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Autor: Dieter Hurcks Copyright 5/2009

524 km Radelspaß pur 
Der Mainradweg bietet nicht nur naturnahes Radeln, sondern auch viele kulturelle Höhepunkte. Teil 1 beschreibt die Route von Bayreuth nach Bischofsgrün und hinunter nach Kulmbach - Mainradweg auf DVD - Trailer bei YouTube - Teil 2 - Teil 3

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Quartiere an
Fernradwegen in
Deutschland

Mainradweg (1) - von
Bayreuth nach Kulmbach 

Der Main ist mit 524 km Flussstrecke der längste rechte Nebenfluss des Rheins. Er entsteht aus den bei Kulmbach vereinigten Zuflüssen Roter Main und Weißer Main. Der Main fließt in großen Schlingungen von Ost nach West durch Bayern und Hessen und mündet gegenüber der Mainzer Altstadt in den Rhein. Eine Radtour lohnt nicht nur wegen der abwechslungsreichen Landschaften, sondern auch wegen der kulturellen Schätze, die die kleinen und großen Städte entlang der Route beherbergen. Im Bereich der Stadt Wertheim bildet der Main auf rund 25 Kilometer Länge die Grenze zwischen den Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg.



Die Wagnerstadt Bayreuth
 
Die Anreise zum Ausgangspunkt unserer Reise, der Wagner-Stadt Bayreuth, gestaltete sich zwar etwas beschwerlich. Sie führte uns per Bahn von Hannover über Göttingen und dann durch die grüne Mitte Deutschlands – durch Thüringen. Nach gut acht Stunden und fünfmaligem Umsteigen erreichten wir gegen 17 Uhr Bayreuth, das am Roten Main liegt, dem südlichen der beiden Quellflüsse.

Unsere vorgebuchte Pension liegt direkt neben der für ihr Weißbier bekannten Maisel-Brauerei. Bis in die Innenstadt von Bayreuth sind es nur wenige Gehminuten, so dass die Räder an diesem Tag stehen bleiben. Der Stadtrundgang führt uns zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten, unter anderem dem prächtigen barocken Hofgarten, der unter den Gartenanlagen des 18. Jahrhunderts eine Sonderstellung einnimmt, und dem angrenzenden Residenzplatz.

Für den ersten Radeltag, der uns zunächst auf dem anscheinend nicht ausgeschilderten Radweg Bayreuth-Zittau an den Weißen Main und nach Bischofsgrün führt, haben wir uns als Auftakt den Besuch des Wagner-Hauses „Wahnfried“, neben dem der Komponist begraben liegt, und der Oper aufgespart, die normalerweise ab 9 Uhr geöffnet hat. Leider war das an diesem Tag nicht der Fall, aber immerhin stand noch das Wagner-Haus für ein Foto zur Verfügung.

Ins Fichtelgebirge 
Da wir unbedingt am dritten Tag in Bamberg übernachten wollen, haben wir die Route dieses ersten Tages, dem ersten Mittwoch im Mai 2009, so gelegt, dass wir erst am Nachmittag in Kulmbach ankommen. Zunächst folgen wir ein Stück dem Roten Main. Irgendwo verlieren wir den beschilderten Weg nach Laineck und haben Probleme, die „Ausflugschneise“ gen Fichtelgebirge zu finden. Sie führt neben der B 2 nach Bindlach und von dort über Goldkronach nach Bad Berneck.

Der Tag beginnt regnerisch. Und auch die Topografie hat sich gegen uns verschworen. Wir sind halt im Fichtelgebirge, und da ist bisweilen Klettern angesagt. Ab Bindlach folgen wir dem Straßenwegweiser nach Allersdorf. Eine lange Steigung führt hinauf zum Flughafen, ehe wir nach Dressendorf in flotter Fahrt „hinabfliegen“. Gegen 11 Uhr pausieren wir nach 19 km Fahrstrecke beim Bäcker im schmucken Ort Goldkronach, dessen sich in Privatbesitz befindliches Schloss allerdings nur von Ferne anzuschauen ist.

Bald erreichen wir, frisch gestärkt mit Kaffee und Kuchen, die ehemalige Eisenbahntrasse neben der B 303, die uns über rund 10 km hinauf in das Wintersportzentrum Bischofsgrün führt. Vier Feuersalamander haben uns wohl dank ihrer auffällig gelben Zeichnung überlebt – sie saßen auch auf dem Rückweg noch unbeirrt auf dem Radweg. Dieser führt direkt am Weißen Main entlang, so dass ständig das Rauschen des Baches zu hören ist – meist sogar lauter als der Verkehrslärm von der parallel verlaufenden Bundesstraße.

Der letzte Kilometer nach Bischofsgrün, am Fuße des 1024 m hohen Ochsenkopfes auf 766 m Meereshöhe gelegen, führt steil aufwärts, so dass ich absteige und schiebe, um Kraft zu sparen. Oben weht ein kalter, böiger Wind, so dass wir uns nicht lange in dem bekannten Schneeparadies aufhalten. Die Rückfahrt gestaltet sich nicht so angenehm wie gedacht. Es ist tierisch kalt – Schafskälte? Schneit es gleich? Jedenfalls bin ich froh, dass ich meine dicken Handschuhe mitgenommen habe.

Bis Bad Berneck rollt es sich fabelhaft. Natürlich besuchen wir den historischen Marktplatz dieser schmucken Stadt mit ihren vielen Fachwerkhäusern.

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Bischofsgrün: Eingerahmt von den beiden höchsten Erhebungen Nordbayerns, dem Schneeberg (1053 m) und dem Ochsenkopf (1024 m) bietet der bekannte Fremdenverkehrs- und Wintersportort in 680 m Höhe Urlaub zu jeder Jahreszeit.
Quelle: www.bischofsgruen.de/ 

Bad Berneck: Die bekannteste Ansicht Bad Bernecks bietet sich vom Marktplatz hinauf zum Schlossturm. Auf dem heutigen Schlossberg wurde um 1150 die Walpoten-Burg errichtet, deren Gesamtanlage noch heute deutlich zu erkennen ist. Um den Steilhang im Süden führten zwei Wallgräben, die Mitte des 19. Jahrhunderts aufgefüllt, mit Flieder umpflanzt und in Terrassenwege verwandelt wurden.
Quelle: http://bad-berneck.de/ 

Neuenmarkt: Im Oktober 1977 wurden die letzten Dampflokomotiven aufs Abstellgleis geschoben. Das Zeitalter der „Schwarzen Giganten der Schiene“ ging zu Ende. Der Abschied von den alten Dampfrössern war zugleich die Geburtsstunde des Deutschen Dampflokomotiv-Museums in Neuenmarkt. Hier, am Fuße von Europas erster Eisenbahnsteilstrecke, der „Schiefen Ebene“, entstand das größte und bedeutendste Spezialmuseum seiner Art in der Bundesrepublik Deutschland.

Kernstück dieser Einrichtung ist ein 15-ständiger Lokschuppen mit dazugehöriger Segmentdrehscheibe des 1975 aufgelösten Bahn-Betriebswerkes Neuenmarkt-Wirsberg. Mehr als 30 Dampflokomotiven werden im Museum der Nachwelt erhalten.
Quelle: www.dampflokmuseum.de 

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Gegen den Wind nach Kulmbach 
Von Bad Berneck schwenkt der Weg immer weiter westwärts. Der starke Wind behindert unsere Fahrt merklich. Über Himmelkron und Neuenmarkt, wo wir einen Abstecher zum Dampflokmuseum unternehmen, radeln wir gen Kulmbach. Gegen 17 Uhr quartieren wir uns in der Edelherbklause ein. Erst später erfahre ich, dass es sich dabei um eine „Premiere Raucherkneipe“ handelt. Für einen Nichtraucher schon problematisch. Aber was soll's.

Nach dem abendlichen Rundgang durch die vielen verwinkelten Gassen von Kulmbach und dem steilen Anstieg hinauf zur Plassenburg haben wir die notwendige Bettschwere, um alle Unannehmlichkleiten geflissentlich zu übersehen. Morgen soll endlich wieder die Sonne scheinen und das Thermometer merklich steigen.

Kulmbach: Hinter den Mauern der Plassenburg wartet die gesamte Weltgeschichte: Vier Museen (ent)führen die Besucher mitten hinein in historische Schlachten, prachtvolle Goldkammern und markgräfliche Gemächer.
Das Deutsche Zinnfigurenmuseum auf der Plassenburg ist das größte der Welt: 300.000 Einzelfiguren stellen in 150 Dioramen die Geschichte der Menschheit nach. Quelle: www.kulmbach.de 


Teil 2: Von Kulmbach nach Bamberg

Teil 3: Von Bamberg nach Volkach

Teil 4: Von Volkach nach Karlstadt

Teil 5: Von Karlstadt nach Aschaffenburg


Radwanderführer
Radwanderführer Bikeline "Main-Radweg" oder BVA-Spiralo, der besser zu handhaben ist, weil man nicht so oft umblättern muss.

 

Zum Weiterlesen
http://de.wikipedia.org/wiki/Main 
http://www.mainradweg.com/


Etappen
  
Bahnanreise von Hannover nach Bayreuth
Tag 1: Von Bayreuth über Bischofsgrün nach Kulmbach 76 km
Tag 2: Von Kulmbach nach Bamberg 91 km
Tag 3: Von Bamberg nach Volkach 95 km
Tag 4: Von Volkach nach Karlstadt 92 km
Tag 5: Von Karlstadt nach Miltenberg 110 km  
Tag 6: Von Miltenberg nach Aschaffenburg 46 km

gesamte Tour: 510 km

DVD zum Fränkischen Rad-Achter - Bericht


Weitere Radelbücher und Karten hier

 

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Spickzettel
Route:
Main-Radweg (Teilstrecke 510 km)
Start/Ziel:
Bayreuth-Bischofsgrün/ Ochsenkopf -Aschaffenburg (Mainz) 
Bahnanreise:
Bayreuth
Länge:
600 km; Entfernungen
Schwierigkeit: im oberen Teil mittel, im unteren Teil leicht (siehe Bericht) 
Übernachten: Quartiere siehe Bericht(e)
Internet: offizielle Homepage
Radwanderführer: siehe unten



Blumenpracht vor dem Alten Schloss in Bayreuth.

Garten des Neuen Schlosses in Bayreuth.

Haus Wahnfried in Bayreuth.



Die Maisel-Brauerei in Bayreuth.

Auf einer ehemaligen Bahntrasse kann man entlang des Weißmains nach Bischofsgrün recht komfortabel hinaufradeln.

Malerisches Bad Berneck.

Die Kulmbacher Altstadt frisch herausgeputzt. 

Ein Aufstieg zur Kulmbacher Plassenburg wird mit einer schönen Aussicht belohnt.



Blick über Kulmbach.

Mainkilometer Null am Zusammenfluss von Weißem und Rotem Main bei Kulmbach.

Am 9. Mai 2009 wurde die neue Brücke über den Mainzusammenfluss eingeweiht.




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