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Abenteuer Deutschland auf zwei DVDs

Ein Münchner Weltenbummler staunt über sein Heimatland

Maximilian Semsch radelte bereits über 50.000 km durch über 30 Länder, bis er feststellte, dass er sich in Thailand und Australien besser auskennt als vor der eigenen Haustüre.

Dies sollte sich ändern, und so fuhr Semsch 2016 über vier Monate lang mit seinem E-Bike durch alle 16 Bundesländer und legte dabei rund 7.500 km zurück. Auf der Tour traf er sich mit fast 200 Leuten, vom Busfahrer zum App-Entwickler bis hin zu Skisprunglegende Jens Weißflog, die ihm alle ein Stück ihrer Heimat zeigten.

Wer diese als TV-Serie ausgestrahlten Filme auf DVDs anschaut, erlebt die Highlights und die kuriosesten Momente dieser Fahrt hautnah mit und erkennt, wie  spannend und wunderschön die Heimat Deutschland sein kann. Mehr in der folgenden Rezension von Dieter Hurcks:

Ein Plädoyer fürs Radeln in Deutschland

Auf zwei DVDs befinden sich acht jeweils 30-minütige Beiträge über eine Radtour durch alle 16 deutschen Bundesländer, die der Fahrradweltenbummler Maximilian Semsch im regenreichen  Sommer 2016 unternommen hatte. Er wollte einfach nach 50.000 Radelkilometern in Thailand und Australien das Land kennen lernen, in dem er lebt. Denn er hatte gemerkt: Vor meiner Haustüre liegt weitgehend unbekanntes Terrain.

Also sattelte er auf und legte innerhalb von viereinhalb Monaten genau 7560 km zurück. Auf der Tour traf er sich mit fast 200 Menschen, zu denen er zuvor über Facebook und Co. Kontakt aufgenommen hatte. Diese Einheimischen zeigten ihm ihre Heimat aus ganz persönlicher Perspektive, einige boten ihm eine Übernachtungsmöglichkeit an oder gaben Tipps dazu. Darunter waren so skurrile Behausungen wie ein Havelfloß und ein Holzfass oder ein Eisenbahnwaggon. Bisweilen war auch Zelten angesagt. Spannend, aber nicht jedermanns Sache.

So erfährt der DVD-Käufer viel über deutsche Wohnkultur und abendliche Gastronomie-Erlebnisse und nebenbei auch einiges über Natur und Sehenswertes im durchreisten Deutschland. Zitat: "Wer privat übernachtet, erfährt so viel mehr als im Hotel." Stimmt, denn die meistens Menschen erzählen gerne etwas über ihre Heimat.

Nicht immer erfährt der Zuschauer jedoch, um welche Orte es sich bei den gezeigten Bildern wie Aufnahmen von schönen Fachwerkensembles und anderen Sehenswürdigkeiten handelt. Man lernt immerhin einiges über die Frankfurter Paulskirche und deutsche Geschichte oder, am Beispiel Havelbergs, über eine Kirchenorgel. Von Sylt sieht man nicht einen der wunderschönen Leuchttürme, dafür einen handzahmen, sehr anhänglichen Fuchs samt Muttertier am wunderschönen Sandstrand. In Wilhelmshaven besichtigt Semsch das U-Boot U 10. In Düsseldorf zecht er in der Brauhaus-Kneipe Uerige (zu viel, was er am nächsten Morgen nicht verleugnet). Ist mir auch schon passiert in diesem gemütlichen Altstadtlokal, wo es das Bier meterweise gibt.

Auf dem Weg von Aachen nach Köln erlaubt die Folge 6 einen Blick in den Braunkohlentagebau Inden. Natürlich gibt's nach dem Altbier in Düsseldorf hier reichlich Früh Kölsch (ehrliches Zitat: „Man sieht mich mehr Bier trinken als Rad fahren“). Köln besichtigte Semsch ohne Fahrrad und zeigt viele schöne Bilder der Domstadt am Rhein.

An Tag 91 geht es weiter ins Sauerland mit Zelt-Übernachtung am Biggesee, dem Besuch des Wisentgeheges Elsoff und interessanten, mit Zahlen unterlegten Informationen zum Wald in Deutschland, die zeigen, dass wir prozentual mehr Wald vernichtet haben als die Menschen im Amazonas, die wir immer so heftig dafür kritisieren!

Auf dem Fuldaradweg erhält Semsch die Gelegenheit, den Fluss per Muskelkraft zu überqueren: auf einer Fähre mit Handkurbel. Weiter geht's zum DDR-Relikt Point Alpha, der Überwachungsstation im Fulda-Gap nahe der Werra bei Geisa. Auf dem Milseburgradweg, der Teil des Hessischen Bahnradwegs ist, erleben wir die Durchquerung des 1,2 km langen Fledermaustunnels, in Lauterbach erfahren wir etwas über den verlorenen Strumpf. Bei einer Taunus-Rundfahrt per Auto lernt der Zuschauer Wissenswertes über den Limes und dessen „Leuchtturm“-Denkmal, die Saalburg, in Frankfurt über den Äppelwoi – klar doch! Aber auch über eine uns fremde Religion aus dem Iran namens Bahai.

Mainz und Idar-Oberstein, der Naheradweg und das Saarland kommen kurz weg, in Karlsruhe erfahren wir einiges über die Laufmaschine des dort geborenen Karl Drais. Auf dem Stromberg-Murr-Radweg geht es weiter nach Stuttgart (schöner Blick über die Stadt) und, vorbei am Schloss Hohenzollern (tolle Aufnahmen) zum Bodensee.  Ein Teilstück des Bodensee-Königssee-Radwegs folgt, ein Abstecher zum österreichischen Plansee, die Fahrt auf die Zugspitze und die letzte Etappe von Tölz am Isarradweg zum Ausgangspunkt: München.

Fazit: Vier Stunden Video, auf das man sich einlassen muss, um von den Informationen zu profitieren, sein Wissen zu ergänzen und einige neue Aspekte von Deutschland kennenzulernen.
Leider passt die teilweise hektische und nervige Musik nicht immer zu den bisweilen sehr schönen, in hoher Qualität aufgenommenen Bildern; und ein Richtmikrofon hätte geholfen, die oft den Ton des Interviews überlagernden Umgebungsgeräusche zu reduzieren. Für optische Reizüberflutung sorgen die für meinen Geschmack zu häufig eingesetzten Zeitrafferaufnahmen, die jedoch punktuell zu den Höhepunkten der Videos zählen – etwa wenn ein Gewitter aufzieht und sich rasch der Himmel verfärbt. Ein tolles Farbenspiel! Dieter Hurcks

Homepage von Maximilian Semsch: www.what-a-trip.de/de/

 

Abenteuer Deutschland (2017):

DVD: 8 Folgen à 30 Minuten - Laufzeit ca. 250 Minuten

Format DVD: 16:9 PAL - Ton: Stereo - Sprache: Deutsch

ISBN-Nummer DVD: 9 783000 577741

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