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Autor: Dieter Hurcks Copyright 6/2011

Quer durch Deutschland

Die Route in Google Earth anschauen (muss auf Ihrem Rechner installiert sein): KMZ 
Höhenmeter: 2094 m (Von Schweinfurt nach Tauberbischofsheim) - Teil 4 -
Teil 3 - Teil 2 - Teil 1  
Teil 6: Von der Tauber an den Neckar

Einträge für
Zimmervermieter

Quartiere an
Fernradwegen in
Deutschland

Von der Weser an den Neckar – zum Zweiten

5. Main-Werra-Radweg: Von
Schweinfurt nach Würzburg ... und
weiter nach Tauberbischofsheim

Am vierten Tag dieser Nord-Süd-Radtour durch Deutschlandtour geht es von Schweinfurt über Würzburg ins schöne Tal der Tauber nach Tauberbischofsheim. Dabei sind einige erhebliche Schwierigkeiten zu überwinden, die wieder einmal ursächlich auf schlechte oder gänzlich fehlende Beschildung zurück zu führen sind. Auch Passanten nach dem Weg zu fragen hat sich wieder einmal als großer Fehler erwiesen.

Tag 4: Von Schweinfurt nach Würzburg und auf dem Radweg Romantische Straße nach Tauberbischofsheim, 94 km

Der Tag beginnt sonnig, der Wind schweigt. Doch das soll sich laut Wetterbericht ändern. Gegen 9 Uhr starte ich von meinem Main-nahen Quartier und radle nach Bergrheinfeld, wo der Main-Werra-Radweg vom Mainradweg bzweigt, der mich an diesem Tag nach Würzburg führen soll. Tagesziel ist allerdings Tauberbischofsheim. Und dieser Tage wird es in sich haben ...

Nach Ettleben geht es schon ganz schön bergauf, ab Werneck mit seinem Balthasar-Neumann-Schloss folgt der Weg ein Stück dem idyllischen Flüsschen Wern, dem sogar ein eigener Radweg gewidmet ist. Das schmucke Schloss mitsamt Schlosskapelle wurde im 18. Jahrhundert erbaut und dient heute als Krankenhaus des Bezirks Unterfranken.

Richtig steil wird der Anstieg von Mühlhausen nach Hausen. Mein Pedelecmotor hat gut zu arbeiten. Hinter Rieden fahre ich auf einer Hochebene mit weitem Rundumblick über das bergige Land. Aus Talsenken ragen nur die Kirchturmspitzen der umliegenden Dörfer heraus. In der Ferne ist noch das Kraftwerk Grafenrheinfeld zu sehen – ein imposanter Rundblick entlohnt den anstrengenden Anstieg.

An diesem Tag habe ich häufig mit der lückenhaften Wegweisung zu kämpfen und gerate mehrfach auf stark befahrene Autostraßen. Tolle Schilderansammlungen wechseln mit völliger Diaspora ab. Man muss ahnen, wo es lang geht. Das Fragen von Leuten hat keinen Zweck, sie kennen sich durchweg in ihrer eigenen Heimat in puncto Radwege überhaupt nicht aus. Und die Beschilderung scheint von ebensolchen Zeitgenossen am Schreibtisch entworfen worden zu sein. Oft stehen Schilder so, dass man sie im Vorbeifahren leicht übersieht.

Ein Stück radle ich auf dem Zwei-Bäche-Radweg bei Rimpar.

Bundesstraße statt Radweg

Wohl deshalb verpasse ich bei Fährbrück eine Abzweigung und muss mich über die B 19 nach Bergtheim durchschlagen. In Unterpleichfeld habe ich die Nase voll vom Autoverkehr und biege nach Burggrumbach ab. Ein mit zwei Fischen gekennzeichneter Radweg weist nach links und scheint verlockend. Doch schon an der ersten Gabelung mit drei Straßen fehlt ein Schild, das den richtigen Weg weist - für Auswärtige keine Chance. Ich fahre zurück, finde die Beschilderung aber ein paar Kilometer weiter schon wieder.

Wieder finde ich endlich auch die Beschilderung des MWR. Über Mühlhausen und Maidbronn leitet sie mich, bergauf-bergab, nach Würzburg. In Maidbronn wird eine Abkürzung nach Würzburg angeboten. Ich nehme sie, obwohl ich aus Erfahrung weiß,  dass solche Angebote mit Vorsicht zu genießen sind. Klar: Es geht auf Schotter mächtig bergauf, bis ich endlich den weiten Blick auf Würzburg und das Maintal habe.

Die Abfahrt hinunter ins Maintal zur Stadt ist beeindruckend flott, doch dann heißt es wieder raten, wo es weiter geht. Entlang einer breiten Straße fahre ich, von meinem Kompass empfohlen, nach Süden. Plötzlich sehe ich nur noch Autopisten und eine schier unüberwindliche Bahnstrecke. Kein Hinweis, wie denn der Radler nun ins Zentrum gelangen kann. Nach einer total nervigen halben Stunde bin ich endlich, vorbei am Bahnhof, wo tatsächlich Radwegweiser stehen, an der Friedensbrücke angelangt und überquere den Main. Den Ausflug ins Zentrum, das ich schon von mehreren Touren kenne, schenke ich mir diesmal.

Radfahrers Horror: Unter den Straßen von Würzburg.

6. Von Würzburg nach
Tauberschofsheim

Auf dem Radweg Romantische Straße, ca. 40 km

Die Romantische Straße, eine der bekanntesten Touristikrouten Deutschlands, wurde in den 1950er Jahren im Autoland Deutschland natürlich für Autofahrer konzipiert. Wer die gesamte Route, zu der es seit langem auch einen Radweg gibt, abradeln will, muss ohne Varianten (+ 40 km) rund 460 km bewältigen. Eine Kurzbeschreibung sowie das Höhenprofil dieser Radtour findet sich auf der informativen Webseite von Esterbauer, die dazu auch einen Radwanderführer heraus gebracht haben (siehe am Ende dieses Kapitels).

 

„Schon um die Jahrtausendwende zogen die Römischen Heere auf der „Via Claudia Augusta” aus dem damaligen Römischen Reich über die rätische Hauptstadt Videlicorum (Augsburg) bis hinauf an den Main“, heißt es dort in der Beschreibung. „Später entwickelte sich die Straße zu einer der wichtigsten Fernhandelsstraßen Europas, die Italien mit den wirtschaftlich blühenden Städten Süd- und Mitteldeutschlands verband.“

Der Radweg Romantische Straße verbindet Würzburg mit Füssen im Allgäu. Die Etappen von Donauwörth nach Landsberg am Lech und von Tauberbischofsheim nach Rothenburg ob der Tauber bin ich schon 2003 gefahren. Nun also ist auch die Lücke zwischen Würzburg und TBB geschlossen.

Der Radweg Romantische Straße verläuft vom Main fast geradewegs in den Süden. Er führt durch viele romantische Städtchen und idyllische Landschaften abseits des Autoverkehrs, weist aber in einigen Regionen ganz schöne Steigungen auf. Auch schlechte Wegpassagen muss der Radler auf den Spuren der Römer in Kauf nehmen.

Bahnhof Würzburg: Ein winziges Schild oben links weist auf den Radweg Romantische Straße nach Tauberbischofsheim.

Ich starte also in Würzburg. Ein erstes Radwegeschild „Romantische Straße“ an einem großen Schilderbaum bei der Friedensbrücke bleibt ein Unikum – eine Fortsetzung finde ich nicht, so dass ich wieder Menschen fragen muss, die sich nicht oder nicht richtig auskennen. Ich werde nach Höchberg hinauf geschickt und dort von einem  Motorrollerfahrer gen Eisingen – im Prinzip ja genau richtig. Statt auf dem Radweg radle ich nun also auf einer autobahnähnlichen vierspurigen Schnellstraße. Ein Mann von der Straßenmeisterei, den ich frage, weiß gar nicht, dass es einen Radweg „Romantische Straße“ gibt, also suche ich selber intensiv danach, um dem Verkehr zu entrinnen.

Nach einigen Kilometern Verkehrshorror entdecke ich unter einer Brücke einen asphaltierten Weg. Für mich ein Signal, dass es sich um einen Radweg handeln könnte. Ich überquere die Straße, schiebe das Rad die Böschung hinauf, klettere hinunter - und tatsächlich: Unter der Brücke finde ich den Radwegweiser „Romantische Straße“. Dieser Weg führt mich endlich nach Eisingen. Zu den wohl bekanntesten Sehenswürdigkeiten Eisingens gehört das um 1500 von dem berühmten Bildhauer und Bildschnitzer Tilman Riemenschneider geschaffene Kruzifix in der kath. Pfarrkirche St. Nikolaus, der ältesten der drei Kirchen in Eisingen. Quelle und mehr

Tauberbischofsheim ist das Ziel, doch der Weg dorthin ist hart und mit vielen Steigungen gepflastert. Die längste beginnt, kurz hinter Waldbrunn, bei der Brücke über die A3 und hat 16 Prozent. Da muss auch ein Pedelec schon mal geschoben werden, um noch Energiereserven zu behalten. Wer weiß, was noch alles kommt. Ich bin jedenfalls froh und dankbar über die elektrische Schiebehilfe, die mich immerhin einen Kilometer der 2,3 km langen Steigung hinauf bringt. Zu allem Überfluss frischt auch der Gegenwind weiter auf. Oben angekommen, entdecke ich eine große Informationstafel zum Radweg „Romantische Straße“, kurz: ROSTRA. Der Richtungspfeil dort weist geradeaus, während an einem Baum 20 Meter weiter ein Doppelpfeil nach links und rechts zeigt. Ich fahre geradeaus den Berg in einer langen und flotten Abfahrt wieder hinunter.

In Oberaltertheim kehre ich beim Bäcker ein. Von da ab wird der Weg richtig schön. Er führt durch das Tal eines Flüsschens über Unteraltertheim, Steinbach und Wenkheim bis Werbachhausen. Ab Werbach verläuft der Radweg ROSTRA auf dem Tauberradweg und führt mich ans Tagesziel Tauberbischofsheim.

Dort angekommen, lasse ich zunächst meinen kurz zuvor abgebrochenen Fahrradständer reparieren, was stolze 28,75 Euro kostet - einschließlich Ab- und Anschrauben von zwei Inbusschrauben.

Tauberbischofsheim ist ein hübsches Städtchen, und meine Pension liegt mitten im Zentrum in der Fußgängerzone, wo es ab 18 Uhr merklich ruhig wird. Ein italienisches Restaurant ist gleich im Haus. Ein gemütlicher Stadbummel bei nachlassendem Nieselregen rundet diesen Tag ab.

Der vorletzte Radeltag hat noch einmal meine volle Kraft gefordert und bewiesen, dass ein Pedelec gerade auf solchen „Quer durchs Land“-Touren eine große Hilfe ist. Besonders dann, wenn der Wind wieder einmal fast den ganzen Tag von vorne weht.

Tauberbischofsheim

Tauberbischofsheim ist die Kreisstadt des Main-Tauber-Kreises im Nordosten von Baden-Württemberg. Sie ist Mittelzentrum in der Region Heilbronn-Franken und zählt rund 13.000 Einwohner.

In der vormals von einer Stadtmauer umgebenen Altstadt befinden sich das Kurmainzische Schloss aus der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts und zahlreiche Renaissance-Häuser. Die Nachfolgebauten des auf die hl. Lioba zurückgehenden Frauenklosters sind heute noch im Stadtbild vorhanden. Im sogenannten Klosterhof, der aus drei einen Hof umgebenden Gebäuden besteht, darunter dem ehemaligen Dormitorium, ist heute ein Teil der Stadtverwaltung untergebracht. Die sich zum Marktplatz hin anschließende, der heiligen Lioba geweihte ehemalige Klosterkirche zeigt sich im Innenraum in barocker Ausstattung.

Der Marktplatz wird weiterhin umgeben vom neugotischen Rathaus sowie etlichen Fachwerkhäusern. Die 1914 fertiggestellte Stadtpfarrkirche St. Martin, ebenfalls im neugotischen Stil mit barockem Turmhelm, enthält Kunstwerke aus den zahlreichen Vorgängerbauten. Quelle und mehr

Radreisebericht Romantische Straße

 

Teil 6: Von Tauberbischofsheim an den Neckar

 

Links

Romantische Straße (Autoroute und allgemeine Infos - Radtour: siehe Link Radfernweg D9; GPS-Daten können angefordert werden)

Zitat: "Besonders entlang stark befahrener Bundesstraßen sind in den letzten Jahren zur Entlastung des motorisierten Fernverkehrs neue Radwege entstanden, die für jene Radfahrer gedacht sind, die sie benutzen müssen, weil sie (wie in unserem speziellen Fall) zwischen einzelnen Orten der Romantischen Straße unterwegs sind (oder sein müssen). Für geruhsame Radtouren sind sie keineswegs gedacht. Man sollte es unter allen Umständen vermeiden, sich durch die übergroßen gelben Schilder in die Nähe der Hauptverkehrsadern lenken zu lassen. Leider wurden solche gelben Schilder auch an einigen Stellen des Rad-Weitwanderweges Romantische Straße angebracht, was sie dort für eine Funktion haben sollen, entzieht sich unserer Kenntnis."

Website Romantische Straße von Esterbauer - mit Höhenprofilen und mehr

 

Teil 1 - Teil 2 - Teil 3 - Teil 4 - Teil 6

Radwanderführer Romantische Straße

 

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Die Kirche in Werneck.

Idyllisch geht es zu entlang der Wern.

Bei Fährbrück verliere ich den Main-Werra-Radweg aus den Augen und gerate mal wieder auf eine Bundesstraße.

Die Zwei-Bäche-Tour bei Unterpleichfeld führt auch entlang dieser Teiche.

Wo der Kreuzweg endet, beginnt die Abfahrt rasante ins Maintal hinunter nach Würzburg.

Majestätisch: die Festung Würzburg.

Unromantisch: Radtour auf der Romantischen Auto-Straße.

Endlich gefunden: Unter der Bundesstraße kreuzt der Radweg Romantische Straße.

2,3 km bei 16 Prozent Steigung gehen ganz schön in die Beine.

Infotafel zum Radweg Romantische Straße. 

Bei Werbach ist endlich die Tauber erreicht. 

Der Türmersturm ist das Wahrzeichen der Stadt Tauberbischofsheim

Schöne Häuser säumen den Marktplatz von TBB. 



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