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Fahrradkauf und richtige Einstellungen - Lastenräder-Kauftipps

Nur auf einem optimal angepassten Fahrrad kann man auch optimal sitzen und fahren

Die richtige Größe Ihres Trekking- oder Citybikes
Körpergröße  Rahmengröße
155 - 165 cm 43 - 46 cm
165 - 175 cm 46 - 50 cm
175 - 185 cm 50 - 56 cm
185 - 195 cm 56 - 60 cm
Bitte beachten Sie, dass bei gefederter Sattelstütze ca. 5 cm 
von der Rahmenhöhe abzuziehen sind.

Rahmenhöhe: Der Rahmen muß zur Körpergröße des Fahrers, genauer zu seiner Schrittlänge passen; gleichgroße Sitzzwerge und Sitzriesen brauchen also verschieden große Rahmen. Die Gefahr, daß man einen zu großen Rahmen nimmt, ist gering, denn das macht sich beim Herrenrahmen sofort unangenehm dadurch bemerkbar, daß man auf dem Oberrohr reitend mit den Fußspitzen nicht mehr den Boden erreicht. Im Straßenverkehr würden sich damit beim Anhalten gefährliche Situationen ergeben. Ein zu kleiner Rahmen ist dagegen an der Tagesordnung. Der Handel war bislang an diesem Problem wenig interessiert, da die Bereitstellung verschiedener Rahmengrößen die Lagerhaltung der Fahrräder beträchtlich kompliziert und das Risiko groß ist, daß er auf ausgefallenen Rahmengrößen sitzenbleibt. 

Das Zehngangfieber hat hier einiges gebessert, aber erst kürzlich forderte in einer internen Umfrage noch ein Händler allen Ernstes, daß die Hersteller nur noch Fahrräder mit einheitlicher Rahmenhöhe von 570 Millimetern herstellen sollten. Nun gibt es als Ersatzteile für die Klappräder recht lange Sattelstützen und Lenkervorbauten mit langen Schäften. Aber es gibt sie nur in wenigen Durchmessern, die nicht in jeden Rahmen passen. Es kommt hier auf Zehntelmillimeter an, wenn man sich nicht auf Pfuschlösungen einlassen will. Außerdem verschiebt sich mit immer höher herausgezogenem Sattel der Schwerpunkt zur Hinterachse. Im Extremfall hat man ein Artistikrad, das an jedem Berg wie ein scheuendes Pferd vorne hochgeht. 

Also Hände weg von zu kleinen Rahmen. Die besseren Leichtmetall-Komponenten, wie verstellbare Lenkervorbauten oder solche mit verschiedener Länge, und die feinverstellbaren Sattelstützen gibt es nur in kurzen Schaftlängen. Wenn man schnell entschlossen kauft und die Beute nach Hause transportiert, um dort die Anpassung vorzunehmen, ist man mit einem zu kleinen Rahmen schnell am Ende seines Lateins. Deshalb ist eine erste Anpassung gleich beim Einkauf dringend anzuraten. Die Rahmenhöhe wird in Deutschland von Tretlagermitte bis zum oberen Ende des Sitzrohrs gemessen, wo die Sattelstütze eingesteckt ist. Zum Fahrradkauf ein Maßband mitzunehmen, kann nicht schaden und demonstriert ohne Worte die Absicht, einen wirklich passenden Fahrradrahmen zu finden. 

Übergrößen und Untergrößen der menschlichen Spezies müssen sich darauf gefaßt machen, mehr als 500 Mark für einen passenden Rahmen auszugeben, denn nur die Spitzenmodelle der Importräder haben Rahmenhöhen bis 650 mm und unter 530 mm. Darüber hinaus hilft nur der Weg zum Rahmenbauer oder die Suche bei den Jugendrennrädern, die es bei Gitane und Flandria mit 500 mm bzw. 480 mm Rahmenhöhe gibt - und dennoch mit 675-mm-Rädern. Bei Untergrößen kann man noch 20 bis 30 mm gewinnen, wenn man den Sattel mit seiner Schelle direkt auf dem Oberrohr befestigt.

Raddurchmesser: Rahmengröße und Raddurchmesser sind zwei Paar Stiefel; die populäre Verwechslung der beiden Maße stammt aus Zeiten, als auch noch Rahmenhöhen in Zoll gemessen wurden. Während die richtige Rahmenhöhe zu einer ergonomisch günstigen Sitzposition mit standardisierten Bauteilen verhelfen soll, geht es bei der Radgröße direkt um die Schweißtropfen: Der Rollwiderstand der Reifen und damit die vom Fahrer geforderte Leistung wird um so größer, je kleiner die Räder sind. Nun sind die größten Räder die 700-mm-Räder, gefolgt von den 675-mm-Rädern. Nur Ballonreifen 47-622 und 37-622 erreichen den größten Durchmesser und federn dabei auch noch schön wegen ihrer Dicke. Alle schmäleren Reifen erreichen nur 675 mm, dafür kann man sie stärker aufpumpen, wodurch der größere Rollwiderstand wieder zurückgeht. Die Entscheidung zwischen 700-mm-Rädern und 675-mmRädern ist also nicht kritisch. Aber man sollte dem Trend der Hersteller Widerstand leisten, die vermehrt Fahrräder mit 650-mm- und 600-mmRädern anbieten, um den Leuten die Scheu vor den großen Fahrrädern zu nehmen. Wer sein Fahrrad nur zu Fahrten zum nächsten Kiosk benutzt, kann natürlich auch kleinere Räder verkraften.
Für Familienausflüge und Fahrradtouren ist es außerdem wichtig, daß alle Teilnehmer gleiche Reifendurchmesser, -breiten und auch -typen haben, damit keiner benachteiligt ist. Die Jugendrahmen für 675-mm-Räder machen das möglich. Vor allem wird es so sinnvoll, ein fertig bereiftes Ersatz-Vorderrad und -Hinterrad zu kaufen, um sie in Keller oder Kofferraum für Pannenfälle zur Hand zu haben. Bei verschiedenen Radgrößen der Familienmitglieder müßten dagegen für jedes Fahrrad zwei Ersatzräder da sein, einigermaßen unpraktisch!

Quelle: Hans-Erhard Lessing: Das Fahrradbuch, rororo 1986, schon etwas älter, aber immer noch gültig!

Einstellung der richtigen Position

Die richtige Sattelhöhe: Um zur richtigen Sattelhöhe (Sitzposition) zu kommen, muß der Fahrer, in aufrechter Sitzposition im Sattel sitzend, das ganz durchgestreckte Bein mit der Ferse auf das tiefstehende Pedal drücken (beim Treten wird später nur mit dem Fußballen auf die Pedale gedrückt!). Dabei wird die Sattelhöhe (Abstand von den Pedalen) durch Lösen der Klemmung des Sattelstützrohrs eingestellt.
Um die richtige Sattelstellung (sie ist grundsätzlich immer waagrecht) auch in der Horizontalen zu ermitteln, wird das Pedal um ein Achtel Kurbeldrehung aus der oberen Totpunktstellung nach vorne gestellt (das ist die Stellung, in der beim Treten die volle Krafteinwirkung auf die Kurbel beginnt). In dieser Pedalstellung (der Fuß ruht mit dem Ballen auf dem Pedal) sitzt man so auf dem Sattel, daß das Knie genau senkrecht über dem Pedal liegt. Dementsprechend ist die Horizontaleinstellung des Sattels zu korrigieren. Übrigens: Je weiter der Sattel in Richtung des Hinterrades verstellt wird, um so besser wird die Sitzposition sein.


Richtige Vorbau-Einstellung: Eine Faustregel besagt, daß die Vorbauoberkante (Lenkerrohr) etwa 2-3 cm tiefer als die Satteloberkante liegen soll. Die Lenkergriffe sollten dabei um ca. 15 Grad nach unten geneigt sein. Bei den Rennlenkern gibt es im übrigen mehrere Lenkerformen. So kann jeder Fahrer einen Lenker wählen, der ihm - von der Optik, aber auch von der Grifflage her - am besten zusagt.

Richtiger Abstand zwischen Sattelstütze und Lenkerbügel: Um schließlich die richtige Lenkerstellung zu finden, sollte der Abstand zwischen Sattelspitze zu Lenkerschaftrohr etwa der Länge des Unterarms (vom Ellbogengelenk bis zu den ausgestreckten Fingerspitzen) entsprechen. Das Idealmaß wäre ein Abstand zwischen Sattelspitze/ Ellenbogen und Fingerspitzen/ Lenkerbügel von 2-3 cm. Wird dies nicht erreicht, muß diese Anpassung durch einen anderen Vorbaulenker individuell erreicht werden.

Quelle: Radfahren als Freizeitsport, Heyne Sportbücher

 

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