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Autor: Dieter Hurcks Copyright 5/2014

Von Bamberg nach Rothenburg o. d. Tauber. 
Auf unserer Nord-Süd-Tour haben wir 2014 eine Strecke von rund 120 Kilometern auf dem Aischtalradweg von Bamberg bis Rothenburg ob der Tauber zurückgelegt. Ein Erfahrungsbericht. - Video bei YouTube

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Fernradwegen in
Deutschland

Aischtalradweg

Durchs Tal der unzähligen Karpfenteiche
 
Der Aischtalradweg führt durch ein Stück "Unbekanntes Deutschland". Er stellt eine hervorragende Verbindung zwischen Main, Regnitz und Main-Donau-Kanal und Tauber dar. Wer Deutschland von Nord nach Süd oder in entgegengesetzter Richtung per Rad durchqueren will, findet hier einen sehr gut zu befahrenen Radweg vor, der allerdings vor Rothenburg ob der Tauber einige Steigungen aufweist.

Radwegweiser in Neustadt

Von der Regnitz zur Tauber

Der rund 120 km lange Aischtalradweg verbindet die Städte Rothenburg ob der Tauber und Bamberg. Auch wenn das Flüsschen Aisch wesentlich kürzer ist und die Quelle sich schon zwischen Bad Windsheim und Burgbernheim befindet, hat er uns auf unserer Nord-Süd-Radroute viel Freude gemacht. Allerdings sind wir entgegengesetzt zur offiziellen Richtung des Radwanderführers von Bamberg nach Rothenburg geradelt. Die Ausschilderung mit dem geschwungenen A beginnt am Bamberger Hauptbahnhof. Später wechselt das Logo (siehe Bild oben).

 

Zwei Zubringer
Am Beginn kann man sich zwischen dem direkten Einstieg bei Altendorf und dem erweiterten Einstieg auf Höhe der alten Kaiserstadt Forchheim entscheiden. Wir wählten den kurzen Weg, da die Strecke bis Rothenburg auch dort entlang für eine Tagestour schon reichlich bemessen ist. Zunächst führt die Route auf tellerebenem Terrain uns über Bug entlang des Main-Donau-Kanals vorbei an Strullendorf und Hirschaid. Bei Altendorf zweigt die Route vom Kanal nach etwa 15 km rechts ab und wir rollen über Seußling und Hallerndorf nach Willersdorf mit seiner stattlichen Mühle. Ein Schiff haben wir unterwegs nicht gesehen …

Der weitere Weg weist einige hügelige Passagen auf, die sich, vor allem am Ende, zu über 400 Höhenmetern summieren und den folgenden Hinweis in unserem Radreiseführer doch erheblich relativieren: „Von ein paar minimalen Steigungen abgesehen, ist die 121 km lange Strecke eben.“ Wir zwei, beide geübte Radler, waren am Ende des Tages dennoch ganz schön geschafft.

Nach etwas mehr als 50 km legen wir gegen Mittag in Höchstadt eine kurze Pause ein. Bis hierher fanden wir einige nagelneu asphaltierte Wege und eine durchweg gute Beschilderung vor. Bisweilen ging es auf kleinen Straßen bei nur geringem Verkehr zügig voran.

Höchstadt an der Aisch (amtlich: Höchstadt a.d.Aisch) ist eine Stadt im mittelfränkischen Landkreis Erlangen-Höchstadt und nach Herzogenaurach die zweitgrößte Stadt im Landkreis Erlangen-Höchstadt. Mehr bei Wikipedia

Buntes Treiben vor dem Rathaus: Marktplatz in Neustadt an der Aisch.

Mittagspause in NEA
Bei Diespeck gabelte sich der Aischtalradweg. Wir fuhren zunächst unter der Straße hindurch, sahen aber dann ein abgeklebtes Schild. Ein anderer Radwegweiser wies uns nach rechts direkt an die Aisch. Diesen Weg wählten wir uns erreichten bald Neustadt. Nach 63 km hieß es „Mittagessen fassen“. Der romantische Marktplatz war an diesem warmen Donnerstag voller Leben und die Leberknödelsuppe gab Kraft für weitere Kilometer.

Besonders sehenswert sind die mittelalterliche Stadtmauer und das Nürnberger Tor. Täglich um 12 Uhr dreht der Geißbock auf dem Turm des barocken Rathauses meckernd seine Runden.

Das Alte oder Innere Schloss wurde in den 1430er-Jahren als Wasserschloss an der Nordecke der Stadt unter Markgraf Albrecht Achilles erbaut und von ihm seit 1451 bewohnt.

Bei unserer Einfahrt in die Stadt erklimmen wir eine geschwungene Brücke und passieren einen mächtigen Turm. Der massive Rundturm ist im Kern spätmittelalterlich. Im Original erhalten sind nur die beiden unteren Geschosse. Der obere Abschluss mit (verschaltem) Fachwerkaufbau, Kegeldach und Laterne ist rekonstruiert. Die Rundbogenfenster im ersten Obergeschoss stammen aus dem 19. Jahrhundert, als der Turm als römisch-katholische Kapelle diente. Quelle und mehr

Zwischen Neustadt und Höchst befindet sich das größte Karpfenzuchtgebiet Deutschland - es soll dort mehr als 7000 Teiche geben. Sogar ein eigenes Institut befasst sich mit diesem Speisefisch. Am Wegesrand entdeckten wir folglich zahlreiche Karpfenteiche. Der Aischgründer Spiegelkarpfen ist eine überregional bekannte Spezialität, die in der Regel gebacken oder blau (gekocht) zubereitet wird.

Vorbei an Uehlfeld und Dachsbach ging die Fahrt flott voran. Bei km 72 grüßte vom Hügel die St.-Markus-Kirche bei Dietersheim-Dottenheim. Auf schnurgeradem Weg, vermutlich einer ehemaligen Eisenbahntrasse, radelten wir vorbei an Dietersheim und Ipsheim nach Bad Winsheim.

Immer häufiger bergan
Je näher wir dem Ziel Rothenburg kamen, desto stärker und zahlreicher wurden die Steigungen. Bei Burgbernheim, wo wir im alten Gasthof kurz pausierten, umfuhren wir die Frankenhöhe und erreichten über Hartershofen und Schweinsdorf nach 117 km Rothenburg ob der Tauber. Von der Aischtalquelle bei Urphersheim bis Rothenburg waren es immerhin noch 32 km. Unterwegs mussten wir auf einer unbeschilderten Umleitung noch eine Bombenräumung bei Marktbergel über Ottenhofen umfahren, was nach der Methode „Versuch und Irrtum“ und mit Hilfe zweier freundlicher Franken auch passabel gelang.

Übernachten am Aischtalradweg Rothenburg o.d. Tauber

Im Aischtalgrund.

Rothenburg/Tauber

Fazit: Eine schöne Radtour, während der sich die Aisch nur selten zeigte. Das Quartier in Rothenburg lag direkt in der Altstadt, hatte aber leider keine überdachte Abstellmöglichkeit für unsere Räder. Und das angekündigte Gewitter nach diesem schwülen Tag im Mai 2014 brachte dann auch tatsächlich einen ordentlichen Regenschauer mit sich. Den Rädern hat es übrigens nichts getan ...  

Radwanderführer 
BVA-Karte Mainfranken-Taubertal (1: 150.000) oder - links - "Aischtalradweg" von Publicpress (1:50.000 mit vielen Textinfos zu Sehenswürdigkeiten).

  

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Spickzettel
Route:
Aischtal-Radweg
Start/Ziel:
Bamberg/Rothenburg o. d. Tauber 
Bahnanreise:
Bamberg
Länge:
117 bzw. 125 km (über Forchheim)
Entfernungen: Bamberg-Neustadt/Aisch ca. 70 km
Schwierigkeit: Bamberg-Neustadt leicht mit einigen kleineren Anstiegen; Richtung Rothenburg einige stärkere Anstiege; 402 Höhenmeter über 117 km gemessen (siehe auch den Bericht) 
Übernachten: Quartiere siehe Bericht
Internet: offizielle Homepage - GPS-Track
Radwanderführer: siehe unten

Aischtalradweg als Teilstück einer Nord-Süd-Tour

Rathaus Bamberg: Beginn unserer Tour auf dem Aischtalradweg.

In Forchheim beginnt der alternative Zubringer zum Aischtalgrund.

Keine Schiffe auf dem Main-Donau-Kanal.

Blick auf Höchstadt an der Aisch.

Um den Karpfen dreht sich im Aischtal vieles: Skulptur vor dem Institut für Fischerei der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft in Höchstadt.

Blütenmeer: Karpfenteich bei Uehlfeld.

Pfarrkirche St. Markus im Dietersheimer Ortsteil Dottenheim.

Rathaus Burgbernheim.

inkl. Aischgrund

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Link-Tipps
 
Eine Attraktion im Aischgrund ist das Fränkische Freilandmuseum in Bad Windsheim. Es dokumentiert auf einem großen Freigelände (45 Hektar) die bäuerliche Kultur Frankens vom frühen Mittelalter an und gilt als eines der schönsten Museen seiner Art im Bundesgebiet, www.freilandmuseum.de
Freizeit/Tourismus im Landkreis NEA, auch Gastgeber
Karpfenland Aischgrund
Aischgründer Bierstraße