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Autor: Dieter Hurcks Copyright 7/2013

Radeln im gastfreundlichen Frankenland. 
Der Fränkische Rad-Achter verläuft an Main und Tauber sowie im Odenwald und hat eine Gesamtlänge ohne Varianten oder Abkürzungen von rund 400 km. Er bietet sowohl sportliche als auch geruhsame Passagen, aber jede Menge kultureller Höhepunkte und Natur pur. Teil 2 - Teil 3

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Zimmervermieter

Quartiere an
Fernradwegen in
Deutschland

Radeln an Main und Tauber:
Fränkischer Rad-Achter (1)

Von Gemünden nach Rothenburg o. d. T.
 
Die Form einer Acht mit einem langen, vom Tauber-Radweg gebildeten Mittelstück, hat der Fränkische Radachter, der Main, Tauber und das Madonnenländchen im Odenwald erschließt. Wer aus Norden mit dem PKW anreist, gelangt über die A7 ziemlich schnell nach Gemünden am Main. Dort haben wir unser Auto auf dem Parkplatz neben Mainbrücke und Sportgelände abgestellt und die Räder „gesattelt“. Ein kostenlos nutzbares WC-Häuschen ermöglicht, sich ein wenig zu erfrischen. Toller Service! Kurz nach 13 Uhr geht es dann endlich los auf die erste Etappe Richtung Würzburg.

In Gemünden am Main wird Anfang Juli das Kirchweihfest begangen, so dass dann in der Kleinstadt einiges los ist. In der Drei-Flüsse-Stadt mit knapp 17.000 Einwohnern treffen sich die Radler auf Main-Radweg, Rhön-Sinntal-Radweg und Wern-Radweg (einige Kilometer südlich in Wernfeld). Zentrum der nach den Kriegszerstörungen wiederaufgebauten Altstadt ist der Marktplatz mit einer Reihe von Cafés und Restaurants, neuem Rathaus, erneuertem Marktbrunnen und wiederaufgebauter Stadtpfarrkirche St. Peter und Paul; in der Obertorstraße gibt es noch vereinzelte Fachwerkhäuser.

Unter der Bahnstrecke hindurch erreichen wir den Main-Radweg, der hier ein Teilstück des 235 km langen Ostrings bildet. In der anderen Richung ist er zwischen Wertheim und  Miltenberg Teil des 165 km langen, aber steigungsreicheren Westrings, der u.a. durch den Odenwald führt.

Übernachten am Fränkischen Rad-Achter 

1. Tag: Gemünden-Eibelstadt 60 km

Nach längerem Tüfteln haben wir uns für diese Richtung entschieden, da in diesem Falle die attraktivsten Städtchen in Tagesetappen-Weite auseinander liegen. Ab Gemünden am Main verläuft der Rad-Achter auf dem Main-Radweg, den ich schon vor vier Jahren von Bayreuth nach Aschaffenburg geradelt bin - ausführlicher Reisebericht hier. Neben der lauten Eisenbahnstrecke, auf der uns viele ratternde Güterzüge passierten, rollen wir auf ebener, durchweg asphaltierter Piste vorbei an Wernfeld ins vieltürmige Karlstadt

Gäste finden mit Karlstadt einen Ort, an dem man Geschichte noch flächendeckend erleben kann. So verwundert es kaum, dass das Bauensemble der 800 Jahre alten Altstadt Geschichts- und Architekturinteressierte sowie Jung und Alt gleichermaßen in seinen Bann zieht: Der Mustergrundriss der Stadt ist seit der Stauferzeit nämlich nahezu unverändert geblieben. Highlights der historischen Altstadt sind das Rathaus, die Türme und Tore der Stadtbefestigung, die romanisch-gotische Stadtpfarrkirche sowie die alten Bürgerhäuser mit ihren aufwendigen Fachwerkfassaden. Quelle und mehr

Nach einer Kaffeepause am gemütlichen Marktplatz von "Karscht", wie der ein wenig mediterran anmutende Ort bei den Einheimischen heißt, begeben wir uns auf die Weiterfahrt. Bei leichtem Nieselregen überqueren wir, hoch über uns die Ruine Karlburg, den Main.

In Himmelstadt (Bayern) machen Aufsteller am Wegesrand auf das einzige Weihnachtspostamt Bayerns aufmerksam. Gleich daneben befindet sich ein ökölogischer Weinlehrpfad. Über Zellingen führt die Tour weiter nach Margethöchheim, das (noch) durch eine Fußgängerbrücke mit Veitshöchheim verbunden ist. Ein älterer Herr erzählt uns erbost, dass diese Brücke abgerissen werden soll, weil die Pfeiler nach Ansicht einer Landrätin den Schiffsverkehr auf dem Main gefährden würden. Sein Tipp: Unbedingt den Rokokko-Barockgarten beim Schloss anschauen, der Sommerresidenz der Würzburger Fürstbischöfe. Das tun wir und sind beeindruckt über die Weitläufigkeit des Gartens.

Das Schloss Veitshöchheim (Foto) wurde in den Jahren 1680 bis 1682 erbaut und 1749 bis 1753 durch den berühmten Balthasar Neumann erweitert. Mit der Anlage des Hofgartens, der zum Schloss gehört, begann man 1702. Dieser Garten gilt als einer der schönsten Rokoko-Gärten in Europa. mehr

Wieder zurück in Margetshöchheim, geht die flotte Fahrt am Mainufer entlang über Zell ins quirlige Würzburg. Wer einen Blick über die vieltürmige Residenzstadt werfen will, kann sogar mit dem Fahrrad über Serpentinen hinauf zur Festung Marienberg klettern. Einfacher zu erreichen und nicht weniger imposant sind Residenz und Hofgarten, der Dom und die Altstadt mit dem mächtigen Rathaus. Da die Zeit schon fortgeschritten ist, machen wir uns nach der obligatorischen Besichtigungsrunde bald auf den Weg über den Weinort Randersacker nach Eibelstadt. Mitten im ruhigen Ort, dessen Umgehungsstraße weit genug entfernt ist, um zu stören, übernachten wir in einem ebenso ruhigen Hotel am dreieckig angelegten Marktplatz mit der vergoldeten Mariensäule. Zwischen 22 und 6 Uhr schweigen sogar die vorlauten Glocken der Kirche. Ein abendlicher Rundgang entlang der mittelalterlichen Stadtmauer mit den acht Wehrtürmen und drei gut erhaltenen Stadttoren offenbart den Reiz dieses anheimelnden Städtchens, dessen Hintergrund von den riesigen Weinbergen gebildet wird. Zu empfehlen ist auch das Lokal "Il Campanille" mit leckerer sardischer Küche.

 

Eibelstadt

An Eibelstadt bin ich bei früheren Touren immer vorbei gefahren, was sich als großer Fehler herausstellt. Denn das Städtchen hat durchaus einiges zu bieten, wie man bei Wikipedia lesen kann:

Vollständig erhaltene Stadtmauer mit 14 Türmen, unter anderem mit dem Maintor und dem Kereturm aus dem Jahr 1573. Weiterhin erwähnenswert sind der Marktplatz mit Mariensäule (Madonna im goldenen Strahlenkranz), der Heumarkt und das barocke Amtshaus des Würzburger Domkapitels. Den Rathaussaal ziert eine Stuckdecke aus der Erbauerzeit. Das Wein- und Steuerglöcklein aus dem 14. Jahrhundert im Dachtürmchen erinnert noch heute an die alte Form der Steuereinhebung. Die Pfarrkirche St. Nikolaus birgt zahlreiche Kostbarkeiten wie eine Kreuzigungsgruppe aus der Werkstatt Tilman Riemenschneiders um 1505 und verschiedene spätgotische Figuren. Den Ort zieren ferner Repräsentationsbauten vergangener Jahrhunderte, wie der ehemalige Präzenshof des Würzburger Domstifts, verschiedene Adelshäuser, ehemalige Höfe von Stiften und Klöstern und Reste eines Königshofes aus der Stauferzeit. Quelle und mehr

 

2. Tag: Nach Rothenburg ob der Tauber

Heute stehen zwar nur 71 km auf dem Programm, doch die haben es in sich - trotz der wiederum überwiegend hervorragenden Wegequalität. Dabei fängt die Tour ganz piano an. Wir radeln von Eibelstadt immer schön am Main entlang. Über Sommerhausen - am anderen Ufer liegt Winterhausen - erreichen wir bald das an der Romantischen Straße gelegene Ochsenfurt, wo wir beim Bäcker Proviant für die nächsten rund 25 km einkaufen. Denn wir haben beschlossen, nicht auf dem Bahnradweg nach Bieberehren zu radeln, sondern auf der wesentlich steigungsreicheren Alternativroute über Gnodstadt und Aub. Eine Entscheidung, die uns viel Schweiß kosten sollte.

Frickenhausen, Maintor

Vor Ochsenfurt bietet sich die Möglichkeit, einen kurzen Abstecher in den 2 km entfernten idyllischen Weinort Frickenhausen zu unternehmen, der in kaum einem Bildband meiner Sammlung aus früheren Zeiten über Deutschland fehlt und nicht einmal 800 Einwohner zählt.

Bahntrasse oder bergige Variante

Der weitere Weg ab Ochsenfurt bietet zwei Varianten, zwischen denen man sich kurz nach Überqueren der Tauberbrücke entscheiden kann. Die komfotablere Hauptroute verläuft auf der Bahntrasse der ehemaligen Gaubahn bequem gen Bieberehren, während die Variante uns die Topographie der mainfränkischen Landschaft deutlich spüren lässt, aber als Lohn herrliche Aussichten bietet. Letztere, die wir Unwissenden gewählt haben, führt zunächst am Main entlang des Geländes der Zuckerfabrik gen Osten, ehe er gen Gnodstadt schwenkt und mehr als 2 km bergauf führt. Meistens folgen wir der Beschilderung des Steigerwald-Radwegs, ab und zu steht auch das Logo des Fränkischen Rad-Achters am Wegesrand. Nach Erklimmen der Höhe bietet sich ein wunderbarer Blick über das gesamte Umland bis hin zur Autobahn A7, auf der wir ja erst gestern angereist sind. Doch das scheint schon ewig her zu sein ... Mehr zum Gaubahnweg

Ortsschild am Radweg

Die flotten Abfahrten, etwa nach Hopferstadt, das sogar wie andere Ortschaften auch, mit einem Ortsschild extra für Radfahrer angekündigt wird, machen richtig Spaß und sorgen für Kühlung.

Aub: ein hübscher Ort

In Aub brauchen wir dann auch dringend eine längere Pause. Im Biergarten vom Goldenen Lamm, im Angesicht des Rathauses und der Goldenen Madonna, stärken wir uns bei einer schmackhaften Leberknödelsuppe, ehe es ab Baldersheim auf einer Bahntrasse weiter nach Bieberehren und damit auf den Radweg „Liebliches Taubertal“ gen Rothernburg geht. „Lieblich“ trifft allerdings nicht auf den Radweg zu, denn der hält wiederum zahlreiche, teils ganz schön in die Beine ziehende Steigungen bereit. Beim Bäcker im sehenswerten Creglingen legen wir eine Kaffeepause ein.

Kulturinteressierten sei hier ein Abstecher zur nur einen Kilometer südlich der Stadt (Richtung Münster) entfernten, im Stil der fränkischen Gotik errichteten Herrgottskirche von 1389 empfohlen. Sie beherbergt den berühmten Schnitzaltar von Tilmann Riemenschneider aus Würzburg mit Motiven aus dem Leben Marias.

Tauber-Idyll bei Bieberehren.

Oberhalb des Weinortes Tauberzell nähern wir uns schließlich einem der größten deutschen Touristenmagneten: Rothenburg o. d. Tauber. Der Radler kann sich kurz vorher in Detwang entscheiden, ob er lieber zwei Kilometer steil hinauf oder 4,5 km durchs Taubertal und dann nur eine kurze Schiebestrecke hinauf zum Plönlein auf sich nimmt. Wir wählen die längere Variante, die schöne Blicke auf die hoch über dem Tal gelegenen Türme bietet.

Übernachten in Rothenburg o. d. T.

So erreichen wir gegen 16 Uhr unser Tagesziel, finden schnell die in der Altstadt schön gelegene Pension Hess und machen uns ausgehfertig für einen ersten Rundgang durch diese von Touristen wimmelnde, aber ungemein sehenswerte Stadt, in der jede Gasse neue Einblick offenbart. Unbedingt ansehen sollte man sich den Heilig-Blut-Altar von Tilman Riemenschneider in der evangelischen Kirche. Zum Fotografieren ist der Nachmittag allerdings wegen des Gegenlichtes bei Sonne wenig geeignet. Die mittelalterliche Stadt ist wirklich ein Juwel, auch wenn sicherlich manch Einheimischer die „Touristen-Verseuchung“ eher kritisch sieht, weshalb die meisten auch nicht mehr in der Altstadt, sondern außerhalb der Stadtmauern wohnen.

Unterhalb der Stadt radeln wir zum kurzen Aufstieg am Plönlein.

Fazit dieses Tages: Es war toll, einmal schon am frühen Nachmittag in Rothenburg Quartier bezogen und die Stadt auf einem langen Spaziergang entdeckt zu haben. Rothenburg ob der Tauber liegt übrigens im mittelfränkischen Landkreis Ansbach, hat fast 11.000 Einwohner und war bis 1803 eine Reichsstadt. mehr über Rothenburg o. d. Tauber

Teil 2: Radweg Liebliches Taubertal - Teil 3

Etappen/ges. 448 km
Gemünden-Eibelstadt 60 km
Eibelstadt-Rothenburg/Tauber über Aub 71 km
Rothenburg-Wertheim (Liebliches Taubertal) 106 km
Wertheim nach Ahorn-Eubigheim 93 km
Ahorn-Eubigheim nach Gemünden 118 km

Radwanderführer

    

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Spickzettel
Route:
Main-Tauber Fränkischer Rad-Achter
Start/Ziel:
Gemünden am Main oder nach Belieben (Rundkurs)
Bahnanreise:
z.B. Gemünden, Lauda-Königshofen, Würzburg u.a.
Länge:
Westring ca. 165 km, Ostring ca. 240 km, Ausflug Rothenburg/Tauber 2 x 30 km; Entfernungen: z.B. Gemünden-Würzburg 47 km, Lauda-Buchen 50 km, Miltenberg-Buchen 32, Wertheim-Lauda-K. 40 km, Weikersheim-Ochsenfurt 38 km, Wertheim-Miltenberg 32 km
Etappen
Schwierigkeit: einige heftige Steigungen im Odenwald und an der Tauber, am Main meistens eben
Übernachten: Quartiere siehe Bericht(e)
Internet: offizielle Homepage
Radwanderführer: siehe unten - YouTube-Video

Kennzeichnung des Fränkischen Rad-Achters

Main-Idyll bei Wernfeld.



Karlstadt ist fast erreicht.



Immer wieder bieten sich schöne Ansichten des Flusses.

Würzburgs Festung Marienberg.

Würzburg: Stadtresidenz.

Rathaus, Kirche und Goldene Madonna in Eibelstadt.

Einfahrt nach Ochsenfurt über diese Brücke.

Abstecher: Oberes Tor (1483) in Frickenhausen.

Ochsenfurt: Blick vom Rathaus.

Sehr hügelig ist die Alternativstrecke über Gülchsheim nach Aub.

Blick auf Bieberehren, wo Hauptstrecke und Alternative wieder zusammenfinden und der Abstecher nach Rothenburg o. d. Tauber beginnt.

Hier werden wir am nächsten Tag auf dem Radweg "Liebliches Taubertal" wieder gen Main radeln.

Entlang der Tauber geht es nach Rothenburg.

Creglingen lädt zum Verweilen ein.

Detwang liegt im Tal kurz vor Rothenburg. Hier kann man sich zwischen 2 km steil hinauf und 4,5 km mit nur kurzer Schiebestrecke zum Plönlein hinauf entscheiden.


Trailer

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