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Autor: Dieter Hurcks Copyright 6/2009

Die Saar aufwärts nach Saarburg 
Der Saar-Radweg hat im unteren Teil seine Reize. Ein echter Höhepunkt ist der Besuch der historischen Stadt Saarburg.
Teil 1 - Teil 2 - Teil 3 - Teil 4 - Teil 5

Einträge für
Zimmervermieter

Quartiere an
Fernradwegen in
Deutschland

Radtour an Mosel, Saar, Nahe und Rhein (2)
 
Von Konz n
ach Saarburg  

Nun nehmen wir also den zweiten Fluss dieser Tour in Angriff: den Saar-Radweg. Der Lärm der Autobahn und der Bundesstraße liegen schnell hinter uns, es wird ruhiger. Bald passieren wir Hamm.
Der Name des jetzigen Konzer Stadtteils Hamm leitet sich von der mittelalterlichen Bezeichnung "hamm" für Flussschleifen ab. Der Ausbau der Saar zur 1987 eröffneten Grossschiffahrtsstraße hat für den reizvollen Naturraum eine tiefgreifende Wandlung gebracht. Der Wiltiger Saarbogen hat an der Hammer Schleife eine neue Führung erhalten, den Rest des alten Flußlaufes bildet ein Bootshafen. Anstelle des Wiltinger Bogens verkürzt nun ein künstlicher Kanal zwischen Hamm und Schoden den alten Flusslauf. Quelle und mehr

 

Die Saar bei Wikipedia
Die Saar (franz. Sarre, lat. Saravus) ist ein Fluss in Frankreich und Deutschland (Saarland, Rheinland-Pfalz). Mit 227 Kilometern Länge ist sie der größte Nebenfluss der Mosel. Ihr Einzugsgebiet umfasst 7.431 Quadratkilometer. Die erste schriftliche Erwähnung der Saar als "Saravus" findet sich im Gedichtband "Mosella" des römischen Dichters und Staatsbeamten Decimus Magnus Ausonius (310-393 n. Chr.). ...
Die Saar durchquert zunächst 117 km lang, zweimal wechselnd, das Elsass und Lothringen. Zwischen Saargemünd und Saarbrücken-Güdingen bildet der Fluss auf einer Strecke von 11 Kilometern die deutsch-französische Grenze. Anschließend fließt die Saar 68 km durch das nach ihr benannte Saarland bis Saarhölzbach, dann 31 km durch Rheinland-Pfalz bis Konz, wo sie in die Mosel mündet. Quelle



Die Saar ist ab Kanzem kanalisiert, aber ein großes Schiff haben wir dort an unseren zwei Radeltagen nicht gesehen. Sicherlich hat mit dem Sterben der Hütten an der Saar wie in Völklingen der Schiffsverkehr rapide nachgelassen. Hauptgrund dürften aber wohl auch an der Saar die Wartungsarbeiten an den Schleusen gewesen sein, genau wie an der Mosel.

Über Kanzem heißt es auf der Homepage des Ortes: Nach der Schiffbarmachung der Saar durch die Kanalisierung in den 1970-er Jahren hat Kanzem Insellage: Vier Brücken führen in den Ort. Das letzte unberührte Teilstück der Saar, der etwa 6 km lange idyllische Altarm, fließt zwischen dem Schodener Wehr und der Staustufe Konz-Hamm direkt an Kanzem vorbei. Ein schattiger Spazierweg führt vom Sportplatz aus unterhalb des Friedhofes am alten Dorfbrunnen vorbei bis zum Gasthaus „Zur alten Fähre“.
Quelle: www.kanzem.de 

Nach gut 70 km erreichen wir unser Quartier, das etwa 1,5 km hinter Saarburg an der Straße nach Krutweiler liegt - eine Strecke, die sich auch gut zu Fuß zurücklegen lässt. Denn Saarburg ist es wirklich wert, es ein wenig genauer zu besichtigen.

Die kleinen bunten Häuser, die Burg und die Kirche auf dem Berg warten schon auf uns. Größte Attraktion ist allerdings der Wasserfall, über den der Fluss mitten in der Stadt in die Tiefe stürzt und drei Wasserräder antreibt.

Nach der ausführlichen Stadtbesichtigung radeln wir noch ein paar Kilometer die Saar hinauf, bis die Sonne hinter dem Berg versinkt. Morgen geht es nach Saarbrücken. Und ins Saarland, denn bislang sind wir noch auf dem Boden von Rheinland-Pfalz geradelt.  

Nach Saarbrücken

Gut ausgeschlafen nehmen wir die 84 km lange Etappe nach Saarbrücken in Angriff. Im Saarburger Quartier gab es keine Fernsehnachrichten, weil der Aufenthalts- und Frühstücksraum um 21.45 Uhr bereits abgeschlossen war, so dass wir früh zu Bett gingen.

Super Wetter am Morgen dieses vierten Reisetages. Über Krutweiler radeln wir auf einer kleinen Landstraße nach Serrig und, vorbei an einem großen Buntsandstein-Steinbruch, neben einer ziemlich rege befahrenen Straße entlang der nun komplett kanalisierten Saar nach Saarhölzbach, dem ersten Ort im Saarland. Von dort ist es nur noch ein Katzensprung nach Mettlach. Dort haben zahlreiche Firmen ihre „Outlet Center“ eröffnet. Zu gut Deutsch heißt das: preiswerter Werksverkauf.

Mettlach ist eine ziemlich alte Stadt, wie der Homepage zu entnehmen ist: "Mettlach ging aus einer um das Jahr 676 vom fränkischen Herzog Lutwinus - später Bischof von Trier - gegründeten Abtei hervor. das Kloster erhielt unter Abt Lioffin um 990 eine als Oktogon gebaute Marienkirche als Grabkirche für seinen Gründer. Dieser "Alte Turm" ist der älteste erhaltene Sakralbau im Saarland. Das heute zu sehende Abteigebäude wurde im 18. Jahrhundert erbaut. ....
Nach Jahrhunderten des Niederganges und immer wiederkehrender Kriegswirren ließ Abt Ferdinand de Koeler (1691-1734) durch den sächsischen Baumeister Christian Kretzschmar die Barockabtei (1727-1771) mit einer Frontlänge von 112 m erbauen, welche heute infolge der 1802 erfolgten Säkularisierung Sitz des weltbekannten Keramikunternehmens Villeroy & Boch ist." Quelle

Dort ist auch ein Keramik-Museum untergebracht. Infos dazu finden Sie hier: PDF-Datei.

Der Werksverkauf in Mettlach ist wohl genau so eine Touristenattraktion wie die berühmte Mettlacher Saarschleife ein paar Kilometer weiter, wenn man die Anzahl der Reisebusse als Maßstab nimmt. Das Schiff „Saarburg“, das uns fast die ganze Strecke begleitet hat, bringt ebenfalls allerhand Touristen mit. Oben auf dem Aussichtspunkt mit dem französisch klingenden Namen Cloef ist es voller, aber dorthin gelangt man anscheinend nur per Bus und Auto.

Damit ist der idyllische Teil der Tour auch fast vorbei. Denn entlang des Kanals radelt es sich ziemlich langweilig. Als uns hinter Merzig auch noch der Autobahnverkehr auf die Pelle rückt, legen wir kurz nach 12 Uhr in Fremersdorf, gleich in Horchweite der A 8, eine Rast ein. Die 16 km bis in die vom Sonnenkönig Ludwig XIV. erbaute Festungsstadt Saarlouis bringen kaum Abwechslung. Bis Völklingen geht es auf guten Wegen, aber halt ohne besonders attraktives Umfeld weiter.

Erst das alte Stahlwerk in Völklingen, das seit 1994 Unesco-Weltkulturerbe ist, bringt nach 71 km Radeldistanz wieder einen Höhepunkt, aber einen richtig imposanten! Für eine Besichtigung, für die man sicherlich drei bis vier Stunden braucht, reicht unsere Zeit leider nicht, aber auch „außen rum“ gibt es eine Menge zu sehen.

Wer sich über die 1986 in großen Teilen stillgelegte Völklinger Hütte informieren will, findet hier alles Wesentliche: www.voelklinger-huette.org  

Auch bei Wikipedia wird das Thema ausführlich behandelt: "Die Völklinger Hütte ist ein 1873 gegründetes ehemaliges Eisenwerk. Einzigartig ist, dass alle Phasen der Roheisenerzeugung am authentischen Ort nachvollziehbar sind. Das Werk wird auch als „Ikone der Industriekultur“ oder als „Kathedrale der Arbeit“ bezeichnet. ... 1986 wurden die Hochöfen der Völklinger Hütte stillgelegt und als Industriedenkmal unter Denkmalschutz gestellt. Nach kontinuierlicher Instandsetzung und Begehbarmachung folgte die Nutzung als musealer Betrieb." Quelle: Wikipedia

Immer noch bietet die Stahlindustrie in der Region zahlreiche Arbeitsplätze. Ein ganzer Güterzug mit Drahtrollen wartet bei der Saarstahl-Fabrik auf die Weiterfahrt. Bei Luisenthal ziehen zwei nebeneinander stehende Fördertürme den Blick auf sich.

Mehrere Schleusen bieten ein wenig Abwechslung, die Autopisten überkragen bisweilen sogar den Radweg. Kurz vor Saarbrücken, das von einer lauten Stadtautobahn durchzogen wird, die demnächst einmal in einem Tunnel verschwinden soll, kehren wir im Kleingartenvereins-Biergarten St. Johann ein. Danach geht es ins Verkehrsgetümmel der saarländischen Landeshauptstadt, die rund 178.000 Einwohner hat.

Eine Demo für bessere Bildung sorgt gerade für ein mittleres Verkehrschaos. Auf dem Weg zur Jugendherberge werden wir angehupt. Agressive Autofahrer rauschen im Abstand von weniger als einem halben Meter an meiner linken Pedale vorbei. Radfahrer scheinen in Saarbrücken sowieso nicht vorgesehen zu sein. Radwege gibt es kaum, da bleibt der Gehweg die einzige Fluchtmöglichkeit.
Wir sind froh, mit heiler Haut die hervorragende Jugendherberge erreicht zu haben. Das Zimmer ist zwar klein, aber das Bett bereits bezogen, sogar ein Handtuch ist vorhanden. Alles tipp-topp und mit 23,75 Euro p.P. im Zweibettzimmer dazu außerordentlich preiswert. Sehr zu empfehlen!



Über Saarbrücken, die Landeshauptstadt des Saarlandes, heißt es bei Wikipedia: "Die Universitätsstadt und einzige saarländische Großstadt entstand 1909 aus dem Zusammenschluss der drei Städte Saarbrücken, St. Johann und Malstatt-Burbach. - Saarbrücken ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Saarlandes und Sitz des Regionalverbandes Saarbrücken, eines Kommunalverbandes besonderer Art. ...
Zwischen 1897 und 1900 wird nach Plänen von Georg von Hauberrisser das Rathaus St. Johann erbaut, das später das Rathaus der Großstadt Saarbrücken wird. ... 
Im Mai 1945 wird die Stadt, wie das gesamte Saarland, unter französische Militärregierung gestellt. Zwei Jahre später wird das Saarland ein autonomer Staat mit Saarbrücken als Hauptstadt. Die Bevölkerung lehnt 1955 das Saarstatut ab. Stattdessen wird das Land 1957 zehntes Bundesland (ohne West-Berlin) der Bundesrepublik Deutschland." Quelle 

Das imposante Saarbrücker Rathaus St. Johann wurde 1897 bis 1900 im neu-gotischen Stil von Georg J. von Hauberisser gebaut, dem gleichen Architekten, der auch die Rathäuser in München und Wiesbaden entworfen hat. Im Mittelpunkt steht der 54 m hohe Turm, von dem aus täglich um 15.15 Uhr und um 19.19 Uhr ein Glockenspiel ertönt. Quelle 

Auf dem Schlossplatz befindet sich übrigens ein weißes Gebäude mit der Aufschrift "Rathaus". Im Segmentgiebel dieses "Alten Rathauses" ist das Baujahr 1750 eingemeißelt.  Es ist heute Sitz der Volkshochschule Regionalverband Saarbrücken.

Auf der städtischen Internetseite steht zu lesen: "Saarbrücken wurde erstmals im Jahre 999 als ,Castellum Sarrabrucca´erwähnt. Aus der Burg entwickelte sich im 17. Jh. ein Renaissanceschloss, von dem heute noch unterirdische Anlagen vorhanden sind. ... Das Schloss ist heute Verwaltungssitz, Kulturplatz und Veranstaltungsstätte für Tagungen und Festabende. ... Direkt neben dem Schloss befindet sich der Neubau des Historischen Museums Saar. Dort kann man in die unterirdische Saarbrücker Burganlage aus Mittelalter und Renaissance hinabsteigen und die Kasematten besichtigen. ... Als Zeichen gegen Rassismus schufen Kunststudenten unter der Leitung von Jochen Gerz 1993 den „Platz des Unsichtbaren Mahnmals“: 2146 Pflastersteine sind auf dem Weg zum Schloss versenkt, auf ihrer Unterseite wurden Namen jüdischer Friedhöfe eingemeißelt." Quelle

Ganz in der Nähe steht die Ludwigskirche auf einem mit weißen Häusern eingefassten Platz, dem Ludwigsplatz. Diese Kirche ist ein Hauptstück der "Place-Royale"-Architektur von Baumeister Stengel. Sie gilt, wie die Homepage der Stadt Saarbrücken schwärmt, "als eine der stilreinsten und schönsten evangelischen Barockkirchen in Deutschland, vergleichbar mit dem Michel in Hamburg oder der Frauenkirche in Dresden." Quelle

Ein Besuch Saarbrückens lohnt sich also allemal. Und wenn in ein paar Jahren die Autobahn und mit ihr der Lärm unter der Erde verschwunden ist, dann dürfte Saarbrücken noch häufiger Ziel von Touristen und vielen Fahrradfahrern werden.

Wir radeln noch bis Güdingen entlang der Saar und biegen dort auf den Saar-Nahe-Höhenradweg ein, der uns zur Nahequelle führen wird. weiterlesen

 

Höhenprofil und Verlauf des Saar-Radwegs von Sarrebourg bis Trier bei Esterbauer


Teil 1: Moselradweg
- von Hatzenport zur Saarmündung bei Konz


Teil 2:  Saar-Radweg - von Konz nach Saarbrücken und Güdingen

Teil 3:  Saar-Nahe-Höhenradweg - von 
Güdingen nach Oberthal an der Nahequelle

Teil 4: Der Naheradweg - von der Quelle
zur Mündung in Bingen

Teil 5: Der Rhein - von Bingen bis Koblenz


Kartenmaterial





  

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Spickzettel
Route:
Saar-Radweg (Teilstrecke)
Start/Ziel:
Konz/Mosel bis Güdingen
Bahnanreise:
Trier u.a.
Länge:
Gesamtlänge ca. 185 km; Entfernungen: Sarreburg 0, Saarbrücken 84, Wadgassen 102, Merzig 129, Saarburg 164, Trier 185
Schwierigkeit: gut befahrbar, wenige Steigungen (siehe Bericht) 
Übernachten: Quartiere siehe Bericht(e)
Internet: offizielle Homepage
Radwanderführer: siehe unten



Erster Kontakt: die Saar bei Kilometer Null.

Saaradweg bei Kanzem.

Die Saar ist ab Kanzem kanalisiert.

Saarburg ist wohl die touristisch attraktivste Stadt an der Saar.

Ein Wasserfall mitten in der Stadt ist Saarburgs Hauptattraktion.

Saarburgs kirche hoch über Saar und Wasserfall.

Die Saarschleife von der Burg Saarburg aus gesehen. Über die Brücke führt die B 51.

Staubender Steinbruch am Ende von Rheinland-Pfalz bei Serrig.

Freundliche Begrüßung an der Landesgrenze.



Die berühmte Saarschleife bei Mettlach mit dem Aussichtspunkt Cloef.

Unseco-Weltkulturerbe: Stahlhütte Völklingen.

Ein undurchschaubares Röhrengewirr in der Völklinger Hütte.

Fördertürme bei Luisenthal.

Blick auf die Schiffsanlegestelle in Saarbrücken.



Der Saarkran unterhalb der Saarbrücker Wilhelm-Heinrich-Brücke zeugt von der blühenden Handelsgeschichte der Stadt. Er wurde 1761 nach Plänen Stengels von der Krahnen-Gesellschaft errichtet und mit Hilfe von Spenden nach mehrfacher Zerstörung 1991 wieder aufgebaut.

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