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Autor: Dieter Hurcks Copyright 5/2012

Erdgeschichte zum Anfassen. 
Der Geopfad "Bewegte Steine" am Brelinger Berg in der Wedemark bietet Erdgeschichte zum Anfassen im wahrsten Wortsinn. Wir haben den Pfad mit dem Fahrrad in Angriff genommen und festgestellt, dass einige Passagen ganz schön tiefgründig sind (Sand).

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Auf den Spuren der Eiszeit am Brelingen Berg

Geopfad bietet Erdgeschichte zum Anfassen
 
Die Region Hannover bietet Radwanderen eine große Vielfalt an reizvollen Landschaften. Eine Besonderheit ist der von der Eiszeit geformte Brelinger Berg bei Mellendorf. Seit 2009 gibt es dort einen 5,5 km langen Geologischen Pfad. Unter dem Motto "Bewegte Steine" kann der Wanderer auf dem Rundkurs einen Einblick in die ergeschichtlichen Epochen der Eiszeiten gewinnen.

Von Brelingen aus ist der Pfad gut ausgeschildert. Mit dem Fahrrad empfiehlt es sich, den Schildern zu folgen und tatsächlich rechts herum zu fahren. Dann kann man am "Eiswürfel" wieder auf festen Untergrund gelangen und spart sich die tiefgründigen Sandwege am Ende der Schleife. So muss man nur gelegentlich mal ein Stückchen schieben und gewinnt dabei Zeit und Muße, die herrliche Aussicht zu genießen.

Natur pur am Brelinger Berg

Nur die riesigen LKWs, die den Sand aus einer gigantischen Abbaugrube am Brelinger Berg abtransportieren, stören ab und zu mit Lärm, Staubfahnen und Dieselgeruch das Idyll dieser abgelegenen Landschaft in der Region Hannover. Zum Glück sind die Fahrer rücksichtsvoll und fahren langsam, damit sich die Staubfahne in Grenzen hält. Danke dafür!

Wer sich für die Erdgeschichte interessiert, kann, wenn er den Geopfad umrundet, eine Menge lernen. Auch wenn hier mal ein Schild fehlt und dort schon der Rost nagt, ist deutlich erkennbar, was die Erbauer dieses 2009 in Betrieb genommen Landschaftspfads bezwecken wollten: den Menschen inmitten der Natur ein kleines bisschen Wissen darüber vermitteln, wie die norddeutschen Landschaften entstanden sind und welche Auswirkungen die Eiszeiten hatten. Wer weiß schon, dass es gleich mehrere gab und dass die letzte gar nicht mehr bis in den Raum Hannover vordrang.

Der Titel des Erlebnispfads "Bewegte Steine" lag den Initiatoren nahe. Die Eisgletscher haben die Findlinge, die wir heute an vielen Stellen in der Wedemark sehen, aus Skandinavien hier her geschoben. Diesen Vorgang sollen die Besucher des Pfads an den Stationen nachempfinden können. So liegt ein Findling am Ende eines Gleises, was sinnbildlich für den langen Transport hierher stehen soll.

Bei Wikipedia kann man eine Menge erfahren:

"Am Rundwanderweg vermitteln elf Skulpturen der Künstler Wolfgang Buntrock und Frank Nordiek (Atelier LandArt, Hannover), Matthias Lehmann (Dresden) und Carsten Schmidt (Hannover) die Entstehung des Brelinger Berges als eiszeitliche Endmoräne. An den Skulpturen kann zum Teil aktiv und spielerisch von Besuchern das Geschehen der Eiszeit in dieser Region nachempfunden werden." Quelle und mehr

Herkunft des Steins

Viele Erklär-Stationen

Am Brelinger Berg verbinden sich Landschaftserlebnis und Kunst in zehn Stationen zum Mitmachen oder Staunen und vermitteln Verständnis für ein Stück Erdgeschichte, das 180.000 Jahre zurückliegt. Die Folgen aber, diese Findlinge, liegen heute den Menschen zu Füßen. Und viele wollen wissen, wie sie hierher gekommen sind. Geschiebekundler konnten bei einigen Steinen recht genau festgestellt, wo genau sie in Skandinavien losgeeist wurden.

Am Steinstapel mit vier solchen Brocken stellt sich jeder Findling mit Art und Herkunft (soweit bekannt) vor. Damit sie nicht zumoosen, sind einige Stellen der Steine poliert worden. Wer da mit der Hand drüberfährt, bekommt einen Eindruck, welcher Stein grobkörnig oder glatt, porös oder kantig ist. Auf dem Weg zu den nächsten Stationen sind Wälder zum Spielen und Verstecken da, Blicke in die Sandgruben oder auf Felder eröffnen sich, auch verschiedene Baumgerüche lassen sich wahrnehmen.
Mehr zum Geoerlebnispark "Bewegte Steine"

Unsere Tour endet am Eiswürfel. Dieser soll ausdrücken, dass viele Steine in der Wedemark durch die Gletscher aus Skandinavien hier her geschoben worden sind. Einige steckten in meterdickem Eis und wurden erst nach einiger Zeit frei gelegt. Dies soll diese Station "Eiswürfel" zeigen, die am Rande eines gigantischen Sandaubbaugebietes liegt.

Während des langen Transportwegs von Skandinavien in die Wedemark haben die großen Findlinge einiges von ihrer Größe verloren. Eine Stahlscheibe zeigt an der Station Was bleibt übrig vom Stein die vermutete Ursprungsgröße. Zum direkten Vergleich ist der Findling neben der Scheibe positioniert.

Eine andere Station heißt Vielfalt der Steine: Hier finden die Besucher in einer alten Baggerschaufel (Foto) einige Steinproben, die sie nach ihrem Typ bestimmen können. Hilfe bekommen die Besucher durch Referenzsteine und Erklärungen (siehe Bild unten).

Die Fernrohr-Steine sind der Länge nach durchbohrt und mit einem Fernrohr im Innern versehen. Das Fernroh weist in Richtung des jeweiligen Herkunftsorts der Steine hin, etwa nach Stockholm oder zu den schwedischen Aland-Inseln. So bekommen die Besucher ein Gefühl für die Entfernung, die die Steine zurück gelegt haben (Foto).

Am Windkanter (Foto) hatten wir erst Probleme, weil wir die Kurbel falsch herum gedreht haben. Windkanter sind eiszeitliche Geschiebe, die durch Wind und Sand geschliffen wurden. Die Besucher können mit Hilfe eines handbetriebenen Ventilators Sand über die Windkanter pusten und so den Entstehungsprozess erahnen.

Sandabbau

Führungen

Regelmäßig finden kompetente Führungen entlang des Geo-Erlebnispfads unter der Leitung der Geologin und Paläontologin Dr. Kerstin Athen statt. Die Führungen kosten 5 € für Erwachsene, für Kinder ab 13 Jahre 2 €. Für Familien mit Kindern gibt es auch spezielle Führungen mit der Geologin Kerstin Jacob. Alles Wichtige zum Geopfad finden Sie www.bewegte-steine.de

Eine Karte und ein PDF-Dokument über den Geopfad können auf der Seite der Gemeinde Wedemark herunter geladen werden: http://www.wedemark.de 

 

Links

Gemeinde Wedemark und www.wedemark.de 

Bewegte Steine bei Wikipedia

 

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Gute Ausschilderung ab Brelingen.

Eindrucksvoll, wie die Natur das Sand- und Kiesabbaugebiet zurück erobert.

Ein Insektenhotel im Mai.

Diese Fläche betreut der Naturschutzbund.

Hier kann man an zwei "Klangsteinen" die unterschiedliche Beschaffenheit der Steine erhören.

Fernrohrsteine zeigen, woher  sie stammen.

Bauernhaus am Brelinger Berg hinter Rapsfeld.

Der "Eiswürfel" unsortiert ...

... und vom richtigen Standort aus gesehen.

"Sortieranlage" für aktive Wanderer.

 


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Radeln in der Region Hannover