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Autor: Dieter Hurcks Copyright 5/2009

Die Weingegend 
Der Mainradweg bietet nicht nur naturnahes Radeln, sondern auch viele kulturelle Höhepunkte. Teil 4 beschreibt die Route von Volkach nach Karlstadt - Mainradweg auf DVD - Teil 5 - Teil 3

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Mainradweg (4) - von
Volkach nach Karlstadt 

Von Volkach führt diese Etappe über das an der Romantischen Straße gelegene Ochsenfurt nach Würzburg und weiter zu unserem Tagesziel Karstadt.

Von Volkach nach Karlstadt 
Der Abend beim Winzer wird feuchtfröhlich, sogar eine gebürtige Hannoveranerin sitzt mit am Tisch, die nun „sehr gerne“ in Franken lebt. So kommen interessante Gespräche zustande, die erst gegen Mitternacht enden. Und der Frankenwein mundet uns ganz hervorragend. Als Spezialität der Region gibt es es Spargel mit fränkischer Bratwurst – für uns Zwei von der Niedersächsischen Spargelstraße ein Widerspruch in sich. Schmeckt aber trotzdem nicht schlecht ...

Der nächste Morgen: Gegen 9.15 Uhr sitzen wir auf dem Sattel und rollen am Mainkanal entlang gen Schwarzach und weiter in den Weinort Dettelbach, den wir durchs Faltertor betreten. Sehenswert ist auch das Rathaus dieses regionstypischen Ortes, das dem von Volkach nicht unähnlich sieht.

Auf der Homepage von Dettelbach heißt es: "Die fast vollständig erhaltene Stadtmauer mit ihren 30 Türmen und zwei Ausfalltoren, die mitten in der Altstadt gelegene Stadtpfarrkirche St. Augustinus, die wegen ihrer ungleichen Türme ein weithin sichtbares Wahrzeichen Dettelbachs darstellt, laden zum Bummeln ein. Über dem Bach Dettel steht unser spätgotisches Rathaus. Mit seiner doppelläufigen Freitreppe gehört es zweifelsfrei zu den schönsten Profanbauwerken in Franken. In den Gassen findet man zahlreiche malerische Fachwerkhäuser aus verschiedenen Zeitepochen.

Nur 10 Gehminuten von der Altstadt entfernt steht die Wallfahrtskirche Maria im Sand, ein europaweit bekanntes Bauwerk der Spätgotik und Renaissance. Die 'Muskatzinen', ein würziges Backwerk, das es nur in Dettelbach gibt, wurde extra für die Wallfahrer kreiert." Quelle: www.dettelbach.de 

Vorbei am Schloss Ebrader Hof in Mainstockheim, heute ein Seniorenheim, geht die Fahrt flott weiter bis Kitzingen mit seinem mächtigen Turm und der gelbweiß getünchte Evang.-Luth. Stadtkirche. Diese entstand im 17. Jh. als Klosterkirche eines Ursulinerinnenklosters. Während der Napoleonischen Kriege diente sie als Heulager und Lazarett. Das stattliche Rathaus von Kitzingen mit seinen Renaissancegiebeln stammt aus dem Jahr 1563.

Über die Mainbrücke wechseln wir das Ufer. Die Brücke wurde um das Jahr 1300 erstmals urkundlich erwähnt, als sie an die Stelle einer Fähre trat. Die ursprüngliche Konstruktion mit zwölf Bögen musste 1955 einer schifffahrtsgerechten Lösung weichen.

Nach den teilweise recht anstrengenden Etappen der ersten Tage entwickelte sich diese vierte Radeletappe zu einem Erholungstrip. Wunderbare, fast durchweg asphaltierte und breite Radwege parallel zum Ufer erlaubten ein schnelles Fortkommen. Wegen der dichten Uferbepflanzung ist dennoch der Main nur gelegentlich zu sehen. Riesige Schwärme von Pappelsamen setzen sich in Gesicht und Augen fest. Es kribbelt überall.

In Marktsteft entdecken wir Bayerns ältesten Hafen von 1629, ehe wir über das ebenfalls ansprechende Marktbreit mit seinem „Malerwinkel“ nach 40 km Radelstrecke die Romantik-Stadt Ochsenfurt mit ihrem berühmten Rathaus erreichen.

Auf der Homepage der Kleinstadt Marktbreit heißt es: "Maler aus nah und fern entdeckten zu Beginn des 20. Jahrhunderts den Reiz dieses Ensembles. Es gibt heute kaum einen Führer Frankens, in dem dieses Bilderbuchblatt fränkischer Kulturlandschaft nicht abgebildet wäre."



Rathaus von Ochsenfurt

Romantisches Ochsenfurt 
„Die historische Altstadt besitzt eine nahezu vollständig erhaltene, mittelalterliche Befestigungsanlage mit zahlreichen Toren und Türmen. Markante Einzelsehenswürdigkeiten sind das gotische Rathaus mit seiner kunstvollen Figurenuhr und dem Narrenhäuschen, das Alte Rathaus mit Pranger, das ehemalige Domkapitel'sche Palatium, das Bollwerk mit Freilichtschmiede, die schmucken Fachwerkhäuser, die Stadtpfarrkirche St. Andreas mit Riemenschneiderfigur und natürlich das Heimatmuseum im Schlösschen sowie das Trachtenmuseum im Greisingshaus, in dem die prunkvolle Ochsenfurter Gautracht in all ihren Variationen zu bewundern ist.“ Quelle: www.ochsenfurt.com 

Das in unserem Radwanderführer angekündigte und mit Spannung erwartete Schauspiel der sich bekämpfenden Ochsen am Uhr-Erker findet um 13 Uhr zu unserem Erstaunen nicht statt. Beim Hotel zum Schmied genehmigen wir uns einen Kaffe und ein kleines Mittagsmahl, ehe wir zur Tour gen Würzburg aufbrechen. Dabei stellte sich die interessante Frage, ob wir über Winterhausen oder über Sommerhausen fahren sollten. Wir nahmen beide Orte mit, indem wir die sie verbindende Mainbrücke benutzten. So fuhren wir dann rechtsmainisch über Eibelstadt und den mittelalterlichen „Premium Weinort“ Randersacker nach Würzburg hinein, dessen Festung schon von weit her sichtbar war...

Großstadtlärm in Würzburg
Nach dem überwiegend ruhigen Vormittag ist so eine große Stadt immer ein „Schlag ins Kontor“, vor allem an einem Sonnabend. Aus ist es mit der Stille, Lärm und Hektik dominieren, so dass wir rasch die obligatorischen Sehenswürdigkeiten abhaken, einige Fotos schießen und uns auf dem Markt mit Reiseproviant versorgen und die Stadt schnell wieder verlassen.

Zum Übernachten wollten wir uns einen ruhigeren Ort suchen und rollten so gemütlich bei etwa 25 Grad und leichtem Rückenwind am Main entlang über Zellingen nach Karlstadt. 

Unterwegs passierten wir Himmelstadt. Dort ist am Mainufer eine Ausstellung mit Briefmarken zu bewundern. Dieser Ort gehört zu jenen, die zur Weihnachtszeit von Tausenden Kindern Post bekommen, die an Christkind, Nikolaus oder Weihnachtsmann adressiert ist. Und Himmelstadt bietet noch eine Besonderheit. Der Ort mit seinen nur ca. 1750 Einwohnern ist als einziger im Landkreis Main-Spessart (ohne Eingemeindungen) rechts und links des Mains ansässig. Quelle: www.himmelstadt.de/ 

In Karlstadt fanden wir unterhalb der Ruine Karlburg fanden wir auf Anhieb ein Quartier, dessen Adresse und zwei junge Damen bei der Pause in Zellingen verraten hatte. Und Frau Kraft hatte tatsächlich noch ein Zimmer frei. So kam die eingesparte Zeit für die Zimmersuche unserem Rundgang durch Karlstadt zugute, das wir über die Mainbrücke in wenigen Minuten erreichten und wo wir einen gemütlichen Abend verbrachten. Dabei haben wir von der Mainbrücke aus einen schönen Blick auf die Rossmühle und den Oberen Torturm.

Sehenswertes Karlstadt
In Karlstadt hat sich "nahezu unverändert der Mustergrundriss einer stauferzeitlichen Stadt erhalten, deren Glanzpunkte die romanisch-gotische Stadtpfarrkirche, das Rathaus von 1422, die Tore und Türme der Stadtbefestigung und die behäbigen Bürgerhäuser mit ihren oft aufwendigen Fachwerkfassaden bilden.

Eingewoben in einem Kreis von Sagen und Legenden aus den Anfängen würzburgisch-fränkischer Geschichte, überragt die Ruine der Karlsburg jenseits des Mains das Auf und Ab der gestaffelten Giebel." 

Markantestes Bauwerk ist der Obere Torturm von ca. 1350. Er "bildet den südlichen Zugang zur Stadt und war bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts Sitz des Stadttürmers. Im Volksmund heißt er 'Katzenturm', seit der letzte Türmer beim Heraufziehen von Brennholz einen Fall aus dem vorletzten Stockwerk auf einen großen Reisighaufen in der Hauptstraße wie eine Katze unbeschadet überstand." Quelle: www.karlstadt.de 

Teil 1: Von Bayreuth nach Kulmbach

Teil 2: Von Kulmbach nach Bamberg

Teil 3: Von Bamberg nach Volkach

Teil 5: Von Karlstadt nach Aschaffenburg


Literatur  
Radwanderführer Bikeline "Main-Radweg" oder BVA-Spiralo, der besser zu handhaben ist, weil man nicht so oft umblättern muss.

 

Zum Weiterlesen
http://de.wikipedia.org/wiki/Main 


Etappen  
Bahnanreise von Hannover nach Bayreuth
Tag 1: Von Bayreuth über Bischofsgrün nach Kulmbach 76 km
Tag 2: Von Kulmbach nach Bamberg 91 km
Tag 3: Von Bamberg nach Volkach 95 km
Tag 4: Von Volkach nach Karlstadt 92 km
Tag 5: Von Karlstadt nach Miltenberg 110 km  
Tag 6: Von Miltenberg nach Aschaffenburg 46 km

gesamte Tour: 510 km


Radelbücher und Karten hier


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Der Mainkanal bei Volkach.

Das Faltertor in Dettelbach.

Rathaus von Dettelbach.

"Neugierige" Hütte im Weinort Mainstockheim. Anlässlich eines Grunderwerbs des Ebracher Klosters wurde der Ort 1140 erstmals erwähnt.

Marktplatz in Kitzingen.

Blick auf Kitzingen über den Main. 

Der "Malerwinkel": Häuser in Marktbreit.

Der Würzburger Dom.

Hier, bei Zell, hat sich der Main tief in den Spessart hinein gefressen.

Himmelstadt ist zu Weihnachten häufig Adresse von Kinderpost.



Blick auf Karlstadt.

Skulptur in der Maingasse im sehenswerten Städtchen Karlstadt.

Das Rathaus von Karlstadt.