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Das neue Fahrradreparaturbuch

Fahrradtechnik 

Das Outdoor-Navi im Navigiermodus Foto: Pearl

 

Bei den ersten Einstellungen muss eine Satellitenverbindung vorhanden sein.

 

Lieferumfang inkl. Software-CD mit ausführlichen Bedienungsanleitungen als PDF

 

Das Navi am Fahrradlenker: Die gemessenen Abweichungen zwischen Tacho und Navi sind nur minimal

 

Programmoberfläche von CanWay

 

CanWay: Das Anschauen der Tour in Google Earth ist direkt übers Menü möglich - natürlich muss es auf dem PC installiert sein

 

So sieht ein Track auf dem monochromen Bildschirm aus

 

Und so ist die Rundtour in der Vergrößerung dargestellt.
Links unten ist der Maßstab zu erkennen, rechts oben
der Ladezustand der Batterie. Foto: Pearl

 

Aufgezeichneter Track. Screenshot: Pearl

 

Auf einen Blick

Getestet: OC-400 Outdoor-Navi mit Sportcomputer (Herstellerangaben)
Routenplanung, Geotagging und Sport-Tracking in einem Gerät 
Moderner SiRFstarIV-Chipsatz: Positionsbestimmung mit 48 Kanälen
Viele Zusatzfunktionen: Kompass, Schrittzähler, Kalorienberechnung, Barometer, Thermometer, Wasserwaage u.v.m. 
Bis zu 300.000 Wegpunkte und 500 Routen, unterstützt die Dateiformate GPX, KML, KMZ und CSV
Automatisches Routen-Tracking: setzt Wegpunkte in festen Abständen
Back-Track-Funktion: weist den Weg zurück zum Ausgangspunkt
Uhrzeit und Datum: GPS-synchronisierte - keine manuelle Einstellung nötig
Bedienung über zwei Tasten 
Display: 1,2"-Bildschirm monochrom
Akku: bis zu 17 Stunden Laufzeit im GPS-Modus, 600 Stunden Standby (lädt über USB), Mini-USB-Anschluss zum Datenaustausch und Laden des Akkus
Maße/Gewicht: 35 x 70 x 16 mm/ca. 40 g 
Lieferumfang: Outdoor-Navi inklusive Software-CD (benötigt Windows XP/Vista/7/8/8.1), USB-Ladekabel und deutscher Anleitung  
Preis: 69,90 Euro

Bedienungsanleitung als PDF

Weitere Infos: Pearl

Weiterer Link zum Thema

 

 

Das Outdoor-Navi mit Sportcomputer ist ein Tausendsassa

Radtouren aufzeichnen und
jede Menge 
Daten erfassen

VON DIETER HURCKS

Das Outdoor-Navi OC-400 im Pearl-Herbstkatalog 2015 verspricht, ein kleines Wunderding für Freiluft-Sportler aller Art zu sein. Es wiegt nur schlappe 39 Gramm, besitzt lediglich zwei unter einer blauen Gummibeschichtung verborgene Druckschalter für die Bedienung und wartet mit einem 20 x 23 mm kleinen Schwarzweiß-Display sowie einem Micro-USB-Anschluss auf. Ein USB-Kabel sowie eine Mini-CD mit der Software gehören zum Lieferumfang. FE hat getestet, was das Navi des Herstellers NavGear im Alltag eines Tourenradlers zu leisten vermag.

Ohne Bedienungsanleitung, die aus vier beidseitig bedruckten Einzelblättern besteht, geht zunächst mal gar nicht. Mit einem handelsüblichen USB-Lader, die heute wohl jeder technik-affine Mensch im Haus hat, muss das Gerät zunächst aufgeladen werden. Der Akku ist eingebaut und kann bei Defekt nicht selbst getauscht werden. Das Laden kann auch über einen angeschlossenen Computer erfolgen, auf dessen Festplatte die Software zu installieren ist. Erlischt die Controll-LED am Navi, ist der Akku voll.

Nach dem ersten Einschalten, dass durch längeres Drücken (2-3 Sek.) der rechten Taste unter freiem Himmel mit „Sicht“ zu den GPS-Satelliten erfolgen sollte („Place the unit in open sky), werden Uhrzeit und Datum automatisch eingestellt. Anschließend gelangt man, wiederum durch längeres Drücken der rechten Taste, ins Menü mit sieben verschiedenen Symbolen. Eines davon ist fürs Ausschalten des Geräts zuständig. Nach ein wenig Übung klappt die Bedienung reibungslos. Drückt man die linke Taste länger, wird das Menü wieder verlassen. Zurückspringen zum Startbildschirm kann man übrigens auch durch kurzes Drücken beider Tasten gleichzeitig, was leider nicht in der Anleitung steht, sondern durch Ausprobieren entdeckt wurde.  

Software installieren

Öffnet man die Mini-CD, muss zunächst der Ordner geöffnet werden, der zum Gerät passt. Die Nummer unseres Testgerät steht auf der Rückseite: PV-8779-675. Im Ordner befinden sich neben den Bedienungsanleitungen im PDF-Format - auch in deutscher Sprache - zwei Installationsdateien, von denen CanWayInstaller.exe anzuklicken ist (es gibt noch ein Extra-Programm für die Tourenplanung). Nach der Auswahl der Sprache wird die Version 1.1.12 installiert. Ein USB-Treiber ist zu installieren, das Erstellen eines Desktop-Symbols geschieht auf Wunsch. Abschließend wird gefragt, ob man CanWay starten möchte. Klar doch!

Nun ist ein neuer Benutzer zu erstellen. Dafür werden diverse Daten wie Name, Geschlecht, Geburtsdatum, Körpergröße und Gewicht, Standortkoordinaten und mehr abgefragt. Schließlich ist noch eine Aktivitätsgruppe anzuklicken (oder auch mehrere). Ich wähle Radfahren und Gehen. Nach dem Abschließen der Konfiguration mit OK erscheint der Startbildschirm mit einer reichhaltigen Menüleiste sowie einer Weltkarte. Unter den 18 Icons wähle ich erst einmal Nr. 4: Logger konfigurieren und schließe das eingeschaltete Gerät per USB-Kabel an mein Notebook an (Windows 7).Das Navi wird umgehend erkannt und es öffnet sich ein Fenster, das den Inhalt des Navi-Speichers zeigt. Ein Klick auf „Verbinden“ ergibt keine Reaktion.

Also erst einmal das PDF mit der 35-seitigen Anleitung öffnen oder unter „Hilfe“ öffnen.  

Touren aufzeichnen oder importieren

Der Datenlogger ist klein und leicht, was ihn als ständigen Begleiter prädestiniert. So ist es kein Problem, mit dem Winzling eine Rad-, Wander- oder Joggingtour im eigenen Dateiformat aufzuzeichnen. Diese Tour kann später mit der Software CanWay importiert und z.B. als GPX- oder KMZ-Datei exportiert und am PC mit jedem geeigneten Programm bearbeitet werden. Bereits vorhandene Touren lassen sich ins NavGear-Gerät importieren und befinden sich dann im Ordner "Routenplanung", während sich die mit dem Navi aufgezeichneten Touren im Ordner "Datenverlauf" befinden. Das muss man natürlich wissen!

Praxistest: Touren aufzeichnen

Um eine Tour aufzuzeichnen, befestige ich das Navi zunächst mit einem Gummiband an meinem Fahrradlenker. So hat es gute „Sicht“ auf die GPS-Satelliten und findet diese sehr schnell und zuverlässig. Langes Drücken der linken Taste wechselt ins Menü. Dort muss das Fahrradsymbol angesteuert werden (linke bzw. rechte Taste mehrmals kurz drücken), dann die rechte Taste lange gedrückt werden. Es erscheint ein neues Menü mit fünf Symbolen, darunter wieder ein Fahrrad. Dieses muss ebenfalls angesteuert werden; erneutes langes Drücken rechts startet die Datenaufzeichnung. Ich fahre los und lasse parallel zum Vergleich meinen Fahrradcomputer mitlaufen. Am Ziel drücke ich wiederum rechts lang, woraufhin ich wählen kann: Speichern eines interessanten Ortes (Save POI = Point of Interest) oder Datenerfassung anhalten (Stop log). Nach dem Anhalten wird der aufgezeichnete Track gespeichert und das Navi kann ausgeschaltet werden.

Als nächstes starte ich nun den PC mit dem CanWay-Programm. Ist dieses aktiv, kann das Navi eingeschaltet und per USB-Kabel mit dem PC verbunden werden. In CanWay klicke ich nun auf das Symbol (Icon) für „Tour herunterladen“. Sämtliche im Speicher des Navi befindlichen Touren werden, wenn sie angekreuzt sind, nun auf den PC geladen. Um eine Tour im Logger zu löschen, genügt der Klick auf das Radiergummi-Symbol. Aber wie lösche ich eine Tour in CanWay? Das nächste Symbol mit dem Einbahnstraßen-Kennzeichen besagt „Strecke löschen“, löscht aber die versehentlich aufgezeichnete Strecke von der Haustür zum Fahrradschuppen auch nicht.

Die Bedienung von CanWay ist leider nicht intuitiv. Die rechte Maustaste hat hier keine Funktion. Nach der Umbenennung einer importierten Tour erscheint der neue Name nicht im Übersichtsfenster. Ein Speichern der Tour ist auch nicht möglich, nur das Exportieren, dann immerhin unter dem neuen Namen.  

Tracks importieren - geht das?

Die mitgelieferte Software CanWay bietet diverse Bearbeitungsmöglichkeiten. Der Vorteil ist, das von der Benutzeroberfläche aus jederzeit Touren ins Navi exportiert oder von dort importiert werden können. Im Internet finden sich inzwischen jede Menge Radtouren im GPX-Format.

Aber kann ich das NavGear-Gerät auch für die Wegfindung nutzen? Dazu importiere ich einen vorhandenen Track zunächst nach CanWay und speichere diesen erst auf dem PC ab, ehe ich ihn an den NavGear-Speicher weiterleiten kann.

Das funktioniert laut Anleitungszettel Seite 4 unter dem Punkt „Routenplanung“ über die Synchronisierungsfunktion. „Übertragen Sie die Daten per Synchronisierungsfunktion zum Outdoor-Navi“ steht da. Nur kann ich diese Funktion nicht finden. Sie ist im Handzettel nirgends erklärt. Auch das Durchsuchen des PDF-Handbuchs zu CanWay bringt keinen Erfolg. Aber da ist ja noch eine Software auf der CD: der CanWay Tourenplaner. Vielleicht geht es ja damit (siehe Beitrag unten).  

Nun kopple ich das Outdoor-Navi vom PC ab und probiere mal die Wetteranzeige aus. In diesem Menüpunkt sind Barometer, Höhenmeter, Kompass und Thermometer sowie Schrittzähler und Wasserwaage versammelt. Das Wetter wird durch die üblichen Symbole samt Temperaturangabe angezeigt. Mit Taste rechts lang gelangt man wieder in die Untermenüs. Unter anderem lässt sich bei mehreren angelegten Benutzern der gewünschte auswählen. Höhenmeter und Kompass müssen vor der Nutzung kalibriert werden.

Touren aufzeichnen ohne Probleme  

Besonders interessant dürfte für Radler die Möglichkeit sein, Touren aufzuzeichnen. Dank des geringen Energieverbrauchs des monochromen Displays, das sich sogar bei Sonnenschein noch ganz gut ablesen lässt (die Hintergrundbeleuchtung schaltet sich nach ein paar Sekunden ab), hält der Akku laut Pearl bis zu 17 Stunden durch. Das preiswerte Outdoor-Navi zeichnet die tatsächlich gefahrene Route auf, während man parallel das teure Fahrradnavi für die Wegfindung einsetzen kann  - was ja erfahrungsgemäß nicht immer reibungslos klappt. Zum Beispiel dann, wenn der gespeicherte Track nicht ganz mit der Wirklichkeit übereinstimmt. Mit dem Outdoor-Navi hat man später die präzise Kontrolle.

Leider sind viele Funktionen nur schwer oder gar nicht zu erschließen: Weder die Back-Track-Funktion, die einem beim Finden des Rückweges nach einer Radtour oder Wanderung hilft, habe ich gefunden noch zunächst heraus bekommen, wie man eine Tour ins Navi importiert. Das PDF konnte auch nicht helfen. Beim Versuch, eine irrtümlich aufgezeichnete Tour im Logger zu löschen, wurde gleich der ganze Speicher geleert.  

Navigieren light

Ein Navi soll navigieren können. Das geht mit dem Canmore GP-102, so der Name im Startbildschirm, auch. Aber nicht so komfortabel wie mit einem vollwertigen Navi. Eine aufgezeichnete Route findet man im Ordner "Datenverlauf" wieder (Diskettensymbol). Als Dateiname dient das Aufnahmedatum. Klickt man die gewünschte Tour mit rechts lange an, erscheint ein Menü, das Aufschluss über diverse Daten zur Tour gibt. Blättert man das Menü bis zum Ende durch, erscheint ein Track. Nochmal lange die rechte Taste Drücken und man kann wählen zwischen dem Skalieren der Karte (Vergrößern oder Verkleinern in Stufen von 0 bis 6) und "Follow".

Dem Track folgen bedeutet in diesem Fall: Der eigene Standort wird durch ein Dreieck markiert, das beim Fahren mit dem Fahrrad weiterwandert. Das Dreieck steht immer in der Bildmitte, während die Position des durch eine dünne Linie dargestellten Tracks sich gemäß Richtung und Fahrtempo ändert. So hat man immerhin eine Orientierung. Hat man den Track erreicht, kann man ihm folgen, wobei allerdings nicht angezeigt wird, wann man abbiegen muss. Mit ein bisschen Übung klappt das aber ganz gut. Hat man einen Abzweig verfehlt, wandert das Dreieck von der Tour aus und man fährt einfach wieder ein Stück zurück.

CanWay Planner

Auf der CD befindet sich neben CanWay noch ein Programm: der CanWay Planner, also ein Tourenplaner. Dieser ist im Handumdrehen installiert. Mit diesem kostenlos auch aus dem Internet erhältlichen Programm lassen sich Routen erzeugen, die anschließend auf das Navi geladen werden können. Über das Menü lassen sich Wegpunkte anlegen, so dass man letztendlich eine Route erhält, die andere später nachfahren können. Soweit die Theorie.

Mich interessiert zunächst die Funktion „exportieren“. Bekomme ich damit eine vorhandene Tour, die ich importiert habe, auch aufs Outdoor-Navi? Also schließe ich das NavGear-Gerät wieder an mein Notebook an. Nun gilt’s!

Per „Exportieren“ kann ich nur den auf der Karte angezeigten Track auf einem PC speichern, wo er sich aber schon befindet. Aber unter „Exportieren“ befindet sich der Menüpunkt „Mit Gerät synchronisieren“, den ich, wie weiter oben beschrieben ist, in der Software CanWay nicht finden konnte. Ich klicke also auf „synchronisieren“. Doch nichts scheint zu passieren. Es wird zwar angezeigt „Wird hochgeladen“. Aber ein grüner Verlaufsbalken wie bei CanWay erscheint nicht.

Nun schaue ich direkt ins Verzeichnis des im Windows-Dateifenster als GP-102 angezeigten NavGear-Speichers. Und zwar in „Trips“. Oh Wunder: Dort gibt es eine 6 KB kleine Datei mit dem aussagekräftigen Namen 000. Normalerweise werden Tracks aber in einer .fit-Datei gespeichert, die z.B. mit dem Programm GPSBabel ausgelesen werden kann.

Ich verlasse den Planner und starte CanWay, um eine möglicherweise auf dem NavGear nun vorhandene Route zu importieren. Leider funktioniert das nicht. Mit einem Textprogramm geöffnet, offenbart die Datei ihren Inhalt: 000. Da kommt Freunde auf. Als ich CanWay Planner erneut starte, ist meine zuvor importierte Tour nicht mehr vorhanden. Also nochmals die GPX-Datei importieren, dann das Ganze abspeichern als .sav-Datei, den Planner ausschalten und neu starten. Wieder ist die Streckenliste leer. Ich muss also diese sav-Datei nach jedem Neustart erneut starten. Gewusst wie … Nun versuche ich es erneut mit dem Synchronisieren. Wieder kein grüner Aktivitätsbalken.

Letzter Versuch: Ich kopple das Navi vom PC ab und hangele mich ins Menü mit den Touren. Und oh Wunder: Dort erscheint der Dateiname „AllerRadweg“ und danach auch der Track auf dem Display.    

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