein angesichts der teilweise lückenhaften Beschilderung.

 

Erfahrungsbericht August 2017

Von Wennigsen nach Springe

Wir sind zwei geübte Fahrradfahrer und, dem Alter und den Anforderungen der Strecke (einige z.T. kräftige Steigungen) und des Wetters (anfangs starker Gegenwind) gemäß, mit Pedelecs ausgerüstet. Wir starten in Wennigsen, das mit der S-Bahn ab Hannover oder Haste gut erreichbar ist. Hier schauen wir uns die „Doppelhelix“ genannte DNA-Spirale und die interessante Sonnenuhr vor dem Rathaus sowie das Kloster an, das dem Ort bis 1932 den Namen gab. Kloster und Kirche beherbergen einige sehenswerte Kostbarkeiten.
mehr: Wikipedia

Über den Waldkaterbach und den Bredenbecker Bach geht's nach Argestorf und weiter am Waldrand entlang nach Bredenbeck. Auf dem Rittergut Bredenbeck hat Adolph Freiher von Knigge, Autor des berühmten Buches „Über den Umgang mit den Menschen“, seine Kindheit verbracht. Das Gut in Bredenbeck dient bis heute als Stammsitz der Freiherrn Knigge. Es wird noch bewirtschaftet und ist daher für Besucher tabu. In Bredenbeck gibt es außerdem eine traditionsreiche Kornbrennerei: Warnecke.
mehr: Wikipedia und hannover.de

Nächstes Ziel ist Steinkrug, wo einst die 1809 gegründete Glashütte Steinkrug arbeitete. Einige verbliebene Bauten zeugen davon. Der 13 Meter hohe Glashüttenturm aus Deistersandstein ist eines der wenigen noch vorhandenen Exemplare in Europa und der einzige in Natursteinmauerung. Glashütten hatten einen hohen Holzverbrauch. War der Wald rundum gerodet, zogen sie weiter.

Kurz vor Bennigsen geht es scharf rechts ab. Der Weg führt, zunächst noch auf Asphalt und bergab, südwärts gen Völksen. Dann aber wird der Untergrund aufgrund von recht grobem Schotter, wie er leider in der Region Hannover zunehmend auch auf als Radrouten genutzen Feld- und Waldwegen vermehrt eingesetzt wird, ungemütlich bis gesundheitsgefährendend. Es rüttelt und rappelt, so dass wir froh sind, nach der Bahnunterquerung endlich einen glatten Radweg unter die Räder zu bekommen. Dafür herrscht dort auf der Straße nebenan reger und entsprechend lauter Autoverkehr. 

Alternativ kann man schon vor der Unterführung in den Feldweg rechts einbiegen und kommt dann durch Völksen und am Ortsende nach der Unterführung ebenfalls an die Landstraße. Im Ort steht die evangelische Stadtkirche, die zu besichtigen sich lohnt. Das Kircheninnere stammt von dem berühmten Baumeister Conrad Wilhelm Haase.

Die alte Route führte übrigens von Bennigsen noch über Gestorf und ist in der Erstausgabe des anscheinend heute nicht mehr lieferbaren Radwanderführers zum Deisterkreisel eingezeichnet.

Überhaupt: Einige Änderungen sind seit Inbetriebnahme vorgenommen worden. Leider gibt es vorwiegend in der Hannover Region auch noch Radwegweiser aus jener Zeit, die wettergebleicht und kaum oder gar nicht mehr lesbar sind. Einige scheinen ganz verschwunden zu sein, andere sind verdreht oder halb umgekippt.

Kurzum: Die Pflege der Beschilderung liegt streckenweise im Argen, während sie im Kreis Schaumburg überwiegend vorbildlich und auf dem neusten Stand ist.

 

Nach Springe

Hinter Völksen biegen wir von der Kreisstraße 216 links ab, radeln durch Alvesrode und verpassen anscheinend eine Abzweigung gen Springe. So kommen wir zum Wisentgehege, hinter dem es durch den Wald auf streckenweise spitzen Steinen zum Jagdschloss Springe weitergeht. Das Jagdschloss, von 1838 bis 1842 nach Plänen des Hofbaumeister Laves erbaut und von 1988 bis 1993 sorgfältig restauriert, beherbergt die Weiterbildungsstätte Jägerlehrhof, zwei Festsäle mit prachtvoller klassizistischer Innenausstattung sowie freigelegten Wand- und Deckenmalereien, eine auch für Kinder sehr lehrreiche Jagd- und Tierschau sowie mehrfach wechselnde Sonderausstellungen. Links der Straße nach Springe liegt der 1836-39 von König Ernst August von Hannover angelegte Saupark Springe, der von einer 16 km langen Mauer umgeben und heute ein Naturschutzgebiet ist.

Wer sich für innovative Umwelttechnik interessiert, der kann ab Wisentgehege einen Abstecher nach Eldagsen unternehmen. Im Energie- und Umweltzentrum gibt es eine Ausstellung rund um die Themen Energieeinsparung und ökologisches Bauen. Führungen gibt es allerdings nur einmal im Monat sowie für Gruppen bei Voranmeldung. Tel. 05044-975-0.

Tipp: Apfelfreunde finden vor Springe nahe der Völksener Straße ein Apfelbaummuseum mit vielen Bäumen seltener Sorten.

Vom Wisengehege, wo man übrigens auch einkehren kann, führt die Route des Deisterkreisels nun nach Springe, biegt aber vorher links ab. Wir wollen in Springe (rund 30.000 Einwohner) eine Kaffeepause einlegen und fahren daher geradeaus in die Altstadt und erreichen den Marktplatz mit dem schönen Brunnen und den gepflegten Fachwerkhäusern. Das Museum auf dem Burghof in der über 900 Jahre alten Stadt Springe hat seinen Standort an der Stelle, wo die Grafen von Hallermunt im Mittelalter eine Wasserburg angelegt hatten. Kornspeicher und Remise der hier später entstandenen Domäne beherbergen heute auf drei Geschossen rund 2000 qm Ausstellungsfläche. Dank reicher Sammlungsbestände erhält der Besucher intensive Einblicke in die Geschichte von Springe, seiner zwölf Ortsteile und der Deisterregion.
Quelle und mehr

Auf der Homepage der Stadt lesen wir: „Die Stadt Springe blickt auf eine über 900jährige Geschichte zurück. Viele Bauwerke erinnern an unterschiedliche Zeitepochen der Vergangenheit. Der Marktplatz im Zentrum, die gute Stube von Springe, ist umgeben von schmucken Fachwerkhäusern. Der "Ratsnachtwächter Heinerich" (geschnitzter Holzwegweiser) wacht noch heute über das Geschehen der Stadt und zeigt den Besuchern der Stadt den rechten Weg. Immer wieder öffnen sich Durchblicke in kleine Gassen und Höfe. Die Verbindung von alter und neuer Bebauung fügt sich harmonisch ins Bild. Der historische Stadtkern weist gut erhaltene niedersächsische Fachwerkbauten auf. Beachtenswert ist das Haus Peters am Markt. Es wurde ab 1619 als giebelständiges niederdeutsches Hallenhaus mit Utlucht im Stil der Weserrenaissance gebaut. Es ist reich mit Schnitzwerk und einer lateinischen Inschrift versehen. Davor befindet sich der Marienbrunnen mit der Holzleserin, die daran erinnert, dass in der vergangenen Zeit in der staatlichen Forst nur soviel Leseholz gesammelt werden durfte, wie man in der Kiepe tragen konnte.“ Bei den Springern heißt es das „Kiepenmariechen“.
Quelle und mehr: springe.de  

Aus der Fußgängerzone radeln wir nach der Stärkung beim Bäcker nun westwärts aus der Stadt hinaus. Wer will, kann rechts hinauf noch einen Abstecher zum Denkmal des einzig wahren Gühbirnen-Erfinders Heinrich Göbel unternehmen (ca. 1 km hinauf).

Wir aber kennen das schon und biegen bei der Landstraße 421 rechts ab in die Domäne Dahle. Das Tal zwischen Kleinem und Großem Deister nennt sich übrigens Deisterpforte. Entlang der Bahn führt wieder einer der beliebten Schotterwege weiter, der an der Abzweigung zum Bahnhof Bad Münder dann aber wieder in Asphalt übergeht. Gut so, denn wir radeln nun, auch wenn hier ein Hinweis auf den Deisterkreisel fehlt, weiter geradeaus flott bergab auf die Kurstadt Bad Münder (16.300 Einwohner) zu, die auf einer Tafel mit ihrem historischen Stadtkern wirbt, Fahrradfahrer aber an (zu) vielen Stellen zum Absteigen animiert. Am Ortseingang weist links der Straße ein Schild auf die ehemalige Glashütte hin.

 

Nach Bad Münder

Auf der Seite hannover.de lesen wir: „Das älteste Bauwerk Bad Münders ist der Kirchturm der St. Petri-Pauli-Kirche aus dem Jahr 1529. Sein barockes Dach hat er allerdings erst 200 Jahre später erhalten. Wiederum hundert Jahre später, 1839, wurde die Kirche im klassizistischen Stil erbaut.

Die Salzgewinnung in Bad Münder ist auch das Thema des Söltjerbrunnen in der Marktstraße. Er zeigt zwei Salinenarbeiter, die sogenannten Söltjer: Der eine siedet Salz mit Hilfe einer Kratze, der andere trägt es in einer Kiepe zu seinem Bestimmungsort.

Ein Blick hinter das Standesamt lohnt sich: Dort steht eine über hundert Jahre alte Süntelbuche. Der imposante Baum ist ein Naturdenkmal. Wer eine ganze Süntelbuchenalle sehen will, die größte in Deutschland, findet diese in Bad Nenndorf - unweit des Deisterkreisels.

Das Kornhus wurde um 1560 als Wehrbau im Stil der Renaissance errichtet und diente früher als Kornmagazin mit Bäckerei.

Als ältestes Fachwerkgebäude gilt das heutige Gasthaus „Eisenstein“ in der Kellerstraße, das 1647 erbaut wurde. Nur wenige Schritte weiter steht das Rathaus, ein Fachwerkbau im klassizistischen Stil aus dem Jahr 1815.“

Quelle und mehr: hannover.de und Wikipedia

 

Nach Lauenau

Von Bad Münder radeln wir weiter nach Nettelrede mit seiner Backsteinkirche samt Turm aus dem 13. Jahrhundert. Dieses Baumaterial treffen wir auf der Tour rund um den Deister noch öfter an. Von jener Kirche ist jedoch nur noch der frühgotische Turm mit dem charakteristischen Treppengiebel vorhanden ist. Namensgeber ist der heilige Dionysius, der erste Bischof von Paris und Märtyrer. Das Kirchenschiff wurde 1863 abgerissen und von Conrad Wilhelm Hase, dem Begründer der „Hannoverschen Architektur-Schule“, im neugotischen Stil wieder aufgebaut.

Nächster Ort ist Luttringhausen, das wie Nettelrede und Bad Münder im Kreis Hameln-Pyrmont liegt und einer von 16 Ortsteilen Bad Münders ist. Die dortige wuchtige St. Dionysius-Kirche besteht allerdings aus Sandstein. Verwunderlich ist die im Radwanderführer von 2001 verwendete Schreibweise des Ortsnamens mit Umlaut: Lüttringhausen. Dieser Ort gehört allerdings zur Stadt Remscheid.

Das Rittergut Luttringhausen findet 1406 Erwähnung als im Eigentum derer von Wettberg. Es ging 1644 in den Besitz der von Lenthe, die hier noch leben und das Gut bewirtschaften. Die Anlage steht heute unter Denkmalschutz.

In Eimbeckhausen geraten wir wieder ins Grübeln. Der Einhänger des Deisterkreisels weist nach Nienstedt, während uns Karte und Navi Richtung Rohrsen und Hülsede schicken. Was tun?  Wir fahren Richtung Rohrsen und entdecken am nächsten Radwegweiser wieder den DKR-Einhänger. Durch Einbeckhausen rumpelt es die ganze Strecke auf den dortigen Pflasterstraßen.
Seit 2003 befindet sich im Ortsteil Eimbeckhausen das Deutsche Stuhlmuseum.

Weiter geht's auf schnurgerader Asphaltpiste über Schmarrie (am Abzweig nach Rohrsen findet sich wieder kein Hinweis auf den Deisterkreisel) vorbei an Hülsede mit seinem Wasserschloss und weiter gen Messenkamp. Dort kann man hinter der Brücke der B 442 links in den Asphaltweg einbiegen und erreicht bald Lauenau, wo am Ortseingang ein schönes, holzgeschnitztes Schild auf die traditionsreiche Stuhlindustrie hinweist.

Rupp-Stammhaus

Der Flecken Lauenau liegt ebenfalls noch im Landkreis Schaumburg, zählt über 4000 Einwohner und gehört zur Samtgemeinde Rodenberg. Schön anzusehen ist das Stammhaus der 1861 gegründeten Brauerei Rupp, deren „Felsenkeller“ (seit 1870) oberhalb der Stadt angesiedelt ist und von dessen Biergarten aus man einen schönen Blick ins Calenberger Land hat.

Die Radtour führt nun gen Bad Nenndorf und an einer Wasserburg vorbei. Um 1190 ließ Herzog Heinrich der Löwe Schloss Lauenau, das direkt an der Radroute liegt, als Wasserburg zum Zwecke einer Grenzfeste gegen die Schaumburger Grafen errichten. Während der Hildesheimer Stiftsfehde 1519 wurde die Burg vom schaumburgischen Feldobersten Ludolf von Münchhausen zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte 1565–1572 in Form eines Wasserschlosses im Stile der Weserrenaissance. Jahrhundertelang diente es als kurfürstliches Amtshaus und königliche Domäne. Heute befindet es sich in Privatbesitz.

Schloss Meysenbug (das heutige Gebäude entstand etwa 1868 bis 1870 im Tudorstil)  und Schloss Schwedesdorf (zwischen 1596 und 1600 von den Rittern von Münchhausen erbaut) sind weitere Sehenswürdigkeiten des Ortes.
Quelle und mehr: Wikipedia 

 

Nach Barsinghausen

Ab Lauenau radeln wir nach Apelern (Kreis Schaumburg). Die Kirche Apelern, eine zweischiffige Hallenkirche, wurde um 1150 erbaut. Der wuchtige Kirchturm ist als Wehrturm benutzt worden. Der westliche Vorbau enthält die Gruft (Mausoleum) der Familie von Münchhausen, deren Rittergut Schloss von Hammerstein wir kurz darauf passieren. Wie bei Wikipedia zu lesen ist, zeichnet es sich insbesondere durch den spätgotischen Architektureindruck des Außenbaus in Verbindung mit den säulengeschmückten Innenportalen und der mit antiken und nordeuropäischen Motiven und Ornamenten verzierten Kamine im Schlossinneren aus. 

Das Schloss von Hammerstein ist Ausdruck einer bewussten und in dieser Gestalt in der Grafschaft Schaumburg einzigartigen Verbindung von gotischer und antiker Rezeption mit dem humanistischen Weltbild der frühen Neuzeit.

Nächstes Zwischenziel ist Rodenberg. Unterwegs passieren wir eine schöne Wassermühle. Die Maschmühle ist vor 400 Jahren erbaut worden. Mit drei Mahlgängen war sie die größte der drei Wassermühlen in Rodenberg. Schon Ende des achtzehnten Jahrhunderts wurde der eigentliche Mühlenbetrieb eingestellt und ein riesiges Mühlrad für den Betrieb eines Gradierwerkes angebaut.
Das Gradierwerk diente zur Gewinnung von Salz aus solehaltigem Wasser, welches über einen Bach (den heute noch existierenden Salzbach) aus dem wenige Kilometer entfernten Soldorf hergeleitet wurde.
Quelle und mehr: www.maschmuehle.de/page1.html 

Nun ist es nicht mehr weit bis Rodenberg, dem Sitz der gleichnamigen Samtgemeinde (eine spezielle niedersächsische Verwaltungskonstruktion) mit rund 6400 Einwohnern. Wahrzeichen ist die Windmühle auf dem Alten Rodenberg, erbaut 1850. Sie wurde durch ein Feuer am 28. April 2005 stark beschädigt, der Mühlenkopf komplett zerstört. Durch Sponsoren und Fördergelder wurde die Mühle umfassend restauriert werden und ist seit März 2015 illuminiert.

Ein Bauwerk aus Backstein ist der Ratskeller, erbaut 1863. Am Standort des Ratskellers befand sich früher das 1800 errichtete Rathaus, das 1859 durch einen Stadtbrand zerstört wurde. Sehenswert ist das Schloss Rodenberg mit Ständehaus, Wall- und Grabenanlage, Resten von Bastei und Turmrondell sowie angebauten Wehren. Innerhalb der früheren Schlossanlage befinden sich das Heimatmuseum und das Freilichtmuseum mit restaurierten Befestigungsanlagen.
Quelle und mehr: Wikipedia

Kurort Bad Nenndorf

Von Rodenberg radeln wir weiter nach Bad Nenndorf (rund 11.000 Einwohner).  Die Schwefelquellen des Kurbades gehören zu den stärksten Europas und konnten nun endlich mit großem Erfolg bei Rheuma, Gicht und Hautleiden eingesetzt werden. Schon bald gehörte Nenndorf zu den führenden deutschen Heilbädern. 1806 ließ der Landgraf eine Sommerresidenz im klassizistischen Stil, das so genannte Schlößchen (Lodge), erbauen, bei dem er und seine Nachfolger bei zahlreichen Aufenthalten in Nenndorf residierten. Im Jahr 1866 wurde Bad Nenndorf Königlich Preußisches Staatsbad und konnte durch finanzielle Unterstützung aus Berlin weiter expandieren.
Quelle und mehr: Wikipedia

Ein kleiner Abstecher in den direkt an der Radroute liegenden Kurpark lohnt. Das Hotel Esplanade, ehemaliges Badehaus im Kurpark, erbaut 1906, sowie das Schlösschen im Kurpark, erbaut 1806, sind schöne Fotomotive. Im Park gibt es neben den über 200 Jahre alten Rotbuchen viele weitere teils seltene Bäume zu bewundern wie Taschentuchbäume sowie chinesische und amerikanische Mammutbäume.

Schon 1890 wurde bei Bad Nenndorf eine Süntelbuchenallee angepflanzt, die heute aus rund 80 Bäumen besteht, die etwa 100 Jahre und älter sind. Süntelbuchen sind Varianten der Rotbuchen, beeindrucken durch verdrehte, miteinander verwachsene Äste und sehr kurze Stämme und werden selten höher als 15 Meter. mehr

Der Haltepunkt Bad Nenndorf an der Deisterbahn der S-Bahn Hannover wird von den Linien S 1 und S 2 angefahren.

Wir aber wollen ja weiter aus eigener Kraft vorwärtskommen und wenden uns am nördlichsten Punkt unseres Rundkurses gen Waltringhausen. Kaum sind wir, hinter der Autobahn, vom Kreis Schaumburg in die Hannover Region gewechselt, wird die Routensuche wieder nervig. Trotzdem finden wir über Wichtringhausen mit seiner Windmühle und dem schönen Wasserschloss und Hohenbostel über die Siedlung Höhenluft den Weg nach Barsinghausen - mit schönem Ausblick auf die Stadt. Vorher geht's aber noch geradewegs in den Wald hinein, wo der Weg in einer Spitzkehre urplötzlich um fast 180 Grad dreht.

Der nächste Geradeauspfeil der Radroute steht mitten auf einer Wegegabelung, was wieder zu einem Ratespiel Anlass gibt: Welcher Weg ist denn nun gemeint? Zum Glück kommen uns Radler entgegen, die uns den linken Pfad empfehlen und gleich noch einen Tipp geben: Beim Naturfreundehaus ist geöffnet, und es gibt sogar Musik.

Übrigens: Das Stadtgebiet weist zwischen Groß Munzel und dem Deisterkamm einen Höhenunterschied von mehr als 300 Metern auf. 
Quelle und mehr: Wikipedia

Wieder aus dem Wald heraus führt die Route nun am Waldrand entlang in die rund 34.000 Einwohner zählende Deisterstadt Barsinghausen hinein.
Eine besondere Sehenswürdigkeit Barsinghausens ist der Zechenpark
zwischen Egestorfer Straße/Hinterkampstraße und Egestorfer Kirchweg.
Das ehemalige Zechengelände, das bis 1956 für den Abbau von Steinkohle genutzt wurde, öffnet sich dem Besucher heute als Park, in dem sich Industriekultur und Natur miteinander verbinden. Die historischen Strukturen des Industriegeländes werden ebenso sichtbar wie erfahrbar gemacht. Im Rahmen der Gartenregion Hannover sind der Bremsbergweg, der die Verbindung zwischen dem Bergwerk und dem Haltenplateau herstellt, sowie die Treppe zum hinteren begrünten Parkteil neu geschaffen worden.
Besonders prägnant ist der weithin sichtbare Haldenkegel aus roter Schlacke, er dienst als Aussichtspunkt für einen ungehinderten Blick weit ins Calenberger Land hinein. Quelle und mehr

Der Klosterstollen im Bergbau-Museum erinnert an die Zeiten des Kohlebergbaus. Er ist heute als Besucherbergwerk zu besichtigen. Die Einfahrt in den Stollen mittels Grubenbahn dauert etwa 15 Minuten, die ganze Führung, die einen Rundgang durch die Stollen beinhaltet, dauert zwei Stunden und ist für Gruppen ab 15 Personen möglich. Der Kohleabbau im Deister hat eine über 360 Jahre lange Geschichte. Erstmals erwähnt wurden Kohleabbauten im Jahre 1639 am Bröhn (Gemeinde Wennigsen). Im Klosterstollen Barsinghausen wurde die erste Kohle 1869 gefördert.

Vorbei am Kloster, das 1193 erstmals urkundlich erwähntwurde und somit das älteste der ehemals fünf Frauenklöster im Fürstentum Calenberg ist, erreichen wir bald wieder den Wald. Mit Geduld und Navi finden wir letztlich den Weg, der uns entlang der Straße L 391 durch Wennigser-Mark und zurück nach Wennigsen führt. Wir radeln noch die rund 6 km bis zum Bahnhof Weetzen, von wo aus zwei S-Bahn-Linien nach Hannover fahren und wir nicht lange auf den nächsten Zug warten müssen.

Fazit: Eine interessante Tour, auf der es viel zu sehen und zu entdecken gibt. Die Wegequalität erfordert ein gut gefedertes Fahrrad, die Ausschilderung insbesondere in der Hannover Region manchmal einen detektivischen Spürsinn. Mit Navi und neuester Karte sollte aber jeder geübte Radler in der Lage sein, den rechten Weg zu finden.

Dieter Hurcks, August 2017

 

Auf einen Blick: Etappen/Entfernungen
Die Tour in vier Abschnitten

Der Deisterkreisel führt über Bad Münder, Lauenau, Rodenberg, Bad Nenndorf, Barsinghausen, Wennigsen und Springe. Hier ein Überblick über die Entfernungen:

Abschnitt 1: von Bad Nenndorf über Barsinghausen nach Wennigsen. Höhepunkte dieser Etappe sind das Wasserschloss Wichtringhausen, der Kurpark Bad Nenndorf, das Kloster Barsinghausen und das Besucherbergwerk Klosterstollen Barsinghausen (22 Kilometer)

Abschnitt 2: Von Wennigsen nach Völksen durch die Calenberger Börde, vorbei an Kloster Wennigsen, den Rittergütern Bredenbeck und Bennigsen, der Kornbrennerei Warnecke und der alten Siedlung „Glashütte Steinkrug“ (14,5 Kilometer)

Abschnitt 3: Völksen bis Bad Münder. Gute Rastmöglichkeiten bieten der Saupark Springe mit dem Wisentgehege, das königliche Jagdschloss Springe, die historische Altstadt Springe und natürlich der Zielort dieser Etappe, Bad Münder (18,5 Kilometer)

Abschnitt 4: Bad Münder bis Bad Nenndorf. Am Wegesrand liegen Rittergut Luttringhausen, Wasserschloss Hülsede und Lauenau mit dem Rittergut von Meysenberg, dem Schloss der Familie von Münchhauen und einer Wasserburg (25 Kilometer)

Quelle und mehr: hannover.de 

 

 

Radwanderführer ADFC-Regionalkarte BVA

 

Radeln in der Region Hannover

zurück zur Hauptseite

Spickzettel
Route:
Deisterkreisel
Start/Ziel:
Wennigsen (Deister) oder jede andere Bahnstation an der Route (siehe Bericht)
Bahnanreise:
per S-Bahn Hannover
Länge:
76 bis 100 km je nach Variante
Schwierigkeit: z.T. sportlich, überwiegend leicht
Internet: Homepage www.deister.de u.a.
GPS-Datei und KML und Karte zum Drucken hier 
Der GPS-Track liegt leider meist neben der Straße und führt nicht immer über die ausgeschilderte Route; Alternative: GPSIES-Track (meist i.O.)
Radkarte: siehe unten

Beschilderung des Rundkurses

Kloster Wennigsen

Sonnenuhr in Wennigsen

Alvesroder Kapelle

Das Jagdschloss bei Springe

Marktbrunnen Springe

Brunnen und Petersches Haus

Springer Kiepenmariechen

Bad Münder: Rathaus und Söltjer-Brunnen

Die Süntelbuche in Bad Münder

Eimbeckhausen: Hier fehlt der Deisterkreisel- Einhänger nach Hülsede - wir wollen nicht 
über den Nienstädter Pass fahren

Wasserschloss Hülsede

Am Ortseingang von Lauenau

Der Felsenkeller der Brauerei Rupp

Blick in die Brauerei im Felsenkeller

Kirche in Apelern

Rittergut Apelern

Die Maschmühle in Rodenberg

Hotel Esplanade in Bad Nenndorf

Kirche in Hohenbostel

Blick auf Barsinghausen

 

DVDs für Tourenradler

Radtouren-DVDs - ideal für Beamerschauen
Info und bestellen hier