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Autor: Dieter Hurcks Copyright 6/2012

Von Ueckermünde nach Neustrelitz. 
Der Mecklenburger Seen-Radweg führt zwar in ganzer Länge von Wolgast auf Usedom nach Lüneburg. Das Herzstück verläuft nach meiner Ansicht aber zwischen Ueckermünde und Ludwigslust. Deshalb beschränkt sich dieser Reisebericht auch auf die gut 400 km lange, sehr reizvolle Teilstrecke von Ueckermünde nach Ludwigslust.
Teil 2 - Teil 3

Einträge für
Zimmervermieter

Quartiere an
Fernradwegen in
Deutschland

Mecklenburgischer Seen-Radweg (Teil 1)

Die Mecklenburgische Seenplatte ist eine Hinterlassenschaft der letzten Eiszeit. Im größten geschlossenen Seengebiet Mitteleuropas schimmert entlang des Mecklenburgischen Seen-Radwegs Wasser zwischen den Bäumen hindurch oder glitzert zwischen den Hügeln. 

Die Müritz ist Deutschlands größtes Binnengewässer. Ihr Name bedeutet „kleines Meer“. Laut dem Mecklenburgischen Tourismusverband schlummern allein in den tiefen Wäldern der Mecklenburgischen Seenplatte mehr als 320 Seen. Also im Grunde ein ideales Radelrevier, das der Mecklenburgische Seen-Radweg, von dem dieser Erfahrungsbericht handelt, zu einem Teil erschließt. Wer noch mehr Müritz möchte, der sollte den Müritz-Rundweg, der streckenweise parallel verläuft, in Erwägung ziehen.


Mühevolle Anreise

Der Mecklenburgische See-Radweg zwischen Lüneburg und Wolgast hat laut Radwanderführer eine Länge von über 600 Kilometern. Ich steige in Ueckermünde in die Tour ein und lege bis zu meinem Zielort Ludwigslust genau 415 km zurück - inklusive einiger Umwege aufgrund unzureichender Ausschilderung -, so dass ich mich ausschließlich im Lande Mecklenburg bewege. Die Route auf der Insel Usedom habe ich im Bericht über den Ostseeküstenradweg (Ost) bereits ausführlich geschildert,

Per Bahn nach Ueckermünde

Schon die Bahnfahrt zu meinem Startort Ueckermünde zeigt deutlich, was den Radler auf der Tour durch Mecklenburg erwartet: unendliche Kornfelder und eine abwechslungsreiche Hügellandschaft, die viel Kondition fordert.

Aus Richtung Hamburg bzw. Hannover (über Lüneburg) gelangt man zum Bahnhof Büchen und weiter nach Bützow. Hier beginnt die Linie der OLA, die in rund dreieinhalb Stunden über Malchin, Neubrandenburg und Torgelow das schmucke Städtchen Ueckermünde am Stettiner Haff erreicht. Nach der - ab Hannover siebeneinhalbstündigen - Anreise bleibt also noch genug Zeit für eine Radtour zum Haff. Wer Lust hat, sollte sich unbedingt das Haffmuseum im alten Schloss ansehen. Es ist wirklich liebevoll eingerichtet und vermittelt vieles rund um diese Grenzregion zwischen Deutschland und Polen.

Dort kann man bei gutem Wetter in einem der Biergärten sitzen und das Treiben am Stand und auf dem Wasser beobachten. Das Preisniveau ist prinzipiell niedrig, also gut für die Urlaubskasse. Nur bei der Wahl der Unterkunft sollte man aufpassen, da es einige Anbieter gibt, die völlig überteuert sind. So habe ich für ein Zimmer gut 2 km außerhalb der Stadt 39 Euro bezahlt - immerhin mit Frühstück. Ein Jahr zuvor waren es nur 19 Euro im Doppelzimmer, und zwar fußläufig etwa zehn Minuten vom schönen Marktplatz Ueckermündes entfernt. Wer essen geht, findet etwa einen Italiener, bei dem es eine riesige Portion Spaghetti Bolognes für nur 4,50 Euro gibt. Also: Augen auf! Mehr über Ueckermünde finden Sie in meinem Bericht über den Oder-Neiße-Radweg. Vor zwei Jahren endete diese Tour eben hier am Stettiner Haff.

Kopfsteinpflaster mit mutiger Mohnblume in Friedrichshagen. 

 

Nichts für Weicheier

1. Etappe: Nach Neubrandenburg

Punkt neun Uhr starte ich und verlasse auf der Chausseestraße das Städtchen Ueckermünde. Die Wetterprognose ist gut und der straßenbegleitende Radweg zunächst auch. Dann jedoch biegt er - unbeschildert - in den Wald ein und wird zum „Pättken“. Hundert Meter weiter versichert ein, von Algen fast unleserlich gemachter Wegweiser, dass der Radler richtig ist. Im für diese Gegen typischen Straßendorf Meiersberg ist ein Wegweiser hinter einem Spiegel versteckt, so dass ich ihn erst im letzten Moment sehe - aber wohl nur, weil ich durch die Karte vorgewarnt bin, dass es hier geradeaus geht: mitten durch riesige Weideflächen mit grasenden Herden.

In Sprengersfelde gibt es uralte Reetdachhäuser und eine anscheinend stillgelegte LPG. In Ferdinandshof führt der Radweg an einem Café vorbei, dann entlang einer Domäne (Gutshof). In Friedrichshagen hat sich keck eine einzelne Mohnblume an der Kopfsteinpflasterstraße durchs Dorf ausgesät und bildet einen schönen Farbtupfer. Der kombinierte Rad- und Gehweg ist neu und gut zu befahren. Mehr als 18 km sind geschafft.

Weiter führt der Mecklenburger Seen-Radweg nun durch Wald und Feld. Es wird einsam. Fast fünf Kilometer geht es durch den Heinrichswalder Tanger bis nach Rothemühl, einen Nadelwald, der später mit Buchen versetzt ist. Andere Tourenradler sind mir bis dahin nicht begegnet, erst ab Mittag treffe ich vereinzelte Radfahrer, aber kaum welche mit Gepäck für mehrere Tage. Nächstes Zwischenziel ist Neuensund mit seinem stattlichen Gutshof. Ein in der Karte eingezeichnetes Gasthaus  ist nicht zu finden. Nach einigen kräftigen Steigungen am Fuchsberg und etwa 1,8 km hochkonzentrierter Fahrt neben Kopfsteinpflaster erreiche ich Gehren. Im Wildparkheim toben fröhliche Kinder. Eine Frau, die bei der Gartenarbeit ist, versorgt mich mithilfe ihres Gatten mit frischem Leitungswasser für meine Feldflasche. Beide wohnen in einem landestypischen Haus aus eiszeitlichen, bearbeiteten Findlingen, in dem es im Sommer schön kühl sei. Eine Seltenheit, denn die meister dieser Häuser sind heute verputzt. Auffällig ist auch die Kirche des Ortes mit dem Fachwerk-Turm.

Naturbelassener Weg in Deutschlands größter Talmoorniederung, den Friedrichshagener Wiesen.

Ein Vorlaubenhaus beherbert im nächsten Dorf, in Galenbeck, ein schönes Café, wo es gut zu essen und zu trinken gibt, zum Beispiel selbstgebackenen Kuchen. Der Weg nach Galenbeck über die Friedländer Wiese, die ihrem Namen alle Ehre macht, ist wegen der Sandlöcher allerdings mit Vorsicht zu genießen. Immerhin: Hier quert man laut Hinweisschild die „größte Talmoorniederung Deutschlands“. Zeckengefahr herrscht bei der Durchfahrt durch mit hohem Gras fast zugewachsene Pfade.

Vom „Fischerhaus“ geht es nach der Kaffeepause zu einer Straße, dort rechts ab und nach etwa 1,5 km wieder links ab nach Friedrichshof - einfach den gelben Autowegweisern nach Friedland und Friedrichshof folgen. Ein mir entgegen kommendes holländisches Radlerpaar rätselt an dieser Stelle ebenfalls, wie es nun weitergeht.

Nach fast 48 km lege ich beim „Star Camp“ in Cosa bei Brohm nahe des Mühlenbachs nochmal eine kurze Pause ein. Ein schöner Weg, Teilstück des Haff-Tollense-Radwegs, führt bis nach Eichhorst mit seiner Fachwerkkirche. Rechts der Straße steht ein leerer Wohnblock, was hierzulande keine Seltenheit ist: Landflucht! Der Weg nach Liepen soll laut Karte eigentlich über eine Kopfsteinpflasterstraße verlaufen, ist aber nun anders ausgeschildert. Die Fahrt auf asphaltierter Fahrbahn ist zudem länger und muss durch einige Bergpassagen mühsam erkauft werden. Vielleicht wäre es auf dem Sandstreifen doch leichter gegangen?

Hinter Liepen überquert der Mecklenburger See-Radweg die Autobahn 20 und führt über Rühlow nach Warlin. Über die verkehrsreiche B 197 zu kommen, ist ein Geduldsspiel. Die Fahrt auf der Straße nach Neuenkirchen ist ebenfalls nicht ungefährlich: viel Verkehr, auch LKWs. Da bin ich froh, als der Weg von der Asphaltpiste endlich nach links abbiegt. Was allerdings nun folgt, kann einem schon den Spaß am Radeln rauben. Bis kurz vor Neubrandenburg geht es nun etwa vier Kilometer auf sandigem, mit runden wie spitzen Steinen gespicktem Untergrund weiter. Man muss höllisch aufpassen. Drei entgegenkommende Autos wirbeln zu allem Überfluss riesige Staubfahnen auf.

Im Fischerhaus in Galenbeck sollte man unbedingt einkehren - ansonsten gibt es kaum mehr Möglichkeiten am Wege.

Nach 70 km Wegstrecke tauchen erste Hochhäuser auf: die Vorboten Neubrandenburgs. Um 15 Uhr sehe ich eine Kirche am Horizont und weitere Hochhäuser. Erst nach einigen Schlenkern erreiche ich hinter einem Bahnübergang wieder Asphalt, aber auch die laute B 197/104. Neben dieser Haupteinfallsstraße geht es nun, zunächst noch abgesetzt im Grünen, stadteinwärts. Hinter der großen Brücke ist dann endlich das Zentrum Neubrandenburgs in Sicht und meine Tagesetappe neigt sich dem Ende entgegen. Als ich gegen 16 Uhr mein Quartier erreiche, stehen 80 km auf dem Tacho. Genug für diesen Tag.

Einfahrt nach Neubrandenburg-Mitte.

Für einen Stadtbummel durch die "Vier-Tore-Stadt" zu Fuß reicht meine Energie trotz der anstrengenden Tagestour noch. Drei der vier Stadttore und die in die Stadtmauer gebauten Häuser, der Marktplatz und der Stadtwall, der Bahnhof und die Innenstadt sind bald abgeklappert. Nahe meines Quartieres im vierten Stock eines typischen DDR-Plattenbaus findet gerade das Katharinenviertel-Fest statt, wo ich diesen Tag ruhig ausklingen lasse.

Neubrandenburg
So ist es auf der Homepage der mit 65.000 Einwohnern drittgrößten Stadt Mecklenburg-Vorpommerns zu lesen: "Mittelalterliche Romantik verspüren Sie bei einem Bummel entlang der fast vollständig erhaltenen ca. 2,5 km langen Stadtmauer mit ihren prächtigen Stadttoren, den Wiekhäusern und dem Mönchenturm. Die Schutzwälle umspannen heute wie ein grüner Gürtel die Stadt. Auch „Die grüne Runde“, eine abenteuerliche Wanderroute durch die schönsten Erholungsgebiete zwischen dem Tollensesee und den Flusslandschaften im Norden der Stadt, wartet nach einem langen Winter auf ihre Entdecker." Quelle und mehr

Die heute als Innenstadt bezeichnete historische Altstadt von Neubrandenburg, die bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts (von wenigen Ausnahmen abgesehen) der gesamten Stadtbevölkerung Wohnraum bot, ist auch heute das kulturelle und touristische Herz Neubrandenburgs. In dem schon im Mittelalter fast kreisrund angelegten Stadtzentrum sind die Straßen in einem rechtwinkligen Muster von Norden nach Süden sowie von Osten nach Westen parallel angeordnet.

Vom einstigen Stadtbild sind heute nur noch die mittelalterliche Wehranlage mit Stadtmauer, vier gotischen Stadttoren und einigen rekonstruierten Wiekhäusern, die ehemalige Klosteranlage mit Klosterkirche St. Johannis, die einstige Hauptpfarrkirche St. Marien (nach dem Wiederaufbau heute als Konzertkirche genutzt), das Schauspielhaus sowie im Süden der Altstadt einige Wohnhäuser erhalten. Der Wieder- oder besser Neuaufbau der Innenstadt seit den 1950er Jahren veränderte das Stadtbild grundlegend. Die meisten Wohngebäude stammen heute aus der Zeit der DDR (Stadthäuser aus den 1950er und 1960er Jahren sowie einige Plattenbauten der 1980er Jahre), wie auch das „Haus der Kultur und Bildung“ (HKB) mit dem stadtbildprägenden Hochhausturm. Nach der Wende wurden nach und nach alle Wohnhäuser von Grund auf saniert. Quelle: Wikipedia

Bootshäuser am Oberbach zum Tollensesee.

Die große Schleife

2. Etappe: Nach Neustrelitz

Morgens um neun Uhr starte ich gen Innenstadt. Auf dem Markt möchte ich mir ein paar Bananen für unterwegs kaufen. Bananen gibt es aber dort nicht, was ich kaum glauben kann. So radle ich nur mit den beiden Brötchen und meinen zehn Müsliriegeln als Proviant an diesem wolkenverhangenen Samstagmorgen durch das Stadttor zum Tollensesee. Die Bootshäuser am Kanal, wo gerade Kanuten trainieren, kenne ich noch aus meiner Kindheit. Sie faszinieren mich die damals.

Ich biege auf den Uferweg rechts, also westlich des bis zu 31 Meter tiefebn und und zehn Kilometer langen Sees ein, der mich nun zunächst auf Asphalt, dann auf einem sandigen Streifen neben der Pflasterstraße und auf Betonplatten, durchs Brodaer Holz nach Alt Rehse führt. Das letzte Stück wird von einer schönen Allee begleitet, die allerdings einige Steigungen aufweist.

Hier im Ort hat während des Dritten Reiches, wie mir ein Einheimischer erzählt, die medizinische Versuchsanstalt der Nationalsozialisten gestanden. Die »Führerschule der Deutschen Ärzteschaft Alt Rehse« wurde von vielen führenden Nationalsozialisten besucht und nahm innerhalb der ärztlichen Fortbildung im »Dritten Reich« eine zentrale Rolle ein. In der Ausstellung »Alt Rehse und der gebrochene Eid des Hippokrates« im Gutshaus wird dokumentiert, in wie weit sich Ärztinnen und Ärzte, aber auch Hebammen, Apotheker und Verwaltungsmitarbeiter in den Dienst des Nationalsozialismus haben stellen lassen oder in die Verbrechen der NS-Diktatur verstrickt sind. Zudem wird auf historische Hintergründe von Eugenik und Euthanasie verwiesen.

Ein Schlossgarten und ein erneuertes Fachwerkhaus unter einem imposanten Baumriesen sowie das Park Café sind Blickfang. Auf dem Gehweg neben der Kopfsteinpflasterstraße radelt es sich ganz gut. Bald ist man gefangen von den prächtigen Kornfeldern, an deren Rain noch Blumen farbenfroh blühen, und dem hügeligen Mecklenburger Land.

In Zippelow fordert ein Schild den Radler wegen einer „schlechten Wegstrecke“ zum Absteigen auf. Es gibt aber keine schlechte Wegstrecke und der Glauben an den Sinn solcher Schilder schwindet bei mir weiter. Ein vergammeltes Mühlrad weist auf die frühere Funktion eines bewohnten Backsteingebäudes hin.  

Das Jagdschloss Prillwitz ist ein ehemaliges großherzogliches Schloss in Prillwitz in der Gemeinde Hohenzieritz im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern. Das Jagdschloss steht am Ufer der Lieps und wird deshalb auch Liepser Schlösschen genannt. Quelle und mehr

 

Die Strecke strengt an, weshalb ich in Prillwitz nach fast 20 km Wegstrecke dem Hinweis zum Landschloss folge. Leider wird gerade renoviert und die Gastronomie hat geschlossen. Vom Schiffsanleger aus kann man als kleine Entschädigung das Treiben auf der Kormoraninsel mit den vom Kot der Vögel weißen und überwiegend wohl abgestorbenen Bäume sehen und hören. Die Insel liegt in der Lieps, einem See, der Teil des Naturschutzgebietes Nonnenhof ist und noch zur Stadt Neubrandenburg gehört. Die Schutzbemühungen gelten hier besonders dem Vogelbrut- und -rastgebiet und der Erhaltung botanischer Raritäten. Durch die regelmäßige Überflutung der Halbinsel Nonnenhof entstanden Sumpf- und Großseggen-Erlenbruchwälder.

Weiter geht die Fahrt berauf-bergab nach Wendfeld. Hier liegt am Ortsende rechter Hand nur etwa 100 Meter von der Straße entfernt ein Gasthaus-Café. Es hat zwar noch geschlossen (ab 12 Uhr auf!), aber die nette Betreiberin gibt mir trotzdem einen Radler und ich kann auch noch meine Feldflasche auffüllen. Ich gebe ihr noch den Tipp, doch auf das Hinweisschild die Entfernung anzugeben, weil viele Radler wohl 100 Meter fahren, aber ohne Entfernungsangabe den Weg auf der Kopfsteinpflasterstraße scheuen dürften.

Über Blumenholz und, nach ein paar Metern neben der B 96, Richtung Blankensee radele ich zügig weiter. Es sieht immer noch nach Regen aus, die Sonne lässt sich fast gar nicht blicken. Windig ist es außerdem, so dass mein E-Bike ganz schön gefordert ist. Bei Neuhof hat man einen schönen Blick auf den Wanzkaer See. Da es gerade mächtig bergab gehe, verpasse ich diesen „Fototermin“ wegen überhöhter Geschwindigkeit. In Blankensee sitzen schon einige Radler im Garten des Gasthofes „Erbkrug“. Ich geselle mich, nachdem fast 40 Kilometer geschafft sind, dazu und esse eine Kleinigkeit: die von der Frau des Hauses selbst gemachte Mecklenburgische Möhrensuppe. Echt zu empfehlen, wie überhaupt die Karte einen tiefen Einblick in die regionale Küche vermittelt.

Nationalpark Müritzsee

Nach dieser „Halbzeit-Pause“ komme ich schnell nach Carpin, wo gerade ein Feuerwehrfest ausgerichtet wird. Der Ort bietet nicht nur ein Restaurant, sondern auch einen Bäcker mit Café. Den einzigen auf der gesamten Tagesetappe (abgesehen vom Start- und Zielort natürlich).

Hinter Carpin passiere ich ein Schild: Eingang zum Nationalpark Müritzsee. Von nun an geht es wieder munter hoch und runter, ein ganzes Stück Weges durch einen malerischen Wald. Bisweilen schimmert ein See durch die Bäume. Nach einer kurzen Betonwegpassage öffnet sich der Blick in Wutschendorf und ein ganzer See wird sichtbar. Allmählich dämmert mir, warum der Mecklenburgische Seen-Radweg seinen Namen trägt. Weitere Belege dafür werden bald folgen.

Im Nationalpark Müritzsee darf sich die Natur nach ihren eigenen Regeln entwickeln. Wälder, Seen und Moore bilden eine atemberaubende Kulisse. Im Nationalpark liegen 107 Seen mit einer Größe über 1 ha. Dazu kommen viele kleinere Gewässer. Mit einer Fläche von 117 km² ist die Müritz der größte See Norddeutschlands. Das Ostufer der Müritz ist in einem 500 m breiten und 10 km langen Abschnitt Teil des Nationalparks. Quelle und mehr

In Wokuhl schwenkt der Radweg um 90 Grad und führt nun stracks in nordwestlicher Richtung auf Neustrelitz zu. Ein nagelneuer Radweg erlaubt zügiges Vorankommen. Wenn man bergab genügend Schwung nimmt, schafft man meistens den nächsten Anstieg problemlos. 

See bei Blumenhagen.

Der Große Fürstenseer See trägt seinen Namen zu recht. Vorbei an der kleinen Kirche fahre ich durch den Ort Fürstensee, wo der Radweg innerörtlich aussetzt. Über 60 Kilometer sind geschafft. Bald taucht rechts ein hoher, schlanker Turm auf: Neustrelitz ist erreicht. Bis zum Zentrum sind es allerdings noch einige Kilometer. Nach fast 70 km ist diese Etappe zuende. Obwohl sie vergleichsweise kurz war, ist der Akku fast leer: Beweis dafür, dass Steigungen und Gegenwind nicht nur den Fahrer viel Kraft gekostet haben.

Am Abend laufe ich die fast drei Kilometer in den nahezu ausgestorbenen Ort. Ein Grieche in der langen Fußgängerstraße, der Strelitzer Straße, mit den Filialen vieler bekannter Ketten sowie ein Italiener am Marktplatz-Kreisel haben geöffnet. Nur in einem durch eine Passage zu erreichenden Einkaufszentrum herrscht munteres Leben. Markant ist der restaurierte Bau einer ehemaligen Kaserne.  

Neustrelitz 
Inmitten der idyllischen Mecklenburgischen Seenplatte, gründeten die Herzöge von Mecklenburg-Strelitz im Jahr 1733 die Residenzstadt Neustrelitz. Die spätbarocke sternförmige Stadtanlage um einen großen quadratischen Marktplatz gilt als einmalig in Europa. Sehenswert ist der Schlossgarten, eine grüne Oase am Rande der Innenstadt, mit einer barocken Mittelachse, zahlreichen Skulpturen und Brunnen, alten Bäumen und romantischen Spazierwegen. Er wurde 1729-31 angelegt und im 19. Jahrhundert nach Plänen von Peter Josef Lenné im englischen Stil erweitert. Quelle und mehr

Teil 2: Neustrelitz-Waren/Müritz - Teil 3

Waren und die Müritz - Havel-Radweg

Etappen

1. Ueckermünde-Neubrandenburg 79 km 
2. Neubrandenburg-Neustrelitz 77 km
3. Neustrelitz-Waren/Müritz bzw. Alt Schloen (Quartier) 101 km
4. Alt Schloen-Plau am See 90 km
5. Plau am See-Ludwigslust 79 km

Radwanderführer

   

 

 

 

Die DVD zur Tour

Link zum YouTube-Video

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Spickzettel
Route:
Mecklenburgischer Seen-Radweg
Start/Ziel dieser Tour: Ueckermünde/Ludwigslust - Gesamtverlauf: Lüneburg bis Wolgast ca. 600 km
Bahnan-/abreise:
Ueckermünde/Ludwigslust
Länge der gefahren Teilstrecke:
415 km; Ueckermünde-Neubrandenburg 80, Neustrelitz + 77, Waren/Müritz + 89 (Quartier Alt Schloen 2 x +12), Plau am See +90, Ludwigslust +79 = gesamt 415 km
Schwierigkeit: erste drei Etappen mittel bis schwer, dann leichter werdend (siehe Bericht) 
Übernachten: Quartiere siehe Bericht(e)
Internet: www.auf-nach-mv.de und Seen-Radweg - inkl. GPS-Daten. - Karte und Höhenmeter hier
Radwanderführer: siehe unten

Mein Video zu dieser Tour bei YouTube

Link-Tipp: Erfahrungsbericht von Martin Taplick

Im Schlossturm von Ueckermünde befindet sich das Haffmuseum, das liebevoll eingerichtet ist. Die Aussichtsetage des Turmes bietet einen reizvollen Rundblick über Stadt und Hafflandschaft. MEHR

Hafenkulisse in Ueckermünde.

Sehenswert: Haffmuseum in Ueckermünde.



Hier leuchtet das Seen-Radweg-Logo in voller Pracht und ist (noch) nicht verblasst wie später oft zu sehen.

Intensive Landwirtschaft bei Friedrichshagen.

Zeckenalarm: Am Fuchsberg ist der Weg manchmal kaum erkennbar.

Feldsteinkirche mit Fachwerkturm in Galenbeck.

Solche Blumenpracht findet man auf Mecklenburgs Kornfeldern noch vielfach.

Radeln auf einer ehemaligen Eisenbahntrasse. 

Hier in Eichhorst scheint der Fortschritt zu lahmen. 

Die hügelige Landschaft ist gut fürs Auge, fordert aber auch viel Kondition vom Fahrer.

An dieser Schrenke endet endlich der Sandweg von Warlin nach Neubrandenburg  

Kontraste: Kirche und Plattenbauten im Katharinenviertel.

In die Stadtmauer sind Häuser direkt hinein gebaut.

Eines der vier prächtigen Stadttore Neubrandenburgs.

Das höchste Haus der Stadt am Marktplatz.

Alt Rehse am Tollensesee: Eine der vielen schönen Alleen Mecklenburgs.

Dorfidyll in Neu Wustrow.

Vielfach radelt man durch solche Sumpf- und Moorgebiete.

Die Kormoraninsel in Prillwitz.

Bootsanleger am Großen Fürstenberger See.

Die Stadtkirche auf dem Marktplatz von Neustrelitz.

Fast menschenleere Stadt - es ist gegen 19 Uhr.

Für Ausflüge innerhalb der Mecklenburgischen Seenplatte eignet sich die gleichnamige BVA-Radwanderkarte (siehe unten):




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