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Autor: Dieter Hurcks Copyright 3/2010

Hamburg-Hannover-Göttingen-Leinefelde 
Der ehemalige Leineradweg wurde 2009 um die Strecke durch die Lündeburger Heide nach Hamburg erweitert. Die Gesamtstrecke beträgt nun 410 km. Teil 2 (Mitte)

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Zimmervermieter

Quartiere an
Fernradwegen in
Deutschland

Leine-Heide-Radweg Süd

Von Hannover zu den Quellen in Leinefelde

Im Jahre 2009 wurde der Leine-Radweg erweitert und zum Leine-Heide-Radweg erklärt, der den norddeutschen Fluss von den Quellen im thüringischen Leinefelde bis zur Mündung in die Aller bei Grethem begleitet und darüber hinaus durch die Lüneburger Heide bis nach Hamburg führt. Dieser Teil der ausführlichen Tourenbeschreibung berichtet von einer Radtour von Hannover nach Leinefelde. Die erste Etappe soll uns rund 100 km nach Einbeck führen.

Ein kühler Morgen im Mai 2010, dem kältesten Mai seit es eine Wetteraufzeichnung gibt. Es ist Himmelfahrt und Zeit für unsere schon traditionelle Rückenwindtour. Da es diesmal, wenn auch nur schwach, aus Nordwesten bläst, haben wir uns entschlossen, die Tour in Richtung Süden und später Osten zu fahren. Vom Hauptbahnhof in Hannover bis zum Leinschloss mit dem Wehr sind es nur ein paar hundert Meter. Vorbei am Maschpark radeln wir zum Maschsee und erreichen an dessen Westufer bald den ausgeschilderten Leineradweg.

 

Trotz der kühlen Witterung sind hier schon einige Radler und Skater unterwegs. Doch schon in Döhren wird es ruhiger. Die Fahrt geht durch die Leineauen, den Fluss häufig im Blick. Ab Koldingen, wo sich ein Blick in den Schlosspark lohnt, führt der Weg fast schnurgerade über die Höhe gen Ruthe. Kurz hinter dem riesigen Gelände der Tierärztlichen Hochschule Hannover erreichen wir die Straße nach Schulenburg (Leine).

Koldingen, ein Ortsteil von Pattensen, und wurde im Jahre 1253 erstmals urkundlich erwähnt. Das Schloss Coldingen, erstmalig 1353 erwähnt, wurde von 1372 bis 1380 von den Bischöfen von Hildesheim zu einem Amtsschloss umgebaut. Das Amt bestand bis 1824.Heute beherbergt das Schloss einen Antiquitätenhandel. mehr

Schloss Marienburg 
Schulenburg wird von der zwischen 1857 und 1867 erbauten Marienburg überragt. Auf der Homepage des geschichtsträchtigen Ortes heißt es: „Das Schloss war ein Geschenk König Georgs V. an seine Frau Marie. Der König selbst konnte das Schloss nie sehen, da er im Alter von 14 Jahren erblindet war. Die große Vierflügelanlage mit Bergfried wurde vom hannoverschen Baumeister Hase begonnen, der 1864 von Baumeister Opler abgelöst wurde. Er baute das Schloss mitten in eine frühmittelalterliche Wallanlage hinein. Für stilistische Details orientierte man sich an gotischen Formen, ohne jedoch die Baustrukturen zu kopieren. Die Hauptsache war, dass es romantisch-mittelalterlich aussah. Die Marienburg wurde nie vollendet. Die Annektion Hannovers durch Preußen im Jahre 1866 beendete die Bautätigkeit. Königin Marie verbrachte nur einen Sommer auf dem Schloss, bevor sie ihrem Mann ins Exil folgte. Die herzogliche Familie von Herzog Ernst August zog erst 1945 wieder ein. Heute beherbergt es ein Schlossmuseum mit vollständig eingerichteten Wohnräumen des letzten hannoverschen Königs und vielen bedeutsamen Objekten aus der Zeit der Welfenherrschaft.“ mehr

Wer genug Zeit und Muskelkraft mitbringt, dem sei ein Besuch der Burg empfohlen. Seit 2009 kann man wieder den Turm besteigen und die herrliche Aussicht über das Leinetal genießen. Details dazu unter www.schloss-marienburg.de.

Der Leine-Heide-Radweg führt jedoch offiziell unterhalb des Marienbergs am Ufer der Leine entlang. Über die Brücke geht es nach Nordstemmen. Der Ort wird zum einen von den Anlagen der Zuckerfabrik überragt, zum anderen von der Marienburg am jenseitigen Ufer der Leine. Wir radeln südwärts entlang der Straße nach Burgstemmen mit seiner malerischen Fachwerkburg, wo wir wieder die Leine erreichen.

Über die Burg lesen wir bei Wikipedia: „Strategisch beherrschte die Burg Poppenburg im Mittelalter durch Ihre Lage auf einer Anhöhe über dem Leineübergang den Verkehr auf dem alten Hellweg zwischen Aachen und Goslar, der im Mittelalter ein wichtiger Handelsweg vom Rheinland nach Mitteldeutschland gewesen ist. Zeitweise bildete der Fluss Leine die Grenze zum Bistum Minden und später zum Fürstentum Calenberg. Die Poppenburg gehörte zu den alten Königsburgen, die das Leinetal und damit den Weg zur Stadt Hildesheim und das Gebiet des Hochstifts Hildesheim schützten. Die Entstehungszeit der Burg ist unbekannt. Quelle

Ab Burgstemmen bleibt es nun keinesfalls so fluss-romantisch wie zuletzt, denn der Radweg, der hier überwiegend noch als Leine-Radweg ausgeschildert ist, führt ab hier entlang der viel befahrenen B 1 nach Elze. Dort bietet sich eine gute Gelegenheit zur Einkehr in einem der Cafés oder Restaurants.

Nach Alfeld 
Kurz hinter Elze verlassen wir endlich die Straße und radeln auf kleinen Wegen, das herrliche Leinebergland immer im Blick, gen Gronau. Plötzlich taucht über einem blühenden Rapsfeld der 65 Meter hohe Turm der evangelischen St.-Matthäi-Kirche wie eine Landmarke auf.

Bei Wikipedia lesen wir über Gronau: „Die Stadt wurde um das Jahr 1298 durch den Bischof Siegfried II. von Hildesheim auf einem Leinewerder als „Gronowe“ als südwestliche Befestigung des Hochstifts Hildesheim planmäßig gegründet. Der Name „Gronowe“ geht auf die grünen Auen an den beiden Armen des Flusses Leine zurück, die die Stadt mit Wasser versorgten. Zugleich bot diese Lage einen gewissen Schutz für die Bevölkerung.“ Quelle

Gronau, ein hübsches Städtchen mit zahlreichen Fachwerkhäusern in traufenständiger Bauweise, verlassen wir südwärts. Beim Hotel Eichsfelder Hof wird Himmelfahrt gefeiert. Die „Rentner-Band“ sorgt für Stimmung. Weiter geht die Fahrt entlang einer mehrere hundert Meter langen, einst von mächtigen Bäumen bestandenen Allee, von der nur noch die imposanten Stümpfe übrig sind. Was muss das mal ein tolles Bild abgegeben haben. Unterwegs treffen wir jede Menge Himmelfahrtstag-Feiertrupps mit ihren Bollerwagen – meistens Jugendliche, sogar einige Mädchengruppen ziehen über Land.

Ab Rheden führt der Radweg wieder entlang einer Straße über Brüggen. Das hügelige Land am Fuße der bis zu 395 Meter hohen Sieben Berge bietet manche Steigung. Die Leine kann man meistens nur erahnen. Das letzte Stück nach Alfeld begleitet der Radweg die Bahnstrecke. Ein Bummel durch die romantische Stadt mit ihren Fachwerkhäusern und dem berühmten Rathaus ist natürlich ein Muss. Wer sich für Architektur interessiert, sollte dem Fagus-Werk einen Besuch abstatten. Es wurde zwischen 1910 und 1915 nach Entwürfen des Bauhaus-Künstlers Walter Gropius erbaut.

Bei Wikipedia lesen wir über Alfeld: „Das Stadtbild wird geprägt von Fachwerkbauten, die nach verheerenden Stadtbränden der Vergangenheit allerdings überwiegend dem 19. Jahrhundert entstammen. Hervorzuheben unter den Fachwerkbauten ist die Alte Lateinschule von 1610, ein beeindruckendes Bauwerk der Renaissance. Die Lateinschule ist mit zahlreichen Schnitztafeln geschmückt, deren Bildprogramm ein umfassendes Bild der Bildungsinhalte des Späthumanismus vermittelt.“ Und weiter heißt es:

„Die Stadt gehörte zu den kleinsten Städten in der Hanse. Alfeld trat im Jahr 1426 in den Sächsischen Städtebund ein. So wurde die Stadt, die im 14. und 15. Jahrhundert durch den Handel mit Bier, Hopfen, Leinwand und Leinengarn reich geworden ist, indirekt zu einer Hansestadt. Heute nimmt Alfeld regelmäßig am Hansetag teil, der in Erinnerung an die Tradition der Hanse seit 1980 einmal im Jahr veranstaltet wird.“

Im Alfelder Ortsteil Langenholzen befindet sich das erste und einzige Schnarchmuseum der Welt. Es zeigt ca. 400 Ausstellungsstücke vom 18. Jahrhundert bis in die Neuzeit rund um das Schnarchen. Quelle: Wikipedia

Anstieg ab Wispenstein Richtung Freden.

Nach Einbeck 
Zurück auf dem Leine-Heide-Radweg, radeln wir in Sichtweite der Eisenbahnlinie Göttingen-Hannover nach Föhrste, das mit seinen roten Dächern vor dem ansteigenden, grün-gelb getupften Land einen malerischen Anblick bietet. Hinter Wispenstein beginnt ein langer Anstieg, dessen Mühen durch eine flotte Abfahrt nach Freden belohnt wird. Doch auch hinter Freden geht es noch einmal mächtig zur Sache. Die Ausblicke vom Gipfel der Steigungsstrecke sind grandios – eine fantastische Landschaft.

Hinter Erzhausen rasten wir an der Leinebrücke. Danach geht es zunächst oberhalb der Bahnlinie weiter und natürlich wieder auf und ab, vorbei an Greene und Kreiensen. An der Leinebrücke kurz hinter dem Eisenbahnviadukt muss man sich entscheiden, welche der beiden angebotenen Routen man wählt. Laut unserer Karte ist die nördliche zum Zeitpunkt unserer Tour (Mai 2010) noch nicht fertig, so dass wir die „langfristige Umleitung“ über Rittierode unter die Räder nehmen. Eine anstrengende Unternehmung. Denn die Strecke ist äußerst steigungsreich.

Dennoch war die Entscheidung wohl richtig, denn auf der Homepage des ADFC Northeim ist zu lesen: „Die vorhandene Route verläuft von Einbeck über Volksen in Richtung Kreiensen ohne Radweg auf der stark befahrenen Landesstraße. Dadurch hoffen Politiker, eher einen Radweg dort zu bekommen. Die Leidtragenden sind die Radler, auch der R1-Radfernweg verläuft hier. 2002 hat das Land erklärt, dass es keine neuen Radwege in den nächsten 5 Jahren bauen will. Daraufhin wurde das begonnene Planfeststellungsverfahren nicht weiter betrieben. Es ist also wohl kaum in diesem Jahrzehnt mit dem Radweg zu rechnen!

Daher ist es sinnvoll, die Fahrrad-Touristen über die Kreisstraße der anderen Talseite zu schicken. Auch wenn nach Rittierode eine Steigung von 50 Höhenmetern zu bewältigen ist. Man entkommt dabei dem nervigen und nicht ungefährlichen Verkehr und findet den kleinen Pausen-Service am Hungerbrunnen...“ Quelle  

So gelangen wir schließlich ans Rückhaltebecken von Salzderhelden und schlagen einen Bogen zurück gen Norden. Um 18.30 Uhr haben wir endlich unser Quartier in Einbeck erreicht, ein zu einer Pension umgebautes Haus, das zum Ensemble einer Wassermühle gehört. Leider hat die Stadt Einbeck, dem der Mühlen-Teil gehört, diesen dem Verfall preisgegeben. Im Internet habe ich jedoch eine Anzeige gefunden, wo die Mühle zum Verkauf angeboten wird. Vielleicht erstrahlt sie ja doch bald in neuem Glanz ...

Das Stadtbild Einbecks ist geprägt von mehr als 150 spätmittelalterlichen Fachwerkhäusern. Einbeck ist wegen seiner jahrhundertealten Brautradition als Bierstadt bekannt. Die Brauerei befindet sich direkt am Rande der Altstadt. 

Abends Stadtbesichtigung: ganze Straßenzüge mit sehenswerten Fachwerkhäusern, Reste der Stadtbefestigung, das berühmte Rathaus. Dieses Alte Rathaus von 1566 ist mit seinen drei spitzen Türmen das Wahrzeichen Einbecks. Eine tolle Stadt. mehr

Von Einbeck nach Göttingen 
Wieder ist der Himmel verhangen, und es ist lausig frisch an diesem Maimorgen. Wir radeln noch einmal kurz durch die Altstadt, um ein paar Fotos zu schießen. Die Stellen hatten wir uns ja am Abend zuvor schon heraus gepickt. Dann radeln wir stadtauswärts gen Salzderhelden. Am Stadtausgang von Einbeck gabelt sich der Radweg. Ein Schild weist nach Göttingen, unserem nächsten Zwischenziel.

Wir folgen dem straßenbegleitenden Radweg nach Sülbeck. Linker Hand haben wir einen schönen Blick auf das riesige Hochwasserrückhaltebecken, rechts und links lockern die vielen Felder mit dem in sattem Gelb blühendem Rapses das viele Grün auf. Ein Anblick wie aus einem Bilderbuch.  

In Sülbeck besuchen wir das Salinenhäuschen, das von der Vergangenheit des kleinen Ortes kündet. Das Museum hat natürlich am frühen Morgen noch nicht geöffnet, aber eine Schautafel informiert ausreichend. „Eine vorgeschichtliche Besiedlung in der Nähe der Solequellen ist nachgewiesen“, heißt es bei Wikipedia. Und: „Um 1700 produzierte das Gradierwerk mit den Salinen etwa 300 Tonnen Salz pro Jahr, und in den nächsten hundert Jahren wurde die Produktion auf 800 t gesteigert. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts stieg der Ertrag auf über 5.000 t.“ Quelle

Drüber und Stöckheim heißen die nächsten Orte, bevor wir bei Hollenstedt die Northeimer Seenplatte erreichen. Mitten hindurch führt der Leine-Heide-Radweg. Die durch Kiesabbau entstandene Seenplatte erstreckt sich über eine Fläche von etwa 360 ha und besteht zur Zeit aus 12 künstlichen Seen. Mindestens drei weitere werden noch hinzukommen. So lesen wir auf der Homepage der Stadt Northeim

Den Schildern folgend, zum Teil entlang des Flüsschens Rhume, landen wir mitten im pulsierenden Northeim. „Alte Fachwerkhäuser, zum großen Teil bereits sorgfältig saniert, reihen sich entlang der gesamten Innenstadt, Gebäude des alten Klosters laden zum Verweilen ein, die Wallanlagen mit der gut erhaltenen Stadtmauer und Wehrtürmen runden das Bild einer historischen Altstadt ab. Die eigentliche Geschichte der Stadt Northeim begann im Jahre 1252 als Northeim die Stadtrechte verliehen bekam.“ Quelle

Eine kleine Stadtrundfahrt ist natürlich Pflicht, doch schnell zieht es uns wieder hinunter an die Leine. Immer entlang der Eisenbahnstrecke, vorbei an der Leinemühle, müssen wir nun einige Kilometer lang den Lärm der Bundesstraße 3 ertragen. In Nörten-Hardenberg statten wir dem Schloss und Gut Hardenberg einen Besuch ab. Das Gelände des herrschaftlichen Anwesens ist natürlich für Fremde tabu. Ein paar junge Leute treiben Pferde in den Stall, darunter zwei ganz junge Fohlen.

Bei Wikipedia erfahren wir: „Das Schloss Hardenberg ist der 1709 erbaute private Wohnsitz der gräflichen Familie Hardenberg. Das Schloss wurde um 1710 bezogen, als die nahe gelegene Burg Hardenberg wegen Baufälligkeit als Wohnsitz aufgegeben werden musste. Im Gegensatz zum Rest des Hardenbergs wird das Schloss nicht touristisch genutzt. Der Hardenberg erfasst den gesamten gräflichen Landsitz. Dort befindet sich ein Reitplatz, auf dem jährlich die internationalen Reitturniere um die „Goldene Peitsche“ ausgetragen werden, und eine Kornbrennerei.“ mehr  

Marienstein

Großstadt Göttingen 
Nach einem Abstecher zum Kloster Marienstein - 1055 erstmals schriftlich erwähnt, als Erzbischof Lippold von Mainz eine capellam nomine Steina dem neu gegründeten Petersstift in Nörten schenkte - geht es weiter südwärts parallel zur Bundesstraße 3. Je mehr wir uns Göttingen nähern, desto näher rücken uns die Verkehrswege auf die Pelle. Der Wind kommt meistens von der Seite. Vorbei an Bovenden, im Zickzack durchs flache Gelände weiter, naht Göttingen.

Wieder ist der Platz vor dem Rathaus voll gestellt mit irgendwelchen Trucks, das Rathaus selbst mit einem großen Banner verschandelt. Die Touristen blicken irritiert, können sie doch nun genau wie ich nicht das Postkartenmotiv von Gänselieselbrunnen und Renaissance-Rathaus schießen.

Das Gänseliesel vor dem alten Rathaus ist als Brunnenfigur seit 1901 das Wahrzeichen der Universitätsstadt Göttingen. Seit 1990 handelt es sich hierbei um eine Kopie, während sich die Originalfigur im Städtischen Museum befindet. Die Bronzefigur des Brunnens wurde vom Bildhauer Paul Nisse nach einem Entwurf des Architekten Heinrich Stöckhardt geschaffen. Quelle und mehr: Wikipedia

Göttingen ist die fünftgrößte Stadt Niedersachsens, hat seit 1965 mehr als 100.000 Einwohner und ist damit eine Großstadt, die stark durch ihre Bildungs- und Forschungseinrichtungen geprägt ist. Zur Geschichte lesen wir bei Wikipedia u.a.: Geschützt wurde die Stadt zunächst durch Wälle, spätestens Ende des 13. Jahrhunderts dann auch durch Mauern auf den Wällen. Von dieser alten Stadtbefestigung ist heute nur in der Turmstraße der Mauerturm sowie ein Teil der Mauer erhalten.

Und: „Das Alte Rathaus ist im Kern gotisch. An der Treppe des Rathauses befinden sich zwei steinerne, wappentragende Löwen, die die Hauptakteure des Märchens „Die Traurigen Löwen von Göttingen“ von Stephen Clackson sind. Auf dem davorgelegenen Marktplatz befindet sich der berühmte Gänselieselbrunnen, das Wahrzeichen der Stadt. Außerdem finden sich zahlreiche mitunter stark restaurierte Fachwerkhäuser (13. bis 19. Jahrhundert) wie zum Beispiel die Ratsapotheke, die am 21. März 1945 durch Bomben zerstörte und nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaute Junkernschänke (1547), das Bornemannsche Haus, das Schrödersche Haus und das Lichtenberghaus, mit dem sich die Stadt Göttingen im ZEIT-Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“ bewirbt. Die Innenstadt ist noch heute fast vollständig umgeben vom im 18. Jahrhundert zu einem Spazierweg umgebildeten Wall. mehr  

Nach Leinefelde-Worbis 
Nach einer Rundfahrt per Rad entfliehen wir bald wieder dem Lärm der Stad. Entlang der immer schmaler werdenden Leine, vorbei an einem idyllischen Kieswerk, begleitet uns ab Rosdorf wieder die Bahnstrecke. Die Dörfer werden kleiner, die Abstände zwischen ihnen größer. In Friedland schauen wir uns das Auffanglager an, in dem die Friedensglocke hinter einem riesigen Strauch weißer Blumen thront.

Zur Geschichte des Lagers erfahren wir auf der Homepage der Gemeinde: „Der Ort Friedland, der der Gemeinde den Namen gab, ist durch eine Einrichtung weltweit bekannt geworden, das Grenzdurchgangslager.
Nach dem Ende des 2. Weltkrieges, als tausende von Menschen - ob Flüchtlinge, Vertriebene oder Soldaten - sich auf die Suche nach Angehörigen oder einer neuen Bleibe machten, wurde von der britischen Militärverwaltung ein Auffanglager eingerichtet. In der Nähe von Göttingen stießen die britische, russische und amerikanische Besatzungszone zusammen. In dem Dorf Friedland gab es einen Bahnhof, eine gut ausgebaute Straße (die heutige Bundesstraße 27) und es gab leerstehende Stallgebäude des Versuchsgutes der Universität Göttingen, die nach und nach durch Blechbaracken, sogenannten "Nissenhütten", erweitert wurden. Bis heute kamen über 3,6 Millionen Menschen durch das Grenzdurchgangslager Friedland. Dieses Lager ist als Dienststelle des Landes Niedersachsen nach Auflösung des ehemaligen Ministeriums für Bundes- und Europaangelegenheiten seit dem 1. September 1994 dem Innenministerium in Hannover unterstellt.“ Quelle und mehr: www.friedland.de

Nun ist die Grenze zu Thüringen nicht mehr weit, die einst als Zonengrenze das im Westen gelegene Dorf Niedergandern von Kirchgandern und Hohengandern trennte.

Ehemaliger Grenzübergang Besenhausen. Oberhalb des Gutes liegt an der L 566 zwischen Reckershausen und Kirchgandern ein ehemaliges Grenzhaus, die frühere Abfertigungsstelle des ehemaligen Grenzüberganges. 



Beim Rittergut Besenhausen.

Kurz vor Kirchgandern besuchen wir das Rittergut Besenhausen. Bei Wikipedia lesen wir: „Der Gebäudekomplex mit einem barocken Wohnhof und Park sowie einem im 18. Jahrhundert entstandenen Gutshof liegt am Dreiländereck von Hessen, Thüringen und Niedersachsen. Älteste Gebäudestrukturen stammen aus dem Mittelalter, das gesamte Ensemble steht unter Denkmalschutz. Die Anlage mit dem umliegenden Landbesitz befindet sich seit 700 Jahren ununterbrochen in Familienbesitz. Heute ist Besenhausen ein beliebtes Ausflugsziel in Göttingens Umgebung.“ Quelle und mehr

Der Radweg schwenkt nun nach Osten. Ab Arenshausen geht es, am Rande des Naturparks Eichsfeld-Hainichen-Werratal, auf nagelneuen Asphaltpisten, oft nahe am Leinebach und in Sichtweite der Bahnlinie nach Bad Heiligenstadt.  

Bad Heiligenstadt 
Auf der Homepage der Stadt ist zu lesen: „Heilbad Heiligenstadt, die traditionelle Hauptstadt des Eichsfeldes, besticht durch die idyllische Lage im Tal von Leine und Geislede und wird malerisch umschlossen von den waldreichen Berghöhen des Ibergs und Dün (ca. 450 m).

Der wohl bedeutendste Sohn der Stadt, der Bildhauer und Bildschnitzer Tilman Riemenschneider, erblickte in der Klausmühle um 1460 das Licht der Welt. ...

Seit 1929 ist Heiligenstadt Kurort und hat 1950 offiziell den Status eines Heilbades erhalten. ...

Der einstigen Anwesenheit der Brüder Grimm verdankt die Stadt ihre Aufnahme in die "Deutsche Märchenstraße" im Jahr 1993.
Anlässlich der Zugehörigkeit zu Deutschen Märchenstraße wurde am 4. Juli 2004 der Märchenpark eröffnet. Hier ist eine kleine Traumwelt der gesammelten Märchen der Brüder Grimm für unsere Jüngsten entstanden.“ Quelle

Das viele Kopfsteinpflaster mach die Stadtrundfahrt allerdings ein bisschen beschwerlich. Schließlich radeln wir durch den Kurpark, vorbei am Märchenpark, zurück zum Leine-Heide-Radweg, dessen Name sich anscheinend noch nicht so richtig durchgesetzt hat – auch nicht auf den Wegweisern. Udern, Westhausen, Bodenrode und Wingerode, schließlich Beuren liegen an der steigungsreichen, von der Natur her aber äußerst reizvollen Route, ehe wir schließlich Leinefelde erreichen. Gegen Ende verlieren wir ein wenig die Orientierung, da die Beschilderung nur noch aus Richtung Quelle leineabwärts vorhanden ist.

 

Die Leinequellen 
In Leinefelde steht an den Leinequellen ein offizieller Nullpunkt des Fernradweges. Viele kleine Rinnsaale, die unter den Gärten der Häuser heraus sprudeln, speisen das Bächlein, das einmal bei Grethem in die Aller münden wird.

Die Anzahl der Leinequellen unterscheidet sich je nach Literatur und wohl auch nach Ergiebigkeit, denn es werden neun bis zwölf angegeben. Schon nach 300 m Fließstrecke nimmt die Leine ihren ersten Zufluss (Liene) auf, der oft, auch in Landkarten, irrtümlich als Quellfluss bezeichnet wird. Quelle und mehr

Unser Quartier in Worbis, vor der Gebietsreform eine eigenständige Gemeinde und Kreisstadt, liegt rund acht Kilometer entfernt. Die Tour dorthin ist mit einem heftigen Anstieg nach Breitenbach verbunden. Schließlich sind wir ja im Eichsfeld, und das ist halt keine flache Tiefebene.

Die Stadt Leinefelde-Worbis ist noch ziemlich neu. Sie entstand am 16. März 2004 aus der Zusammenlegung der bis dahin selbständigen Städte Leinefelde und Worbis mit den Gemeinden Breitenbach und Wintzingerode. Leinefelde hat fast 10.000 Einwohner, Worbis die Hälfte.

Sehenswert sind u.a. die Klosterkirche St. Antonius in Worbis (Grundsteinlegung 1668), der Bärenpark in Worbis und die Burg Bodenstein in der Nähe von Kirchohmfeld. Sie gilt als die besterhaltene Burg im Eichsfeld (900 Jahre alt). Quelle und mehr

Und am Abend geht es dann in Hartmanns Bierstube, wo es immer was zu lachen gibt. Bei unserem Besuch 2010 war die Luft dort wegen der Raucherlaubnis noch reichlich dick, doch seit dem 1. Januar 2011 müssen die Raucher ihrem gesundheitsschädlichen Hobby vor der Tür frönen. Inhaber Jürgen Hartmann: "Ich hatte einfach die Nase voll! Einige Raucher haben sich schon bei mir für die neue Maßnahme bedankt, denn sie rauchen jetzt weniger."

Jürgens Einladung an Besucher: "Ihre Bierstube am historischen Obertor der Stadt Worbis freut sich auf Ihren Besuch! Genießen Sie bei uns typisch Worbiser Atmosphäre und eine Stimmung wie am Mittelmeer." Und vor der Kneipe steht nun ein "Raucher-Mahnmal".
 

 

Leine-Heide-Radweg: Hannover-Bad Fallingbostel Mitte
Leine-Heide-Radweg: Bad Fallingbostel-Hamburg Nord

Leine-Heide-Radweg: Leinefelde-Hannover


Links 
Leine bei Wikipedia
Leine-Heide-Radweg (offizielle Seite)


Radwanderführer

  

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Spickzettel
Route:
Leine-Heide-Radweg
Start/Ziel:
Leinefelde-Worbis/Hamburg 
Bahnanreise:
Leinefelde oder Hamburg
Länge:
410 km
Schwierigkeit: im oberen Teil mittel, im unteren Teil leicht (siehe Bericht) 
Übernachten: Quartiere 1 und Quartiere 2 (weitere siehe Berichte)
Internet: offizielle Homepage
inkl. PDF-Flyer
Radwanderführer: siehe unten





Die Marienburg bei Schulenburg.

Die Burg über der Leine in Burgstemmen.

Rathaus und Kirche in Gronau.

Alfeld kommt in Sicht.

Alfelds Türme und Fachwerkhäuser.

Das berühmte Rathaus in Alfeld.

Reich verziert: die Lateinschule in Alfeld.

Portal der Lateinschule in Alfeld.

Blick auf Föhrste.

Leinebrücke bei Kreiensen, Richtung Einbeck.

Fußgängerzone in Einbeck.

Das markante Einbecker Rathaus.

Ganze Straßenzüge mit Fachwerkhäusern machen Einbeck zu einem Juwel.

Salinenhäuschen in Sülbeck.

Northeimer Seenplatte.

Rathaus in Northeim.

Schloss Hardenberg.

Gänselieselbrunnen und Rathaus in Göttingen.

Freiheitsglocke im Lager Friedland.

Leine bei Niedergandern.

Wie gemalt: Landschaft bei Besenhausen

Infotafel am ehemaligen Grenzübergang Besenhausen. Der Übergang war aufgrund seiner Nähe zum Ort Friedland in den Jahren von 1945 bis 1952 von großer Bedeutung.

Bahn im Eichsfeld bei Heiligenstadt.

Massive Werbugn: Der Wirt will dem "Lahmen Frosch" auf die Sprünge helfen.

Märchenparadies Heiligenstadt.

In Beuren gibt es ein Kloster.

An den Leinequellen in Leinefelder ist der Kilometer Null des Leine-Heide-Radwegs ausgewiesen.

Worbis bei Tage ...

... und in den Abendstunden.



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