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Autor: Dieter Hurcks Copyright 3/2010

Von Passau nach Ulm (1): Nach Straubing 
Wir hatten den Innradweg befahren und in Passau übernachtet. Nun wollten wir zurück nach Ulm, wo wir unser Auto mitsamt Fahrradanhänger abgestellt hatten. Die erste Etappe führt uns von Passau über Deggendorf nach Straubing - 103 km. Teil 2

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Auf dem Donauradweg von Passau nach Straubing

Die meisten Leute radeln sicherlich den Donauradweg von Donauwörth nach Passau, so wie ich schon 1999. Aber manchmal ist die andere Richtung sinnvoller, denn nicht immer weht der Wind ja aus Westen. Und wer wie wir den gerade Innradweg von St. Moritz bis Passau befahren hat, für den bietet sich natürlich die rund 340 km langeTour von Passau nach Ulm an.

Passau, die Drei-Flüsse-Stadt, ist die Drehscheibe für viele Radtouren. Von hier radeln viele nach Wien und Budapest oder auch den Inn aufwärts. Auf jeden Fall sollte man sich diese herrliche Drei-Flüsse-Stadt einmal etwas genauer ansehen und sich dafür Zeit genug lassen. Besonders die weltgrößte Orgel im Dom und den Aufstieg zur Veste sollte man sich nicht entgehen lassen.

Von Passau nach Straubing (103 km)

Nach der quicklebendigen Stadt Passau radeln wir zunächst am südlichen Ufer aus der Stadt. Bald wird es etwas ruhiger, auch wenn der Verkehr lange noch nicht locker lässt. In Steinbach queren wir bei einem Kraftwerk die Donau.

"Das Kachlet, ein mit Felsen und kleinen Inseln übersäter Donauabschnitt vor Passau, behinderte seit jeher den Schiffsverkehr. So entschied man sich, die fast 20 km lange Gefahrenstrecke zu überstauen. Dazu errichtete die 1921 gegründete Rhein-Main-Donau-AG von 1922 bis 1927 ein Kraftwerk mit Doppelschleuse. Dies war zugleich der erste Schritt zur Schaffung der Großschiffahrtsstraße Main-Donau-Kanal." Quelle und mehr: Wikipedia 

Ab Maierhof verläuft der Radweg neben einer Straße. Im Anschluss an eine kurze Steigung bei Donauhof unterqueren wir bei Schalding die Autobahn 3. Danach wird der Weg flussnah und schön ruhig geführt. Endlich kann man wieder richtig durchatmen. In Gaishofen gibt es einen schönen Biergarten, direkt an der Donau gelegen. Für eine Rast ist es uns aber noch zu früh, so dass wir munter weiterradeln. Auch in Windorf lockt ein Gasthof zur Einkehr: das "Fischerstüberl". Dort kann man auch übernachten.

Die ebene Landschaft zwischen Passau und Bogen nennt sich "Gäuboden" und ist vorwiegend von der Landwirtschaft geprägt - und vom Katholizismus. Kirchen und Klöster reihen sich hier aneinander, denn hier hatten die Fürstbischöfe von Passau einst zu sagen. Dieser Teil des Donauradwegs ist als "Tour de Baroque" ausgeschildert und sehr gut zu befahren. Bald erreichen wir Windorf, einen staatlich anerkannter Erholungsort mit sehenswerter Barockkirche Otterskirchen, einem Aussichtsturm Ebersberg und dem Schloss Rathmannsdorf. Vom anderen Donauufer grüßt Vilshofen herüber. Von Schmalhof führt eine Brücke in den durch zahlreiche CSU-Treffen bekannten Wallfahrtsort.

Die Stadt hat ihren Namen von der Vils, die hier in die Donau mündet. Im Stadtzentrum finden sich zahlreiche alte Bürgerhäuser. Ins Auge fällt auch der Stadtturm, ein Renaissancebau aus den Jahren um 1645. Er war einst Teil einer Stadtbefestigung. Von der Vilsbrücke aus bietet sich ein hübscher Ausblick auf die alte Fischerzeile.

1794 hat ein fürchterlicher Stadtbrand viele der zumeist klassizistischen Bürgerhäuser vernichtet. Ähnlich wie in Passau findet der Besucher aber auch in Vilshofen noch stimmungsvolle Laubhöfe und auch flache Giebel. Ende der Fünfziger Jahre wurden umfangreiche Baumaßnahmen durchgeführt, die der Stadt Hochwasserfreiheit bescherten. Quelle: http://bayerwald.net 

Nach Deggendorf

Von Vilshofen aus kann man beidseitig der Donau radeln. Wir wählen das nördliche Ufer und rollen ufernah bis Hilgartsberg. Hier weichen wir vom ausgeschilderten Weg ab und halten uns näher am Ufer. So queren wir Unterschöllnach, wo es sich im Gasthof der Familie Schmid trefflich und preiswert rasten lässt. Auch im nächsten Ort, in Hofkirchen, sind umfangreiche Hochwasserschutzmaßnahmen sichtbar. Der Ort selbst bietet neben Kirchen und Kapellen als Sehenswürdigkeit die
Burgruine Hilgartsberg und dazu eine schöne Donaupromenade.
Von nun an verläuft der Radweg vorwiegend fern der hier stark mäandernden Donau oder hinter einem Deich, der die Kraft des Wassers zu Hochwasserzeiten erahnen lässt. Wehe, wenn er bricht wie in den 1990er Jahren in Neustadt, als der tiefergelegene Orsteil im Wasser versank. Kurz hinter Winzer kürzen wir eine Donauschlinge ab und erreichen bald Niederaltaich mit seiner Benediktinerabtei.
Gegründet wurde das Kloster 741 (oder 731) von Bayernherzog Odilo. Der heilige Pirmin besiedelte es mit Mönchen aus der Inselabtei Reichenau im Bodensee. Der erste Abt Eberswind gilt als der Redaktor des ersten bayerischen Stammesrechts, der Lex Bajuvariorum (741/43). mehr

Wer Zeit mitbringt, kann den von der Gemeinde im Jahr 2003 eingerichteten „historischen Weg“ abfahren bzw. -gehen. Dieser umfasst 20 Gebäude, deren Geschichte anhand von Beschreibungen und Erklärungen am jeweiligen Objekt wieder lebendig wird. mehr

Hier mündet übrigens die Isar in die Donau. Und auch der Isar-Radweg findet hier seinen Abschluss.

Gegen Mittag erreichen wir Deggendorf. Auf dem wunderschönen Marktplatz gibt es reichlich Auswahl an Essen und Trinken. Da der Himmel sich verdüstert, setzen wir uns gleich "unter Dach" beim Bäcker Wurm und überstehen so während unserer Mittagspause einen leichten Schau, ohne nass zu werden.

Auf der Homepage der Stadt lesen wir: "Deggendorf besitzt neben vielen landschaftlichen Schönheiten auch zahlreiche bauliche und geschichtliche Sehenswürdigkeiten. Trotz aller städtebaulichen Maßnahmen und Sanierungen ist der historische „birnenförmige“ Stadtgrundriss noch vollständig nachvollziehbar. Er wird durchzogen von einem breiten Straßenmarkt, in dessen Mitte sich das historische Alte Rathaus erhebt. Hier im Stadtzentrum schlägt bei verschiedensten Veranstaltungen das Herz Deggendorfs." Und:
"Das Alte Rathaus mit dem gotischen Turm wurde 1535 erbaut und ist eines der Wahrzeichen Deggendorfs. ... Geschichtsträchtig sind auch die beiden, durch Ketten verbundenen Steinkugeln, die an der Südfassade hängen und entweder ein spätmittelalterliches Strafinstrument – die sog. Schandkugeln – oder als miteinander verbundene Kanonenkugeln ein verheerendes Kriegsgerät darstellen. Die historische Türmerwohnung ist im Rahmen einer Stadtführung zu besichtigen."  mehr

Auf nach Straubing

Von nun an radeln wir wieder ganz flussnah entlang des Deiches. Wir passieren Mariaposching mit seiner Dorfkirche und erreichen bald Bogen. Die Stadt gab dem niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen die Hälfte des Namens. Da wir gerade den 1000. Kilometer unserer gesamten 14-tägigen Tour auf dem Tacho haben, kehren wir in einem schönen, ruhigen Hinterhof-Biergarten ein und feiern ein wenig. Lustig wird es, als eine Damenradelgruppe sich zu uns gesellt und eine der Ladys ihre Fahrradtasche auspackt: Fön, Ondulierstab .... Wir staunen, was mancher doch so auf eine Radtour mitnimmt.

Wir dagegen staunen über die Biersorten, die es hier gibt und die im Norden niemand kennt. Kein Wunder: Im Jahre 1860 zählte der Marktflecken Bogen nur ganze 1350 Einwohner (heute rund 10.000), besaß aber nicht weniger als zwölf Brauereien. Der aus dem Mittelalter stammende Stadtplatz ist mit 400 m Länge und 30 m Breite sehr geräumig. Er wird größtenteils von Bürgerhäusern des 17. bis 19. Jahrhunderts gesäumt. 
Die Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt auf dem Bogenberg ist Ziel der ältesten Marienwallfahrt Bayerns (seit 1104).  Quelle: Wikipedia 

Nun sind es nur noch wenige Kilometer bis Straubing. Auch auf diesem Teilstück schlängelt sich die Donau wie wild durchs Land. Ab und zu ist die Beschilderung lückenhaft, doch mit Hilfe von Karte und Kompass finden wir den richtigen Weg. Der Donauradweg lässt manche Schleife jedoch aus. In Straubing-Kagers haben wir ein tolles Quartier mit Schwimmbad, so dass vor dem Stadtbummel ein Sprung ins erfrischende Nass ansteht.



Auf der Homepage der Stadt lesen wir: Die historischen Straubinger Türme grüßen weit hinein ins Land und heißen alle Gäste in der Agnes-Bernauer-Stadt an der Donau willkommen. 8000 Jahre Siedlungsgeschichte haben Straubing geprägt und ihm ein unverwechselbares Flair verliehen. Vieles, was andernorts längst dem Fortschritt geopfert wurde, ist hier noch zu finden: 
Alte Bürgerhäuser, das Herzogsschloss, prächtige Kirchen, Baudenkmäler in reichhaltiger Fülle und vor allem die heitere, unbeschwerte Art der Menschen.
Zu sehen gibt es in Straubing jede Menge: Direkt an der Donau steht trutzig das Herzogsschloss mit seinem einmaligen Rittersaal. ... Als eine der bedeutendsten Hallenkirchen Altbayerns beeindruckt der gotische Backsteinbau der päpstlichen Basilika St. Jakob. Kunsthistorisch hochinteressant sind die barockisierte Karmelitenkirche, neben dem im Mittelalter gegründeten Kloster, und die von den berühmten Gebrüdern Asam gestaltete Klosterkirche der Ursulinen. Unbedingt besuchenswert sind der Friedhof St. Peter und der römische Schatzfund von Straubing im Gäubodenmuseum

Der 68 m hohe, achtgeschossige Feuer- und Wachtturm wurde 1316 grundgelegt und bis in das 16. Jahrhundert mit Türmerwohnung und fünf Spitzen ausgebaut. Er ist das Wahrzeichen Straubings. Von oben eröffnet sich ein herrlicher Blick auf die mittelalterliche Stadtanlage, die Donau, den Bayerischen Wald und den Gäuboden. Quelle und mehr

Teil 2: Von Straubing nach Donauwörth 

Von Passau nach Wien

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Passau-Wien

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Der breitere Inn mit seinem kalkhaltigen, hellgrauen Wasser macht die Donau erst zu einem richtigen Strom.



Tolle Aussichten bieten sich von der Veste.



An diesem Stein vereien sich Donau und Inn.



Im Passauer Dom befindet sich die größte Orgel 
der Welt.



Blick auf das Passauer Rathaus, Donau und Inn.



Am Kraftwerk Steinbach (Richtung Vilshofen) wechseln wir ans andere Ufer.



Im Sommer steht in Vilshofen die "Donau in Flammen": ein tolles Promenadenfest mit spektakulärem musikalischen Feuerwerk. Die
"Flammende Donau" gibt es in Obernzell. 
Foto: Tourist Information Passauer Land



Ein ruhiger Strom: Die Donau bei Gaishofen.





Blick auf Deggendorf mit seinen Türmen.

Straubing


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