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Radfahren literarisch

Von Ror Wolf (geb. 1932)

Es mehren sich in der letzten Zeit die Berichte über die schlechte Wirkung des Radfahrens, man spricht viel von seiner Schädlichkeit. An und für sich kann aber nichts Schädliches daran sein, wenn man sitzend, also den Rumpf gestützt, die Beine auf und nieder bewegt, es fragt sich nur, in welchem Zustand man sich selbst befindet und wie man das Radfahren betreibt. 

Die heutige Menschheit ist allerdings vielfach so geschwächt und hat so verborgene Mängel an sich, führt nebenher auch eine so verkehrte Lebensweise mit Tabak und Alkohol und geschlechtlichen Ausschweifungen, daß es wahrlich kein Wunder ist, wenn für diesen oder jenen das Radfahren etwas ist, was er nicht zu ertragen vermag. 

Das übertriebene Radfahren kann ein schon durch andere Einflüsse geschwächter Mensch nicht mehr schadlos bewältigen, das ist begreiflich. Man fahre also niemals bergauf, sondern genieße gleichmäßig abwärtsfahrend die Umgebung. 

Im übrigen ist es nicht nur ungesund, sondern auch unschön und daher nicht schicklich, mit vorgebeugtem Oberkörper durch belebte Straßen zu fahren, wobei leicht ältere Leute und Schwerhörige zu Schaden kommen.

aus: Das Radfahrbuch, hgg. von Karl Rihla, Bildbuch Sammlung Luchterhand, 1985

 

 

 

RICHARD DEHMEL (1863-1920)

Radlers Seligkeit

Wer niemals fühlte per Pedal, dem ist die Welt ein Jammertal! Ich radle, radle, radle.

Wie herrlich lang war die Chaussee! Gleich kommt das achte Feld voll Klee. Ich radle, radle, radle.

Herrgott, wie groß ist die Natur! Noch siebzehn Kilometer nur. Ich radle, radle, radle.

Einst suchte man im Pilgerkleid den Weg zur ewigen Seligkeit. Ich radle, radle, radle.

So kann man einfach an den Zehn den Fortschritt des Jahrhunderts sehn. Ich radle, radle, radle.

Noch Joethe machte das zu Fuß, und Schiller ritt den Pegasus. Ick radle!

aus: Das Radfahrerbuch, Luchterhand 1985

 

Die Umwelt im Schlager

Viele Künstler haben schon in den 1970er Jahren und danach unseren Umgang mit der Umwelt kritisch reflektiert und Lieder herausgebracht. Nur drei Beispiele:

 

Bettina Wegner Umweltlied (... die Zeituhr tickt) https://www.youtube.com/watch?v=4wg577klpL8 

Nicole Wenn die Blumen weinen Könnten https://www.youtube.com/watch?v=cjlMt3mRneo 

Vicky Leandros Verlorenes Paradies 2011 https://www.youtube.com/watch?v=7MXMivC-_Sw 

Karl, der Käfer von der Gruppe "Gänsehaut" 1983   https://www.youtube.com/watch?v=SLErVV1TxUI und hier (bessere Qualität)

Udo Jürgens Vermächtnis "Die Krone der Schöpfung" 2014   https://www.youtube.com/watch?v=Rc38leY5UZI 

Udo Jürgens "Gehet hin und vermehret Euch"   https://www.youtube.com/watch?v=Vzaia3LITmg

 

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