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Technik-Check vor der Urlaubsradtour

Die technische Durchsicht vor der Abfahrt kann auf der Radreise unangenehme Überraschungen ersparen.

[pd-f] Die Urlaubstage sind mühevoll dem Terminkalender abgerungen, eine perfekte Route ist ausbaldowert und die Übernachtungen sind gebucht – nur den Check-Up-Termin beim Radhändler hat man vergessen. Und dann das: Am Hinterrad bricht eine Speiche, dann ein zweites, ein drittes Stahlstäbchen. Der Radreise-erfahrene Techniker Johannes Küpper vom Bonner Fahrradladen Hoenig rät, die Laufräder vor der Reise eingehend untersuchen zu lassen. Übrigens: „26-Zoll-Laufräder sind aufgrund des flacheren Speichenwinkels stabiler und gerade bei Reiserädern zu empfehlen“, erklärt Heiko Müller von Riese und Müller (www.r-m.de) unter Hinweis auf seinen vollgefederten Reiseboliden Intercontinental.

Bremsen nicht verzögert prüfen
Ein voll bepacktes Fahrrad lässt sich schlechter verzögern – besonders bergab ein Problem. „Auch bei mittlerem Fahrergewicht kommen schnell 120 Kilo Masse zusammen, die abgebremst werden muss“, weiß Dirk Belling vom Bremsenanbieter Avid (www.sram.com). Also ist eine genaue Kontrolle der Bremsbeläge und Felgen nötig (haben beide einen Verschleißindikator); die Züge müssen auf gerissene Litzen (= Einzeldrähte des Zuges) hin untersucht werden.

Kette in Öl
„Manche Ketten sind so trocken und oxidiert, dass es einen gruselt“, findet Bodo Franz von Rema Tip Top (www.rema-tiptop.de). „Wir bieten unser Diamant-Kettenpflegemittel in kleinen Fläschchen an; auch bei leichtem Gepäck findet das seinen Platz.“ Ein Tipp von Mario Möschler, Vertriebsleiter beim Radhersteller Winora-Staiger (www.winora.de): „Wir verwenden bei unserem Rohloff-Modell Winora Labrador einen gekapselten Kettenschutz, denn so erhält man ein nahezu wartungsfreies Schaltsystem.“

Wer bei einem Kettenriss kein Nietwerkzeug zur Hand hat, kann sich mit einem Kettenverschlussglied helfen (auf die richtige Ausführung achten), mit dem beispielsweise die Firma Sram (www.sram.com) sämtliche Ketten verbindet. „Gerade die hoch belasteten Rennrad- und MTB-Ketten werden andernfalls durch das Vernieten zusätzlich gestresst“, so Sram-Marketingmann Tobias Erhard.



Reifen nicht reifen lassen
„Gänzlich vor einem Reifendefekt schützen kann man sich nie“, äußert sich Carsten Zahn vom Reifenhersteller Schwalbe (www.schwalbe.de) realistisch. Auch der Marathon Plus mit nahezu undurchstoßbarer Pannenschutzlage kann seitlich durch einen scharfkantigen Stein beschädigt werden. Durch die Verwendung gealterter, poröser Reifen steigt dieses Risiko – ebenso wie die Gefahr, sich einen Glassplitter einzufahren. Prüfen Sie Ihre Reifen also auf Verschleiß und Vorschäden und lassen Sie sie zur Not austauschen. Jeder Radler sollte einen Schlauch flicken und wechseln können. Die dazu benötigten Montagehebel gibt es etwa von Schwalbe; Flicken und Vulkanisierflüssigkeit in hoher Qualität gibt’s von Tiptop.

Lichteinfall
Eine Panne unterwegs oder ein ausgebuchtes Hotel, das die Weiterfahrt nötig macht, und schon muss man im Dunklen fahren. Wer dann ohne funktionierende Beleuchtung dasteht, hat schlechte Karten. „Batteriebeleuchtung auf der Reise sehen wir kritisch, da Akkus immer dann, wenn man sie braucht, leer sind und am Reiserad Batteriebeleuchtung nach der StVZO nicht zulässig ist. Bei einem Unfall könnte der Versicherungsschutz dadurch verloren gehen“, urteilt Guido Müller vom Beleuchtungsspezialisten Busch und Müller (www.bumm.de). Bei Fahrrädern mit ausfallsicherem Nabendynamo sollte man vor Reiseantritt die Steckkontakte der Lichtkabel kontrollieren.

Rahmen und Gabel prüfen
Schäden an Rahmen und Gabel treten in den meisten Fällen als Folge von Stürzen oder Auffahrunfällen auf. Schleichende Ermüdungsbrüche können sich etwa an den fragilen Streben einer gefederten Hinterbauschwinge finden. Eine Verschleißfolge sind ausgeschlagene Gleitbuchsen an Federgabeln, die die Stabilität der Forke deutlich herabsetzen. „Gerade bei günstigen 28-Zoll-Tourenrädern liegt die Qualität der Federgabeln deutlich unter den Standards, die etwa Mountainbiker erwarten“, weiß Stefan Scheitz vom Radhersteller Felt.

Kleinteile nicht kleinreden
Keine Kleinigkeit: Vor Reiseantritt sollte man die Schraubverbindungen von Sattel und Stütze, Lenker und Vorbau, Gepäckträger und Schutzblechen und so weiter prüfen – „oder sein Rad zum Check im Radladen abgeben“, empfiehlt Rolf Häcker von Lenkerspezialisten Humpert (www.humpert.com).

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