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Autor: Dieter Hurcks Copyright 8/2015

Von der Moselmündung bis nach Köln. 
Der Rhein ist an beiden Ufern mit Radwegen ausgestattet, so dass man vor der Wahl steht: linksseitig oder rechts? Dieser Radreisebericht beschreibt eine Tour auf der linken Rheinseite von Koblenz nach Köln. Mosel linksseitig - Eifel

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Quartiere an
Fernradwegen in
Deutschland

Rhein linksseitig

Eine Radtour von Koblenz nach Köln
 
Den Rheinradweg habe ich in Teilen schon mehrfach befahren. So bei der Radtour von Altenbeken nach Bingen (an Lippe, Ruhr, Rhein, Erft - dazu gibt es eine DVD), bei der Fünf-Flüsse-Tour an Sieg, Rhein (Bonn-Linz), Ahr, Kyll und Mosel sowie bei der Quer-durchs-Land-Tour von der Sieg-Mündung nach Köln. Auch von Duisburg nach Emmerich und von Konstanz nach Mainz bin ich bereits geradelt und habe dabei erste Erfahrungen mit langen Touren gesammelt.

So bietet die Etappe von Koblenz nach Köln am linken Ufer folglich viele Déja-vue-Erlebnisse. Nach der Mosel-Tour bietet es sich an, gleich auf der linken Seite des Flusses zu bleiben. Es sei denn, man will Koblenz einen Besuch abstatten, was sich natürlich auf jeden Fall lohnt.

Der Rhein-Radweg nach Bad Breisig

Koblenz und das Deutsche Eck kenne ich jedoch zur Genüge von früheren Touren und will wegen des stärker werdenden Regens möglichst schnell an den Rhein. Wegen einer großen Brückenbaustelle an dem Moselübergang nach Lützel ist das allerdings schwieriger als gedacht. Hinzu kommt, dass auch noch der Rheinradweg umgeleitet ist. Er führt um ein riesiges Fabrikgelände und erreicht dann endlich den Rhein. Bei Wallersheim ist endlich Schluss mit dem Autolärm - aber nur vorübergehend. Vor St. Sebastian hört der Regen auf und ich gelange, vorbei am nie in Betrieb gegangenen Atomkraftwerk Urmitz, flott nach Andernach

Auf der anderen Rheinseite zieht Neuwied mit dem Schloss Engers vorbei. Ich unterquere die Raiffeisenbrücke, eine sehenswerte Hängebrücke. Sie verbindet Neuwied und Weißenthurm und ist Teil der Bundesstraße 256. Wegen des seinerzeit neuen Bau- und Verschiebeverfahrens galt sie als technische Spitzenleistung. Um nicht während der vierjährigen Bauzeit den Autofahrern lange Umwege zuzumuten, entschloss man sich, die neue Brücke direkt neben der während der Bauzeit weiterhin benutzten alten Brücke zu bauen und später zu verschieben. Der Spatenstich neben dem Neuwieder Brückenkopf erfolgte am 27. Juni 1974. Am 28. September 1978 wurde die Brücke offiziell dem Verkehr übergeben. Die Höhe des Pylons beträgt 91,77 m (88 m über der Fahrbahn).

Hinter Kaltenengers nähert sich der Rheinradweg wieder der Straße. Nun tobt in Hörweite der Verkehr, so dass das Radeln hier nicht so richtig Spaß macht. Auch vor und hinter Andernach ist laut. Vor dem Ort ist noch ein Industriegebiet weiträumig zu umgehen, in das ich fast hineingefahren wäre, weil ich wohl einen Radwegweiser übersehen habe. Ein Arbeiter, der gerade Feierabend hat und mit dem Rad nach Hause fährt, weist mich auf den Fehler hin ("Sackgasse!!!") und hilft mir auf den rechten Weg zurück.

Andernach gehört zu den ältesten Städten Deutschlands und feierte im Jahr 1988 ihr 2000-jähriges Bestehen. Sie hat rund 30.000 Einwohner und ist industriell geprägt (Weißblech, Pharmazie, Chemie).

Das Wahrzeichen der Stadt ist der „Runde Turm“. Dieser Wehrturm bildet den nordwestlichen Eckpunkt der Stadtmauer. Als Wartturm der Stadtbefestigung wurde er in den Jahren 1440 bis 1453 errichtet. Er besitzt drei Geschosse und ein Giebelgeschoss. Bei einer Höhe von 56 Metern bis zur Turmspitze und bis zu 5 Meter dicken Mauern ist er der höchste Wehrturm am Rhein und einer der größten mittelalterlichen Wehrtürme überhaupt. Quelle  und mehr: Wikipedia

Nach der Durchfahrt des sehr schönen Andernacher Uferbereichs führt der Radweg, vorbei am Schiffsanleger und einem Kiosk, kurz hinter dem Alten Kran direkt unter der B89-Hochstraße gen Namedy, wo es vorübergehend wieder ruhiger wird. Am anderen Ufer erkenne ich Leutesdorf, wo ich auf einer anderen Tour auf der rechten Rheinseite schon einmal übernachtet habe. Mitten durch den Ort rauschen in kurzen Abständen die Züge. Aber auch neben dem Radweg rauscht bald wieder der Verkehr.

Eigentlich wollte ich in Andernach übernachten. Aber in meinen Adresslisten habe ich nur mehr oder weniger teure Hotels gefunden. Gasthäuser, Pensionen oder gar Privatvermieter, welche ich auf Radtouren bevorzuge: Fehlanzeige.

Daher rufe ich eine Adresse aus dem Bikeline-Radwanderführer in Bad Breisig an und habe anscheinend mal wieder den richtigen Riecher: Die Privatpension liegt in der Eulengasse nur 70 Meter vom Rhein entfernt.

Bis dorthin geht es aber noch entlang der lauten B89, vorbei an dem durch sein Mineralwasser bekannten Ort Brohl, wo der Vulkanexpress verkehrt, und unterhalb der Burg Rheineck.

Limes-Radweg

In Bad Breisig, an der schönen Uferpromenade, gibt es verschiedene Restaurants - darunter gleich mehrere Italiener. Und es gibt Ruhe: keine Autos, keine Güterzüge, nur gleichmäßig auf dem großen Strom dahintuckernde Schiffe. Und einen schönen Blick auf Bad Hönningen am anderen Rheinufer gibt es obendrein, wo der Deutsche Limes-Radweg beginnt und das Schloss Arenfels vom Berg grüßt. Der verdiente Lohn  für den mehr als einstündigen Kampf gegen den Regen!

Bad Hönningen in der Abendsonne

In Bad Hönningen wurden beim Bau von Gebäuden im 19. und 20. Jahrhundert Relikte aus der Römerzeit und aus der Frankenzeit gefunden. Die heutige Stadt Bad Hönningen lag nördlich, in unmittelbarer Nähe des Limes. Aufgrund der Funde aus der Römerzeit kann davon ausgegangen werden, dass hier bereits vor rund 1.800 Jahren gesiedelt wurde.
Im Jahr 1894 wurde die erste Kohlensäurequelle erbohrt. Weitere Quellen folgten, und im Jahre 1895 wurde das erste Badehaus erbaut. 1950 erhielt die Gemeinde von der Landesregierung Rheinland-Pfalz den Titel „Bad“.

Der Limes-Radweg ist ein rund 818 Kilometer langer Radwanderweg zwischen Rhein und Donau. Er folgt dem Obergermanisch-Raetischen Limes, einem römischen Grenzwall aus dem ersten bzw. zweiten Jahrhundert n. Chr., der seit 2005 Weltkulturerbe der UNESCO ist.

Der Deutsche Limes-Radweg verläuft durch vier Bundesländer und durchquerte dabei mehrere Naturparks wie das  Altmühltal. Da der Radweg meist durch ruhige, unberührte Landstriche abseits von Großstädten verläuft, ist er neben Geschichtsinteressierten auch Naturfreunden zu empfehlen. Die Strecke ist sehr bergig und kann daher Ungeübten und Familien mit Kindern nicht empfohlen werden. Quelle und mehr: Wikipedia

Der zweite Abendspaziergang entlang des Rheins wird dann sogar idyllisch: Die untergehende Sonne im Westen des hier genau in Ost-West-Richtung fließenden Stroms zaubert immer neue Lichteffekte an den Himmel und wandelt sogar den metallenen Schornstein einer Fabrik gegenüber im Heilbad Bad Hönningen in ein Kunstwerk. Da passt es akustisch ins Bild, dass eine Gruppe älterer Damen, auf zwei Bänken am Ufer sitzend, das schöne deutsche Volkslied „Kein schöner Land in dieser Zeit“ intoniert.

Königswinter  

Letzte Etappe: Linksrheinisch nach Bonn

Bislang bin ich am Rhein immer auf der Seite von Unkel, Königswinter mit dem Drachenfels und Bad Honnef geradelt. Diesmal führte der ruhige, gut ausgebaute Rhein-Radweg nach Remagen. Bei Sinzig quert er auf einer Holzbrücke die Ahrmündung und verläuft über Kripp direkt zu den Pfeilern der Brücke von Remagen, in denen jetzt ein Museum eingerichtet ist. Eigentlich heißt sie Ludendorff-Brücke.

Diese Brücke war eine Eisenbahnbrücke über den Rhein zwischen Remagen und Erpel. Sie wurde im Ersten Weltkrieg aus militärischen Gründen errichtet und nach General Erich Ludendorff benannt. In der Schlussphase des Zweiten Weltkriegs stellte sie den ersten alliierten Übergang über den Rhein dar. Am 17. März 1945 stürzte sie ein. Besondere Bekanntheit erlangte sie durch den amerikanischen Kriegsfilm "Die Brücke von Remagen" (1969).

Nach 1945 gab es von Seiten der Bundesbahn Planungen, die Brücke wieder aufzubauen. Es wurden dazu konkrete Kostenplanungen aufgestellt. Erst mit der Elektrifizierung der linken und rechten Rheinstrecke ließ man diese Pläne fallen und in der Folge wurden die bis dahin freigehaltenen Zuführungsgleise in Remagen und Erpel aufgegeben. Die Strompfeiler der Brücke wurden schließlich in den 1970er Jahren aus dem Flussbett entfernt. Übrig sind heute nur noch die Brückentürme auf beiden Seiten und Teile der Zufahrtsrampe. Sie stehen ebenso wie der Erpeler Eisenbahntunnel unter Denkmalschutz.
Quelle und mehr: Wikipedia

Das nun enger werdende Rheintal hat zur Folge, dass Auto- und Eisenbahnverkehr dem Radler ab Rolandseck unangenehm nah auf die Pelle rückt. Erst auf Höhe der Insel Nonnenwerth wird es wieder ruhiger. Am anderen Ufer sind Schloss Drachenburg und die Ruine Drachenfels markante Hingucker. Vorbei an Bad Godesberg mit seinen schmucken Villen radle ich unter der Rheinbrücke Oberkassel hindurch am ehemaligen Bonner Regierungsviertel vorbei und biege an der nächsten Rheinbrücke links ab in die Innenstadt und zum Hauptbahnhof, wo eine genau 555 km lange Tour endet.

Über den weiteren Verlauf von Bonn nach Köln habe ich bereits im Rahmen meiner Radtour "Quer durchs Land - von Hannover nach Köln" berichtet: siehe unten "Der Rhein von Bonn nach Köln".

Fortsetzung der Tour auf dem Rhein-Radweg:

Der Rhein von Bonn nach Köln und

Der Rhein zwischen Sieg und Ahr

 

Radwanderführer

 

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Spickzettel
Route:
Rhein-Radweg Koblenz-Köln linksseitig
Start/Ziel:
Koblenz-Bonn-Köln 
Bahnanreise:
Koblenz
Länge:
ca. 110 km
Schwierigkeit: im oberen Teil mittel, im unteren Teil leicht (siehe Bericht) 
Übernachten: Quartiere siehe Bericht(e)
Internet: offizielle Homepage
Radwanderführer: siehe unten 
Rheinradweg komplett

Rhein-Fotoschauen bei YouTube:

Brühl-Koblenz-Bingen inkl. UNESCO-
Weltkulturerbe Oberes Mittelrheintal 

Duisburg-Düsseldorf 

Koblenz-Bonn (linksrheinisch)

Rhein-Radweg bei Wallersheim

Blick auf Neuwied mit dem Schloss Engers (links)

Futuristisch: Raiffeisenbrücke Neuwied.

Ruhige Passagen wie diese hinter Namedy ...

... und lärmige wechseln sich im Rheintal ab.

Uferpromenade in Bad Breisig

Schloss Arenfels gegenüber von Bad Breisig

Rathaus Remagen

Apollinaris-Kirche

Fähre Rolandseck mit Drachenfels im Hintergrund

Tour zuende: Hauptbahnhof Bonn

 

Diese DVD zeigt u.a. Bilder vom Rhein 
zwischen Bonn und Köln.

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