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Elektrofahrräder in Forschung und Praxis

E-Bikes-Neuheiten und Entwicklungen auf der Hannover Messe 2013 - siehe auch CeBIT 2013

Das Thema Fahrrad mit Schwerpunkt E-Bike war auch auf der Hannover Messe 2013 wieder vielfach vertreten. Und zwar nicht nur in der Halle 25, wo es um "alternative Mobilitätstechnologien" ging, sondern auch anderswo - etwa in Halle 2 mit dem Schwerpunkt Forschung und Entwicklung. Es tut sich allerhand im Lande, was man (noch) nicht auf Anhieb sieht - die Energiewende im Kleinen" sozusagen. 

Die Firma Mifa zeigte in Hannover das kettenlose Fahrrad.

Beim Kurbeln der Pedale wird Strom erzeugt.

Vorderansicht des kettenlosen Fahrrads.

Lastenträger: Das Feuerlösch-Fahrrad von gobaX. 

Feuerlöscher und Comm-Box: gobaX-Räder sind variabel einzusetzen.

PSSycle heißt ein Projekt an der TU München, das Produkte rund ums E-Bike verbessern helfen soll.

Beim Twike wird zum Einsteigen die Haube hochgeklappt.

Dieser Blick bietet sich Pilot und Beifahrer des Twike.

Lastenrad statt Auto: Das modulare iBullitt kann individuell angepasst werden und genügt den verschiedensten Anforderungen.

Endlich sich nicht mehr die Finger oder die Hose schmutzig machen. Davon träumen viele Fahrradfahrer, wenn sie an ihre verschleißanfällige Kette denken. Wem ist das verflixte Ding nicht schon mal abgesprungen, wem hat sie noch nicht die Kleidung verschmutzt?

Die Lösung naht: Der bereits seit 1907 existierende Fahrradhersteller Mifa - die Mitteldeutsche Fahrradwerke AG aus Sangerhausen in Sachsen-Anhalt - hat auf der Hannover Messe 2013 ein völlig kettenloses Fahrrad vorgestellt, das in Zusammenarbeit mit der Hochschule Harz in Wernigerode entwickelt worden ist.

Das Institut für Automatisierung und Informatik (IAI) zeigte diese Weltneuheit am Gemeinschaftsstand „Forschung für die Zukunft“. Beim E-Bike ohne Kette gibt es keine mechanische Drehmomentübertragung mehr, die Gangschaltung arbeitet rein elektronisch. Beim Bremsen wird die Energie zurück in den Akku eingespeist (Rekuperation heißt das Fachwort dafür). Auch bei Bergfahrt und Gegenwind lässt es sich mit dem kettenlosen Fahrrad künftig bequem vorankommen.

Dieses „verzichtet vollständig auf die klassische mechanische Kraftübertragung mittels Kette“, erklärt der Projektleiter Prof. Dr. Klaus-Dietrich Kramer vom Fachbereich Automatisierung und Informatik in Wernigerode. Stattdessen erzeugt ein Generator, der im Kurbeltrieb des Fahrrades eingebaut ist, elektrische Energie, die an den Elektromotor am Hinterrad weitergeleitet wird. Wie ein ‚normales‘ Fahrrad - aber deutlich leichter - fährt sich das kettenlose Modell. Außerdem lässt sich der Grad der elektrischen Unterstützung vom Fahrer stufenlos einstellen, was den Fahrkomfort zusätzlich erhöht.

Die Kommunikation mit dem Fahrer erfolgt über Bluetooth mit Hilfe eines handelsüblichen Smartphones. Gefördert wurde die Entwicklung mit Bundesmitteln durch das AIF (Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“ e.V.), der führenden Organisation zur Förderung angewandter Forschung und Entwicklung für den Mittelstand.

Erst im Jahre 2012 hat die Mifa AG mehrheitlich den deutschen E-Bike-Hersteller Grace übernommen und ist  damit ins Premiumsegment der Elektrofahrräder vorgestoßen. 

Da dürfen wir sicher noch einige Neuentwicklungen erwarten.  Autor: Dieter Hurcks, 11.4.2013

Infos: Hochschule Harz und Mifa

 

E-Bikes als Lastenesel

Dass E-Bikes gerade als Transportmittel für schwere Lasten in Städten geeignet sind, wo Autos nicht hinkommen oder dürfen, hat zur Entwicklung zahlreicher Spezialräder geführt. Am Stand der gobaX GmbH aus Mössingen konnte man beispielsweise ein Feuerlöschrad bewundern, das für ein zulässiges Gesamtgewicht und satten 180 kg ausgelegt ist.

Das Modell Get1 s mit Hinterrad-Nabenmotor arbeitet mit einem 36-V-Akku in Lithium-Technologie (10 A). Der Akku ist am Unterrohr befestigt, was für eine gute Gewichtsverteilung sorgt.

Der Dreh- und Angelpunkt der Entwicklung war die laut gobaX-Homepage die "stabile und gleichzeitig variable Befestigung eines Transportbehälters am Rahmen des Transportrads." So gibt es heute für den Lastentransport diverse Aufbauten wie die Comm-Box (Foto links), den Dokumentenkoffer oder eine Thermobox für Bringdienste. 

Die Idee des ursprünglichen Cargo-Bikes, das gerne von Pizza-Bringdiensten in engen Städten genutzt wird, hat sich also weiter entwickelt. Mit dem E-Bike sind auch größere Entfernungen zu bewältigen und schwere Lasten zu stemmen.

Und das Unternehmen hat Visionen, die es gemeinsam mit Partner realisieren will:
"Der Technologie-Transfer spendiert dem Lastenrad G-et-1 pro einen zuverlässigen und starken Motor, der direkt am Tretkurbellager angeflanscht ist. Herzstück ist die innovative und einzigartige Steuerelektronik, in der lange Jahre intensiver Forschung stecken.

Ein hochsensibler Drehmomentsensor registriert selbst kleinste Veränderungen beim Krafteinsatz und gleicht diese mit sanftem Schub in Echtzeit aus. Ein integrierter Neigungsmesser reguliert die Leistung bei Anstiegen und Abfahrten. Das EnergyBus-System verbindet alle Komponenten und ist offen für zukünftige Technologie-Entwicklungen."
Quelle und weitere Informationen: gobaX

Forschung rund ums E-Bike 

Studenten der Technischen Universität München haben sich intensiv mit der Pedelec-Technik befasst mit dem Ziel, Unternehmen zu einer erfolgreichen Durchführung von Innovationsprozessen zu befähigen. Auf der Homepage heißt es: "Der SFB 768 widmet sich der Verbesserung von Innovationsprozessen integrierter Sach- und Dienstleistungen (Produkt-Service Systeme (PSS) oder Leistungsbündel auf Basis technischer Produkte)."
Will heißen: Wissenschaft stößt Produzenten an, seine Produkte zu verbessern. Bei E-Bikes und Pedelecs etwa das Energiemanagement oder die Navigationstechnik. Info: Pssycle

 

Twike - das Fahrrad-Auto für Zwei 

Das Gefährt sieht schnittig aus, bietet Platz für zwei Personen und überlässt ihnen die Wahl, ob sie rein elektrisch fahren oder unterstützend in die Pedale treten wollen.

Als "Intelligenz auf drei Rädern" hat der Twike-Hersteller, die Firma FineMobile aus Rosenthal das Konzept des 27.000 Euro teuren futuristisch anmutenden Fahrzeugs beschrieben. Und weiter:

"Die Energiewende hat drei Räder, Platz für zwei Personen und wiegt etwa 240 kg. Unser Beitrag für eine bessere Welt fährt 85 km/h und braucht umgerechnet 0,5 Liter Sprit auf 100 km. Umgerechnet deswegen, weil das TWIKE als Elektrofahrzeug ganz auf fossile Brennstoffe verzichtet. Der grüne Saft aus der Steckdose energetisiert das TWIKE pro Minute um einen weiteren km. Reichweite ist ebenfalls kein Problem, Akkus gibt es in vielen Größen und mit Reichweiten bis über 300 km."

Twike sei das "Statussymbol" für alle, die es mit der Energiewende ernst meinen.

Auf der Hannovermesse stellte das hessische Unternehmen aus der Nähe von Frankenberg (Eder) eine neue Akkuversion vor, die über 300 km Reichweite bietet. "Möglich macht dies eine neue Zelle von Sony, die noch mehr Energie zur Verfügung stellt. Vorgängerzellen sind bereits seit 7 Jahren im TWIKE eingesetzt und liefern trotz täglichem Einsatz immer noch die gesamte Kapazität. Garantiert wird eine Zyklenzahl von 1.500 Vollzyklen, in der Praxis sollen bis 5.000 Zyklen erreicht werden. Auch der Ladevorgang ist schnell und einfach: Pro Minute Ladezeit an der normalen Haushaltssteckdose erneuert sich die Reichweite um einen Kilometer."
Quelle und mehr : www.twike.com 

 

 

Schwertransporter auf zwei Rädern

Das iBullit kann für die unterschiedlichsten Anforderungen konfuguriert werden. Auf der Hannover Messe stellte die in Berlin und München ansässige Firma  Urban-e ein Lastenrad mit Solarpanel vor. 

Es ist laut Homepage "unser herausragendes Markenzeichen für den direkten Einsatz von erneuerbaren Energien in der Elektromobilität. ... Wir haben ein Produkt entwickelt, das sehr kosteneffektiv ist, mit einem Stromverbrauch von 0,15 Euro auf 100 km, gleichzeitig die Umwelt schont und eine starke Botschaft zur Zukunft der Mobilität sendet."

Urban-e arbeitet mit dem Berliner Unternehmen Akku Bike seit zwei Jahren an der Optimierung der  Solartechnik mit einer leistungsstarken Elektronik. 
Quelle und mehr: www.urban-e.com/ 

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