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Autor: Dieter Hurcks Copyright 7/2010

Hessischer Fernradweg für Sportliche (1):
Von Bad Karlshafen nach Schwalmstadt-Ziegenhain.
 
Der Hessische Fernradweg R 4 wird teilweise verharmlosend als familienfreundlich bezeichnet. Ich bin ihn im Rahmen meiner Tour "Quer durch Deutschland 2" von Bad Karlshafen an der Weser bis Hirschhorn am Neckar mit einem Pedelec gefahren. Mein Urteil: nur etwas für wirklich sportliche Radler ohne Gepäck oder halt für ambitionierte E-Biker.  
Teil 2

Einträge für
Zimmervermieter

Quartiere an
Fernradwegen in
Deutschland

Von Bad Karlshafen an 
der Weser zum Neckar 
auf dem Hessischen Radfernweg R 4 (1)

Vogelsberg und Odenwald ideal für E-Bikes
 
Der Weserradweg ist der ideale Zubringer zum hessischen Fernradweg R 4, der an der Weserbrücke in Bad Karlshafen beginnt und in Hirschhorn, am Neckar nahe Heidelberg gelegen, laut offizieller Angaben des Hessischen Verkehrsministers nach 415 km endet. 
Eine Tour mitten hindurch durchs hessische Bergland und durch den Odenwald, die eine Menge Kondition erfordert und mir viele bis dahin unbekannte Orte nahe brachte, die ich vermutlich ohne mein E-Bike niemals anzusteuern gewagt hätte - schon gar nicht beladen mit Gepäck für zehn Radeltage.

 

Ich bin in Springe, dem letzten Bahnhof in der Region Hannover, angekommen und hinunter nach Hameln an die Weser geradelt. Von dort rollt es sich flussnah und meistens steigungsfrei bis Bad Karlshafen. Kurz vor Bad Karlshafen, wo die Diemel in die Weser mündet und der R 4 beginnt, kann der Radler noch eine Fährüberfahrt erleben. Es sei denn, er wagt die Fahrt über die vielbefahrene Bundesstraße. Nicht zu empfehlen!
Mehr über den Weserradweg HIER.



Fährüberfahrt über die Weser bei Bad Karlshafen.

Auf dem R 4 von der Weser über den Vogelsberg

Von Karlshafen aus verläuft der R 4 bis Trendelburg identisch mit dem Diemelradweg, den wir schon 2009 gefahren sind. Auf bisweilen etwas holprigen Wegen geht es, was bei den hohen Temperaturen im Juli 2010 sehr angenehm war, durch schattige Wälder, begleitet von der einen oder anderen kräftigen Steigung. Durchs Gehölz blinzelt die Diemel in der Nachmittagssonne.



Die Trendelburg in der Abendsonne.

Bald ist Trendelburg erreicht, westlich des Reinhardswalds mit der berühmten Sababurg gelegen und Anlaufpunkt für Besucher der Deutschen Märchenstraße. Die Stadt liegt an der sogenannten Dornröschen-Route der Märchenstraße. Die sehenswerte Burganlage ist heute in Besitz eines Hotels mit Restaurant. Nicht-Gäste dieses Betriebs sind, wie ein Schild am Mauerdurchlass verkündet, nicht so gerne gesehen, werden aber, wenn sie sich unauffällig bewegen, anscheinend geduldet. Von der Restaurantterrasse hat man einen weiten Blick in Land. Auch auf der anderen Seite des Städtchens öffnet sich der Blick in die Hochebene an der Diemel, deren übers Wehr rauschende Fluten bis hinauf zu hören sind.

Über die Trendelburg lesen wir bei Wikipedia: "Die Trendelburg wurde im 13. Jahrhundert zum Schutz der hier verlaufenden Handelswege vom Grafen Konrad III. von Schöneberg (1249–1311) errichtet. Erstmals urkundlich erwähnt wurde sie im Jahre 1303. In späteren Jahren gelangte die Burg in den Besitz des Bistums Paderborn und wurde als Lehen an die Herren von Stoghusen (Stockhausen) als Amtssitz und Zollstation vergeben.

In den Jahren 1443 und 1456 wurde die Burg bei Stadtbränden in Mitleidenschaft gezogen. 1464 nahm Landgraf Ludwig II. von Niederhessen nach Ausbruch der Hessen-Paderbornischen Fehde (1464-1471) die paderbornische Hälfte der Burg (die andere Hälfte war bereits hessisch) gewaltsam in Besitz, und sie blieb auch nach der Beilegung der Fehde im Jahre 1471 hessisch. Nach Zerstörungen der Stadt und der Burg während der Zeit des Dreißigjährigen Krieges wurde die Burg 1676 vom Landgrafen Carl von Hessen als Jagdschloss wieder hergerichtet. Im Siebenjährigen Krieg wurde die Burg kurzzeitig von französischen Truppen eingenommen. In späteren Jahren wurde sie als Forstamt genutzt und ab 1901 als Wohngebäude. Seit 1949 dienen die Burggebäude als Hotel und Restaurant." Quelle und mehr

Trendelburgs Rathaus bildet mit der Kirche ein anheimelndes Ensemble, das allerdings erst nach einem langen, ziemlich steilen Anstieg zu erreichen ist. Die kleine „Rapunzelstadt“ liegt nämlich hoch über dem Diemeltal. Beim Gasthaus Brandner, gleich gegenüber dem Rathaus, kann man nächtigen und deftig speisen. Ansonsten ist hier oben "tote Hose", für Ruhesuchende genau das Richtige.

Von Trendelburg nach Ziegenhain

Es gibt Touren, die scheinbar nie zu ende gehen wollen. So sollte es bei der heutigen sein. Denn die Route des R 4 von Fritzlar nach Ziegenhain ist 2009, wie mir ein Radler erzählte und was ich nicht wusste, was auch auf der Internetseite zum R 4 nicht explizit erwähnt wurde, verlegt worden. Klar, dass die Planung anhand des Kartenmaterials (Stand 2007) deshalb daneben lag und die Tour auf der ausgeschilderten Route daher um mehr als zehn Kilometer länger werden würde.



Ev. Akademie für Diakoniemitarbeiter in Bad Gesundbrunnen
bei Hofgeismar.

Dabei begann der Morgen ganz passabel. Flotte Abfahrt vom Quartier in Trendelburg hinab ins Diemeltal, in Stamme links ab, weg von der Diemel Richtung Hümme mit seiner Fachwerkkirche von 1770. Idyllische Wege, teilweise auch mal nicht asphaltiert, und die lückenlose Beschilderung führen mich rasch über Bad Gesundbrunnen mit seiner Evangelischen Akademie für Diakonie-Mitarbeiter nach Hofgeismar, einer sehenswerten Fachwerkstadt. 

"Am Gesundbrunnen, der seit der Annexion Kurhessens durch Preußen 1866 keine Kuranlage mehr ist, kann man die fürstliche Prachtentfaltung des ausgehenden 18. Jahrhunderts bewundern. Wegen des Niedergangs des Badebetriebs im 19. Jahrhundert ist hier ein einmaliges architektonisches Ensemble erhalten geblieben." 
Quelle und mehr: www.hofgeismar.de

Eine alte Dame weist mich auf das älteste Haus der Stadt gegenüber dem Apothekenmuseum hin, dass ich doch unbedingt noch fotografieren müsste. Ohne den Tipp hätte ich es nicht gefunden, denn ein Hinweisschild war nicht vorhanden.

Auf der Homepage der Stadt lesen wir: "Hofgeismar liegt "in Hessen ganz oben'', ca. 25 km von Kassel entfernt. Der Ort gehört zur Tourismusregion „Märchenland Reinhardswald“ und liegt am Rande des Reinhardswaldes, direkt an der Deutschen Märchenstraße."

Nach 21 km erreiche ich Zwergen mit einer flotten Abfahrt. Durchs Warmetal geht es nach Niedermeiser und Obermeiser. Einen malerischen Anblick bietet das Gehöft Hohenborn. Die Steigungen halten sich noch in Grenzen. Erst hinter Zierenberg, etwa ab dem Gutshof Bodenhausen, steigen Wege und Landstraßen merklich an.

 

Naumburger Frosch

Hinter Wolfhagen, bei Burghasungen, schwenkt der Weg in die Natur, was der Radler bald in seinen Waden und Oberschenkeln spürt. Der Rückblick auf die Stadt mit Kirche und Schloss ist übrigens ganz imposant. Wer sich die Schotterwege sparen will, kann auch auf der nicht sehr stark befahrenen Landstraße gen Naumburg fahren. Denn auch der Weg durch den Wald hat es in sich, obwohl er natürlich Naturfreunden eine Menge bietet. Holzfäller hatten diesen zwar gesperrt, aber was soll der ortsfremde Radler machen, wenn ihm keine Umleitung angeboten wird, als einfach weiterzufahren.



Hoch gelegen wie der Ort selbst: Kirche in Naumburg.

Von Naumburg, einem schnuckeligen kleinen Städtchen, deren Fachwerk-Altstadt in besuche, radle ich auf der Landstraße weiter. Die R4-Beschilderung spart nämlich die Altstadt aus und schickt den Radler über die Dörfer wie Elbenberg. Ja, es gibt dort ein Flüsschen namens Elbe.

Meine wegen der schwülwarmen Witterung häufig leere Wasserflasche fülle ich mehrfach bei netten Leuten auf, die bereitwillig ihren „Kraneberger“ zur Verfügung stellen, so auch der Poststellenmitarbeiter in Naumburg und ein Mann in Züschen, der mich auf den Mineralbrunnen des Ortes als Alternative hinweist.



Das berühmte Postkartenmotiv des Fritzlarer Marktplatzes.

Nun ist es nicht mehr weit bis Fritzlar, wo ich eine längere Pause einlege. Die Beschilderung führt mich parallel zum Ederradweg (siehe Reisebericht) ostwärts aus der Stadt heraus bis nach Wabern. Dagegen zeigt meine BVA-Karte noch die alte Route, die südwärts verläuft. Ich bin irritiert, frage einen Radler, der mir von der Routenverlegung berichtet. Die neue Route verläuft über Borken, die Beschilderung ergibt, dass mein Tagepensum etwa 10 bis 15 km länger würde als geplant. So lasse ich streckenweise den R4 außen vor und schlage mich auf Straßen nach Ziegenhain durch. Denn Gewitter droht und gelegentlich tröpfelt es vom Himmel.

Gegen 18.15 Uhr habe ich nach fast 130 km mein Quartier in Schwalmstadt-Ziegenhain bei Treysa (Bahnstation an der Strecke Hannover-Kassel) erreicht – gerade rechtzeitig vor einigen kräftigen Regengüssen. Für den Schwalm-Eder-Kreis werden im Radio heftige Regenfälle und Gewitter angesagt. Draußen höre ich eine Zeit lang die Sirenen der Feuerwehrwagen. Dann ist wieder Ruhe und das Wetter beruhigt sich.

Teil 2: Von Ziegenhain nach Höchst im Odenwald

Selbst mit dem NavGear aufgezeichnetes Höhenprofil des HR4.

 

Die Etappen mit GPS-Routen
(optimiert für Satelliten-Darstellung)
01 Springe-Trendelburg 129 km Route bei Google Earth
02 Trendelburg-Ziegenhain 128 km Route bei Google Earth
03 Ziegenhain-Ullrichstein-Nidda 90 km Route bei Google Earth
04 Nidda-Höchst i. Odenwald gesamt: 118 km Route bei Google Earth
05 Höchst i. Odw.-Hirschhorn/Neckar (69 km) 
und weiter nach Bad Wimpfen 131 km Route bei Google Earth
06 Bad Wimpfen-Stuttgart 98 km Route bei Google Earth

Mehr zur GPS-Routenaufzeichnung hier

Offizieller GPS-Track unter 
http://www.radroutenplaner.hessen.de
(Themenrouten)

Radwanderführer

Verwendete BVA-Karten hier zu bestellen


    

 

Der R4 bei Wikipedia


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Auf dem erneuerten Weserradweg bei Bodenwerder.



Das Rathaus in Höxter im Stil der Weserrenaissance.



Hier an der Weserbrücke in Bad Karlshafen beginnt der Hessische Fernradweg R4 - ein echtes Radelabenteuer für Leute mit Kondition und eisernem Willen. 



Auf schönen Waldwegen entlang der Diemel nach Trendelburg.

Die Diemel prägt das Tal bei Trendelburg.



Burg und Fachwerkhaus nach dem fast geschafften Aufstieg in die Stadt.


Die Diemelmühle wurde zusammen mit dem benachbarten Gebäude der Wasserkunst zwischen 1591 und 1626 erbaut, um die 70 Meter über der Diemel gelegene Stadt durch Pumpwerke mit Trinkwasser zu versorgen. Die Diemelmühle ist heute als Museum ausgebaut und zeigt frühere Techniken von Wasserkünsten der Diemelregion.



Blick auf die knubbelige Kirche von Stamme.



Hofgeismar mit seinem schönen Rathaus: Rathaus auf mittelalterlichen Tonnengewölben, 1387 bis 1390 errichtet; westliches Kreuzgratgewölbe vermutlich noch 13. Jahrhundert.   Quelle: www.hofgeismar.de



Der R 4 ist durchweg gut ausgeschildert.



Bisweilen führt die Route des R 4 über Landstraßen.



Malerischer Anblick: Gutshof Bodenhausen bei Zierenberg.



Blick auf das hoch gelegene Burg Hasungen neben der A 44, das aber nicht erklommen werden muss.



Nach langem Aufstieg und vor der Abfahrt nach Wolfhagen: Parkplatz im Naturpark Habichtswald.



Blick auf Wolfhagen.



Der Autor bei einer kurzen Pause nach einem der zahllosen Anstiege.



Durch Elbenberg fließt die Elbe.



Nur was für Mountainbiker: Vor diesem Weg warnt sogar ein Schild.



Schönes Fachwerkhaus in Schwalmstadt-Ziegenhain.

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