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Autor: Dieter Hurcks Copyright 6/2011

Quer durch Deutschland

Teil 2 - Teil 3 - Teil 4 - Teil 5 - Teil 6

Einträge für
Zimmervermieter

Quartiere an
Fernradwegen in
Deutschland

Von der Weser an den Neckar – zum Zweiten

1. Entlang der Werra
bis nach Treffurt
 

Tag 1: Nach Treffurt, 84 km

Der etwa 20 km kurze Abschnitt von Hannoversch Münden nach Witzenhausen gehört zu den schönsten am rund 300 km langen Werratal-Radweg. In Hannoversch Münden angekommen, ist es natürlich für jeden Radler eine Verpflichtung, zunächst auf den Spuren des berühmten Dr. Eisenbarth durch die schöne Altstadt zu wandeln und diese herrliche niedersächsische Fachwerkstadt mit den unzähligen Fachwerkhäusern zu erkunden. 
Teil 2: Treffurt-Bad Salzungen
 


Übernachten in Hann. Münden

Auf der Homepage von Hann. Münden lesen wir: „Über 700 Fachwerkhäuser aus sechs Jahrhunderten, Wehrtürme und Reste der Befestigungsmauern zeugen von Bürgerstolz und Reichtum vergangener Zeiten". Und: „Eine der bekanntesten und wohl auch schillerndsten Persönlichkeiten Hann. Mündens ist Doktor Johann Andreas Eisenbart." 

Oberste Pflicht ist natürlich der Besuch des Wesersteins (Foto). Er steht auf einer Insel, dem Tanzwerder, einer Halbinsel zwischen Werra und Fulda. Der Stein markiert die Stelle, „wo Werra sich und Fulda küssen“, ihren „Namen büßen müssen“ und dadurch die Weser entsteht.

Bis Witzenhausen rollt es sich flott auf hervorragenden Radwegen. Über Blickershausen, dem eine der wenigen Steigungen vorgelagert ist, Ermschwerd und vorbei am Schloss Buttlar radle ich, meist mit Blick auf den Fluss, gen Südosten. Bald tauchen die Türme von Witzenhausen auf. Liebfrauenkirche, Historisches Rathaus, Erlöserkirche, Diebesturm, Eulenturm und Teile der alten Stadtmauer sind prägend für das Stadtbild. Die Innenstadt der für den Kirschanbau berühmten 15.000-Einwohner-Kleinstadt kenne ich schon von früheren Touren.



Werrabrücke nach Witzenhausen.

Bei Wikipedia ist zu lesen: Witzenhausen ist eine Kleinstadt im Werra-Meißner-Kreis im Nordosten von Hessen (Deutschland). Sie erhielt im Jahr 1225 Stadtrechte und war bis 1974 Kreisstadt.
Überregional bekannt ist die Stadt auch durch die Erfindung der Biotonne im Jahr 1983 und als bedeutendes Anbaugebiet für Kirschen; sie gilt als das größte geschlossene Kirschenanbaugebiet Europas. Die Kirsche hat Tradition in Witzenhausen und so wird jährlich im Juli die Kesperkirmes (Kesper = Kirsche) gefeiert, bei der eine Kirschenkönigin gewählt wird.“ Quelle und mehr

Auf in den Süden

Bald mache ich mich gleich auf den Weg gen Unterrieden (ausgeschildert). Es rollt fabelhaft trotz des leichten Gegenwindes aus Süd. Ein paar Kilometer weiter grüßt von ihrem Thron die Burg Ludwigstein ins Tal hinab. Das Schluss Werleshausen gibt ein schönes Fotomotiv ab. Und immer wieder weisen auffallende wellenförmige Bänke und besonders gestaltete Wetterhäuschen auf den Werraradweg hin.

Wunderschön ist die Werraschleife bei Lindewerra, auch wenn der sandige Weg das Fortkommen ein wenig erschwert. Wir sind in Hessen. Pause nach der sandsteinernen Eisenbahnbrücke, die das Tal überspannt. Im Wald ruft der Kuckuck, Fliegen brummen im Unterholz, leise plätschert die Werra - Natur pur. Das Örtchen Lindewerra ist gastronomisch gut ausgestattet, wie überhaupt der erste Tag in Sachen Versorgung keine Defizite aufkommen lässt. Was sich im weiteren Verlauf ein wenig ändern sollte ...  

In Wahlhausen, das wie Lindewerra zu Thüringen gehört, fotografiere ich die Fachwerkkirche, bald darauf die markante Burg Ludwigstein. An der Straße steht ein riesiges Schild, das auf die ehemals Deutschland teilende Zonengrenze hinweist. Links ab führt der ehemalige Kolonnenweg heute als Wanderweg zum Grenzmuseum Schifflersgrund. Auf der Homepage ruft ein zehnminütiges Video Erinnerungen an den „antifaschistischen Schutzwall“ hervor, unter dem die Menschen über Jahrzehnte zu leiden hatten. Jugendgruppen können in der Jugendburg Ludwigstein übernachten und im Schifflersgrund viel über deutsche Geschichte lernen.

Das Land an der Werra hat also allerhand zu bieten. Ein paar leichte Steigungen sind bald vergessen. Erinnern werde ich mich aber lange an die schöne Fachwerkstadt Allendorf mit ihrem markanten Uhrturm. Die Ausfahrt des Werratal-Radwegs aus der Doppelstadt Bad Sooden-Allendorf verpasse ich und radle auf einem anderen Radweg etwa 200 Meter unterhalb des eigentlichen Werraradwegs – wie übrigens ein anderer Radler und Leidensgenosse auch. Doch bald darauf haben wir den Werratal-Radweg wiedergefunden.



Der berühmte Glockentrum in Allendorf.

Fotogene Landschaften

In Kleinvach lichte ich einen der markanten Werraschriftzüge ab mit der Burg darüber und der Werra. Fotografen finden hier reichlich schöne Motive. Die Landschaft gibt ja auch einiges her.

Nun naht Eschwege. Hinter Niederhone verliere ich mangels anständiger Beschilderung die Orientierung. Hat man an Schildern gespart oder habe ich nur welche übersehen? Ein Schild war jedenfalls eindeutig stark verdreht. Es weist die Alternativstrecke auf, während der eigentliche Weg nach Norden gen Jestädt verläuft und einen großen Bogen in die 20.000-Einwohner-Stadt hinein schlägt. Mit Karte, Kompass und Orientierungsvermögen finde ich dann auf der kürzeren Alternativstrecke doch den Weg nach Eschwege hinein. Er führt lange entlang einer verkehrsreichen Straße. Nächstes Mal werde ich wohl gleich hinter Kleinvach die ruhigere Variante über Jestädt wählen.

Werrapartie in Eschwege: altes "Industrieviertel" zwischen den Werrabrücken. In den oberen Geschossen der Häuser lagerten die Häute zum Trocknen, und wegen der vielen Betriebe der Lederfabrikation ließ sich Eschwege stolz die "Stadt der Gerbereien" nennen.

In Eschwege fällt das Landgrafenschloss ins Auge. Beim Kiosk gegenüber lösche ich meinen Durst mit einer Flasche Radler und fülle meine Getränkeflasche auf (0,33 l). Stolzer Preis: 3,40 Euro. Was die über 1000-jährige Fachwerkstadt, die am Fuße der Leuchtberge mit dem Bismarckturm liegt, so alles zu bieten hat, erfährt man u.a. durch ein Video auf der Homepage der Stadt. 12.000 Zinnfiguren machen im Zinnfigurenkabinett die Weltgeschichte lebendig.

Romantische Werraschleife.

Kleiner Ausflug noch in die Fußgängerzone, Foto vom Lohgerber-Brunnen und der Werrapartie. Dann soll es weitergehen. Aber wohin? Die Beschilderung verwirrt mich wiederum erheblich, so dass ich erst über die Werrabrücke nach Norden fahre (der Weg gehört zu dem Bogen nördlich Eschweges und hätte mich wieder zurück geführt). Kann also nicht richtig sein!

Wieder zurück und einfach neben der Werra auf dem R5 weiter Richtung Frieda und Großburschla. Da kann man nichts falsch machen. Den Werrtal-Radweg treffe ich später bei Frieda wieder. Linker Hand üben Segler auf dem Werratalsee Wende und Halse. Schloss Wolfsbrunnen blickt vom Berg, von der Sonne angestrahlt, stolz ins Werratal.

Nun wird die Landschaft flacher. Nach 47 km erreiche ich das hessische Örtchen Frieda. Kurz hinter das Fachwerkkirche in Großburschla kehre ich in einem Landgasthaus ein. Das sonnige Maiwetter macht durstig. Nun schlägt die Werra nochmal eine kräftige Schleife und über das hessische Dorf Heldra nähere ich mich meinem Tagesziel Treffurt (Thüringen). Die Landesgrenze macht in dieser Region manchen kräftigen Schlenker. Heldra wird übrigens vom bekannten Heldrastein überragt. Er ist mit 503 m eine der höchsten Erhebungen des Ringgauplateaus. Vom Werratal bietet der Heldrastein einen majestetischen Anblick, deshalb wird er auch als König des Werratales bezeichnet.

Das Dorfmuseum Heldra, das im Jahr 1992 eingeweiht wurde, soll mit seinen vielfältigen Exponaten dazu beitragen, die Erinnerung an das Dorfleben vergangener Tage wachzuhalten. Quelle und mehr

Abends Beine vertreten in Treffurt. Genussvolles Abendessen bei herrlicher Ausssicht im Hotel Waldblick, anschließen eine anstrengende Wanderung hinauf zur Burg Normannstein, einer romanische Burganlage mit drei Türmen. Ganz schön steil und hoch!

Burg Normannstein über Treffurt.

Treffurt hat rund 6.000 Einwohner und liegt im Wartburgkreis (Autokennzeichen: WAK). Der malerische Ort bietet Bilder, die mich beinahe ins Mittelalter zurück versetzen. Einige leer stehende alte Fachwerkhäuser, Kopfsteinpflaster fast auf jeder Straße, enge, steile Gassen - ein Ort, der Atmosphäre ausstrahlt. Eine Eisdiele gibt es, eine Gaststätte habe ich nicht gefunden.

Auf der Homepage der Stadt lesen wir: "Treffurt liegt im Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal und an der Deutschen Fachwerkstraße. Über der Stadt thront die romanische Burg Normannstein, und in Treffurts historischer Altstadt gehen Sie auf original erhalten gebliebenem Kalksteinpflaster aus vergangenen Jahrhunderten. Viele schöne Fachwerkhäuser geben der Innenstadt ein eigenes Flair, und das Rathaus gehört zu den schönsten Fachwerk-Rathäusern der Renaissance." 
Quelle und mehr

Das markante Rathaus von Treffurt.

Teil 2: Treffurt-Bad Salzungen

Links

Werratal-Radweg – inkl. Informationen über Umleitungen und Änderungen des Streckenverlaufs. Unter Downloads kann man sich eine Streckenkarte u.v.m. herunter laden.

Siehe auch Werraradweg 2002 und Weserradweg

 

 

Radwanderführer

 

  Buch zur Tour

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Trailer zur DVD "Werratal-Radweg"

Spickzettel
Route
Teil 1: Werratalradweg
Start/Ziel:
Hann. Münden/Meiningen/Eisfeld 
Bahnanreise:
Hannoversch Münden
Länge:
ca. 300 km; Entfernungen: Hann. Münden 0 km, Treffurt 84, Bad Salzungen 182, Meiningen 224, Hildburghausen 261, Eisfeld 290 km
Schwierigkeit: einige heftige Steigungen im Oberlauf. Im Mittelteil sollen die Steigungen ab 2012 durch Wegeausbau bei Breitungen und Merkers umgangen werden (siehe Bericht) 
Übernachten: Quartiere siehe Bericht(e)
Internet: offizielle Homepage
Radwanderführer: siehe unten



Der Tanzwerder mit der Fulda (rechts) und der Werra (links), aus denen hier die Weser entsteht.

Das Schloss in Hannoversch Münden.

Schmucke Orte säumen den Weg.

Kirschenzeit in Witzenhausen.

Markanter Erker: Fachwerkhaus in Witzenhausen.

Schloss Werleshausen ist eigentlich nur ein Gehöft, aber doch ein Foto wert.

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Der Autor auf einer der wellenförmigen Werra-Bänke.



Fachwerkkirche im thüringischen Wahlhausen.



Hier verlief einst die Zonengrenze - Schild bei Bad Sooden-Allendorf.

Kolonnenweg zum Grenzmuseum Schifflersgrund.

Viele Burgen und Burgruinen säumen den Werratal-Radweg: vermutlich Burg Rothestein (?).

Gibt's mehrmals in Deutschland: Persil-Uhr - hier in Eschwege.



Blick auf Wanfried.

Fachwerkkirche in Altenburschla.

Blick vom Hotel Waldfrieden weit ins Werratal.




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