Radtouren A bis Z - Fahrradbücher - Fahrrad-DVDs - FahrradwitzeLinks - Bahn + Rad - Recht + Gesetz - E-Bike - Home

Autor: Dieter Hurcks Copyright 7/2015

Vom Quellgebiet im Karwendel zur Donau 
Der Isar-Radweg beginnt im Quellgebiet des Hauptflusses der Bayern und endet an der Donau bei Deggendorf. Bis dahin erlebt der Radler auf rund 330 km eine vielfältige Landschaft und bayerische Gastlichkeit. YouTube-Video

Einträge für
Zimmervermieter

Quartiere an
Fernradwegen in
Deutschland

Isar-Radweg

Erfahrungsbericht zur Tour im Juni 2015
 
Isar-Radweg - 330 km von den Alpen bis zur Donau:
Radeln vor beeindruckender Bergkulisse
 

Vor allem im obersten Abschnitt der Isar, an der sie ein noch intakter Alpenfluss ist, wachsen besondere und seltene Pflanzen. Zum ersten Mal aufgestaut wird der Fluss in seinem Verlauf am Sylvensteinspeicher. Ab dieser Stelle beginnen auch die Probleme, die durch menschliche Eingriffe entstehen. Ein Kennzeichen der oberen und mittleren Isar sind Kies- und Schotterbänke. Quelle und mehr: Esterbauer bikeline

Die Isar entspringt „hoch droben“ im Karwendelgebirge, auf über 1000 Meter, oberhalb des österreichischen Örtchens Scharnitz. Die Anreise dorthin kann mit der Bahn erfolgen. Wir jedoch fahren dieses Mal mit dem Auto, die Räder an Bord, hinauf zum Parkplatz neben einem Gasthof. Dort laden wir aus, packen das Gepäck auf unsere Gefährte und sind gegen 9.40 Uhr startklar.

Über den Bergwipfeln hängen zäh die Wolken. Für Mitte Juni ist es noch recht frisch. Aber der erprobte Radler hat warme Kleidung dabei und lässt sich nicht so schnell unterkriegen. 280 km ist der Radweg laut bikeline-Radwanderführer lang, wir schaffen mitsamt Hin- und Rückfahrt zum Quellgebiet, dem Isar-Ursprung, und einigen Extra-Ausflügen 330 km.

Tag 1: Vom Isar-Ursprung nach Lenggries (86 km)

Auf geht's also die erste knackige Steigung hinauf. Der Asphalt hat in anfangs noch gut befahrbaren Schotter gewechselt, die Steigungen werden bald moderater. Ein ganzes Stück geht es sogar wieder hinab. Nach dem ersten Anstieg bietet sich dem Radler ein imposanter Blick hinunter ins Isartal. Das Rauschen des wie der Inn (siehe Inn-Radweg) grün erscheinenden Flusses ist bis oben hinauf zu hören. Der Schotter, den die Isar mit sich trägt oder aus dem felsigen Grund herauswäscht, begleitet den Fluss weit hinab. Nach gut 300 km mündet die Isar bei Deggendorf in die Donau.

Kühe grasen neben dem Radweg, können sich frei zwischen den nur für Paarhufer lästigen Sperren bewegen. Das Läuten der Glocken erfüllt das enger werdende Tal. Am frühen Vormittag sind noch wenig Radler unterwegs. Je weiter es dem Isar-Ursprung entgegen geht, desto enger wird das Tal und desto höher sind die teils noch mit Schneefeldern gezierten Berge, deren Gipfel von Wolken umkränzt sind. Als Flachländer ist man stark beeindruckt und fühlt sich angesichts der mächtigen Natur ganz klein.

VIDEO: Tour hinauf zur Halleranger-Alm

Reißende Strömung und grünes Wasser

Immer wieder strömt reißendes Wasser von den Seiten der Isar zu, deren Quellgebiet wir nach 14 km erreichen: den Isar-Ursprung. Die eigentliche Quelle befindet sich noch wesentlich höher und ist mit einem Tourenrad nur schwer zu erreichen. So kehren wir kurz vor der Kastenalm, zu der nur ein schmaler Fußweg führt, wieder um. Der Rückweg geht natürlich wesentlich flotter vonstatten, und gegen 12.40 Uhr sind wir wieder ins Scharnitz. Zeit für eine Mittagspause im Gasthof neben dem Parkplatz, an dem wir gestartet sind.

Auf der Website des Isar-Radwegs lesen wir: „Am Isar Ursprung, im Quellbereich der Isar, befinden sich zahlreiche Wasseraustrittsstellen, die ganzjährig munter vor sich hinfließen. Die obere Isar ist auch eine bekannte Strecke für alle Kanubegeisterten und Paddelbootfahrer. Sie schätzen die ausgezeichnete Wasserqualität und die herrliche Landschaft inmitten des Naturschutzgebietes Alpenpark Karwendel.“ Quelle und mehr

So macht das Radeln Spaß!

Nach Wallgau

Der Weg von Scharnitz nach Mittenwald, wo ungezählte Gebirsjäger ihre Bundeswehr-Ausbildung absolviert haben, bietet zwei Optionen. Wir wählen an der unbeschilderten Wegegabelung den rechten, flussnäheren Weg und erreichen schnell die berühmte Geigenbauerstadt. Insbesondere die wunderbaren Lüftlmalereien bieten dankbare Fotoobjekte. Sogar der Kirchturm am Ende der von Touristen bevölkerten Fußgängerzone ist bunt bemalt. Uralte und moderne Malereien harmonieren problemlos und fordern den Fotografen immer wieder heraus.

In antiker Zeit verlief durch Mittenwald die Römerstraße Via Raetia. Am Ende des 17. Jahrhunderts entfalteten sich Gewerbe wie die Bortenwirkerei, die Filetseidenstickerei und ab 1689 der Geigenbau, begründet durch Matthias Klotz. Seitdem entwickelte sich Mittenwald neben dem sächsischen Markneukirchen zum bis heute bedeutendsten Zentrum des Streich- und Zupfinstrumentenbaus in Deutschland. Quelle und mehr: Wikipedia

Ab Mittenwald, das nur rund 7.300 Einwohner zählt, haben wir mangels auffindbarer Schilder zunächst das Problem, wieder auf den Radweg zurück zu finden. Vorbei an der Bundeswehrkaserne radelnd, erreichen wir ihn schließlich nach Unterfahrung der B 2. Das Bett der Isar wird immer breiter, riesige Kies- und Schotterfelder zeugen von der Gewalt des Wassers. Echt beeindruckend.

Endlich bricht sich die Sonne Bahn durch die Wolken. Zwischen Krün und Wallgau,  dem Wohnort von Deutschlands erfolgreichster Biathletin, stoßen wir auf den "Magdalena-Neuner-Panoramaweg". Hinter dem kleinen, aber feinen Städtchen Wallgau, wo es einen Kanal gibt, der ein Wasserkraftwerk speist, radeln wir auf einer schmalen, aber hervorragend asphaltieren Straße flott talwärts und erheischen immer wieder faszinierende Blicke ins Isartal. So macht Radeln richtig Freude!

Klar, dass es hin und wieder auch mal bergauf geht. Aber ein sportlicher Radler oder E-Biker dürfte damit keine Probleme haben.

  Rathaus Lenggries

Von Vorderriß sind es noch 8 km bis zum Sylvensteinsee. Vorher passieren wir das Hotel "Jäger von Fall", das an den gleichnamigen Roman von Ludwig Ganghofer erinnert, der 1957 von Gustav Ucicky verfilmt worden ist. Am nördlichsten Punkt des lang gezogenen Stausees verschwindet der Radweg in einem kleinen Tunnel. Auf hervorragender Piste rollen wir talwärts über Winkel und Fleck nach Lenggries. Im Gasthaus Neuwirt finden wir ein erstklassiges Quartier, direkt neben der deutlich vernehmbar läutenden Kirche. Allerdings sind die Glocken, wie der auf Humor getrimmte Wirt verrät, seit einiger Zeit nächtens zwischen 22 und 6 Uhr zum Schweigen verdonnert. Und pünktlich zu der genannten Stunde ist es dann mit dem Schlafen vorbei, es sei denn man hat Ohrenstöpsel dabei ...

Fazit: Ein toller Radeltag mit insgesamt 85 km und dem Erleben einer unvergesslichen Landschaft.

 

Tag 2: Nach Grünwald (65 km)

Heute ist der Wurm drin. Zunächst läuft es ganz gut. Vor der Isarbrücke von Lenggries nehmen wir linkerhand den Trampelpfad, der rechts neben der Zufahrt zur Umgehungsstraße verläuft. Diese überqueren wir und sind sogleich auf dem Isar-Radweg. Dieser "Geheimtipp" erspart das Hinunterschieben auf einer viel zu weit an der Wand bzw. am Geländer angebrachten Schiene neben der Treppe, die von der Brücke ebenfalls hinunter führt. Zügig rollen wir nordwärts zunächst rechts der schon breiter gewordenen und nicht mehr so schön grünen Isar gen Bad Tölz (18.000 Einwohner). Vor Arzbach ist ein Seitenwechsel fällig. Nach 11 km und nicht mal einer Stunde sind wir schon in Bad Tölz und fahren bzw. schieben über die Brücke und dann durch die Fußgängerzone den Berg hinauf. Schön bemalte Bürgerhäuser schmücken die belebte Straße.

Bad Tölz liegt im mittleren Isartal, am nördlichen Eingang zum Isarwinkel, von wo man einen herrlichen Blick auf die bayerischen und Nordtiroler Kalkalpen hat. Sehenswert ist das Ensemble der Marktstraße mit den breitgelagerten Häusern der Tölzer Kaufleutefamilien und Patrizier im barocken Stil, welche allesamt mit Fassadenmalereien (Lüftlmalerei) geschmückt sind. Hervorzuheben sind dabei der Khanturm von 1353, die alte Posthalterei von 1600, das Sporerhaus, das Moralthaus und das Alte Rathaus mit dem Zwiebelturm aus dem 15. Jahrhundert, das ehemalige Mädchenschulhaus (1843 bis 1982) von 1588, der Marienstift, das Höckhenhaus und das Pflegerhaus Kaspar Winzerers des II. von 1485. Im Keller des heutigen Metzgerbräus (Burgkeller) unterhalb der Stadtpfarrkirche sind bis heute Gewölbeüberreste der ersten Tölzer Burg erhalten. Das letzte Tölzer Schloss stand, bis es 1770 wegen eines Unwetters zu weiten Teilen einstürzte, an der Stelle des heutigen Schlossplatzes und des neuen Rathauses, das 1772 erbaut wurde und ab 1779 als Sitz des Landrichters diente.
Quelle und mehr: Wikipedia

Plattfuss auf dicken Steinen und schlammige Wege

Wenige Kilometer hinter Bad Tölz verlässt der Isar-Radweg das Flussufer und biegt links ab hoch hinauf gen Rothenhain. Es gilt einige kräftige Steigungen zu bezwingen. Der Weg wird schlechter und ist mit Kieselsteinen unterschiedlicher Größe gespickt. Ein unglücklich heftiger Aufprall des Hinterrades führt zu einem Platten. Wir finden, mitten im Wald gestrandet, im Schlauch einfach nicht den Luftaustritt. Wasser ist keines vorhanden. So fahre ich vom Malerwinkel die knapp 5 km nach Geretsried zum im Radwanderführer eingezeichneten Fahrradhändler und kehre mit neuem Mantel und Schlauch zurück zu meinem Mitradler. Bald ist die Panne behoben, was uns immerhin rund eineinhalb Stunden an Zeit gekostet hat. Zu allem Überfluss beginnt es zu regnen und hört nicht mehr auf, bis wir unser Quartier in Grünwald erreichen. 

Unterwegs müssen wir uns über von Holzfällern malträtierte und verschlammte Wege kämpfen, pausieren nochmal im Stoiber-Wohnort Wolfratshausen und machen  nach einigen komfortableren Kilometern entlang des zum Zwecke der Stromgewinnung angelegten Isarkanals einen Abstecher zum Kloster Schäftlarn, wo wir uns bei Kaffee und Kuchen für die letzte Etappe stärken. Gegen 16.30 Uhr erreichen wir Grünwald, etwa 16 km vor München gelegen. Unterwegs sind allerdings auf teils schlechten Wegen und einige Anstiege zu bewältigen.

Fazit: Hätte besser laufen können. Die Isar hat sich über lange Strecken, oft hinter grünem Buschwerk, dünne gemacht. Der Regen und die Panne haben auch nicht zur Verbesserung der Stimmung beigetragen. Egal: Der Abend ist einem Fußmarsch zur Burg Grünwald vorbehalten. Und morgen soll es ja immerhin mit Unterbrechungen regnen: Schauerwetter ist angesagt.

 

Tag 3: Nach Landshut (101 km)

Soviel vorweg: Außer einem Schauer in München blieb es trocken, manchmal schien sogar die Sonne. Also fast ideales Radelwetter für diese 100-km-Etappe nach Landshut. In Grünwald fanden wir schnell den Isar-Radweg wieder, radelten allerdings, weil dieser ziemlich aufgeweicht war von dem heftigen Regen in der Nacht, eine Etage höher: auf der Hochleite, die parellel zur Nördlichen-Münchner Straße verläuft (oder gleich daneben auf recht guten Wegen). Vorbei an Pullach und Geiselgasteig sickern wir durch München, meistens im Grünen. Da mein Mitradler sich auskennt (er lebt in der Gegend), werde ich auf die wichtigsten Sehenswürdigkeiten am Radweg aufmerksam gemacht wie das Maximilianeum (Bayerischer Landtag) und das Deutsche Museum. --- mehr über München bei Wikipedia

Klar, dass man München so nicht kennenlernt. Wer das möchte, muss dort einige Tage verweilen. Wir radeln weiter entlang der Isar, meistens in einem Grüngürtel, der oft den Blick auf den Fluss verstellt. Die Isar ist ja nicht schiffbar, hat aber viele Wehre, wo das Wasser mächtig rauscht. Der oft parellel verlaufende Isar-Kanal treibt Turbinen zur Stromerzeugung an.

Der Mittlere-Isar-Kanal ist ein Kanal parallel zum Mittellauf der Isar; er zweigt im Norden von München rechts von der Isar ab und mündet nach etwa 64 Kilometern bei Landshut wieder in den Fluss. Der Kanal bildet mit sieben Wasserkraftwerken eine Kraftwerkstreppe, um das Gefälle von insgesamt 109 m zur Stromerzeugung zu nutzen. Quelle: Wikipedia

Ismaning recht und Garching links der Flusses bleiben zurück. Hinter Erching, wir haben gut 40 km geschafft, erfüllt plötzlich ohrenbetäubender Lärm die Luft. Riesige Flugzeuge überfliegen uns im Drei-Minuten-Takt. Die Leute tun mir leid, die hier leben und das ertragen müssen. Bei Achering unterqueren wir die S-Bahn-Linie zum Flughafen München, der ins Erdinger Moos gebaut worden ist und nun sogar erweitert werden soll. Ob die Bürgerinitiative gegen eine neue Startbahn siegt oder die Wirtschaft, wird sich zeigen.

Immer nah am Fluss radeln wir auf gut ausgebauten Schotterwegen gen Freising. Erstaunlich, dass kaum mal ein Stück Radweg asphaltiert ist, man aber dennoch gut und meist ganz komfortabel vorankommt. Andere Wegebauer können hier viel lernen ...

Wir erreichen Freising, eine wirklich sehenswerte Stadt mit rund 46.000 Einwohnern, die von einem mächtigen zweitürmigen Dom überragt wird. Es lohnt, mal einen Blick hinein zu werfen: wunderschöne Fresquen und Deckenmalereien sowie prachtvoll vergoldete Altäre beeindrucken den Betrachter.

Seit 1040 befindet sich am Berg Weihenstephan die älteste noch existierende Brauerei der Welt. Der Freisinger Dom hat heute den Rang einer Konkathedrale. Hier finden die Priesterweihen des heutigen Erzbistums statt. Im Ursprung geht der Dom auf eine Marienkirche um das Jahr 715 zurück, die nach Bränden zweimal neu erbaut (860 und 1159) und barock umgestaltet (1619 und 1724) wurde. Seinen wuchtigen Bau hat er den Steinmetzen der Romanik, die Durchwölbung des Langhauses (1481) der Gotik und seine reiche Ausstattung dem Barock zu verdanken. Quelle und mehr: Wikipedia

Ab Freising geht es wieder am grünen Isarstrand weiter. Wir radeln naturnah, aber nun wird die Fahrt doch allmählich eintönig. In Moosburg wird es plötzlich unerwartet spannend. Radwegweiser zeigen nicht mehr nach Landshut, sondern nur noch nach Freising und Moosburg. Nach einigen Irritationen finden wir dann aber anhand der Karte doch den richtigen Kurs wieder. Wir passieren den "Ausgleichsweiher" im Naturschutzgebiet Mittlere Isarstauseen. Das Land wird immer flacher und landswirtschaftlich intensiv genutzt. Mais und Korn gedeihen am Wegesrand.Nach dem Uppenburn Stausee bei Eching radeln wir parallel zur B 11 nach Landshut.

Am Abend steht natürlich noch ein ausgiebiger Spaziergang an. Vor allem die Burg Trausnitz und die wunderschöne Innenstadt muss man sich anschauen. Ein echtes Erlebnis. Nach diesem zusätzlichen Fußmarsch sind wir echt geschafft. Aber diese Stadt hat es verdient, dass wir uns nochmal richtig reingekniet haben in ihre Erkundung-

Lebendiges Landshut 
Landshut hat fast 68.000 Einwohner und wächst nach Auskunft unseres Taxifahrers, der uns vom Quartier in Piflas in die City kutschiert, rasant. In der seit 1967 bestehenden Produktionsstätte des Automobilbauers fertigen heute etwa 3.300 Menschen Zylinderköpfe, Stoßfänger, Kunststoffkomponenten und andere Einzelteile an, die in fast allen Produkten des Unternehmens zum Einsatz kommen. Der zweitgrößte Arbeitgeber des produzierenden Gewerbes ist der Motor- und Ventilatorenhersteller ebm-papst. Der Weltmarktführer in der Luft- und Antriebstechnik beschäftigt in seinem drittgrößten Standort ungefähr 1000 Menschen. Weitere überregional bedeutende Unternehmen sind Schott Electronics sowie Brandt Zwieback-Schokoladen, die jeweils knapp 600 Menschen an ihren Standorten in Landshut beschäftigen.

Das Oberzentrum an der Isar wird wegen der im Stadtwappen zu sehenden drei Helme gelegentlich auch Dreihelmestadt genannt. Durch die Landshuter Hochzeit, bei der alle vier Jahre die Heirat Herzog Georgs des Reichen und Hedwigs nachgespielt wird, und sein gotisches Stadtensemble mit der Burg Trausnitz und der Martinskirche, deren Turm der höchste Backsteinturm der Welt ist, ist Landshut über die Grenzen Niederbayerns hinaus bekannt.

Am höchsten Punkt des Steilhanges über der Isar, auf einer Höhe von über 500 m ü. NN, thront die Burg Trausnitz, deren Vorläufer bereits seit dem Jahr 1150 erwähnt sind und als „Hut und Schutz des Landes“ der zukünftigen Stadt an der Isar ihren Namen geben sollte. Die ältesten Teile der heute noch stehenden Wehranlage stammen noch aus der Zeit der Stadtgründung von 1204.
Quelle und mehr: Wikipedia

Tag 4: nach Plattling (74 km)

Der letzte Tag der Isar-Radtour. Die Wettervorhersage lässt nichts Gutes ahnen. Dennoch starten wir wie geplant um 9 Uhr von unserem ausgezeichneten Quartier in Ergolding-Piflas auf die Schlussetappe. Der ausgeschilderte Radweg verläuft, anders als im Radwanderführer dargestellt, auf der linken Seite des Flusses. Von Piflas geht's zunächst entlang der Kleinen Isar bis zum Beginn des Altheim-Stausees, wo wir auf eine unüberwindliche Absperrung stoßen: Umleitung. Der Uferweg ist "aus Sicherheitsgründen" gesperrt.

In einem großen Bogen radeln wir nun zunächst nach Norden, dann ostwärts nach Ohu. Dort öffnet der Himmel, nahe des Atomkraftwerks, seine Schleusen das erste Mal. In einem Buswartehäuschen schützenn wir uns vor dem herunter prasselnden Nass. Am Ende des Sees, direkt hinter dem Kraftwerk, erreichen wir wieder den in der Karte dargestellten Isar-Radweg. Rechts des nun sehr breien, kanalähnlichen Stromes geht es, wieder mal meistens rechts und links von Grün umgeben, zügig voran. Der Untergrund besteht überwiegend aus Schotter oder Asphalt, ist durchweg gut befahrbar. Auch die Beschilderung ist meistens gut, obwohl man sich hin und wieder einen "Bestätigungspfeil" wünschen würde.

Am Ende des Stausees Dingolfing liegt das gleichnamige 18.500 Einwohner zählende Städtchen Dingolfing, Standort eines großen BMW-Werks. Nach 32 km ist es Zeit für eine der Kaffeepause. Gut gestärkt, erklimmen wir den Berg mit der Herzogsburg und dem Museum Dingolfing, das eine ungewöhnlich gestaltete Giebelwand aufweist. Der Aufstieg lohnt sich also nicht nur wegen des schönen Ausblicks. Durch einen Tunnel radeln wir zum Busbahnhof mit vorbildlicher Toilettenanlage. Nach einem weiteren heftigen Regenschauer rollen wir durch die Innenstadt zurück an die Isarbrücke, wo wir wieder den Radweg unter die Räder bekommen.

Dingolfing hat eine bemerkenswerte Stadtanlage: Die eigentliche Kernstadt mit dem Marienplatz (früher: Wollerzeile), der platzartig geweiteten Bruckstraße und die ehemalige Handwerkerzeile Lederergasse sowie der Pfarrkirche St. Johannes wird von einer Oberstadt überragt, die sich auf einer Erhebung befindet, die nach drei Himmelsrichtungen abfällt. Beide Stadtteile sind an ihrer einzigen historischen Verbindung, dem Steinweg, durch ein innerstädtisches Tor, den Reiserbogen geschieden. U. U. kann man in dieser Dichotomie eine Doppelgründung erkennen: Während die wittelsbachischen Herzöge in der Oberstadt Fuß fassten, versuchte sich der Bischof von Regensburg in der Unterstadt zu behaupten, ehe die Wittelsbacher im Zuge ihres Landesausbaus den Bischof im 13. Jahrhundert aus der Stadt drängten und die Gesamtstadt in ihrer Hand vereinigten. Quelle und mehr: Wikipedia

Wieder geht es durch Grün mit seltenen Ausblicken auf den Fluss. Kurz hinter dem "Widder", dem Nachbau einer historischen Wasserförderanlage, gießt es wieder Mal in Strömen. Wir retten und, kurz vor Landau, unter die Brücke der B 20. Das Städtchen ist am Radweg seltsamerweise nicht einmal ausgeschildert. Dennoch fahren wir hoch zum Marktplatz, kehren aber schnell wieder um. Wir wollen die gerade herauskommende Sonne lieber nutzen, um ein gutes Stück voranzukommen.

Der Weg führt nun flussnah, wieder von Grün umrahmt, nordwärts bis Plattling. Dort angekommen, beschließen wir ansgesichts der wieder drohenden Regenwolken, die Tour zu beenden und zum Bahnhof zu fahren. 20 Minuten später geht bereits der Zug nach München. Passt!

Wegen Hochwassers fährt die Fähre über die Donau zwischen Thundorf und Niederaltaich nach Auskunft eines Radlers an diesem Tag sowieso nicht, und in Deggendorf waren wir beide schon mehrfach. Denn dort führt ja der Donau-Radweg entlang ...

Fazit: viel Grün, allerhand Wasser von oben, meistens ein ruhiges Radeln auf durchweg guten Wegen. Und bis Deggendorf ist es dann auch nicht mehr weit ...

Die DVD zur Tour

Etappen/Entfernungen 
Kastenalm/Isar-Ursprung-Lenggries 86 km 
Lenggries-Grünwald 65 km
Grünwald-Landshut 101 km
Landshut-Plattling 74 km

Link

Schönes Video bei YouTube

Radwanderführer bikeline

zurück zur Hauptseite

Spickzettel
Route:
Isar-Radweg
Start/Ziel:
Scharnitz/Österreich, Deggendorf/Donau 
Bahnanreise:
Scharnitz
Länge:
ca. 300 km
Schwierigkeit: im oberen Teil mittel, im unteren Teil leicht (siehe Bericht) 
Übernachten: Quartiere siehe Bericht(e)
Internet: offizielle Homepage
Radwanderführer bestellen: siehe unten 
Höhenprofil und Karte
GPS-Track (auch für bikeline-Käufer)

Tourstart auf dem Parkplatz in Scharnitz

Seltene Pflanzen und steinerne Kunstwerke finden sich vor allem im Oberlauf der Isar

Tolle Kulisse: rauschendes Wasser und steile Gebirgswände.

Auch die Rindviecher genießen anscheinend die imposante Kulisse.

Ein Gebirgsbach bahnt sich den Weg durch die Schottermassen.

Bayerischer Humor ...

Lüftlmalereien schmücken Häuser und Kirche in Mittenwald.

St. Jakob in Wallgau

Die Isar wird in Bad Tölz von einer Kapelle 
überragt.

Durch München und danach radeln wir vielfach zwischen grünen Sichtblenden.

Das Kloster Schäftlarn liegt kurz vor Grünwald.

Der Isar-Radweg führt mitten durch München.

Isar bei Ismaning

Schönes Städtchen: Freising.

Der Freisinger Dom

In Landshut lohnt sich ein Besuch der Burg Trausnitz. Die Martinskirche hat den höchsten Backsteinturm der Welt.

Altstadt Landshut und Burg Trausnitz.

Bei Regen passieren wir das Kernkraftwerk Ohu ganz nah.

Ein sehenswertes Museum befindet sich hoch über der Stadt Dingolfing.

Von Plattling aus ist es nicht mehr weit bis zur Isar-Mündung in die Donau.

Plattling

Blick auf Deggendorf



Radtouren-DVDs - ideal für Beamerschauen
Info und bestellen hier