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Neuer IC mit Mängeln

Und bald soll der neue ICE 4 kommen - mit acht (!) Fahrradstellplätzen

Fahrradabstellplatz im neuen IC. Bild rechts: Ins Gepäckfach passt bestenfalls eine Aktentasche.

 

Im September 2016 berichtete die Presse ausführlich über den neuen ICE 4, der sogar acht Fahrradstellplätze anbieten soll. Wahnsinn, meint Dieter Hurcks in seinem Kommentar.

Da kann ich nur hoffen und beten, dass die Konstrukteure des ICE 4 nicht dieselben sind, die den IC 2 „modernster Bauart“ entwickelt haben, der ja schon durch sein Schwanken bei vielen Fahrgästen in Ungnde gefallen ist. Mit diesem Gefährt bin ich diesen Sommer zwei Mal samt Fahrrad (Pedelec) nach Bremen gefahren. Auf beiden Fahrten bekam ich einen Einzelstellplatz zugewiesen, der mit dem schweren Gefährt nicht ebenerdig zu erreichen ist. Beim ersten Mal fand ich den Waggon mit der Nummer 4 nicht und fragte einen zufällig vorbei eilenden Bahnbeamten, wo denn die Wagennummer stehe. „Die steht drinnen“, sagte er, wusste aber, dass der zweite Wagen im Gespann die Nummer 4 trug. 

Ich fand meinen Fahrradstellplatz mit der Nummer 211 - es war der einzige in diesem Wagen. Leider ca. 25 cm zu kurz für mein Rad. Das Vorderrad musste also um fast 90 Grad eingeschlagen werden, was der Standsicherheit nicht förderlich war. Also musste ich das Rad mit den mitgeführten Spanngurten irgenwie fixieren. Jedoch gibt es dafür keine Haken. So musste ich die Spanngurte bei der ersten Fahrt an dem antiquarischen Fahrradhaken befestigen, der ca. einen Meter über dem Boden angebracht ist. Das Rad daran aufzuhängen, ist Menschen mit Rückenproblemen nicht zuzumuten.

Bei der zweiten Fahrt waren in der Nische nur Klappsitze, so dass ich die Spanngurte an den Sitzpolstern der beiden Klappsitze einhaken musste, was bei Unachtsamkeit zu Beschädigungen führen könnte. Natürlich wurde das Fahrrad auch noch mit einem Speichenschloss abgeschlossen, was auch ein Davonrollen verhindert.

Übrigens gibt es auch ein größeres Fahrradabteil in diesem Zug. Mehr dazu auf der Seite Velo und Bahn (Link unten).

Eine Jacke würde genau vor der Nase des Passagiers baumeln. Rechts: die 22 cm hohe Lenkertasche passt nicht ins Gepäckfach.

Endlich am Platz, wollte ich meine Lenkertasche ins Gepäckfach stellen. Geht nicht, zu niedrig. Kein Wunder, dass die Gepäckfächer im gesamten Waggon leer blieben. Gepäck gehört in die separaten Ständer (außer Sichtweite!) oder kann, falls es nicht zu dick ist, unter dem Sitz deponiert werden. Und eine Jacke kann man an die in einer Schiene verschiebbaren Garderobenhaken auch nicht hängen, weil sie stören oder die Sicht versperren dürfte, da sie weit in den Sitzbereich hineinragt. Bestenfalls eine Mütze passt an den Haken.

WC-Probleme: Nach dem irgendwann notwendigen Toilettengang wollte ich mir, wie das nun mal so Sitte ist, die Hände waschen und hielt diese unter die Lichtschranke oder wie die beiden Glasaugen heißen: keine Reaktion. Nochmal dasselbe, wieder kein Wasser. Tank leer? Ich verließ resigniert das hypermoderne WC. Wieder am Platz, fragte ich beiläufig meinen Gegenüber, ob es ihm denn schon mal gelungen sei, auf dem WC die Hände zu waschen. „Ja“, sagte er, „Sie müssen aber wenigstens eine Minute warten“. Kann das sein?

Und nun kommt der neue ICE 4 mit sagenhaften acht (!) Fahrradstellplätzen. Wer heutzutage im Frühsommer mit einem Schnellzug inkl. Rad nach Süden per Bahn fahren möchte, muss zumindest ab Hannover schon lange vorher buchen und braucht jede Menge Glück, einen Platz zu ergatten. Sonst dauert es z.B. bis München satte zehn Stunden. Umgekehrt geht es seltsamerweise problemloser. Die acht Plätze im ICE 4 werden diesen Engpass nicht beheben. (Dieter Hurcks, 17.9.2016)

Mehr zu diesen Themen finden Sie auf der Seite www.ice-treff.de - ein erster Erfahrungsbericht - Bilder IC 2 Fahrrad

NDR-Bericht von der Jungfernfahrt Leipzig-Hannover-Bremen-Oldenburg am 14.12.2015 - Velo und Bahn

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