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Autor: Dieter Hurcks Copyright 5/2008

Von dieser Tour ist eine vertonte Diaschau auf DVD erschienen: weitere Infos 

Teil 1: Von Hamm nach Münster 
Teil 2:
Von Münster nach Haltern 
Teil 3: Von Haltern nach Münster und Versmold

Einträge für
Zimmervermieter

Quartiere an
Fernradwegen in
Deutschland


Im Radelparadies

Münsterland (1)

Zwischen Hamm, Haltern, Münster und Versmold 

Das Münsterland gilt bei vielen Freizeitradlern gemeinhin als das ideale Radelrevier. Nachdem wir bereits den mittleren und nördlichen Teil beradelt hatten, sollte es diesmal der Süden sein mit den Schloss-Perlen Burg Vischering in Lüdinghausen sowie Schloss Nordkirchen. Die bergigen Partien des Münsterlandes – die Borkenberge und die Baumberge – sehen wir auf dieser Tour nur von weitem.

Die Tourismus-Strategen haben die große Zahl an Schlössern und Burgen im Land zwischen dem Ruhrgebiet, den Niederlanden und Ostwestfalen zur Konstruktion einer “100 Schlösser Route” genutzt. Diese umfasst eine Strecke von mehr als 1400 durchweg gut ausgeschilderten Kilometern, wobei jedoch die “Schlösserdichte” sich äußerst ungleichmäßig darstellt. Aber wir treffen in diesem Radelparadies noch auf viele weitere Radrouten: die Route der Industriekultur, den Dortmund-Ems-Kanal-Radweg, den Westfalen-Radweg R 1 oder den Werse-Radweg.

Von Hamm zur Werse  
Ausgangspunkt unserer Tour war der Bahnhof von Hamm, der sehr gut von allen Himmelsrichtungen aus mit dem Zug erreichbar ist. Zuerst rollen wir entlang des Datteln-Hamm-Kanals und unternehmen von dort einen Abstecher in den Maximilian-Park (ausgeschildert) mit seinem markanten Bauwerk, dem gläsernen Elefanten. Als schon in der Ferne das Kraftwerk von Hamm-Uentrop auftaucht, queren wir den Kanal auf einer kleinen,  angerosteten Straßenbrücke.

Der Werseradweg 
Wer auch immer die Schilder bestellt hat und diesen wunderschönen Radweg „Werse Rad Weg“ tituliert hat, sollte mal gehörig mit Dachpappennägeln gepudert und zur Volkshochschule geschicht werden.

Sei’s drum – der am 29. April 2007 eröffnete Weg hält mehr, als die katastrophale Schreibweise verspricht. Schon kurz vor Haaren soll der Zubringer aus Richtung Hamm demnächst beginnen und auf der Trasse einer ehemaligen Zechenbahn bis nach Ahlen verlaufen. Das erste Stück war im Mai 2008 noch nicht in Angriff genommen, sollte aber laut unserem Radwanderführer (siehe unten) bis Ende des Jahres fertig gestellt sein.

Der Werseradweg beginnt allerdings schon viel früher. Er verläuft auf 122 km durch den südlichen Kreis Warendorf, mal direkt entlang der Werse, mal weiter abseits durch die von der Werse geprägte Landschaft. Er verbindet die Städte Beckum, Ahlen, Drensteinfurt, Sendenhorst, Oelde, Münster, Rheda-Wiedenbrück und Hamm mit ihren historischen und sehenswerten Ortskernen.

Zurück zu unserer Tour: Nach einer kleinen Umleitung finden wir bald die nagelneue Asphaltbahn, die uns an Dolberg vorbei bis nach Ahlen führt. Dabei durchqueren wir auch die Lippeaue, ein Naturschutzgebiet mit zwei verlandeten Altarmen, in denen Flora und Fauna sich nahezu ungestört entwickeln können.

Unterwegs lädt an der Piste ein Pausenplatz neben einem hölzernen Aussichtsturm zum Verweilen ein. Informationstafeln verraten einiges über die Geschichte dieser Gegend – es lohnt, sie zu lesen.

Dort, wo der Zubringer auf den Werseradweg trifft, sehen wir einen blauen Speicher am Horizont und ein paar Meter weiter ein Hinweisschild zur Zeche Westfalen. Dabei handelt es sich um einen rund 47 Meter hohen Wasserturm, der 1915/1917 erbaut wurde und zur Versorgung der Zeche Westfalen und der Bergarbeiterkolonie diente.

Die Zeche Westfalen in Ahlen 
Die Zeche Westfalen war über fast 100 Jahre Motor der wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt Ahlen und größter Arbeitgeber von bis zu 5500 Menschen. Am 1. Juli 2000 wurde der aktive Betrieb der Zeche Westfalen eingestellt. Nun soll sie Sitz von Unternehmen sowie eines Industriemuseums werden.

Die Zeche Westfalen in Ahlen entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf Initiative einiger örtlicher Fabrikanten, die sich zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen hatten. Nachdem 1901 im Bereich der Bauernschaft Rosendahl bei Suchbohrungen Kohlevorräte entdeckt wurden, führte man bis 1907 weitere 33 Tiefbohrungen durch. Am 1. Februar 1909 wurde mit dem Abteufen der Schächte 1 und 2 begonnen. Gleichzeitig wurde die erforderliche Infrastruktur (Straßenverbindungen, Zechenbahn, bergwerkseigene Ziegelei) erstellt.

Quelle/Infos: www.zechewestfalen.de und http://de.wikipedia.org/wiki/Zeche_Westfalen

Nach Drensteinfurt 
Wir radeln über das Gelände und durchqueren bald die alte Zechensiedlung, wo einst die Bergarbeiter nahe an ihrem Arbeitsplatz ihr Zuhause hatten. In Ahlen selbst fällt eine große Stahlpresse ins Auge, mit der bei der Firma Kaldewei Badewannen hergestellt wurden.

Nun verläuft der Werseradweg weitgehend westwärts durch „flache Land“ gen Drensteinfurt, vorbei ein einzelstehenden Gehöften und noblen, meist unter Bäumen versteckten Herrenhäusern oder ländlichen Villen. Ein Kruzifix vor dem satten Gelb des Rapsfeldes und dem sich zum Gewitter verdunkelnden Himmel ist mal wieder Anlass für einen Fotostopp. Kurz hinter dem Haus Steinfurt, das eher die Bezeichnung Burg verdient, lädt ein Kaffeegarten zum Verweilen ein.

Die Stadt hat sich ihren ländlichen Charakter teilweise erhalten. Neben der klassizistischen Pfarrkirche St. Regina im Ortszentrum sind das Schloss des Barons von Landsberg, das Haus Steinfurt an der Werse, sowie die im Stadtteil Rinkerode gelegenen Wasserburgen Haus Borg und Haus Bisping und das im Stadtzentrum in der Alten Post von 1647 untergebrachte Rat- und Bürgerhaus nennenswert. Auch Haus Venne in Mersch ist sehenswert. Darüber hinaus ist die Ehemalige Synagoge Drensteinfurt von 1872 eine der wenigen weitgehend originalgetreu erhaltenen jüdischen Synagogen im ländlichen Westfalen.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Drensteinfurt

Auf nach Münster 
Nach einer kleinen Stadtrundfahrt durch den Ort mit rund 15.000 Einwohnern wendet sich der Radweg in nördliche Richtung. Vorbei an dem „Golddorf“ Rinkerode, einem sehenswerten Ortsteil von Drensteinfurt, führt der Radweg direkt neben der Werse entlang gen Albersloh.

Teile der Waldgebiete Davert und Hohe Ward umgeben den Ortsteil Rinkerode. Die Hohe Ward dient neben der Naherholung vor allem der Trinkwassergewinnung für die Stadt Münster. 

Albersloh gehört zu Sendenhorst und wird von der Werse förmlich umschlungen. Hier hat man sich ganz besonders der Brauchtumspflege verschrieben und lockt durch zahlreiche Feste viele Besucher an. Die Skulptur einer Albersloherin auf dem Weg zum Wäschewaschen an der Werse mag dies dokumentieren. Im Gasthof zur Post mit seinem windgeschützten Biergarten kehren wir ein.

Vorbei an Wolbeck führt der Werseradweg durch Angelmodde nach St. Mauritz. Am Pleistermühlenweg biegen wir links ab, überqueren die Bahn, die Umgehungsstraße B 51 und den Dortmund-Ems-Kanal und erreichen kurz vor 19 Uhr unser 2008 noch preisgünstiges Quartier im „Haus vom Guten Hirten“. Danach wurde dort modernisiert, die Preise wurden an das hohe Münster-Niveau angepasst. Wegen eines kräftigen Gewitters hatten wir eine halbe Stunde unter einer Straßenbrücke gewartet und kamen so trocken an. Klar, dass bei dem schönen Wetter, das auf das Gewitter folgte, noch ein abendlicher Altstadtbummel anstand – per Fahrrad kein Problem.

Dieter Hurcks, im Mai 2008

Etappen  
Hamm-Münster 83 km  
Münster-Haltern (Lipramsdorf) 89 km  
Haltern-Münster 58 km  
Münster-Versmold- Borgholzhausen Bf. 61 km  

Teil 2: Von Münster nach Haltern 
Teil 3: Von Haltern nach Münster und Versmold

Links 
Münsterland http://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%BCnsterland 
Drensteinfurt: www.drensteinfurt.de und http://de.wikipedia.org/wiki/Drensteinfurt  
Werseradweg: www.werseradweg.de  

Noch mehr schöne Aufnahmen finden   Sie auf den
DVDs über Münsterland-Touren

Pressebericht


Verwendetes Kartenmaterial: 100 Schlösser Route, Bielefelder Verlagsanstalt, ISBN 3-87073-051-X, 9,95 € - bestellen

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Die DVD zu dieser Tour

 

Radtouren-DVDs hier

Weitere Radtourenbücher  hier

 

Schlösser-Tour (2001)

Münsterland - nördlicher Teil (2004)

Start unserer Tour ist am Bahnhof von Hamm.

Der gläserne Elefant in Hamms Maximilianpark.

Trasse der ehemaligen Zechenbahn bei Ahlen.

Zeche Westfalen in Ahlen.

Die Werse in Ahlen.

Vor dem Gewitter: Schönes Münsterland.

Idyllischer Fluss: Werse bei Drensteinfurt.

Erst 2007 eingeweiht: Werseradweg - mit leider unverständlicher Schreibweise.

Im Mai 2008 stehen die Rapsfelder in voller Blüte.

Dortmund-Ems-Kanal: Hier verläuft die DEK-Route.

Kleiner Fluss, großes Idyll.

Übernachtungen

Haltern: Pevelings Hof in Haltern OT Lipramsdorf Info 

Münster: Jugendgästehaus Aasee (Jugendherberge),  Bismarckallee 31, 48151 Münster, Tel: 02 51 / 53 02 8 - 12, komfortabel, stadtnah


Zur anderen Münsterland-Radtour ist ebenfalls eine mit Musik vertonte Diaschau auf DVD erschienen.

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