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Autor: Dieter Hurcks Copyright 6/2009

Vier Flüsse zwischen Höchstleistung
und Genussradeln 
Der Moselradweg ist, vor allem zwischen Cochem und Trier, ein wahrer Genuss. Ein Reisebericht!
Teil 1 - Teil 2 - Teil 3 - Teil 4 - Teil 5

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Zimmervermieter

Quartiere an
Fernradwegen in
Deutschland

Radtour an Mosel, Saar, Nahe und Rhein (1)

Von Hatzenport bis zur Saar-Mündung bei Konz

Zwei Radler und vier Flüsse. So kann man diese Radtour beschreiben, die in Koblenz auf dem Moselradweg beginnen und dort nach rund 600 km auch wieder enden kann. Die Tour führt an Mosel, Saar, Nahe und Rhein entlang. Von der Saar zur Nahequelle radelten wir auf dem sehr anspruchsvollen Saar-Nahe-Höhenradweg.  

Übernachten an der Mosel in Trier

Nach acht Stunden Bahnfahrt von Burgdorf bei Hannover über Minden, Düsseldorf und Koblenz reicht es uns: Wir wollen aufs Rad. Gegen 16 Uhr erreichen wir den kleinen Moselbahnhof in Hatzenport. Die Sonne scheint, es ist warm – an die 30 Grad – und still. Das soll sich aber schnell ändern, denn der Moselradweg verläuft im unteren Teil zwischen Koblenz und Cochem vorwiegend entlang der Autostraße, wo der sonntägliche Rückreiseverkehr gen Autobahn und Rheinmetropolen flutet. Es gibt aber öfter die Möglichkeit, zwischen Bahn und Weinbergen und natürlich durch die schönen kleinen Weinorte zu radeln.

Zum Beispiel durch Pommern. Dort habe ich 2004 schon einmal in einem idyllischen, mit Rosen und Stauden bewachsenen Weingarten gerastet und den ersten Moselwein genossen. So auch diesmal. Nach einer Weile gesellt sich der Hausherr zu uns und es entwickelt sich ein munteres Gespräch.

Gegen 18 Uhr erreichen wir Cochem. Dort geht gerade das fünftägige Weinfest zu Ende. Hungrig von der langen Anreise stärken wir uns mit einem köstlichen Backfisch. Am Himmel zeigen sich die ersten dunklen Wolken, es ist schwül. So brechen wir auf nach Mesenich, unserem Tagesziel. Schon unterwegs, kurz hinter Valwig, geraten wir in den einen oder anderen leichten Schauer. Doch die Moselschleifen sorgen dafür, dass wir immer wieder den dunklen Wolken entfliehen können. Um 19.45 Uhr erreichen wir das Quartier in Mesenich und machen es uns nach dem Duschen auf dem Balkon gemütlich: Blick auf Weinberge und die Mosel, die Vögel singen. Ein Hund bellt.

Dann plötzlich bricht das kurze Gewitter los. Es gießt in Strömen. Und aus dem Wald gegenüber steigen die Nebel auf – schön, wenn man dabei im Trockenen sitzt und einen guten Moselwein vor sich hat. Morgen soll es laut Wetterbericht den ganzen Tag regnen.


Nach Trittenheim  
Die ersten Winzer sind mit ihren Traktoren unterwegs, auf der gegenüberliegenden Uferstraße herrscht reger Verkehr. Überraschenderweise regnet es (noch) nicht. Die Berggipfel sind wolkenverhangen. Es ist angenehm mild. Heute soll es nach Trittenheim gehen. Doch laut Wetterbericht ist ganztägig Regen zu erwarten. Dennoch: Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Schon als wir die Fahrräder beladen, nieselt es leise vor sich hin. Nach ein paar Kilometern wird der Regen stärker. Und als wir die Mosel auf der Doppelbrücke von Bullay überqueren, prasselt es in großen, dicken Tropfen herab wie aus Eimern. So warten wir im Schutz der über der Straße verlaufenden Eisenbahnstrecke, dass der Regen nachlässt. Aber Pustekuchen! Da wir schon ziemlich durchnässt sind, beschließen wir, zum nahe gelegenen Bahnhof Bullay zu fahren und nachzuforschen, wie wir die Tagesetappe verkürzen können. Mit der Moselbahn fahren wir bis Salmrohr und dann auf dem mit ein paar Steigungen garnierten Salmradweg nach Klüsserath. Von dort sind es noch sechs Kilometer nach Trittenheim. So lernen wir unfreiwillig das idyllische Tal der Salm kennen – und erreichen schon gegen 13 Uhr – früh wie nie – unser Quartier beim Winzer.

Einen ausführlichen Bericht über die Mittlere
Mosel finden Sie HIER

Überraschend hört es bei unserer Ankunft auf zu regnen, aber nur für kurze Zeit. Bei unseren bisherigen Touren war es oft umgekehrt: Kaum waren wir im Quartier angelangt, setzt Regen ein – halt wie am Tag zuvor auch auf dieser Acht-Tage-Tour. Was tun mit dem restlichen halben Tag? Klamotten aufhängen zum Trocknen, das Wasser aus den Schuhen kippen. Und eine Wanderung durch die Weinberge unternehmen, die aufsteigenden Nebel beobachten. Mal ganz was anderes!

Zunächst wird es nichts damit, denn es regnet munter weiter. Von unserem Balkon blicken wir bei einer Flasche Moselwein auf den aus den Wäldern aufsteigenden Dunst. Gegen 17.30 Uhr wird es Zeit zum Abendessen. In einem Winzerhof an der Moselweinstraße, der Trittenheimer Hauptstraße, werden wir gut versorgt. Dann endlich: Gegen 21 Uhr bricht der Regen ab. Ich beschließe, noch eine Wanderung in die Weinberge zu unternehmen. Und so bringt dieser Tag schließlich am Ende doch noch ein tröstliches Erlebnis: Den fotogenen Blick auf Trittenheim und die Moselschleife, auf Leiwen und die Laurentiuskapelle, auf den Nachbarort Neumagen-Dhron und einen Fetzen blauen Himmels, der verheißt, dass die Sonne immer noch existiert.

Statt der geplanten 90 km betrug die Radelstrecke diesmal nur knapp über 40 km.


Zur Mündung der Saar in die Mosel bei Konz

Der gestrige Wetterbericht verhieß Besserung. Und tatsächlich ist der Himmel zumindest teilweise schon blau, die Sonne bricht sich zögerlich Bahn. Mal schauen, was uns dieser Tag bringt. Von Trittenheim aus radeln wir über die Brücke ans andere Ufer und auf der kleinen, verkehrsarmen Uferstraße nach Leiwen. Nun sehe ich die Laurentiuskapelle wieder von ihrer Schokoladenseite. Den Moselradweg kenne ich ja schon von früheren Touren, so dass wir uns diesmal voll auf die schönen Ausblicke konzentrieren können. Der Himmel ist weißblau, wie es sein muss!

 

In Mehring unternehmen wir einen Abstecher zur Römervilla, die ein zu Reichtum gekommener Bauer vor rund 2000 Jahren ausgebaut hat. Fußbodenheizung und mehr Details lassen sich hier anschaulich bewundern.

Vorbei an der Staustufe Detzem und der Moselschleife bei Pölich erreichen wir bald Schweich mit seinem markanten Turm und Pfalzel. Vorbei an Trier und dem kleinen, aber feinen Schloss Monaise nähern wir uns der Saarmündung. Bei Konz überqueren wir die Mosel auf einer Eisenbahnbrücke und rasten beim Biergarten des Campingplatzes. Die Bahnstrecke ist stark frequentiert. Vor allem die langen Güterzüge machen kräftig Radau. Viele Produkte aus Stahl rollen hier vorbei nach Frankreich. Der erste Teil der Tour ist damit beendet und wir sind neugierig auf die Saar.

Übernachten in Trier

 

Etappen
1. Mosel: Hatzenport-Mesenich 50 km
2. Mosel: Mesenich-Trittenheim 90 km
3. Mosel/Saar: Trittenheim-Saarburg 80 km
4. Saar: Saarburg-Saarbrücken 86 km
5. SNH: Saarbrücken-Oberthal 82 km
6. Nahe: Oberthal-Idar-Oberstein 72 km
7. Nahe: Idar-Oberstein-Bingen 92 km
8. Rhein: Bingen-Koblenz 69 km
Gesamtdistanz: 621 km (abz. Bahnfahrt 578 km)




Teil 1: Moselradweg - von Hatzenport zur Saarmündung bei Konz

Teil 2:  Saar-Radweg - von Konz nach Saarbrücken und Güdingen

Teil 3:  Saar-Nahe-Höhenradweg - von Güdingen nach Oberthal an der Nahequelle

Teil 4: Der Naheradweg - von der Quelle zur Mündung in Bingen

Teil 5: Der Rhein - von Bingen bis Koblenz

Ausführlicher Bericht über eine Moselradtour
von Trier nach Koblenz

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Raus aus der Bahn, rauf aufs Rad in Hatzenport.

Die Mosel bei Klotten kurz vor Cochem.

Burg Cochem und die Moselbrücke.

Spätabends: Blick auf Trittenheim und die Moselschleife nach dem großen Regen.

Trittenheims Moselbrücke am frühen Morgen.

Römische Villa in Mehring.

Saarmündung in die Mosel bei Konz.


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