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Autor: Dieter Hurcks Copyright 6/2010

Quer durchs Land mit dem E-Bike (1): Von Hannover bis zur Möhnetalsperre. 
Wer quer durch Deutschland radelt, merkt sehr schnell, dass dieses Land keine Ebene ist, sondern von Mittelgebirgen durchzogen wird. Ein Pedelec oder E-Bike ist deshalb das ideale Fahrzeug, wenn man ohne Angst vor Steigungen Regionen erkunden will, in die man sich ansonsten vielleicht gar nicht trauen würde. Da kommen dann 595 km zusammen. Teil 2 - 3

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Zimmervermieter


Quartiere an
Fernradwegen in
Deutschland

Von Hannover nach Köln
und Hattingen an der Ruhr

Über Teutoburger Wald, Haarstrang und 
Sauerland an den Rhein und die Ruhr - 595 km

 
Deutschland ist ein Mittelgebirgsland. Mit meinem normalen Fahrrad habe ich Berge bislang möglichst gemieden und mich, so weit möglich, auf die Flusstäler beschränkt, was natürlich insgesamt längere Touren und mehr Radelkilometer mit sich bringt. Das durch einen Elektromotor unterstützte Radeln mit einem Pedelec, wie die durch einen Elektromotor das Treten unterstützenden Maschinen offiziell heißen, jedoch rückt nun auch die Mittelgebirgslandschaften in den Focus. Ich bezeichne mein Rad, einen „Flyer“ aus der Schweiz, im Folgenden meistens als E-Bike.  

Nach dem Testlauf im Harz über Himmelfahrt hatte ich mir vorgenommen, einmal von Hannover aus nach Köln und weiter nach Hattingen an der Ruhr zu radeln, und zwar auf möglichst geradem Weg – ohne die Umwege entlang der Flüsse wie Ruhr und Rhein. Es galt also, zunächst den Teutoburger Wald und dann den Haarstrang, das Sauerland und das Oberbergische Land zu bezwingen. Dass am Ende noch eine Etappe nach Hattingen an der Ruhr folgte, war zunächst nicht geplant.  

1. Von Hannover nach Hameln

Nach Hameln gelangt man ab Hannover auf dem Regionsradweg Nr. 01, der am Maschsee beginnt und nach gut 60 km endet. Die Radtour in die Rattenfängerstadt Hameln führt zunächst über Hemmingen und Bennigsen nach Springe. Dorthin gelangt man alternativ auch zum preiswerten Großraumtarif mit der S-Bahn (am Wochenende und außerhalb der Stoßzeiten ist die Fahrradmitnahme kostenlos). mehr

Abgesehen von einigen Lücken ist der Regionsradweg der Region Hannover gut ausgeschildert. Ab Springe führt er über Bad Münder, wo ein Abstecher ins Zentrum nicht nur wegen der dortigen Eisdiele lohnt. Ein Besuch von Hamelns Altstadt ist natürlich Pflicht. Von dort ist es nicht mehr weit bis zum Weserufer. Übernachtungsmöglichkeiten gibt es in Hameln reichlich, zum Beispiel in der am Weserufer liegenden Jugendherberge.

2. Von Hameln nach Paderborn

Dem Weserradweg folgend, ist bald der Ort Hagenohsen erreicht. Über die Weserbrücke geht es hinüber nach Emmern. Dort folgt man, sich rechts haltend, dem Schild nach Hämelschenburg und radelt auf dem straßenbegleitenden Radweg weiter. Alternative: Direkt nach dem Abbiegen gen Hämelschenburg vor einer Videothek links abbiegen. Leider befindet sich seit Jahren dort kein Radwegweiser, der dem Ortsfremden hilft, den landschaftlich viel reizvolleren Weg Richtung Bad Pyrmont zu finden.

Zwar gibt es vor Amelgatzen im Wald einige Steigungen zu bezwingen, doch alles in allem lohnt sich diese Routenwahl wegen der Ruhe fernab des Autoverkehrs. Beim Sportheim in Amelgatzen muss ich meine Regenkleidung anziehen, die ich bis zum Tagesziel Delbrück bei Paderborn anbehalte. Vor Bad Pyrmont biege ich direkt vor der Eisenbahnüberführung links ab und radle so auf einem ruhigen Weg statt neben der lauten Straße nach Lügde. Beim Bahnhof geht es durch die Unterführung zurück zur Straße und weiter zum Schiedersee. Eine Gaststätte an der Sperrmauer bietet sich für eine wohltuende Pause an.  

Entlang des Sees radle ich nun südwestwärts, bis ich auf die Beschilderung der Wellness-Radroute treffe, die Ostwestfalens Kurorte verbindet und ebenfalls ideal für Pedelec-Fahrer sowie sportlich ambitionierte Radler ist. Dieser Route folge ich über Wöbbel, Billerbeck und Vahlhausen (auf der mit einigen Steigungen versehenen Straße) nach Horn. Hinter Horn geht es im Wald parallel zur Bundesstraße 1 mit einigen mächtigen Steigungen über den Teutoburger Wald nach Kohlstädt. Der Weg ist bestens ausgeschildert und fordert meinen elektronischen Helfer aufs Äußerste.

Von Kohlstädt, das einst durch den Verkehr der alten B 1 quasi geteilt war, radle ich über Schlangen, den Kurort Bad Lippspringe und Schloss Neuhaus zu meinem Tagesziel Delbrück, 16 km hinter Paderborn. Es regnet immer noch. 65 km der 113 Gesamtkilometer konnten sich meine Regensachen bewähren. Es lohnt sich, gerade hier auf Qualität zu achten, wenn man nicht durchweicht am Ziel ankommen will oder gar zum Aufgeben gezwungen wird.

Mehr über meine Praxiserfahrungen mit Kleidung und Fahrradzubehör
finden sie hier.

Übernachtungstipp für Paderborn
Wer Paderborn noch nicht kennt, findet dort zum Beispiel in der Jugendherberge und im zentral und vergleichsweise ruhig gelegenen Meinwerk-Institut gute und günstige Übernachtungsmöglichkeiten.

 

3. Zum Möhnesee

Ein schöner Morgen, die Sonne scheint schüchtern durch die Wolkenlücken. Heute will ich zum Möhnesee radeln, dem Urlaubsparadies für die Leute aus dem Ruhrgebiet. Als gebürtiger Dortmunder ist mir der Stausee vertraut, denn meine Eltern haben dort manches schöne Wochenende verbracht.

Von Paderborn aus folgt man am besten der Römerroute. Sie führt über den Delbrücker Ortsteil Anreppen, wo Reste eines Römerlagers ausgegraben wurden. Von dort radle ich zunächst auf der ausgeschilderten Römerroute bis Mantinghausen und folge dann der Beschilderung nach Lippstadt.

Die Radwegweisung in Nordrhein-Westfalen lässt kaum Wünsche offen. Dennoch sollte man immer wieder mal einen Blick auf der Karte haben, um vielleicht den einen oder anderen Umweg zu vermeiden. Es ist schließlich ein Unterschied, ob man ein bestimmtes Ziel in einem bestimmten Zeitrahmen erreichen möchte oder sich zwanglos treiben lassen kann. Hilfreich ist mir beim Vermeiden von Umwegen oft mein Kompass am Lenker, der mich rechtzeitig warnt, wenn die Richtung nicht mehr stimmt.

Lippstadts Zentrum lohnt einen Kurzbesuch. Sehr schön sind die Anlagen entlang der Lippe, die ich nun jedoch mit Ziel Bad Westernkotten und Erwitte verlasse. Der markante Kirchturm Erwittes ist eine nicht zu übersehende Zielmarke. Von dort kann man nun entweder über Bad Sassendorf und Soest zum Möhnesee fahren oder aber südwärts über Anröchte. Ich wähle diesmal die zweite Möglichkeit, die allerdings einige erhebliche Steigungen mit sich bringt und mein E-Bike und natürlich auch meine Beinmuskulatur ganz schön fordert.

Über St. Laurentius erfahren wir auf der Homepage der Stadt Erwitte: "Der älteste Teil der romanischen Kirche, der Wehrturm, hat ein Alter von über 800 Jahren. Bemerkenswert sind die kunstgeschichtlich wertvollen Tympana über 2 Kirchenportalen, ferner im Innern der Kirche die seltene und in Kunstkreisen weithin bekannte "Jakobsleiter". In einer grundlegenden Renovierung wurde die romanische Basilika wiederhergestellt. Das wertvollste Stück der Erwitter Pfarrkirche ist ein sogenanntes Gnadenkreuz, etwa aus dem Jahre 1200. Im November des Jahres 1971 wurde die Kirche von einer schweren Brandkatastrophe heimgesucht, bei der die barocke Turmhaube mit allen Glocken sowie das Kirchendach ein Opfer der Flammen wurden." Quelle

Von Erwitte fahre ich zunächst nach Völlinghausen, von dort nach Anröchte und über Mellrich nach Altenmellrich. Danach geht es richtig „zur Sache“, der E-Motor muss zeigen, was er drauf hat. Die herrliche Abfahrt entschädigt für das dennoch anstrengende Treten. Alleine fährt ja auch ein Pedelec nicht, sondern es macht nur das Treten leichter. Vor allem dann, wenn man viel Gepäck dabei hat.

Als die Kirche von Sichtigvor auftaucht, haben die Strapazen vorerst ein Ende. Entlang der Möhne radelt es sich komfortabel bis zum See und zu meinem Quartier in Körbecke. Nach 79 km genieße ich den schönen Sonnen-Sonntag an der Talsperre. Abends gewinnt Deutschland im WM-Auftaktspiel 2010 gegen Australien mit 4:0.

Homepage der Stadt Möhnesee

Etappen-Vorschlag
1. Hannover-Hameln 60 km
2. Hameln-Paderborn 77 km
3. Paderborn-Möhnesee 92 km
4. Möhnesee-Altenhundem 104 km
5. Altenhundem-Wiehl 70 km
6. Wiehl-Siegburg-Bonn-Köln 102 km
7. Köln-Hattingen 90 km
Gesamtstrecke: 595 km

Rückfahrt per Bahn: Hattingen-Essen-Minden-Hannover

Teil 2: Vom Möhnesee ins Oberbergische Land 
Teil 3: Vom Oberbergischen Land an Rhein und Ruhr

Radwanderführer

      

 

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Das Neue Rathaus von Hannover am Maschteich.

Tolle Skyline: Blick über den Maschsee auf Hannovers Zentrum.

Fachwerkhäuser in Hamelns City.

Die Hämelschenburg vom Waldweg oberhalb der Bahnlinie aus gesehen.

Das Residenzschloss im Paderborner Stadtteil Schloss Neuhaus.

Das Kurhaus von Bad Westernkotten.

Die St. Laurentiuskirche mit dem mächtigen hochragenden Turm ist ein weithin sichtbares Wahrzeichen der ganzen Gegend und wurde einst als "führnehmste Kirche des Herzogtums Westfalen" bezeichnet. Quelle und mehr

Das Schloss in Sichtigvor an der Möhne.

Blick auf die Sperrmauer der Möhnetalsperre.


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