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Autor: Dieter Hurcks Copyright 6/2010

Quer durchs Land mit dem E-Bike (2): Von der Möhnetalsperre ins Oberbergische Land. 
Wer quer durch Deutschland radelt, merkt sehr schnell, dass dieses Land keine Ebene ist, sondern von Mittelgebirgen durchzogen wird. Ein Pedelec oder E-Bike ist deshalb das ideale Fahrzeug, wenn man ohne Angst vor Steigungen Regionen erkunden will, in die man sich ansonsten vielleicht gar nicht trauen würde. Teil 3 - Teil 1

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Zimmervermieter

Quartiere an
Fernradwegen in
Deutschland

Vom Möhnesee nach Wiehl
im Oberbergischen Land

Ruhrradweg und SauerlandRadring 
 
Der Montag beginnt mit einer Pleite. Denn die Staumauer ist gesperrt und eine Umleitung, die unterhalb der Staumauer möglich gewesen wäre, nicht ausgeschildert. So muss ich die vier Kilometer wieder zurück und bei Delecke die Brücke der Bundesstraße 229 nehmen. Auf dieser Straße bleibe ich bis hinauf nach Breitenbruch. Kurz nach dieser Ortschaft biege ich rechts ab und rolle hinunter nach Niedereimer ins Tal der Ruhr.

4. Nach Lennestadt-Altenhundem

Die nagelneue Beschilderung des Ruhrradweges ist im Juni 2010 noch durchgestrichen, also nicht offiziell freigegeben. Dennoch ist es kein Problem, den Weg gen Meschede zu finden. Er führt rund um das auf einem Berg liegende Arnsberg herum. Den Autotunnel dürfen Radfahrer nicht benutzen. So sehe ich beide Tunneleingänge mit etwa einer halben Stunde Zeitunterschied vom Ruhrtalradweg aus, der nun wieder ostwärts schwenkt. Erst bei Oeventrup finde ich endlich eine ruhig gelegene Bank zum Rasten.  

Ein 2009 neu angelegter, 84 km langer Radweg zwischen Eslohe und Altenhundem erschließt einen Teil des Sauerlands: der Sauerlandring. Zum Teil führt der Weg über stillgelegte Bahntrassen, zum Teil aber auch entlang viel befahrener Straße.

Um dorthin zu gelangen, verlasse ich den Ruhrtalradweg und folge von Wennemen der Beschilderung nach Eslohe, pausiere beim Bäcker in Olpe („Klein Olpe“ nennt die Bäckersfrau den Ort, schließlich gibt es auch noch die Kreisstadt gleichen Namens). Von Wennemen soll laut meiner Fahrradkarte 2011 eine Verbindung zum Sauerlandring hergestellt sein.

Ein großes Teilstück der Piste ist schon fertig, der Asphalt scheint gerade erst erkaltet zu sein. So rolle ich zügig auf der früheren Bahntrasse bis kurz vor Wenholthausen, wo der Ausbau endet. Nun werden die Radlerwaden nochmals kräftig gefordert. Parallel zu den zugewucherten Bahngleisen, die demnächst als Radweg wieder zum Leben erweckt werden sollen, geht es nämlich mit starken Steigungen weiter. In Sallinghausen treffe ich auf das erste Schild: „Sauerlandring“. Geschafft! 60 km sind absolviert, insgesamt 114 km sollten es an diesem Radeltag werden.

Über den Sauerlandring

Den Flyer dieses Rundkurses hatte ich beim Fahrradpavillon in Hannover, einer regionalen Fahrradmesse, eingesteckt. Nun kam er also zum Einsatz. Besonders reizvoll bei dieser Tour: der Fledermaustunnel bei Fehrenbracht. Vorbei am Heimatmuseum und am ehemaligen Bahnhof von Eslohe führt der Sauerlandring nach Sieperting. Die ehemaligen Haltepunkte der Bahnlinie sind mit Schildern markiert. Tisch und Bänke laden zum Verweilen ein, so auch beim Haltepunkt „In der Marpe“. Kurz vor Kückelheim zeigt dann ein Radwegweiser (Pfeil) geradeaus, aber der richtige Weg zum Fledermaustunnel ist nur zu erreichen, wenn man rechts abbiegt und dem mit drei rotweißen Pollern markierten Radweg in einer Linkskurve steil hinauf folgt.

Nach etwa 1200 Metern taucht dann der Eingang zum fast 800 m langen Tunnel auf. Es ist natürlich kühl dort drinnen, Wasser tropft von der Decke. Die schummerige Beleuchtung trägt ihren Teil dazu bei, dass man ein etwas mulmiges Gefühl bekommt und schließlich froh ist, wenn wieder Tageslicht am anderen Ende auftaucht.

Serkenrode und Fretter heißen die weiteren Ortschaften. Nun endet der Bahntrassenweg. Ab Frettermühle kann man über den Berg die Schleife Lenhausen an der Lenne abkürzen und so das verkehrsreiche Finnentrop umgehen, wo man auf bzw. neben der lauten, stark befahrenen Bundesstraße 236 radeln muss. Überhaupt ist der schönste Teil des westlichen Sauerlandrings damit Geschichte, denn vor Lenhausen endet die Bahntrasse.

Ab Borghausen geht es ein Stück durch lauschigen Laubwald, aber in Grevenbrück wird der Radler nochmals mit starkem Verkehr konfrontiert. Über Trockenbrück und, vorbei an einem markanten Schachtofen, über Theten (netter kleiner Biergarten!) führt die Tour nach Meggen, wobei noch zwei heftige Steigungen zu überwinden sind.

 Dann ist Altenhundem erreicht, von wo es nicht mehr allzu weit bis zu meinem Tagesziel Benolpe ist. Die Fahrt dorthin über die Bundesstraße 517 ist allerdings angesichts des Autoverkehrs kein wirklicher Genuss. Für einen Radweg bleibt in solch engen Tälern halt kein Platz.

Das gilt auch für das östliche Teilstück über Schmallenberg und Bad Fredeburg, wo die schönsten Passagen des Sauerlandrings ebenfalls auf alten Bahntrassen verlaufen.

mehr zum Sauerlandradring auf der informativen Homepage

 

5. Westwärts nach Wiehl

In Benolpe, einem  500-Seelen-Dorf unterhalb der Hohen Bracht,  biegt die Route auf eine parallel zur Bahn verlaufende Nebenstrecke ab. Nun geht es mit leichtem Auf und Ab bis Welschen Ennest, von dort – zunächst ebenfalls straßenfern – an Rahrbach vorbei durch Feld und Wald. Neben dem Weg plätschert ein Bächlein, die Vögel zwitschern und es duftet nach Heu.

In Kruberg mündet der Radweg auf die Straße nach Olpe. Auf der glatten Asphaltpiste geht es nun ständig bergan. Der Flyer muss sein Potential wieder mal voll entfalten. Ab dem Gipfel kann ich es richtig rollen lassen: 4 km flotte Fahrt bis Neuenkleusheim. Das bringt echten Radelspaß, genau wie der anschließende Weg durch den Wald. Ich passiere Stachelau am Fuß des gleichnamigen Berges und erblicke bald darauf die ersten Häuser von Olpe. Die Radwegweisung führt mich ins Zentrum, wo die Olpe in die Bigge mündet. 20 km sind absolviert.

Neukleusheim

Ab Olpe folge ich der Biggestraße nach Rüblinghausen. Die mächtige Autobahnbrücke der A 45 dominiert das Tal. Parallel zu A 45 radle ich südwärts nach Saßmicke und anschließend neben der Bigge nach Gerlinger Mühle. Die Radwegweisung ist stellenweise unklar bzw. lückenhaft, was sich nachträglich nicht immer nachvollziehen lässt. Manchmal ist es nur der Zweig eines Baumes, der den Radfahrer falsch fahren lässt, manchmal ein ungünstig platziertes Schild, etwa erst nach der gemeinten Einmündung.

Wendener Hütte

Vor der großen Autobahnbrücke weist ein kleines Zusatzschild nach Wendener Hütte, wo ein Industriemuseum die Geschichte des Bergbaus dokumentiert. Am Weiher nebenan lässt sich trefflich rasten. Nächster Ort: Rothemühle. Am Kreisel nach rechts und dann links ab und hinauf nach Heid führt mich der Weg in die Einsamkeit der sauerländischen Bergwelt. Nicht links ab nach Trömberg, sondern geradeaus radle ich (unbeschildert) Wildbergerhütte entgegen. Ich kreuze eine Straße bei Kamp und biege rechts ab auf den Rundwanderweg (grünes Schild), der jedoch bald nach links abzweigt, während ich auf dem holpriger werdenden Asphaltweg geradeaus weiter rolle. Vor dem Ortsschild von Nosbach geht es links hinunter und in flotter Fahrt bis Wildbergerhütte.

Olpe

Auf meiner veralteten Radwanderkarte ist noch ein Weg entlang des Südufers der Wiehltalsperre eingezeichnet, den ich für meine Tour ausgewählt hatte. Doch dieser Weg ist gesperrt, wie ich nach einiger Sucherei feststelle und von einer Passantin bestätigt bekomme. So radle ich den Berg hinauf nach Erdingen und biege einen Kilometer weiter rechts ab. Über Ober- und Niederasbach rolle ich in rasanter Fahrt auf einer Superpiste bis Denklingen hinunter und weiter nach Brüchermühle – fast 5 km ohne treten zu müssen. Der Lohn des langen Anstiegs!

Tipp: Ab Wildbergerhütte gibt es einen ruhigeren Radweg, der über Eichholz nach Erdingen führt.

Von Brüchermühle aus ist es nun nicht mehr weit bis nach Wiehl, meinem Tagesziel, das ich nach 65 km erreiche. So bleibt an diesem Tag viel Zeit zu kleinen Ausflügen und einem Waldspaziergang, wozu diese schöne Gegend geradezu prädestiniert ist.

Fazit: Radeln im Sauerland und im Oberbergischen Land macht mit einem Pedelec erst richtig Spaß, da die Anstiege ihren Schrecken verlieren. Abends bin ich zwar ganz schön müde, aber nicht total geschafft, wie es mit einem normalen Tourenrad sicherlich der Fall gewesen wäre.

Etappen-Vorschlag
1. Hannover-Hameln 60 km
2. Hameln-Paderborn 77 km
3. Paderborn-Möhnesee 92 km
4. Möhnesee-Altenhundem 104 km
5. Altenhundem-Wiehl 70 km
6. Wiehl-Siegburg-Bonn-Köln 102 km
7. Köln-Hattingen 90 km
Gesamtstrecke: 595 km

Rückfahrt per Bahn: Hattingen-Essen-Minden-Hannover

Teil 3: Von Wiehl über Köln nach Hattingen 
Teil 1: Von Hannover zum Möhnesee

 

Radwanderführer

      

 

    DVD zur Tour

Eher für Montainbiker ist der bikeline "Bike Arena Sauerland". Das Ringbuch mit herausnehmbaren Tourenblättern zeigt alle Wege des seit 2001 beschilderten Mountainbiker-Dorados im Maßstab 1:35.000 - von familienfreundlichen Einsteigertouren bis zu Kursen für Könner. Natürlich auch mit Übernachtungsadressen und Tipps zu Sehenswürdigkeiten. Preis des Schubers: 19,90 €.

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Pleite am frühen Morgen: Die Staumauer ist gesperrt, eine Umleitung nicht ausgeschildert.

Blick auf Arnsberg über die Ruhr.



Verdiente Pause in Oeventrup.



Idyllischer Fluss: die Ruhr.

Auf diesem noch nicht fertigen Teil des SauerlandRadrings hinter Wenholthausen sind einige starke Steigungen zu bezwingen.

Der SauerlandRadring ist bestens ausgeschildert.

Erinnerungsstücke an die Zeit, als hier noch Bahnverkehr herrschte.

Schloss Lenhausen - Stammsitz der Familie von Plettenberg-Lenhausen, erbaut 1400

Blick auf Finnentrop über die Lenne.

Schachtofen in Theten.

Meggen: Blick über die Lenne.

Die Kirche von Altenhundem.

Hervorragende Radwege durchziehen das Bundesland Nordrhein-Westfalen - hier bei Welschen Ennest.

Brückenheiliger an der Bigge bei Rüblinghausen.

Autobahnbrücke bei Saßmicke.

Ortseingang von Wiehl im Oberbergischen.

Alte Maschine auf Autokreisel in Wiehl.

Touren-Tipp: Ruhr-Radweg - von der Quelle zum Rhein

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