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Das plötzliche Ende meiner Flyer-Ära

Ein Rahmenschaden durch Gepäcktaschen bedeutete das Aus

Ein „Roots“-Pedelec PARIS - E 8.0 wird 
der Flyer-Nachfolger – Erfahrungen
(21.5.2022)

Alles hat ein Ende, auch der Lebenszyklus eines Pedelecs. Das Aus für mein im April 2010 gekauftes Flyer-Rad T8 Premium kam dann aber für mich doch überraschend. Zunächst hatte ich im Herbst 2021 Probleme mit dem fünf Jahre alten 18-Ah-Akku (siehe im Folgenden mein niemals beantwortetes Schreiben an die Firma Flyer). Außerdem schien der Motor erheblich an Durchzugskraft verloren zu haben, so dass ich immer kräftiger in die Pedale treten musste. Hinzu kam ein irreparabler Rahmenschaden.
Nachfolger wurde ein Modell "Roots Paris". Erfahrungen nach über 2500 Kilometern.

 

Rahmenschaden an Flyer durch Packtaschen

Übrigens: Im Juli 2017 übernahm die Zweirad-Einkaufs-Genossenschaft (ZEG) mit Hauptsitz in Köln (DE) zu 100 % das Aktienkapital der Flyer AG. 2018 übernahm die Flyer AG die Flyer-Aktivitäten der vorgängigen BKTech. Quelle: Wikipedia

Vergebliche Anfrage an Flyer im Dezember 2021
Guten Tag, der Akku für mein Flyer-Pedelec macht neuerdings folgende Probleme: Wenn auf dem Display nur noch zwei von fünf Strichen angezeigt werden und ich das Licht einschalte, wird der Akku nach einer gewissen Zeit abgeschaltet (zunächst nach 1,3 km, dann nach 500 m, dann nach 50 m). Drücke ich die Power-Taste (ohne das Licht wieder einzuschalten), sind zwar die zwei Balken wieder da, das Rad tritt sich aber zeitweise trotzdem schwerer. Bei einem anderen Testlauf bin ich mit den zwei Strichen noch 50 km (ohne Licht) gefahren. Das Problem tritt ebenfalls bei meinem alten Akku auf.
Ist evt. der Fahrradcomputer defekt (Modell Panasonic) oder kann etwas an der Lampenverschaltung nicht stimmen?
Das Pedelec habe ich 2010 in Burgdorf gekauft und seitdem fast 47.000 km nahezu störungsfrei zurückgelegt. Würde mich über einen Tipp freuen, wie ich das Problem lösen kann und ob ihnen ein ähnlich gelagerter Fall bekannt ist.
Meine Flyer-Erfahrungen finden Sie hier: http://www.radtouren.net/ebike-portal/flyer-praxistest.htm
mit freundlichen Grüßen ...

Automatische Antwort: „Gegenwärtig erreichen uns ausserordentlich viele Anfragen. Insbesondere bei komplexeren Sachverhalten ist deshalb mit längerer Beantwortungszeit zu rechnen. Wir danken für Ihr Verständnis.“

Eine persönliche Antwort habe ich bis heute, Ende März 2022, nicht bekommen. Mangels der  Hilfe vom Hersteller brachte ich das Rad zu dem Händler, wo ich es elfeinhalb Jahre zuvor gekauft hatte. Dort eröffnete man mir, dass der Rahmen einen irreparablen Schaden hätte: Die Ortlieb-Tasche hatte im Laufe der Jahr die Hinterradstrebe angefressen, die ein stattliches Loch aufwies. Ich hatte wohl Glück, dass sie bei der hohen Gepäckbelastung auf meinen langen Radtouren nicht gebrochen ist.

Fazit: Um Nägel mit Köpfen zu machen, beschloss ich den Kauf eines neuen Pedelecs. In der gerade grassierenen Corona-Zeit samt Lieferproblemen im Fahrradbereich erwarb ich ein vom Händler empfohlenes Modell „Paris“ der Marke Roots („Die neue Marke der Fahrradmanufaktur Engelbert Meyer GmbH“.

Das in Sevelten /Ostfriesland zusammengebaute Pedelec hatte allerdings, wie sich nach rund 300 km herausstellte, einige Schönheitsfehler – oder auch Mängel.

Roots "Paris" – mein neues Pedelec

Der Design-Lenker mit mehreren Verdickungen erschwert das Anbringen meiner bisherigen Halterungen für Zubehör wie Fahrradnavi oder Smartphone, da diese für normale Lenker ausgelegt sind. Also müssen neue Halterungen gekauft werden. Auch für die KlickFix-Lenkertasche musste eine neue Halterung her.

Die Bedienungsanleitung für den Shimano-Fahrradcomputer des Roots bezieht sich auf ein anderes Modell. Dort löst eine bei meinem Gerät fehlende Extrataste die gewählte Funktion aus, etwa Rückstellung der Tagesfahrstrecke auf Null. Drei E-Mails an den Hersteller bzw. Zusammenschrauber zwecks aktueller Bedienungsanleitung blieben auch nach sechs Monaten unbeantwortet (Stand: Mai 2022).

Da der Gepäckträger schmaler ist als gewöhnliche Träger, verlaufen die Streben nach unten schräg nach außen. Folge: Das ganze Gewicht der Ortlieb-Tasche drückt auf die Unterkante, die – wie schon beim Flyer – auch schon wieder an der Strebe „gesägt“ hat. Also muss ich zum Schutz des Metalls (der Lack ist schon ab) irgend eine Polsterung o.ä. dort draufkleben.  

Auch am Roots hat die Ortlieb-Tasche schon "gefeilt" - ich habe die Stellen gepolstert

Das Schloss samt aufsteckbarem Zusatz zum Anbinden an z.B. einen Fahrradständer oder Baum ist noch schwergängig; der Akku sitzt bombenfest in seiner Halterung. Um ihn zu lösen muss man ziemlich kräftig dagegen drücken oder gar mit der rechten Faust schlagen. Der Händler meinte: Wenn man es weniger stramm einstellt, dann klappert der Akku.

  Fahrradcomputer

Akku-Anzeige differiert
Während der Fahrt differiert die Anzeige an Akku und Fahrradcomputer. Beispiel: Der Computer zeigt nur noch einen Strich als Restspannung an, beim Akku leuchten zwei grüne LEDs. Bei Beginn der Aufladung jedoch blinkt  die erste LED. Was stimmt hier nicht? Auf welche Anzeige soll ich mich verlassen? Ebenfalls ungenau ist die Anzeige für die mögliche Restfahrstrecke. Je näher die gegen Null tendiert, desto schneller werden die Kilometer zurück gezählt. Man muss hier also erstmal Erfahrungen sammeln.

Nach einem halben Jahr habe ich nun erstmals den Akku leer gefahren. Das Aus kam allerdings überraschend. Denn am Akku selbst leuchteten noch zwei grüne LEDs, während der Shimano-Fahrradcomputer in der höchsten Stufe den Wert Null anzeigte und ECO und NORMAL noch auf 1 km standen. Ganz plötzlich schaltete dann die Motorunterstützung ab, nachdem beide Werte zugleich auf Null gesprungen waren. Nach dem Anschließen des Ladegerätes zeigte sich folgendes Bild: Am Akku begann die einzige noch leuchtende LED zu blinken, am Computer wurde drei Mal die Null angezeigt. Schon etwas verwirrend. Ich hatte nämlich gedacht, dass die letzte Zelle noch voll wäre und nur das Energiemanagement gesponnen hat. Nach dieser Erfahrung muss ich wohl den Akku am besten vor jeder Fahrt komplett aufladen. Oder fast, da ja eine Vollaufladung nicht so gut für die Haltbarkeit sein soll ...

Weitere Minuspunkte: Der Akku von Shimano ist aalglatt und hat keinen Griff. Man muss also höllisch aufpassen, wenn man ihn zum Laden wegträgt. Vorausgesetzt, man bekommt ihn aus der Halterung befreit: Das geht nur mit festem dagegen Klopfen mit der Faust.  

Nach sechs Wochen winterlicher Radelpause stand der TOTAL-Kilometer-Zähler wieder auf Null. Anscheinend hat der Pufferakku nicht ausgereicht, um die bis dahin gefahrenen Kilometerangaben zu speichern. Gut für den Weiterverkauf!?

 

Der Shimano-Akku am Roots hat keinen Griff und kann leicht aus der Hand rutschen

Die Federgabel am Lenker ist mir zu hart. Beim Händler hieß es, dies sei die weichste mögliche Einstellung. Pech gehabt – und immer schön die Stöße mit Armen und Schultern abfangen. Da muss wohl eine weichere Feder eingebaut werden.

Als gute Lösung haben sich die breiteren Reifen erwiesen, die das Fahren auf Feld- und Waldwegen angenehmer machen, da die Räder nicht so stark einsinken. Fährt man überwiegend auf schlechten Wegen, dann sollte man zudem den Luftdruck absenken.

Roots-PARIS - E 8.0 – Gewicht: 25,9 kg mit Akku

Technische Daten: Shimano Steps 6110 Antrieb mit 250 Watt und 50 Nm, 504Wh-Akku, 7-Gang-Nabenschaltung, Federgabel mit Lockout, Magura HS22 Hydraulikbremsen

Info: http://roots.bike/ 

Die untere Kante der Packtasche wirkt wie eine Feile (siehe Rahmen-Fotos oben).
Ebenso die Kralle, die die Tasche am Gepäckträger festhält.

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