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Autor: Dieter Hurcks Copyright 6/2015

Vom Steinhuder Meer zur Nordseeküste. 
Im Jahr 2007 wurde mit dem knapp 300 km langen Meerweg eine Verbindung zwischen Neustadt am Steinhuder Meer und Wilhelmshaven ausgeschildert. Auf dem Weg liegen der Dümmer und das Zwischenahner Meer. Von Wilhelmshaven kann man die 80 km hinüber nach Emden radeln und entlang der Ems wieder gen Süden. Leider ist die Route 2016 eingestellt worden.
Teil 2 - der Erfahrungsbericht - YouTube-Video

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Radeln auf dem Meerweg

Vom Steinhuder Meer nach Wilhelmshaven
 
Der Meerweg, laut Radwegweiser "die schönste Verbindung von Binnenmeeren und Küste", beginnt am Bahnhof von Neustadt am Rübenberge und führt zunächst zum Steinhuder Meer, dann durch den Naturpark Dümmer, durchs Diepholzer Moor und die Wildeshauser Geest ins Ammerland. Ziel ist die Nordseestadt Wilhelmshaven.

Wer wie wir am Hauptbahnhof in Hannover startet, erreicht Neustadt per Rad auf dem Leine-Heide-Radweg nach rund 35 km. Am Neustädter Bahnhof finden wir den ersten "Meerweg"-Radwegweiser.

Zu entdecken sind auf dieser Radtour, wie auf der Seite "Reiseland Niedersachsen" zu lesen ist, "Naturparks und -schutzgebiete, Jahrtausende alte Großsteingräber, idyllische Flusstäler, Urwälder, Sanddünen im Binnenland, Wallhecken, Rhododendrenparks, Vogelrastplätze und vieles mehr. Die Binnenseen am Meerweg und die Nordseeküste bieten zahlreiche Erholungs- und Wassersportmöglichkeiten. In Oldenburg und Wilhelmshaven erwarten die Besucher touristische Sehenswürdigkeiten und städtisches Leben." Dann also los zu den drei größten Binnenseen des Bundeslandes!

Übernachten

Auf zum Steinhuder Meer

Am Bahnhof von Neustadt führt uns der Wegweiser mit der Zielangabe "Wilhelmshaven 296 km" zunächst unter den Bahngleisen hindurch und auf der anderen Seite eine Treppe hinauf. Wie bei den meisten derartigen Aufstiegshilfen ist die Treppe viel zu schmal, so dass man mit einem Bein auf der nach einem leichten Regenschauer rutschigen Schiebespur Halt suchen muss. Zum Glück klappt der Anstieg unfallfrei.

Über Nebenwege durch Wohnviertel führt der gut beschilderte Meerweg und am Ortsausgang an die Straße nach Mardorf, das wir nach gut zehn Kilometern erreichen. Unterwegs bekommt man einen kleinen Einblick in den noch aktiven Torfabbau und sieht beim Torfwerk, was so alles in die im Baumarkt erhältliche Gartenerde hineingemischt wird.

Kurz vor Mardorf weist der Radwegweiser nach links zum Ufer des nur gut 80 bis 150 cm tiefen Steinhuder Meeres, in dem "abgestürzte" Surfer oder Kitesurfer auch weit vom Ufer noch bequem stehen können. Auf dem Uferweg ist an diesem bedeckten Freitag mit gelegentlichen Windböen wenig los. An sommerlichen Wochenenden dagegen kommt man als Radler wegen der vielen Fußgänger auf dem nagelneu asphaltierten, schön breiten Uferweg bisweilen nur mühsam voran. Der letzte Biergarten an der Uferpromenda heißt zum Radlertreff, ist schön ruhig gelegen und bietet einen tollen Blick über das Meer der Hannoveraner und Umgebung.

Es sollte der letzte freie Blick übers von bunten Surfsegeln gesprenkelte Wasser sein. Denn nun zweigt der Weg vom Ufer ab und führt durch Ferienhausgebiete und Grün gen Rehburg, schwenkt aber weit vor dem Ort nach Süden und verlässt im charmanten 1000-Einwohner-Dorf Winzlar (mit sehr schönem Café am Wegesrand) endgültig das mit knapp 30 qkm größte niedersächsische Binnengewässer, das als Zentrum des Naturparks Steinhuder Meer wegen seiner geschützten Naturbereiche und vielfältigen Erholungsmöglichkeiten ein überregionales Ausflugsziel darstellt. Der Rundweg ums über 15.000 Jahre alte, am Ende der Weichseleiszeit entstandene Meer misst übrigens genau 33 km. Die beiden Inseln, die Badeinsel und der Wilhelmstein, sind künstlich angelegt. Im Hauptort Steinhude - ein Ausflug lohnt sich - gibt es reichlich Gastronomie und drei Museen.

Abbiegen Richtung Moore und Dümmer - Kurzfassung

ausführlicher Erfahrungsbericht 

Wir benutzen übrigens den offiziellen Radwanderführer des CCV-Verlages, der 2007 erschienen ist und ein umfangreiches Verzeichnis von Übernachtungsbetrieben enthält, das allerdings zum Teil schon arg überholt ist. Der Weg führt nun zunächst westwärts über Uchte und Wagenfeld bis zum Dümmer bei Diepholz.

Bei Wikipedia lesen wir: "Der Dümmer, fälschlich auch Dümmersee genannt, ist ein flacher See im Westen des norddeutschen Tieflandes in Niedersachsen (Deutschland). Er wird von der Hunte durchflossen.

Obwohl der See durchschnittlich nur etwa einen Meter tief ist, sorgen recht wasserreiche Quellen und auch die Hunte dafür, dass sein Wasserstand relativ konstant ist. Früher sorgten diese Zuflüsse in Verbindung mit starkem Niederschlag regelmäßig für Überschwemmungen, so dass man in den 1940er Jahren damit begann, den See weiträumig einzudeichen. ... Die Eindeichung bewirkte, dass sich durch die ausbleibenden jährlichen Überschwemmungen immer größere Algenbestände im See bildeten und somit den meisten anderen Lebewesen den Sauerstoff entzogen. Der niedrige Wasserstand rührt durch starke Verschlammung her, ebenfalls eine Folge der Eindeichung. Mit der Hilfe von einigen Schleusen wurde es möglich, diese Hochwassereinbrüche künstlich zu steuern, ohne dabei stark in die Natur einzugreifen. Dennoch leidet der Dümmer an starkem Nährstoffeintrag durch intensive Landwirtschaft. An den Ufern des Dümmer wurden Reste jungsteinzeitlicher Siedlungen gefunden." Quelle und Meer

In Lembruch, direkt am Dümmer gelegen, gibt es einige Möglichkeiten zu übernachten.

Vom Dümmer zum Zwischenahner Meer

Ab Dümmer führt die Route nun strikt nach Norden. Wer gut drauf ist und keinen Gegenwind (oder ein E-Bike) hat, schafft es sicherlich bis Oldenburg, eine lebendige Universitätsstadt, der der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft den Titel „Stadt der Wissenschaft“ des Jahres 2009 verlieh. Mit fast 160.000 Einwohnern ist Oldenburg nach Hannover und Braunschweig die drittgrößte Stadt Niedersachsens.

Oldenburg lohnt auf jeden Fall eine Übernachtung und einen ausgiebigen Stadtbummel. Denn es gibt viel zu sehen wie Lambertikirche, Schloss und Schlosswache, die Synagoge (ehem. Baptistenkapelle) der das Historische Rathaus. Das Logo der Stadt verwendet übrigens die Bezeichnung Oldenburg i. O., das statistische Bundesamt nennt die Stadt Oldenburg (Oldenburg).

Bei Wikipedia erfahren wir: "1954 wurde die Weser-Ems-Halle eröffnet und 1967 wurde mit der Umgestaltung der Altstadt begonnen. Damit war Oldenburg eine der ersten Städte in Deutschland mit einer Fußgängerzone. Oldenburg entwickelte sich zu einem Bankenplatz der Region, unter anderem mit einer Hauptstelle der Landeszentralbank und einer Zweiganstalt der Deutschen Bundesbank. 1973 wurde nach Abschaffung der Pädagogischen Hochschulen in Niedersachsen die Carl von Ossietzky Universität gegründet. Quelle und mehr

Nicht mehr weit bis zur Nordsee

Bis zum Zwischenahner Meer ist es nun nicht mehr allzu weit, rund 15 km. Und auch Wilhelmshaven liegt in "Schlagdistanz" für fitte Radler.

Der See wird auch als Perle des Ammerlandes, seltener als Elmendorfer Meer, bezeichnet. Mit einer Wasserfläche von 5,5 km² ist das Zwischenahner Meer nach dem Steinhuder Meer und dem Dümmer der drittgrößte Binnensee Niedersachsens. Er hat einen Umfang von elf Kilometer. Die durchschnittliche Wassertiefe beträgt 3,3 Meter, die tiefste Stelle liegt bei etwa 5,5 bis 6,0 Meter.

Fast noch durchgängig ist das Ufer des Sees mit Schilfrohr (Reith, Reet) bewachsen. Heute beträgt die Breite dieses Schilfgürtels etwa 8-10 Meter im Gegensatz zu früher, als es mal 200 Meter waren. Die Überlastung des Meeres mit Bootsverkehr sorgte für einen Rückgang des Schilfbewuchses und der Bildung von Lücken im Gürtel. Um dem entgegenzuwirken, ist die private Nutzung von Motorbooten auf dem See gänzlich verboten und die Anzahl der Surfer wurde deutlich eingeschränkt. Quelle und mehr

Über Westerstede führt uns der Meerweg nun in die Seestadt Wilhelmshaven. Sie liegt am nördlichen Zipfel des Jadebusens und hat rund 75.000 Einwohner. Wilhelmshaven hat den Tiefwasserhafen mit der größten Wassertiefe in Deutschland und ist der größte Erdölumschlaghafen des Landes.

Die Stadt wird sehr durch die umgebene Marschlandschaft geprägt. Marschen sind generell flache Landstriche ohne natürliche Erhebungen. Entstehungsgeschichtlich gehört die Marsch zu den jüngsten geologischen Formationen. Sie ist holozänen, also nacheiszeitlichen Ursprunges. Bedingt durch die Marsch liegt Wilhelmshaven im Durchschnitt nur zwei Meter über Normalnull. Das Stadtgebiet muss daher vollständig durch Deiche vor Sturmfluten geschützt werden. Die ständige Erhaltung und Verbesserung der Deiche ist Aufgabe des III. Oldenburgischen Deichbands. Die tiefste Stelle des Stadtgebiets befindet sich in der Maadesenkung am Kreuzelwerk mit 0,5 m unter NN. Quelle und mehr

Der Meerweg von Neustadt am Rübenberge bis Wilhelmshaben
und - westwärts - der Jade-Ems-Weg nach Emden. Karte: Google Earth

Teil 2 - der Erfahrungsbericht

Etappen/Entfernungen 
Neustadt-Uchte ca. 55 km
Lembruch + 55 km
Visbeck + 65 km
Bad Zwischenahn + 65 km
Wilhelmshaven + 85 km

Radwanderführer

   

 

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Spickzettel
Route:
Neustadt am Rübenberge; Radwegbeginn am Bahnhof Neustadt
Start/Ziel:
Neustadt-Wilhelmshaven 
Bahnanreise:
Neustadt a. Rbge. oder Wunstorf
Länge:
ca. 300 km; Entfernungen: Steinhuder Meer-Dümmer ca. 100 km
Schwierigkeit: durchweg leicht (siehe Bericht); meist gute Wege außer vor Vechta; im Marschland häufig holprige Ziegelwege 
Übernachten: Quartiere siehe Radwanderführer bzw. offizielle Homepage
Internet: Homepage 2016 eingestellt - Wikipedia
 
GPS-Track bei GPSIES inkl. Ems-Jade-Radweg
Radwanderführer: siehe unten

Der Meerweg beginnt am Bahnhof von Neustadt am Rübenberge und führt zunächst auf einer Rampe unter den Gleisen hindurch.

Kurz vor Mardorf geht es ans Ufer des Steinhuder Meeres.

Weiße Düne: Ein Paradies für Surfer, die im meist nur 80 cm tiefen Wasser gut stehen können.

Der letzte Biergarten vor Winzlar heißt 
"Radlertreff" und hat wohl die schönste Aussicht.

Toller Uferweg auf der Mardorfer Seite, wo es 
auch eine sehr schöne Jugendherberge gibt.

Bei Mardorf.

Hier zweigt der Meerweg vom Steinhuder Meer ab gen Bad Rehburg und Loccum.

Nur noch 93 km bis zum Dümmer.

Videotrailer



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