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Autor: Dieter Hurcks Copyright 5/2009

Seen, Kanäle, schöne Alleen - und Ruhe 
Mecklenburg per Fahrrad entdecken: Von Hannover über Uelzen und Lauenburg zum Schaalsee und zum Schweriner See - Teil 2
Teil 3
- Teil 4 - Karte MVP

Einträge für
Zimmervermieter

Quartiere an
Fernradwegen in
Deutschland

Mecklenburgs Natur
per Rad entdecken (1)  

Eine Radtour von Hannover über Uelzen, Lauenburg und Zarrentin zum Schweriner See

Idyllische Seen, verbunden durch Kanäle, auf denen die Boote der Freizeitkapitäne dahintuckern; dazu schattige Alleen entlang von Straßen und Wegen, leicht hügeliges Land, Natur pur und vor allem: Ruhe - das alles und viel mehr bietet die weitläufige Seenlandschaft nördlich der Elbe. Grund genug, über Himmelfahrt diese Region mit dem Fahrrad zu erkunden.

Anreise durch die Lüneburger Heide  
Schon die Anfahrt aus Richtung Hannover (Startort: Burgdorf) zu unserem ersten Zwischenziel Uelzen bietet dem Radler echten Genuss. Man kann kann sich gut am Fernradweg Hannover-Lüneburg orientieren, der hinter Celle durch den Naturpark Südheide führt, allerdings nicht immer gut nachvollziehbar beschildert ist. Aber Karte und Kompass hat ein passionierter Tourenradler ja eh dabei. Und wie sagte schon Hermann Löns: Die schönsten Stelle findet man, wenn man sich Verlaufen resp. als Radler verfahren hat. Stimmt!

So radeln wir also in Horchweite der Eisenbahnstrecke Celle-Hamburg durch die Heide, meistens über passabel befahrbare Waldwege und ohne nennenswerte Steigungen, durch Hösseringen mit seinem besuchenswerten Museum bis Unterlüß. Am Bahnhof gibt es einen Griechen, wo sich trefflich pausieren lässt. Weiter geht es vorbei am Hardausee (ebenfalls mit einer schönen Einkehrmöglichkeit) nach Suderburg. Achtung: Direkt hinterm See rechts abbiegen (ein Schild konnten wir dort nicht entdecken)!

Von Suderburg erreichen wir Holdenstedt mit seinem Schloss und bald darauf Uelzen und - nach 105 km - unser Quartier in Groß Liedern, etwa drei Kilometer außerhalb der Stadt. Im Restaurant am Sportboothafen gibt es Gutes zu essen, und zwar zu zivilen Preisen. Klar, dass abends noch eine Radrunde durch die Uelzener Altstadt gedreht wurde - einschließlich einem Besuch des Hundertwasser-Bahnhofs. Video bei Youtube

Interessant ist auch ein Besuch der Uelzener Schleuse.

ESK - der Elbe-Seiten-Kanal
Von Groß Liedern aus, wo es übrigens mehrere Quartiere gibt, biegen wir am zweiten Radeltag gleich in die Straße nach Oldenstadt ein und radeln geruhsam über Ripdorf nach Walmsdorf, ab dort rechtsseitig ein Stück entlang des Elbe-Seiten-Kanals, kurz: ESK, und dann über Jasdorf nach Bad Bevensen. Da wir später noch ein langes Stück am Kanal langfahren werden, wollten wir immer mal für etwas Abwechslungs durch Abstecher landeinwärts sorgen, was allerdings mit erhöhtem Kraftaufwand beim Bewältigen diverser Steigungen zu erkaufen ist, aber durch idyllische Dörfer und nahezu unberührte Natur belohnt wird.

Bei Wikipedia heißt es: Der Elbe-Seitenkanal (ESK) ist ein 115,2 Kilometer langer Schifffahrtskanal zwischen dem Mittellandkanal bei Edesbüttel, westlich von Wolfsburg, und der Elbe bei Artlenburg. Er wurde nach achtjähriger Bauzeit 1976 eröffnet.
Sein Hauptzweck besteht darin, die Elbe zwischen Hamburg und Magdeburg mit ihren Niedrigwasserperioden zu umgehen. Zu Zeiten der Deutschen Teilung diente er auch dazu, das Territorium der Deutschen Demokratischen Republik, von Schnackenburg bis zum Mittellandkanal, zu umfahren. ...
Am 18. Juli 1976 kam es wenige Wochen nach Eröffnung des Kanals zu einem Dammbruch bei Lüneburg. Der Kanal brach an einer Unterführung in der Gemeinde Adendorf im Ortsteil Erbstorf. Über fünf Millionen Kubikmeter Wasser überfluteten das Umland. mehr

Wir durchqueren Bad Bevensen, eine lebendige kleine Stadt direkt am ESK, die seit 1975 als Heilbad anerkannt ist. Im Ortsteil Medingen wurde bereits 1336, als Bevensen noch ein kleiner Marktflecken an der Ilmenau war, ein Zisterzienser-Frauenkloster im angesiedelt.

Hinter Hohnsdorf stoßen wir wieder auf den ESK und radeln nun immer schnurstracks am Wasser entlang. Die Zahl der uns begegnenden Schiffe ist zahlenmäßig eng begrenzt - sprich: wenig los auf dem Wasser -, so dass erst das riesige Schiffshebewerk in Scharnebeck wieder für Abwechslung sorgt.

Das Schiffshebewerk Scharnebeck bietet ein sehenswertes technisches Schauspiel. Es ist wohl für jeden Zuschauer ein imposantes Erlebnis, wenn direkt vor der eigenen Nase Schiffe in diesem riesigen Fahrstuhl über eine Höhe von 38 Metern befördert werden. Das Senkrechtschiffshebewerk wurde 1974 als das größte der Welt erbaut. Da die Schiffe inzwischen immer größer geworden sind, soll (Stand: 2015) eine größere Anlage gebaut werden. mehr 

Nun ist es nicht mehr allzu weit nach Lauenburg, dessen Altstadt an der Elbe ein wirklich sehenswertes Ensemble bildet. Auch das Schloss in der Oberstadt ist einen Besuch wert. Auf jeden Fall sollte man sich die zeit nehmen, bei einem der örtlichen Lokale mit Biergarten Halt zu machen und die langsam dahin fließende Elbe auf sich wirken zu lassen.

Wir haben gelegentlich die Niedersächsische Spargelstraße und die Niedersächsische Mühlenstraße tangiert, ehe wir ab Lauenburg ein Stück auf der "Alten Salzstraße" und entlang des Elbe-Lübeck-Kanals fahren. Unser Tagesziel heißt Zarrentin am Schaalsee.

Ehemalige deutsch-deutsche Grenze
Um aus der der ehemaligen Grenzstadt Lauenburg herauszufinden, bedarf es anscheinend hellseherischer Fähigkeiten. Schilder nach "Büchen" weisen in gegensätzliche Richtungen, unter einer Brücke endet der Weg vor einem riesigen Kieshaufen, ein anderes weist auf einen Radweg, der nach 50 Metern im Grünstreifen endet - Chaos pur. Und rundherum lärmende LKW, die nur knapp an einem vorbeidonnern. Endlich finden wir die Ausfahrt nach Lanze und sind froh, dass nun wieder Ruhe herrscht.

Bei Zweedorf verlassen wir den Kanal und orientieren uns nun am "Radfernweg ehemalige deutsch-deutsche Grenze", dessen Beschilderung uns allerdings manche Rätsel aufgab. Von der Grenze ist eh nichts mehr zu sehen, mit Ausnahme eines kleinen Freilichtmuseums in Leisterförde. Youtube-Video

Kurz darauf überqueren wir die Autobahn 24 am ehemaligen Kontrollpunkt Zarrentin. Die Reichsautobahn Hamburg–Berlin befand sich schon in den 1930er-Jahren in Planung. Die Transitautobahn wurde schließlich am 20. November 1982 dem Verkehr übergeben. mehr

Anschließend führt die Route über einen geschotterten Sandweg, der sehr schlecht zu befahren ist und viel Kraft kostet.

Schon früh gegen 16 Uhr erreichen wir unser Tagesziel Zarrentin am Schaalsee. Der Ort lag im Grenzsperrbezirk. Das von der letzten DDR-Regierung beschlossene Großschutzgebiet "Naturpark Schaalsee" bildet die Grundlage, dass Zarrentin mit seinen nahezu unberührten Naturgebieten heute ein attraktives Naherholungsgebiet anbieten kann, wo Ruhe suchende Urlauber bestens aufgehoben sind - es sei denn, es rumpelt gerade ein LKW über die Kopfsteinpflasterstraße.
Der Schaalsee ist übrigens mit über 71 m der tiefste Klarwassersee Norddeutschlands und darf nur von Elektrobooten und motorlosen Schiffen befahren werden.

Durch den Schaalsee verläuft die Grenze zwischen den Bundesländern Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Vor dem Fall der innerdeutschen Grenze war das die Grenze zwischen der DDR und der BRD. Die Westseite des Schaalsees wurde schon 1960 als Naturpark „Lauenburgische Seen“ unter Schutz gestellt. Quelle

Geschichte des Biosphärenreservates Schaalsee

Laut Wikipedia lag beim heutigen Zarrentin im 11. Jahrhundert "die slawische Siedlung „Zarnethin“. Der Name könnte übersetzt heißen „Ort des Bösen“ oder „Ort des Schwarzen“ und deutet auf eine Kultstätte hin." Und weiter: "Um 1250 wurde das Zisterzienserinnenkloster gegründet. Die Pfarrkirche wurde Klosterkirche. 1460 wurde unter Verwendung von Teilen der alten Kirche mit Ablassmitteln das heutige gotische Langhaus errichtet." Kirche und Konventsgebäude beherrschen die Anhöhe über dem Schaalsee.

Trailer bei YouTube

Zum Weiterlesen
Biosphärenreservat Schaalsee
 
Zarrentin bei Wikipedia 
Homepage Zarrentin


Teil 2:  Von Zarrentin zum Schweriner See

Teil 3: Schwerin und der Schweriner See

Teil 4:  Vom Schweriner See nach Ludwigslust


Literatur  

Fahrradkarten und Radreiseführer Schaalsee / Seenplatte

  



Etappen  
Tag 1: Von Burgdorf nach Uelzen 105 km
Tag 2: Von Uelzen nach Zarrentin 104 km
Tag 3: Von Zarrentin nach Flessenow am Schweriner See 88 km
Tag 4: Von Flessenow nach Ludwigslust 65 km
gesamte Tour: 362 km
Bahnrückreise per Wochenendticket über Stendal nach Lehrte

   

Weitere Radelbücher und Karten hier

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Am Elbeseitenkanal bei Lüneburg.

Schild zum Radfernweg ehem. deutsch-deutsche Grenze bei Leisterförde.

Metallgitterzaun im Grenzmuseum Leisterförde.

Idyll am Schaalsee.



Reetgedecktes Bootshaus am Schaalsee in Zarrentin.



Blick vom "Aussichtsturm" über den See.

Ehemaliges Zisterzienserkloster Zarrentin.

Bürgermeisteramt Zarrentin.



Blick auf den Zarrentiner Bootshafen.

Umweltstation Paalhus in Zarrentin.

DVD zur Mecklenburg-
Radtour

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