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Autor: Dieter Hurcks Copyright 5/2011

Von Melle nach Osnabrück. 
Die erste Etappe des offiziell 325 km langen Hase-Ems-Radweges führt uns von Melle nach Osnabrück. Übersicht - Teil 2 - Teil 3

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Hase-Ems-Radtour (1)

Zwei-Flüsse-Rundtour im Osnabrücker Land und im Emsland

Eine rund 330 km lange Tour über vier bis sechs Tage ist die Hase-Ems-Tour. Sie verläuft weitgehend flach und kann höchstens durch Wind beeinträchtigt werden. Nur im ersten Teil zwischen Melle und Osnabrück, an dem die Hasequelle liegt, sind ein paar Steigungen zu absolvieren. Landschaftlich ist allerdings gerade diese erste Etappe besonders reizvoll. Hit ist die Bifurkation.

1. Etappe: Melle-Osnabrück, 67 km - Strecke in Google Earth anschauen (muss auf Ihrem PC installiert sein) - KMZ

April 2011. Ein richtiger Wonnemonat. Zeit für die erste Mehrtagestour des Jahres. Es soll gemächlich angehen, weshalb wir die 325 km lange Hase-Ems-Tour gewählt haben.

Zuganfahrt nach Melle bei Osnabrück. Das Höhenprofil des Radwanderführers lässt anfangs ein paar Steigungen erwarten.

Übernachten am Hase-Ems-Radweg Osnabrück

Nach einer kurzen Stippvisite in Melles Fußgängerzone und ein paar Fotos von Rathaus, Dampfmaschine und Wasserpark, radeln wir südwärts gen Wellingholzhausen, das wir letztendlich fast gänzlich umrunden, immer wieder mal den markanten Kirchturm als Erkennungszeichen im Blick.

Melle
In der Stadt Melle gab es viele Ackerbürgerhäuser, die als Fachwerkbauten errichtet waren. Die meisten sind bei einem großen Brand im Jahr 1720 zerstört worden. Die sogenannte Alte Posthalterei Melle in der Haferstraße hat diese Katastrophe überstanden.

Zu den wenigen erhaltenen Fachwerkgebäuden zählt die Alte Posthalterei Melle in der Haferstrasse. Dieses Gebäude wurde 1644 errichtet. Quelle 

Zur Hasequelle
Der eigentliche Anlass, diesen Rundkurs einzubauen, ist die Hasequelle, die nicht, wie zunächst vermutet und von einigen befürchtet, auf einer Bergkuppe liegt. Wobei das Wort Quelle an diesem Tag eine Worthülse bleibt. Denn nichts sprudelt aus der Erde, die Hase ruht still. Aber wir waren ja durch eines der vielen Erläuterungsschilder in dieser Hinsicht vorgewarnt worden.

Neben der durchweg ausgezeichneten Wegequalität können wir den Initiatoren dieses Rundwanderweges eines ganz sicher bescheinigen: Es gibt viele lesenswerte und hilfreiche Informationen am Wegesrand, die den Slogan „Reisen bildet“ verifizieren. Und ab Osnabrück zudem riesige, schräg aufgestellte Papierkörbe, in die man den Abfall bei einigermaßen guter Zielsicherheit sogar während der Fahrt einwerfen kann.  

Verdrehte Wegweiser
Was uns missfiel war, dass viele Radwegweiser verdreht waren. Ohne Karte und Kompass hätten wir uns sicherlich ein paar Mal gehörig verfahren. Aber sicherlich wird das noch bei einer Kontrollfahrt abgestellt.

Nachdem uns ein kräftiger Regenschauer vorübergehend in die Regenkleidung zwang, klarte es ebenso kräftig wieder auf, weshalb unsere Bekleidung bald reduziert werden konnte. Der bis dahin schöne April war zurück.

So erreichten wir bei leicht wolkengedämpftem Sonnenschein die Hasebifurkation. Dahinter verbirgt sich das recht seltene Phänomen, dass sich ein Wasserlauf teilt und seine beiden Arme in unterschiedliche Flüsse münden. Hier sind dies Hase und Else.  

Hasebifurkation
Bei Wikipedia erfahren wir: Eine Bifurkation (von lat. furca = die Gabel) kann von einem fließenden Gewässer gebildet werden, wenn es in ein flaches Gebiet einer Wasserscheide gelangt und sich dabei in die Einzugsgebiete zweier benachbarter Flusssysteme verzweigt. Das Wasser erreicht somit über zwei verschiedene Ströme das Meer. ....

Die Else zweigt von der Hase ab und fließt über die Werre der Weser zu. Die Hase fließt der Ems zu. Die Bifurkation bei Melle-Gesmold war ursprünglich vermutlich nur periodisch und wurde im 15. oder 16. Jahrhundert von einem Müller oder von den Besitzern des Schlosses Gesmold zur Nutzung des Wassers zu einer ständigen Bifurkation ausgebaut. In der Folge wurde bei Kriegen und Streitereien der eine oder andere Arm wiederholt zugeschüttet. Quelle und mehr

Die landschaftlich äußerst reizvolle erste Etappe war mit einigen Steigungen gespickt, deren Bezwingung uns aber immer wieder mit herrlichen Ausblicken in die weite Landschaft und in reizvolle Täler belohnte. Direkt ins Auge fallen die vielen Biogasanlagen in der Gegend, die natürlich nach Futter verlangen. Und was setzen sie vor allem in Energie um: Mais. Zum Glück waren die Maispflänzchen gerade erst gekeimt, so dass dieses Getreide uns noch nicht den Blick in die im April/Mai besonders herrliche Landschaft verstellte, wie es im August und September der Fall sein dürfte.

Ein kleines Juwel ist das Schloss Ledenburg, ein nahezu unzugängliches Wasserschloss in privatem Besitz. Bei www.burgen-und-schloesser.net  erfahren wir zur Geschichte des Schlosses, das zur Gemeinde Bissendorf gehört:

Schloss Ledenburg wurde im 15. Jahrhundert durch die Familie Leden geprägt. Dabei handelte es sich um ein kleines, aber reiches Adelsgeschlecht, das zu den Patriziern von Osnabrück gehörte. Die Familie stammte ursprünglich aus Tecklenburg, wurde aber schliesslich in Osnabrück als Fernhändler erfolgreich. Zu ihren Besitzungen im Umland gehörte die Holter Burg. Diese im 10. Jahrhundert errichtete Höhenburg wurde vermutlich zu Beginn des 14. Jahrhundert zerstört, so dass man nur wenige Jahre später die Neue Burg Holte errichtete. Diese wurde fortan von der Familie Leden als Residenz genutzt und erhielt dadurch den Namen Schloss Ledenburg. ... Noch heute wird Schloss Ledenburg von einer Familie bewohnt. Es kann aus diesem Grund auch leider nicht besichtigt werden.  Quelle und mehr

 

Kaum Einkehrmöglichkeiten
Leider ist die Gastronomie am Hase-Ems-Radweg in dieser Region spärlich gesät. Erst in Lüstringen fanden wir – halb verhungert und verdurstet - beim dortigen Sportplatz nahe der Bahnlinie Osnabrück-Bielefeld eine Einkehrmöglichkeit: gut, günstig und wirklich empfehlenswert. Von dort führte uns die exakte Beschilderung dann direkt zum Hauptbahnhof Osnabrück, wo es beim Service Point (Auskunftsschalter) der Deutschen Bahn einen Stadtplan gab, der uns zügig zu unserem Quartier geleitete.

Was nach diesem Tag in Erinnerung bleibt: Mittelgebirgsähnlicher Landschaftscharakter, einzelstehende zum Teil stattliche Gehöfte mit imposantem Baumbestand und parkähnlichen Gärten, schöne Ausblicke und jede Menge Grün.



Der Dom zu Osnabrück.

Osnabrück-Porträt

Osnabrück ist nicht nur neben Münster eine der beiden Städte des Westfälischen Friedens, sondern tut auch viel für das Radfahren. So war im Frühjahr 2011 gerade diese Nachricht auf der Homepage der Stadt aktuell:

Wegweisung für Radfahrer wird verbessert: Frühlingszeit ist Radfahrzeit. Mit dem Radverkehrleitsystem Osnabrücker Land (RAVELOS) ist seit 2002 ein hochwertiges Wegweisungssystem vorhanden. Auf den ausgeschilderten Routen, wie der Hase-Ems-Tour oder der Osnabrücker Rund-Tour, können Radfahrer die Stadt Osnabrück und das Osnabrücker Land "mit dem Drahtesel" entdecken. Damit sie die ausgeschilderten Routen noch entspannter fahren können, werden in den nächsten Wochen die weiß-grünen Zwischenwegweiser durch so genannte Routenwegweiser ersetzt.

Osnabrück in Kürze: Als Zentrum einer Wirtschaftsregion mit rund 700000 Einwohnern, die in Niedersachsen liegt und Nordrhein-Westfalen berührt, hat Osnabrück von jeher eine führende Rolle gespielt. Ihre Existenz verdankt die drittgrößte Stadt Niedersachsens einer weitsichtigen Standortentscheidung Karls des Großen vor mehr als 1200 Jahren. Er gründete 780 eine Missionszelle an einem Knotenpunkt alter Handelsstraßen.

Einen Platz in der europäischen Geschichte erhielt Osnabrück als Verhandlungsort des Westfälischen Friedens (1648). Mit rund 163000 Einwohnern ist Osnabrück wirtschaftliches und kulturelles Oberzentrum im westlichen Niedersachsen und Herzstück des Osnabrücker Landes.

Zu sehen gibt es jede Menge. Zum Beispiel den Dom:
Der Dom Sankt Peter, die Kathedralkirche des Bistums Osnabrück, zählt zu den Meisterwerken spätromanischer Baukunst. Der erste Dom wurde 785 geweiht. Nach einem Brand um 1100 wurde auf den Resten der Mauern des zweiten Doms das dritte Gotteshaus mit dem mächtigen achteckigen Vierungsturm errichtet. Quelle und mehr  

Teil 2: Osnabrück-Löningen - Übersicht

Etappen
1. Melle-Osnabrück 67 km KMZ (Google-Earth-Datei)
2. Osnabrück-Löningen 103 km KMZ
3. Löningen-Lingen 88 km KMZ
4. Lingen-Osnabrück 105 km

Natürlich können auch kürzere Etappen gewählt werden. Gute Eisenbahnanbindung, dadurch Einstieg/Ausstieg fast überall möglich.

 

Homepage Hasetal-Touristik

Radwanderführer
 




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Bikeline-Radwanderführer Hase-Ems-Tour.



Radwegweiser beim Start in Melle.



Historische Dampfmaschine in Melle.



An der Hasequelle.



Radeln nach dem Regenschauer.

Hasebifurkation: Ein Abfluss bildet die Hase, der andere die Else.




Unzugänglich: Schloss Ledenburg bei Bissendorf.




Fachwerkhäuschen auf Privatgrundstück am Wegesrand.

Osnabrücker Rathaus.



Das Hegertor in Osnabrück.

Osnabrück punktet u.a. mit tollen Fachwerkhäusern.



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