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Autor: Dieter Hurcks Copyright 6/2011

Quer durch Deutschland (3)

Die Route in Google Earth anschauen (muss auf Ihrem Rechner installiert sein): KMZ 
Höhenmeter: 2601 m (Von der Tauber nach Bad Friedrichshall)  Teil 5 - Teil 4 -
Teil 3 - Teil 2 - Teil 1

Einträge für
Zimmervermieter

Quartiere an
Fernradwegen in
Deutschland

Von der Weser an den Neckar – zum Zweiten

6. Von Tauberbischofsheim
nach Jagstfeld am Neckar

Am fünften und letzten Tag meiner Deutschlandtour von  Nord nach Süd starte ich morgens früh in Tauberbischofsheim und erreiche gegen 16.30 Uhr den Bahnhof von Jagstfeld am Neckar, das zu Bad Friedrichshall gehört. Vom anderen Neckarufer grüßen die Türme von Bad Wimpfen herüber.



Tag 5: Von TBB zum Neckar, 96 km

Dieser letzte Tag sollte es sich noch einmal richtig in sich haben. Um 8.45 Uhr steige ich, nach einem guten Frühstück in Tauberbischofsheim, aufs Rad. Der Weg nach Königheim ist ausgeschildert und führt auf dem Radweg namens ODM zunächst neben einem Bach fast steigungsfrei nach Westen. Es ist der Odenwald-Madonnen-Radweg, der ebenfalls mit Steigungen reich gesegnet ist, wie die Homepage der Odenwald-Touristik anhand einer Grafik verdeutlicht. Dieser Landesfernradweg zwischen Tauberbischofsheim und Speyer verläuft durch eine Ferienlandschaft, die liebevoll als das „Madonnenländchen“ bezeichnet wird.

Der Gegenwind ist schon spürbar, sollte später aber im Laufe des Tages an Stärke zunehmen.

Ab Königheim geht es nun 6 km munter aufwärts durch eine reizvolle Landschaft. Das Auf und Ab setzt sich fort. Hoch über Schweinberg thront eine fotogene Burg. Bei Wikipedia erfahren wir: „Die Burg Schweinberg liegt am östlichen Rand des Odenwalds in 345 Metern Höhe auf einem relativ niedrigen, aus Muschelkalk aufgebauten Bergsporn östlich knapp 30 Meter über dem gleichnamigen Dorf. Sie kontrollierte im Mittelalter eine von Würzburg über Tauberbischofsheim an den Untermain ziehende Straße.“ Quelle und mehr

Bald erreiche ich Hardheim, das als „Perle des Erftals“ gilt. Der Fluss namens Erfa entspringt im Ortsteil Buch der Gemeinde Ahorn und mündet bei Miltenberg in den Main. Hardheim ist unter Goethe-Kennern wegen einer kleinen Episode, natürlich einer Frauengeschichte, auf einer Reise des Dichterfürsten bekannt geworden.

 

Der Grünkern-Radweg

Hier stoße ich auch erstmals auf den Grünkern und den Grünkern-Radweg. Denn „das 'Bauland', wie das Übergangsgebiet zwischen Franken und Odenwald heißt, ist in Deutschland das Hauptanbaugebiet des Grünkerns. Und Hardheim ist das Zentrum der Grünkernindustrie, die zusammen mit der ebenfalls hier ansässigen Maschinen- und Mühlenindustrie der kleinen Stadt ihre wirtschaftliche Bedeutung gibt, - einer fleißigen kleinen Stadt, die neben einem tiefen Verständnis für die baulichen Schönheiten der Vergangenheit auch einen offenen Sinn für die Aufgaben der Gegenwart zeigt.“ Quelle und mehr

Der Grünkernradweg ist durch eine ganze Reihe teils erheblicher Steigungen zu charakterisieren. Weitere Infos und eine interaktive Karte hier. Unterwegs sollte ich noch einen Radler treffen, der mir eine Menge über den Grünkern erzählen wird.

Auf der Homepage des Grünkern-Radwegs erfahren wir: „Auf einer Gesamtlänge von rd. 100 km bietet dieser Radweg geradezu ideale Vernetzungsmöglichkeiten zu weiteren überregionalen Radrouten und ist somit bestens in das Radwegesystem dieser Ferienregionen integriert. Mit der Verknüpfung des Odenwald-Madonnen-Radweges, des Main-Tauber-Fränkischen Radachters, des Kocher-Jagst-Radweges, des 3-Länder-Radweges, des Limesradweges sowie des Kirnautal-, Kessachtal- und Skulpturenradweges eröffnen sich für den Radler hervorragende Kombinationsmöglichkeiten, um nach „Herzenslust“ die Ferienlandschaften per Rad zu entdecken.
Der Name ist Programm, denn entlang des Streckenverlaufs des Grünkern-Radweges befinden sich auch zahlreiche Zeugnisse früherer Grünkernproduktionen.“ Einige dieser Radwege werde ich auf meiner Tour an den Neckar in der Tat auch noch nutzen.

Von Hardheim geht es nun bis hinter Höpfingen mächtig aufwärts. Meine Muskeln und der Motor des Pedelecs leisten Schwerarbeit. Wieder mussten auf 6 km zahlreiche Höhenmeter bewältigt werden. Nach Angabe meiner GPS-Aufzeichnung waren es am Ende des Tages mehr als 2000. Kein Wunder, dass der Akku abends fast leer war und der Fahrer platt.

Südwärts nach Osterburken

Wenig später erscheint die zweitürmige Kirche von Walldürn in der Ferne und kommt rasch näher. Ich erreiche den Punkt der Entscheidung: Auf Höhe Walldürn kann ich nun über Buchen (Odenwald) oder über Osterburgen weiter nach Süden fahren. Ich entscheide mich für die zweite Möglichkeit und radle auf einem Asphaltweg weiter, nämlich exakt auf dem Grünkern-Radweg. Bei der Einfahrt in den „Großen Wald“ wechselt die Unterlage zu Schotter. Zweieinhalb Kilometer geht es nun durch den Wald, und meistens bergauf. Zwei der fünf Akkuzellen sind oben schon leer.

Was folgt, ist eine rasante Abfahrt hinunter nach Altheim. Die Felge ist vom Dauerbremsen schon ziemlich warm und meine Hände beginne ich auch zu spüren. Kurze Erholungspause, dann geht es weiter. In Altheim habe ich wohl einen Radwegweiser falsch interpretiert und radle lang durch den schönen Ort Richtung Götzingen, finde aber gleich nach der Abzweigung den Grünkern-Radweg wieder. Und treffe den schon erwähnten netten Radler, der mir gute Tipps gibt, wie ich auf schönen, verkehrsfernen Radwegen leicht nach Rosenberg und Osterburken kommen kann.

Übernachten am Grünkernradweg und am Fränkischen Rad-Achter Ahorn-Eubigheim

Ich lerne sogar noch eine Menge über seinen Heimatort Sindolsheim, über Grünkerndarren und das Neun-Uhr-Glöckle oben am Kirchturm. Kurz vor dem Ort unterhält die Gemeinde mehrere Gebäude, in denen noch bis in die 1970er Jahre der Dinkel gedarrt wurde.

Aber was ist Grünkern überhaupt? „Die Entstehung des Grünkerns geht zurück bis ins Jahr 1660. Der Grünkern wurde aufgrund von Missernten zufällig entdeckt. Durch verregnete, nasskalte Sommer verdarb das Korn bereits vor der Reife. Dies führte zu einer Hungersnot, aus der heraus die Bauern auf die Idee kamen den grünen Spelz (weitläufig als Dinkel bekannt) bereits während der Milchreife, das heißt 14 Tage vor der Vollreife zu schneiden und die Körner im Backofen zu trocknen. Da jedoch kein gutes Brot aus dem Grünkern gebacken werden konnte, fand er hauptsächlich Verwendung als Suppeneinlage.

Früher wurde der Grünkern noch mit der Sichel geerntet, die ganze Familie war dann eingespannt. Heute wird mit Mähbinder, Dreschmaschinen und Mähdrescher gearbeitet. Anschließend werden die Ähren auf der so genannten Darre etwa drei bis vier Stunden getrocknet. Rezepte

Einfahrtsstraße nach Adelsheim. 

Zum Kocher-Jagst-Radweg

Ab Rosenberg radle ich durchs romantische Kirnautal nach Osterburken – eine Stadt mit Geschichte, wie im Internet zu erfahren ist: „Weit über die regionalen Grenzen hinaus ist die Römerstadt an der Deutschen Limesstraße bekannt. Hier befand sich einer der bedeutendsten römischen Militärposten am äußeren germanischen Limes. Spektakuläre Ausgrabungen haben internationales Aufsehen erregt und Osterburken zum Anziehungspunkt für Archäologen und Historiker werden lassen. An kaum einem anderen Standort lässt sich die römische Kultur in ihrer ganzen Vielfalt so nachvollziehen wie in Osterburken.“ Quelle und mehr

Meine Radtour folgt weiter dem Flüsschen Kirnau und der Bahnstrecke nach Adelsheim. Auf der außerordentlich informativen und vorbildlich gemachten Homepage der Tourismusgesellschaft Odenwald ist zu erfahren: „Zukunft aus Tradition“ heißt das Motto der ehemaligen Amtsstadt Adelsheim, die auf eine über 1200-jährige Geschichte zurückblicken kann. 1374 erhob Kaiser Karl IV. den malerischen Ort im Herzen des Baulands, wo Seckach und Kirnau zusammenfließen, zur Stadt. Reizvolle Fachwerkhäuser lassen sich bei einem Streifzug durch die Gassen entdecken. Quelle und mehr

Unterkünfte im Odenwald

Hinter dem Ort, wo ich am Ortsende noch einmal einkehre und mich stärke, geht´s nochmals kräftig bergauf, vorbei an einem markanten Kunstobjekt, gen Sennfeld. Hier tangiere ich wieder einmal den Skulpturenradweg. Der Weg führt nun immer mal wieder von der Bahnstrecke weg in den Wald hinein, was durchweg mit weiteren Kletterpartien verbunden ist. Das setzt sich auch hinter Roigheim fort, wo ich auf dem Seckachtal-Radweg unterwegs bin. Roigheim zählt mit seinen derzeit knapp 1.500 Einwohnern zu den kleinsten noch selbständigen Gemeinden im Landkreis Heilbronn. Am Ort führt die Bahnlinie Stuttgart–Würzburg vorbei. Quelle und mehr  

 

Toller Radweg bei Roigheim.

Meine Tour auf dem Seckachtal-Radweg, über den ich keine weiteren Informationen finden konnte, endet erst mit einer flotten Abfahrt nach Möckmühl mit seiner stattlichen mittelalterlichen Burg, die auch Götzenburg genannt wird. Das Jagsttal ist erreicht. Dort mündet die Seckach in die Jagst.

Entlang der Jagst fährt es sich auf dem Kocher-Jagst-Radweg (Gesamtlänge: 330 km) durchweg leicht. Nur wenige Steigungen hemmen das Fortkommen. Nach vier Tagen ohne Regen überrascht mich beim Schloss Assumstadt in Züttlingen ein mit starken Windböen verbundener Regenschauer. Das barocke Schloss Assumstadt ist von einer großen Parkanlage umgeben. Der Name des Schlosses leitet sich von der einstigen gleichnamigen Siedlung (früher: Asmanstat) südwestlich von Züttlingen ab, von der heute im Wesentlichen nur noch das Schloss zeugt. Quelle und mehr

Bald folgt das Schloss Neudenau. Es wurde im 13. Jahrhundert erbaut und war Sitz des Mainzer Kellers bis 1802. Von 1803 bis 1869 befand es sich im Besitz der Grafen von Leiningen-Neudenau, von 1869 bis 1871 in Privatbesitz. 1871 Kauf durch die Stadt Neudenau und Umbau zum Schulhaus. Seit 1961 ist das Schloss Heimatmuseum. Neudenau gehört zum Landkreis Heilbronn und zählt rund 5.000 Einwohner. Quelle und mehr  

Kurz vor Bad Friedrichshall erkennt man in der Ferne die Türme der Staufferstadt Bad Wimpfen.

Es klart wieder auf und ich radle nun, oft mit Blick auf die Jagst, meinem Tourziel Bad Friedrichshall entgegen. Kurz vor Jagstfeld erscheinen nur wenige Kilometer entfernt die Türme von Bad Wimpfen am Neckar. Dort hatte ich auf meiner „Quer durchs Land“-Tour von 2010 übernachtet. Vom fahrstuhlfreien Bahnhof Jagstfeld aus kommt man per Bahn gut weg - nach Würzburg, Heilbronn oder Stuttgart.

Die Gemeinde Bad Friedrichshall entstand 1933 durch den Zusammenschluss der Gemeinden Jagstfeld und Kochendorf. Der Name Friedrichshall leitete sich von einer Saline in Jagstfeld her, die 1818 nach König Friedrich I. so genannt worden war; das Prädikat Bad rührt vom Solbad in Jagstfeld her. Quelle und mehr

Meine Tour endet hier nach 96 km. Insgesamt habe ich in den fünf Tagen 445 km zurück gelegt und dabei wieder ein schönes Stück Deutschland sowie Teilstücke einiger bekannter und weniger bekannter, aber durchaus entdeckenswerter Radwege kennen gelernt.

mehr zum Kocher-Jagst-Radweg

Teil 1 - Teil 2 - Teil 3 - Teil 4 - Teil 5


 

Radwanderführer

Der Bereich Odenwald ist enthalten im Bikeline
"3-Länder-Radweg"

  

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Das Rathaus von Königheim.

Kirche und Burgruine Schweinberg.

Blick über das Grünkern-Städtchen Hardheim.

Der weite Blick über das Hügelland zeigt oft nur die Kirchturmspitzen der Ortschaften.

Toller Radweg bei Walldürn (Grünkernradweg).

Nach dem Wald folgt eine flotte Abfahrt hinunter nach Altheim.

Kunst am Wegesrand in Altheim.

Besichtigung einer Grünkerndarre in Sindolsheim.

Am Kirchturm von Sindolsheim "klebt" das Neun-Uhr-Glöckchen.

Am Skulpturenradweg bei Adelsheim. 

Von Adelsheim nach Roigheim radle ich durchs Seckachtal. 

Die Burg überragt das Städtchen Möckmühl an der Jagst.

Jagstschleife bei Neudenau.

Tourende ist am Bahnhof Jagstfeld.



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